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Zum Sonntag


Es werden zwar immer weniger Christen, die sonntags in die Kirche gehen, obwohl Katholiken dies eigentlich nach einem kirchlichen Gebot tun müssten. Und viele Kirchgänger rappeln ihr Sündenbekenntnis als leere Floskel herunter:
„Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen…“. Tja, aber wie sieht es denn nun wirklich aus mit dem unterlassenen Guten? Die Pfadfinder haben ja ein einfaches Motto: Sie sollen jeden Tag etwas Gutes tun und das zwingt sie zum Nachdenken am Abend, was sie denn getan haben. Aber der normale Christ denkt bei seiner abendlichen Gewissenserforschung (sofern er so etwas überhaupt noch kennt) wohl kaum darüber nach, was er an Gutem unterlassen hat, sondern fragt höchstens, ob er etwas Böses getan hat. Deshalb liest man in meinen Aphorismen:

Zu den größten Sünden gehört es, es unterlassen zu haben, einem anderen ein Freude bereitet zu haben, wenn man es ganz einfach hätte tun können.

Vielleicht ist es ja nur ein Lächeln, das man einem anderen entgegen bringt und das ihm Freude macht.

Zitat zum Sonntag

Das muss man gelesen haben.

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr in dem Buch „Mit spitzer Feder“. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen. Es wäre nett, wenn Sie daraus einmal etwas zitieren würden.

Frömmigkeit ist im Extremfall verkappter Egoismus nach dem Motto:
Lieber Gott, mach mich fromm,
Dass ich in den Himmel komm.

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in er Sonderseite für Frauen–Nichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/

Zum Sonntag: Haben Sie auch manchmal so Fragen …?

Verboten neu

Eigentlich sollte der Mensch mehr nachdenken, vor allem über die Grundfragen seiner Existenz:. Vielleicht geht es Ihnen ja auch so, dass sie sich fragen, ob es einen Gott gibt oder nicht und wenn ja, wie sieht dieser Gott aus?
Kann es sein, dass ein Gott erst die ganze Menschheit ohne Rücksicht auf Unschuldige mit der Sintflut hinweg spült und dass er dann seinen Sohn opfert, um mit dessen Blut die Sünden der Menschheit zu tilgen? So wankelmütig kann doch kein Gott sein oder doch?
Wieso soll auch ein Mord ein Zeichen von Gottes Liebe sein? Hätte er er diese Liebe nicht anders besser zeigen können?
Warum hat sich Jesus versteckt, anstatt den göttlichen Auftrag der Selbstaufopferung zu erfüllen? Warum brauchte Gott erst einen Sünder wie Judas, um seinen Plan durchzusetzen?
Warum lässt Gott so viel Leid geschehen?
Warum erhört er das Gebet des einen, aber nicht das eines anderen?
Warum ist Jesus erst nach Jahrtausenden erschienen? Wäre sein Einsatz nicht schon viel früher notwendig gewesen etwa vor der Sintflut?
Warum hat er nur Lazarus auferweckt und nicht auch andere?
Warum hat er seine Wunder nicht in Jerusalem vor vielen Menschen bewirkt, um so mehr Erfolg zu haben?
Warum hat Gott es zugelassen, dass seine Kirche eine Blutspur in der Weltgeschichte hinterlassen hat und nun durch unglaubliche Missbräuche beschmutzt wurde?

Ja, es gibt so viele Fragen, auf die die Theologen keine rechte Antwort wissen. Schauen Sie mal in das Buch oben.

