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Endlich, Herr Steinmeier!

Ich habe dem Bundespräsidenten in meinem Beitrag vom 16.9.2017 vorgeworfen, dass er eine „lame Duck“ ist, weil er nicht gegen die Auswüchse des Wahlkampfs eingeschritten ist:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/09/16/steinmeier-eine-lame-duck/
Kann ich mir einbilden, dass er auf mich gehört hat? Nun hat er sich doch noch (viel zu spät) aufgerafft, mahnende Worte von sich zu geben. Hoffentlich nützt das was.
Den Krakeelern, die Wahlredner niederbrüllen, sei noch gesagt: Es gibt ein altes Sprichwort, das sie sich zu Herzen nehmen sollten: „Wer schreit, hat Unrecht.“
M.E. hätte sich der Bundespräsident auch an die Wahlkämpfer wenden sollen, deren Veranstaltungen meist nicht gerade als Musterbeispiel der Demokratie gelten können: Da reden sie über ein Mikrofon mit Lautsprechern und können damit jeden Zwischenruf oder jede Missfallensäußerung niederbrüllen. So kommt es natürlich dazu, dass sich ein lautstarker Protest organisiert.
Und noch etwas spielt dabei eine Rolle: Die Demokratie lebt von der Diskussion. Eine solche findet bei sehr vielen Wahlveranstaltungen nicht statt. Entweder redet ein hochrangiger Politiker eine Zeit lang und „muss“ dann schnell weiter zur nächsten Veranstaltung. Oder es findet eine „Diskussion“ statt, die den Namen nicht verdient, weil der örtliche Parteivorstand im wesentlichen seine eigenen Parteigenossen zu Diskussionsbeiträgen auffordert.
So kommt es dann mal ausnahmsweise zu einer „Sternstunde der Demokratie“, wenn eine Putzfrau den Sozis die Leviten liest, eine Szene, die immer wieder im Fernsehen gezeigt wurde.