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Was ist Ihr Sinn des Lebens?

Tja, da wird es für viele schwierig: Manche haben noch nicht darüber nachgedacht im Stress des Lebens. Für religiöse Menschen ist die Frage leicht zu beantworten. Ihr Sinn des Lebens ist, nach den Geboten ihrer Religion zu leben, um in den Himmel zu kommen.
Aber was ist mit den anderen? Könnte es nicht auch ein Sinn des Lebens sein, anderen eine Freude zu bereiten? Schade, dass so wenige Reiche auf eine solche Idee kommen und wenn doch, erfährt man es in den Medien: So hat ein chinesischer Unternehmer anlässlich des Firmenjubiläums seinen Mitarbeitern einen Urlaub spendiert und eine amerikanische Unternehmerin überraschte ihre Angestellten, indem sie ihnen eine Kreuzfahrt schenkte. Im Fernsehen sah man den fast irrsinnigen Jubel der Beschenkten.
Traurig ist, dass so noble Spender leider die Ausnahme sind. Die Menschheit ist anscheinend zu abgestumpft, um auf solche Ideen zu kommen.
Immerhin ist erfreulich, dass die Spendenbereitschaft doch recht hoch ist, obwohl man selbst bei renommierten Spendensammlern wie der UNESCO von Skandalen hört. Aber viel  schöner ist es doch, jemandem persönlich eine Freude zu machen. Beispielsweise schenkt man einer armen Flaschensammlerin ein mehr oder weniger großes Scheinchen, das einem selbst kaum weh tut, aber der Frau eine unglaubliche Freude macht. Nur: Wer macht so etwas schon?

Ich spende nichts – (oder vielleicht doch?)

Eigentlich schade! Ich täte ja gern mal was Gutes, aber das ist kaum noch möglich. Wo man hinschaut, bereichern sich Leute mit dem Geld, das sie an sich weiter geben müssten. Vielleicht bin ich ja auch vorgeschädigt. Meine Tante pflegte mich schon vor Jahrzehnten zu warnen: „Gib niemals der Caritas Geld!“ Und dann erzählte sie mir dazu eine schlimme Geschichte, die nun schon Jahrzehnte zurück liegt und die hier nicht aufgerührt werden soll.
Aber es ging so weiter bei der Kirche. Nehmen wir als jüngstes Beispiel den Peterspfennig. Da sammelt die Kirche für die Bedürftigen und legt das Geld in Londoner Luxusvillen an:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/11/29/muss-der-papst-in-den-knast/
Oder wie war das damals bei Tsunami? Wie viel Geld ist denn beim letzten Tsunami bei den Opfern angekommen? Man sah im Fernsehen immer wieder Menschen in Not, die nichts bekommen hatten, und dann wurde die Frage aufgeworfen, wo denn das ganze Geld geblieben sei.
Besonders schlimm fand ich einmal die Affäre Lierhaus. Ich war der Meinung, dass die Promis, die für die Aktion „„Ein Platz an der Sonne““ werben, dies umsonst tun. Schließlich treten sie im Fernsehen ja für eine gute Sache ein. Das macht sie zum einen noch bekannter und fördert zum anderen die Verbreitung eines positiven Images. Sie haben also durch ihr bloßes Auftreten einen Vorteil, der sehr viel wert ist. Ich meinte daher, dass es zu den selbstverständlichen Pflichten eines Promis gehört, auch mal ein paar Worte für eine gute Sache in die Kamera zu sprechen. Wenn schon die Zuschauer Geld stiften (darunter Kinder ihr Taschengeld), dann sollte man doch als Promi ein paar kostenlose Sätze für solche Aktionen übrig haben. Aber man darf doch als Promi nicht absahnen, schon gar nicht in dieser unverfrorenen Weise.
Ähnlich war es ja auch bei den Geldsammlern für die UNESCO.
Eigentlich sollte man ja immer wieder etwas Gutes tun und so spende ich doch gelegentlich, wenn ich die feste Überzeugung gewinne, dass sich echte Idealisten kostenlos für einen guten Zweck einsetzen. Oder ich nehme beispielsweise hier an der Geschenkaktion für bedürftige Kinder teil. Es gibt immer eine Gelegenheit, anderen eine Freude zu machen:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/09/15/neulich-im-cafe-eine-gardinenpredigt-zum-sonntag/
Warum aber die Kirche von mir nur gerade so viel bekommt, dass es im Klingelbeutel scheppert, hängt nicht mehr mit meiner Tante zusammen. Lesen Sie mal das hier.

