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Helikopter-Eltern – Wie erziehe ich mein Kind?

„In Deutschland herrscht zur Zeit eine geradezu hysterische Aufgeregtheit – etwa so, als ob man in einen Hühnerstall hinein geschossen hätte.“
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/05/oma-die-umweltsau-was-sind-wir-doch-fuer-ein-humorloses-hysterisches-volk-geworden/

So ist es auch beim Thema „Erziehung“. Man überbietet sich geradezu bei dem zur Zeit aktuellen Thema „Helikopter-Eltern“. Da ist nun sogar von „Rasenmäher-“ oder auch „Curling-Eltern“ die Rede. Der letzte Schrei sind nun sogar die „Schneepflug-Eltern“.
Im Zentrum der Kritik stehen auf einmal Eltern, die ihre Kinder – womöglich mit dem SUV – in die Schule fahren. Pauschale Urteile sind hier völlig unangebracht, denn es kommt doch sehr auf die Gefährlichkeit des Schulwegs und auf das Alter und das Wesen des Kindes an. Ich halte es jedenfalls für lächerlich, wenn behauptet wird, ein Kind würde dadurch unselbständig, dass es von der Mutter auf deren Weg zur Arbeit bis zur Schule
im Auto mitgenommen wird. Diejenigen, die allzu sehr beim Schulweg mehr Selbständigkeit fordern, sollten sich einmal vor die orthopädische Kinderklinik in Aschau stellen und ansehen, welches Elend hier durch verunglückte Kinder zusammen kommt. Auch gut erzogene Kinder sind halt Kinder und dadurch gefährdet. Die Gewissensfrage, vor der Eltern stehen, ist halt: Wie viel Gefährdung nehme ich dafür in Kauf, dass das Kind dadurch vielleicht ein bisschen selbständiger wird als sonst sowieso.
Die Psychologen wenden sich auch dagegen, dass Eltern die Schularbeiten der Kinder beaufsichtigen und korrigieren. Ich halte das für verfehlt. Die Behauptung, die Lehrer würden dadurch den Überblick darüber verlieren, was das Kind selbst leisten könne, ist völlig falsch, denn der Lehrer sieht das ja im Unterricht und bei den Klassenarbeiten.
1,2 Millionen Kinder bekommen bei uns Nachhilfestunden. Ist es da nicht besser, wenn die Eltern das übernehmen, soweit sie das können?
Man beklagt immer, dass das schulische Fortkommen der Kinder bei uns zu sehr vom Bildungsstand der Eltern abhängt. Die Ursache dafür ist ja gerade, dass Eltern mit höherem Bildungsstand zum einen wollen, dass ihre Kinder diesen auch erreichen, und zum anderen alles tun, damit es so wird. Wenn diese Eltern also ihre Kinder bei den Schularbeiten unterstützen, so muss man das nicht negativ sehen als Verlust der Selbständigkeit bei den Kindern, sondern positiv:
Wir sind eine Familie und stehen einander bei! Und Teamwork ist doch auch etwas Positives.
Wenn ich so die Kinder in unserer großen Familie anschaue, dann sehe ich eine frappierende Unterschiedlichkeit: Die einen lernen ganz von selbst lesen und gehen problemlos selbständig durch die Schule.
Witzig war auch ein kleines Kindergartenkind, das immer bei der älteren Schwester schaute, was die in der Schule gelernt hatte. „Was haben wir denn heute auf?“ pflegte das Kind zu fragen und löste die Schulaufgaben der älteren Schwester.
Auf der anderen Seite haben wir auch Kinder mit Schulproblemen gehabt. Ein Mädchen war Legasthenikerin und wäre damals auf der Sonderschule gelandet, wenn es nicht von ihrer Mutter bis zum Abitur geführt worden wäre. Das Mädchen hat sich als Frau im Beruf selbständig gemacht und ist eine echte Powerfrau geworden. Es ist also lächerlich, wenn Psychologen behaupten, solche Kinder würden unselbständig. Das zeigte sich auch bei einem anderen Kind in der Familie, das mit Nachhilfe seiner Eltern durchs Abitur kam dann erfolgreich ins Leben gestartet ist.
Ich las einmal den Buchtitel: „Kinder brauchen kluge Eltern!“ Also liebe Eltern, seien Sie klug und lassen sich nicht von Pauschalurteilen irre leiten. Sie wissen am besten, was gut für Ihr Kind ist: Nicht jedes Kind muss Abitur machen oder gar studieren: Es ist allemal besser, wenn ein Mädchen eine fröhliche Bedienung wird als eine grantige Professorin. Und wenn in einer Akademikerfamilie ein Sohn Handwerker wird, so ist das nicht gleich der soziale Abstieg, sondern der Weg, der den Anlagen des Kindes entspricht und das Kind glücklich werden lässt. Das ist doch die Hauptsache!

Wie der Mensch verkümmert

Er braucht für alles einen Service: Während unsereiner in früheren Zeiten selbst auf die „Pirsch“ ging, wenden sich immer mehr Menschen an ein Partnerschaftsvermittlungs-Institut, um dort eine Frau bzw. Mann fürs Leben zu finden. Und wenn es dann tatsächlich zur Hochzeit kommen sollte, braucht man natürlich einen Eventmanager. Bei der ersten Ehekrise wendet man sich an einen Eheberater. So geht es dann weiter: Für Kinder ist dann die Kita zuständig. Wenn man mit dem Auto reist, lässt man sich vom Navi leiten anstatt sich selbst die schönste Route zu suchen und nach Sehenswürdigkeiten zu schauen. Urlaub bucht man pauschal und braucht sich um nichts zu kümmern. Und so verkümmert der Mensch, der sich um nicht zu kümmern braucht.

Erst Schottland, dann Bayern?

Schottland entscheidet sich heute: will es bei Großbritannien bleiben oder einen selbständigen Staat bilden? Wir haben Respekt vor so viel Demokratie, in der das Volk selbst entscheiden kann, wie es leben will. Das würde wahrscheinlich die CSU gerne kopieren. Schließlich hat Bayern immer schon eine Sonderrolle in der Bundesrepublik gespielt, indem es am Anfang dem Grundgesetz nicht zugestimmt hat. Außerdem hat es neben der Bayernpartei immer schon eine bayerische Variante der CDU gegeben.
Und wenn sich nun Bayern von der Bundesrepublik abspalten würde, bräuchte es nicht mehr für die anderen Bundesländer zu bezahlen. Das wäre doch verlockend! Seehofer hat ja schon einmal Bayern als Vorstufe zum Paradies bezeichnet, aber wenn man in Bayern sein Geld für sich behalten könnte, dann wäre das Paradies doch tatsächlich erreicht. Nur wird das nicht gehen, denn so weit wie in Großbritannien geht die Demokratie bei uns nicht. Da müssten schon die bayerischen Gebirgsschützen mobil machen und dem Beispiel der Separatisten in der Ukraine folgen.
Aber im Ernst: Ein Staat ist eine Schicksalsgemeinschaft, aus der sich nicht derjenige verabschieden darf, dem es besser geht. Gerade Deutschland beweist, wie unfair dies wäre. Während wir alle früher von der Kohle- und Stahlindustrie im Westen gelebt haben oder von den Werften im Norden, hat sich Bayern mit Unterstützung der anderen Länder vom Agrarland auch zu einem Hightech-Land entwickelt. Da kann es sich nun, da es ihm besser geht, nicht einfach selbständig machen.