Schlagwort-Archive: Serie

Lebensfremde Krimis

Nein, anscheinend bin ich von vorgestern. Wenn ich so manche Filme im Fernsehen anschaue, frage ich mich: Ist das heute wirklich so? Die Polizeibehörden sind zu einer Art von Kaffee-Haus verkommen. Ständig wird dort Kaffee getrunken, nicht nur von den Beamten, auch die Beschuldigten werden natürlich bedient.
Am lächerlichsten finde ich ja in dieser Beziehung die Garmisch-Cops. Obwohl es dort im wirklichen Leben nicht einmal einen schlichten Staatsanwalt gibt, tritt doch tatsächlich in den Garmisch-Cops ein Oberstaatsanwalt auf, und dieser hohe Herr bestellt sich immer wieder seinen Kaffee bei seiner Vorzimmerdame. Mich wundert ja, dass Femen und die Himmelreich nicht längst gegen solche Szenen protestiert haben. Und warum haut die Vorzimmerdame nicht mal auf den Tisch und sagt: „Koch dir deinen Kaffee halt selber! Oder bist Du zu blöd, bei einer Kaffeemaschine auf den Knopf zu drücken?“
(Ich saß ja auch einmal in einem Büro, aber eine Kaffee-Maschine habe ich dort nicht gebraucht und ich wäre auch niemals auf die Idee gekommen, mir einen Kaffee im Vorzimmer zu bestellen, denn dort hatte man auch keinen. Unsere Anregung fanden wir in der Arbeit und für Kaffee hatten wir keine Zeit.)
Dann habe ich mir die Frage gestellt, warum das Kaffeetrinken in den Polizeirevieren der Fernsehserien so überhand nimmt. Ist das vielleicht so, weil die Schauspieler so schlecht sind, dass man ihnen ständig was zu tun geben muss? Wahrscheinlich schon, denn auch sonst sind die Fernsehkrimis ziemlich unnatürlich: Die Handwerker arbeiten einfach weiter, wenn der Kommissar erscheint und sie vernimmt, oder der Hausherr schenkt sich während der Befragung durch die Polizei einen Whisky ein. Ob ein Ermittlungsbeamter jemals in seinem Leben seine solche Szene erlebt hat?