Heute ist Welttag der Armen und was der Papst sagt

Aus diesem Anlass sandte der Papst diese Botschaft in die Welt:
„Ich lade die gesamte Kirche sowie alle Menschen guten Willens ein, an diesem Tag ihren Blick auf die zu richten, die mit ausgestreckter Hand um Hilfe bitten und auf unsere Solidarität hoffen.“
Wen meint der Papst mit „die gesamte Kirche“? Doch nicht sich selbst und den Vatikan: Die Kirche ist unermesslich reich. Haben Sie jemals gehört, dass die Kirche selbst von ihrem eigenen Vermögen etwas gestiftet hätte? Ihr gehören die zweitgrößten Goldreserven der Welt, ein Viertel des Grundbesitzes von Rom und die Hälfte der Kleinstadt, in der ich wohnte. Welches Zeichen könnte die Kirche setzen, wenn sie nur einen kleinen Bruchteil davon hergegeben hätte, beispielsweise um ein Flüchtlingslager zu bauen! Aber sie hat das nicht getan, obwohl ich glaube, dass der Papst selber gerne etwas unternommen hätte. Aber er darf wohl nicht, weil er ein Gefangener des Vatikans sein dürfte, der beim Umgang mit Geld wenig zu sagen hat.
Wenn also der Papst die „gesamte Kirche“ zu Spenden aufruft, so kann sich dieser Aufruf nur an seine Gläubigen gerichtet haben.

Spenden für die Kirche? Nein danke!

Wenn man wie ich auf ein langes Leben zurückblickt und sich fragt, was man gut gemacht hat und was man bereut, dann muss ich sagen, dass ich etwas bereue, was in den geldgierigen Augen der Kirche alles andere als eine Sünde ist: Ich habe allein steuerlich betrachtet ca. 1 Jahr ausschließlich für die Kirche gearbeitet und außerdem noch gespendet.
Und nun sehe ich, was die Kirche mit dem Geld so alles anstellt: Da würde ich am liebsten aus der Kirche austreten, wenn es nicht schon zu spät wäre: Wo man hinschaut, werden die mir abgeknöpften Steuergelder, die mir im Leben oft gefehlt haben, missbräuchlich verwendet: Erinnern Sie sich noch, wie Bischof Mixa mit einem Geldkoffer mit 200.000 Euro am Flugplatz erwischt wurde? Aber Näheres haben wir nicht erfahren. Und seine sonstigen Finanztransaktionen waren auch so, dass ich immer noch auf eine Aufklärung warte. Aber dann müsste ich mich wohl noch mehr aufregen, und das ist nicht gut in meinem Alter. Deshalb will ich auch gar nicht daran denken, dass Bischof Schraml einen Alterssitz für eine halbe Million eingerichtet bekommen hat, und das bei seinem exorbitanten Gehalt, das ja auch aus meinen Steuergeldern bezahlt wird.
Wie abgehoben die Führungskräfte der Kirche sind, zeigt sich allein schon in ihren Titeln: Mit „Eminenz“ lassen sich diese Menschen anreden, die doch nur – wie es immer so schön heißt – „“Arbeiter im Weinberg des Herrn““ sind. Auch als Hirten bezeichnen sie sich, wenn auch nicht als schlichte, sondern als „Oberhirten“.
Weil die Kirche nicht weiß, wohin mit dem vielen Geld, verunziert sie alte Klostergärten und Gotteshäuser mit modernen Kunstwerken (Vgl. „Bayern kaputt“). Jahrhunderte lang ließ man ehrfürchtig alles so, wie es war, und erst in unserer Zeit kommt man auf die Idee, auch noch den letzten Freiraum voll zu stellen.
Während irgendwo auf der Welt alle Sekunde ein Mensch verhungert, treibt die Kirche Missbrauch mit meinem Geld.
Bemerkenswert ist, dass ich nicht allein so denke, sondern wenn alte Leute beieinander sitzen und über die Kirche reden, ist der Tenor immer der Gleiche: Kein Geld für die Kirche! Und in den Klingelbeutel gerade nur soviel, dass es scheppert! Über einen bekannten Pfarrer hörte ich, dass er von sehr reichen Leuten, die aus der Kirche ausgetreten sind, Geld in Höhe der Kirchensteuer bekommt, damit sein Orden in einem Entwicklungsland „etwas Vernünftiges damit macht“.
Den jungen Leuten möchte ich den Rat geben: Warten Sie mit ihren Spenden, bis sie alt werden, damit sie nichts zu bereuen haben. Die Kirche hat genug Geld und ist auf ihr Scherflein gar nicht angewiesen. Und wenn Sie das nicht glauben oder widersprechen wollen, lesen Sie doch erst einmal dies: Kirchensteuer.