Zitate von Jesus, die zurecht gebogen werden

„Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.“
„Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert“
„Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?“
«Das sollt ihr wissen: Jeder, der sein Haus, seine Geschwister, seine Eltern, seine Kinder oder seinen Besitz aufgibt, um mir zu folgen und das Evangelium weiter zu sagen, der wird alles hundertfach zurückerhalten.»
All das sind schwer verdauliche Forderungen, die nur darauf warten, von den Theologen zurecht gebogen zu werden. Am schlimmsten aber ist dieser Ausspruch von Jesus: „
°An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!“
“Diesen Maßstab dürfen wir keinesfalls an die Kirche anlegen, denn ihre Früchte sind auch diese:
Kreuzzüge,
Hexenverbrennungen,
Bartholomäusnacht,
Sklaverei,
30-jähriger Krieg, der halb Europa das Leben kostete,
Kolonialismus,
Geldgier, (Hl. Hieronymus: „Wir brennen wahrlich vor Geldgier.“)
Missbrauchsfälle…
Und auch im letzten Krieg haben die Kirchen die Kanonen geweiht.
Wenn man also die Früchte der Kirchen abwägt und fragt, wie viele gut und wie viele schlecht sind, wird bei jedem die Waage anders ausschlagen:
Der eine wird sagen: „Was wäre das Abendland ohne die Kirche?“
Ein anderer wird finden: „Wie friedlich wäre eine Welt ohne die Religionen.“

Neulich im Café – eine Gardinenpredigt zum Sonntag

Ich bin gerne in Bad Reichenhall und habe dort auch zeitweise gewohnt. Dort gibt es ausgezeichnete Cafés. Und da erlebte ich eine nette Szene: Eine alte Frau las bei einer Tasse Kaffee verschiedene Zeitschriften. Unsere Bedienung erzählte uns, dass ihre Kollegin ihr fast täglich diese Tasse Kaffee spendieren würde, damit die alte Frau eine Freude habe und aus ihrer Einsamkeit heraus ein wenig unter die Leute käme; die Frau habe einmal bessere Zeiten erlebt und sei immer nett und großzügig mit dem Trinkgeld gewesen. Nun revanchiere sich die Bedienung.
Ich meinte dann, dass die Kollegin ja wohl kaum den Kaffee bezahlen würde.
Aber meine Bedienung erklärte mir: „Selbstverständlich muss sie den bezahlen. Anders geht das bei uns nicht.“
Als ich dann wieder einmal in dem Café war, setzte ich mich in den Service-Bereich der netten Bedienung und sprach sie auf ihr gutes Werk an. Sie sagte:
„Ach, das ist doch nichts Besonderes. Die Leute hier sind großzügig mit dem Trinkgeld und wenn ich ein bisschen davon abgebe, tut mir das nicht weh. Außerdem lohnt sich die Ausgabe für mich: Ich kann mit wenig Geld einem Menschen eine große Freude machen und das macht auch mir eine genau so große Freude.“
Natürlich ließ ich einen Schein für die nächsten Tassen Kaffee da. Und dann dachte ich an die Sonntagsmesse: Da sitzen die Leute in der Kirche und rappeln ihr Sündenbekenntnis herunter; „… bekenne ich euch, Brüder und Schwestern, das ich Gutes unterlassen und Böses getan habe…“ Und dann fragte ich mich, wie viele von den Gläubigen wohl wirklich darüber nachgedacht haben, was sie denn an Gutem unterlassen haben. Interessant an dem Sündenbekenntnis ist ja, dass die Unterlassung des Guten vor dem Bösen genannt wird, also wichtiger ist. Aber wer kümmert sich schon wirklich darum?
Fragen Sie mal einen Priester, ob jemand gebeichtet hat, dass er Gutes unterlassen hat. Die Antwort wird wohl lauten: „Da kann ich mich momentan nicht daran erinnern.“

Gedanken zum Sonntag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

Wie wenig die meisten Menschen nachdenken, ergibt sich daraus, dass fast alle den Glauben behalten, den sie von ihren Eltern übernommen haben.

H. Pöll, Aphoristiker und Buchautor

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke.

Gedanken zum Sonntag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

Wenn du heute Abend auf den Tag zurück blickst: Wirst du sagen können, du hast etwas Gutes aus ihm gemacht oder gar Gutes getan?

H. Pöll, Autor

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke.

