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Die unzuverlässigen Staaten

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Eigentlich möchte man meinen, dass auf den Staat Verlass ist, also dass er zu seinem Wort steht und seine Verpflichtungen erfüllt. Aber bei der Münchner Sicherheitskonferenz trat es wieder einmal zutage: Auf nichts ist Verlass. Man traut dem nicht, was der US-Vize von sich gegeben hat. Die USA sind ja unter Trump ein unzuverlässiger Staat geworden: Mal wettert Trump gegen die NATO, dann will er doch zu ihr stehen. Schäbig ist auch, dass er die ausgestellten Visa und Green Cards, die ja Einreiseerlaubnisse bedeuten, bei Moslems nicht anerkennen wollte. Ein klarer Wortbruch!
Auch Deutschland steht nicht zu seinem Wort, wie bei der Sicherheitskonferenz offenbar wurde. Wir erfüllen unsere Verpflichtungen gegenüber der NATO nicht. Wir müssten 2 % des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben, zahlen aber nur 1,2 %.
Besonders bei den Verpflichtungen gegenüber der UNO zeigt sich, wie wenig viele Staaten zu ihrem Wort stehen:
Im Oktober 2010 standen noch 3,241 Mrd. US-Dollar an Verpflichtungen zur Unterhaltung der Friedensmissionen und der Straftribunale aus. Nur dreizehn der 192 Mitglieder hatten dabei ihre veranschlagten Beiträge beglichen.
Neulich las ich in der Zeitung, dass etliche Handwerksunternehmen nicht mehr für den Staat arbeiten wollen, weil der so ein schlechter Zahler sei.
Sind das nicht traurige Zeiten, wenn nicht einmal mehr auf den Staat Verlass ist?
Man redet heute von „postfaktischen Zeiten“. Man müsste ergänzen, dass die Zeiten auch „postpaktisch“ geworden sind.