Spenden und Gewissen

Man vergisst ja so schnell: Erinnern Sie sich noch an den UNICEF-Skandal? Nein? Dann können Sie ja beruhigt dorthin Geld überweisen.
Ebenso verhält es sich mit der Fernsehlotterie. Die Moderatorin Lierhaus bekam für ein bisschen Fernsehwerbung 450.000 Euro. Schon vergessen? Dann können Sie also auch hier wieder ruhig weiter spenden.
Peinlich nur, dass die Caritas nun im Kreuzfeuer der Kritik steht. Ihr Chef bezieht ein Gehalt, das in den vergangenen drei Jahren von 102 319 auf 162 319 Euro stieg. Sie werden doch nicht neidisch sein und werden doch wohl einsehen, dass Sie nun, nachdem Ihnen die Gehaltslast der Caritas bekannt geworden ist, mehr spenden müssen als früher, damit die gestiegenen Unkosten der Caritas ausgeglichen werden können.
Seien Sie nicht so misstrauisch wie ich. Ich spende nur an die Leute, die auf die Tafel angewiesen sind: Da sehe ich, wo mein Geld bleibt und wie sich jemand freut, der darauf angewiesen ist.

Katholische Kirche: 3.350.429.000 Euro von Jesus entfernt

Als Jesus seine Jünger aussandte, sagte er ihnen:
„Steckt auch kein Geld in eure Gürtel – weder Gold, noch Silber, noch Kupfermünzen!“ (Matth.10,9)
Wenn man nun aber allein die Vermögensaufstellung des Bistums Köln liest, kann man feststellen; dass sich allein dort die Kirche um 3.350.429.000 Euro von Jesus entfernt hat.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kirche-erzbistum-koeln-legt-vermoegen-offen-a-1018989.html
Nun werden Sie natürlich sagen: „Das, was Jesus damals gesagt hat, passt nicht mehr in unsere Zeit.“ Wirklich? Wahrscheinlich hat sich Jesus seine Kirche als rein geistige Bewegung vorgestellt – ohne Gebäude oder besoldete Priester.
Wenn wir nun aber eine andere Kirche haben, als Jesus sie wohl gewollt hat: Wäre dann nicht mindestens von ihr zu erwarten, dass sie nur einen kleinen Teil ihres Vermögens spendet, allerdings ein bisschen mehr als der Papst es gerade getan hat mit dem Bau von Duschen und Toiletten für die Obdachlosen. Aber das ist jedenfalls mal ein Zeichen guten Willens.
Welche Ausstrahlung hätte es für das Verhältnis der Religionen, wenn die Katholische Kirche von ihrem unermesslichen Vermögen eine Flüchtlingsstadt im Libanon bauen würde? Lesen Sie mal das hier unten im Link und dann frage ich Sie: Kann man nicht jedenfalls ein bisschen davon für die Flüchtlinge abzweigen? Was ist schon 1 Million für das Bistum Köln? Aber wir haben ja noch so viele andere Bistümer, die ein wenig spenden könnten, statt immer wieder nur Spenden zu sammeln.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kommentar-zu-koeln-katholisches-erzbistum-mit-milliarden-vermoegen-a-1019173.html

