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Brüssel: Lauter Gewinner und ein großer Verlierer

Ich höre immer morgens gerne im Radio die Presseschau. Zu Brüssel gab es dabei Kommentare, wie sie halt so zu erwarten waren. Aber überrascht war ich, als ich auf meinem Browser diese Kolumne fand:
https://web.de/magazine/politik/morning-briefing-gewinner-verlierer-eu-gipfels-34909046
Da las man, dass die soziale Marktwirtschaft der große Verlierer sei. Und dazu passt die Schlagzeile von heute:
Jedes fünfte Kind wächst in unserem Land in Armut auf. Und was wird dagegen getan? Mit ein bisschen zusätzlichem Geld werden die Probleme zugeschmiert. Aber die Corona-Krise verschärft sie noch: Arme Kinder haben oft keinen PC und keinen Raum, um ungestört konzentriert arbeiten zu können. Ihre Chancen verschlechtern sich.
Einer Reihe von Millionären schlägt das Gewissen und sie fordern für sich eine höhere Besteuerung. Aber ihr Ruf verhallt ohne Erfolg wie schon damals nach der Finanzkrise, denn die Mehrheit derer, die auf ihren Geldsäcken sitzen, haben die bessere Lobby.

 

Sozialklimbim

                                                                   Mit Geld zugeschüttet?

„Wir schütten die Leute mit Geld zu, und sie werden trotzdem nicht zufriedener. Wir leisten uns zu viel Sozialklimbim in einem Rundum-Versorgungsstaat“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU Pfeiffer.
Also, Leute: Jetzt wisst Ihr, wohin die Reise geht. Und man sieht, wie abgehoben manche Abgeordnete sind.
Herrn Pfeiffer empfehle ich mal einen Gang zu einer Tafel, damit er sieht. wie weit es die Wirtschaftspolitik seiner Partei gebracht hat.
Und dann sollte er sich mal ein wenig kundig machen, um den Überblick nicht zu verlieren: Nicht der Sozialklimbim macht uns zu schaffen, sondern die hemmungslose Geldgier derer, die die Wirtschaftspolitik beeinflussen: Mannopoly zeigt es auf.

Brinkhaus: Nix begriffen!

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion Brinkhaus hat gerade verlauten lassen, Deutschland sei nicht so ungerecht, wie es immer hingestellt werde. Das sind die falschen Töne für der Wahlkampf. Richtig wäre es gewesen, wenn er gesagt hätte, welche Ungerechtigkeiten seine Fraktion abbauen will.
Damit ihm die Augen ein wenig geöffnet werden, sei er auf diese Seite verwiesen:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/04/03/rpd-radikal-soziale-partei-deutschlands/
Noch ein Hinweis, Herr Brinkhaus:
Deutschland ist nicht schon gerecht, wenn der eine sich ein Schnitzel in echtem Gold servieren lässt und der andere zur Tafel gehen muss. Es ist nicht damit getan, dass der andere bei uns nicht verhungern muss.
Was besorgniserregend ist, ist die Tatsache, dass sich Deutschland immer weiter auseinander dividiert:
Auf der einen Seite Leute wie Brinkhaus und die FDP, die sogar Art. 15 GG abschaffen will, und auf der anderen Seite Menschen wie Kühnert, der mehr Sozialismus fordert, bzw. die SPD, die mehr Sozialstaat will.

SPD entsozialisiert

SPD

Der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow sagte: „Typen wie Clement und Steinbrück haben die SPD entsozialisiert.“ Die Erkenntnis, dass die SPD entsozialisiert wurde, ist völlig richtig. Die Partei befand sich nämlich immer in Übereinstimmung mit der Kanzlerin, die den Sozialstaat abbaute:
https://autorenseite.wordpress.com/?s=Sozialstaat
Falsch ist allerdings, dass Clement und Steinbrück diese Entsozialisierung bewerkstelligt hätten. Nein, es war doch die Partei, die diesem Prozess zugestimmt hat und deshalb zu Recht von den Wählern die rote Karte bekam.
Bülow wird doch nicht behaupten wollen, dass seine Partei wie Stimmvieh den Leithammeln nachläuft.

So nicht, Frau Merkel!

Merkel

Erst war es der amerikanische Präsident Trump, der der deutschen Autoindustrie Strafzölle androhte. Nun hat der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft kritisiert; Deutschland müsse zu der Einsicht kommen, „dass seine wirtschaftliche Stärke in der jetzigen Ausprägung nicht tragbar ist“. Auch die IWF-Chefin Lagarde beanstandete die hohen deutschen Exportüberschüsse.
Die Ursache liegt auf der Hand:
Wie die
Internationale Arbeitsorganisation ILO in ihrem Global Wage Report berichtet, sind in keinem Industrieland der Welt sich die Bruttolöhne seit dem Jahr 2000 so schwach gestiegen wie bei uns: Im Schnitt haben die Bürger sogar 4,5 Prozent weniger in der Tasche als vor zehn Jahren, während weltweit die Löhne um ein knappes Viertel gestiegen sind.
Mir ist ja unbegreiflich, wie die deutschen Arbeitnehmer solche Zustände hingenommen haben. Es kommt einem ja fast so vor, als seien Regierung und Gewerkschaften „verbandelt“.
Regierung und Industrie sind es sowieso, wie wir nicht nur an der Abwrackprämie oder der Prämie für Elektroautos gesehen haben, sondern es zeigt sich auch an den milliardenschweren Subventionen für Forschungen, die eigentlich Sache der Unternehmen wären.

Bevor wir uns nun Feinde in aller Welt durch unsere wirtschaftliche Stärke machen, wäre es an der Zeit, das Volk mehr an diesem Erfolg teilhaben zu lassen.
Aber das wird mit dieser Kanzlerin nichts werden: Sie baut den Sozialstaat ab:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/04/13/merkel-schafft-den-sozialstaat-ab/
Gerade kam wieder so ein Beweis in den Nachrichten: Die Böckler-Stiftung hat ermittelt, dass die Kinderarmut von 2014 bis 2015 erneut um 0,7% auf 19,7% gestiegen ist. So ging es nun Jahr für Jahr!