Gedanken zum Sonntag: Meditation

 

person-690231_1280Mit was haben Sie sich in dieser Woche so Tag für Tag befasst? Die meiste Zeit haben Sie sicher gearbeitet. Natürlich haben Sie auch mehrfach gegessen und getrunken, vielleicht mehr in Eile als mit Genuss. Wenn Sie ein Durchschnittsmensch und verheiratet sind, haben Sie sich nach der Statistik täglich 7 Minuten mit Ihrem Ehepartner unterhalten. War’’s das? Und haben Sie sich auch dem gewidmet, was das Leben lebenswert macht, z.B.: Lebensfreude, Glück, Geborgenheit, Liebe, Vertrauen, Selbstvertrauen mit einem Schuss maßvoller Demut, Optimismus, Freude, Hoffnung, Akzeptanz, Dank, Lust, Zuneigung Zufriedenheit, um nur einiges zu nennen?
Haben Sie auch mal über sich selbst nachdacht, oder sind Sie ein Fertigprodukt? Falls Sie doch einmal Ihre Aufmerksamkeit Ihrer eigenen Persönlichkeit zuwenden: Genügt Ihnen Geld und Karriere oder sind Sie auf Suche nach einem anderen Sinn? Vielleicht wollen Sie sich ja eigentlich überhaupt ganz anders entwickeln. Da steht Ihnen ein hartes Stück Arbeit bevor, nämlich die Arbeit an sich selbst, denn schließlich ist man ja kein Heiliger, bzw. nicht perfekt. So könnte man mal überlegen, ob man Stärken und Tugenden einüben sollte, deren regelmäßige Ausübung positive Emotionen hervorbringen, wie: Anstand, Aufrichtigkeit, Ausgeglichenheit, Beharrlichkeit, Bescheidenheit, Besonnenheit, Contenance, Dankbarkeit, Echtheit, Empathie, Fairness, Integrität, Friedfertigkeit, Geduld, Gelassenheit, Großmut, Humor, Menschlichkeit, Mut, Nächstenliebe, Zivilcourage, Solidarität, Verzeihen, Selbstannahme, Selbsterkenntnis, Selbstliebe, Treue, Unbestechlichkeit, Wahrhaftigkeit, Weisheit, Wertschätzung u.a..
Wäre das nicht ein wenig Stoff zum Nachdenken?

Gedanken zum Sonntag: Papst – ein Sch…job?

Hunderttausende konservative Katholiken haben in einer Petition an den Papst Franziskus gefordert, homosexuelle Partnerschaften zu verurteilen und keine kirchliche Trauung von Geschiedenen zuzulassen. Bisher haben schon rund eine halbe Million Menschen die „Ergebene Bitte an Seine Heiligkeit Papst Franziskus über die Zukunft der Familie“ unterzeichnet, darunter mehr als hundert hohe Geistliche.
Was die Scheidungen anbetrifft, hat die Katholische Kirche offensichtlich eine Lösung gefunden, wie ich zu meinem Erstaunen lernen musste. Ich hatte zufällig einmal um mich herum lauter geschiedene Katholiken, die über die angebliche Unauflöslichkeit der katholischen Ehe nur lachen konnten. Die Praxis sieht nämlich ganz anders aus:
http://die-andere-seite.blog.de/2014/11/29/endlich-klammheimlich-scheidung-katholisch-19774364/
Insoweit könnte der Papst also an der bisherigen Regelung festhalten und sagen, das Kirchenrecht biete angemessene Möglichkeiten.
Schwieriger wird es beim Thema Homosexualität. Die großen Religionen sind ja in der Wüste entstanden, wo der Kampf ums Überleben hart war. Da brauchte man natürlich jeden Mann, also immer auch genügend Nachwuchs, und man musste deshalb verhindern, dass sich Menschen homosexuell befriedigten. Später übernahm das Militär die ablehnende Haltung gegenüber der Homosexualität, weil man eine Verweichlichung der Truppe befürchtete. Doch diese Auffassungen sind heute überholt und haben einer liberalen Einstellung Platz gemacht. Die Kirche kann allerdings diese Öffnung gegenüber der sexuellen Andersartigkeit nicht mit machen. Dazu gibt es zu viele Erzkonservative in ihren Reihen. Selbst wenn also der Papst zu der Auffassung kommen sollte, Gott habe einige Menschen homosexuell gemacht und das sollte man akzeptieren, wird er dies nicht durchsetzen können. Die Gefahr einer Spaltung der Kirche wäre zu groß. Abschreckendes Beispiel ist ja immer noch, dass sich die Anglikanische Kirche wegen eines Streits über die Scheidung abgespalten hat.
Das Beste, was der Papst tun kann, ist also zu schweigen. Und das ist doch traurig, wenn man eine Führungsposition inne hat und dazu verdammt ist, den Mund zu halten.