Ketzerische Sonntagspredigt

Liebe Gläubige (oder: liebe Schäflein)!
Nehmet Euch kein Beispiel an Eurer Kirche, die Euer Geld, statt es zu spenden, in zweifelhafte Unternehmen steckt, wie beispielsweise einen Verlag, der auch Pornografie druckt. Oder sie nimmt das Geld her, um teure Bischofssitze zu errichten, u.a. einen Alterssitz für eine halbe Million. Und verschließet Eure Augen vor dem, was in Limburg geschehen ist.
Blicket lieber auf die Armen! Schauet auf die Stadt Bochum, eine der ärmsten Städte Deutschlands. Trotz ihrer Armut spendete sie mehrmals 25.000 Euro. Weil die Stadt bescheiden ist und als Spenderin anonym bleiben wollte, kleidete sie die Spenden in die Form von Honoraren und überließ es den Empfängern, groß als Spender da zu stehen. Dass daraus nichts wurde, ist nicht die Schuld der Stadt. Das war ein Kommunikationsmangel, wie in der modernen Gesellschaft beklagenswerterweise überhand nimmt. Ich erwähne nur den Verfassungsschutz.
Was nun aber vor dem Herrn zählt, ist der gute Wille. Ich sage Euch: Der Herr wird es der Stadt vergelten, was sie getan hat.
Habt Ihr Euch einmal überlegt, ob Ihr Euch nicht ein Beispiel an jenem Zöllner nehmen wollt, den Jesus uns als schlechtes Beispiel hingestellt hat. Obwohl dieser Mann den zehnten Teil seines Einkommens spendete, genügte das nicht den Maßstäben, die Jesus anlegt.
Kehret also um! Nehmet Euch ein Beispiel an der Stadt Bochum: Spendet, spendet, spendet – aber gebt Euer Geld nicht der Kirche, sondern unserer Pfarrei, damit Ihr sehen könnt, wie es Früchte trägt.
Und lernet von der deutschen Regierung: Man kann auch Geld ausgeben, das man nicht hat. Man kann es also auch spenden.

Hartherzig?

Meine Mutter hatte für fast alles einen Spruch zur Hand. Wenn sie sich etwas zum Anziehen kaufte, sagte sie beispielsweise: „Ich bin zu arm, um mir etwas Billiges zu kaufen.“ Oder: „Von den Reichen kannst du das Sparen lernen.“ Lassen wir dahingestellt, ob das so richtig ist. Aber der letzte Satz fällt mir immer zur Weihnachtszeit ein, wenn der große Spendenmarathon beginnt.
Soll ich für die Fernsehlotterie etwas ausgeben, wenn Frau Lierhaus 450.000 Euro davon bekommen soll? Ersparen wir uns einen Blick hinter die Kulissen anderer Organisationen.
Was also soll man tun? Trotzdem spenden?
Ich unterhielt mich einmal mit einem reichen Münchner über dieses Thema. Er sagte, er gebe nichts her außer dass bei der Messe gerade nur soviel hineinwirft, „dass es scheppert“. Was die Kirche angeht, fand er, dass die mehr als genug Geld habe und praktisch nichts von ihrem eigenen Geld hergebe, sondern nur die Spenden. Und dann sagte er etwas, was mich sehr nachdenklich gemacht hat: „Wenn wir jetzt alle unser Geld hergeben würden, um den Hunger zu bekämpfen, dann hätten wir schließlich gar kein Geld mehr, und die Zahl der Menschen, die dann auf unsere Hilfe angewiesen wären, hätte sich ungeheuer vermehrt. Es gäbe also dann nur eine noch größere Hungerkatastrophe.“
Wie sagte schon Dostojewski: „Almosen verderben die Seele des Gebers wie des Nehmers und verfehlen zu alledem ihren Zweck, denn sie verschlimmern die Armut.“