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Corona-Urlaub: Bayern überfüllt?

Selten sah ich im Fernsehen Bilder, die einen so falschen Eindruck vermittelten wie die von den angeblich übervollen bayerischen Bergen. Ich weiß ja nicht, woher die Kameraleute die Bilder nahmen, die zeigen sollten, dass die bayerischen Berge und Seen überquellen vor lauter Urlaubern, die wegen der Corona-Krise im Lande bleiben.
Das Gegenteil ist richtig. Das obige Bild zeigt den Chiemsee, wo sich die Badenden zur Zeit locker verteilen – ein Urlaub für Genießer. Wer noch mehr Einsamkeit liebt, findet auch solche Seen:

Und was die Bergwanderungen angeht: Ich habe bei meinen letzten Wanderungen gerade mal ein halbes Dutzend Menschen getroffen.
Wer allerdings dorthin will, wo viel los ist, muss auf einen der Münchner Hausberge gehen: Herzogstand und Heimgarten. Dort oben ist es herrlich und man versteht, warum sehr viele Münchner gerne hinauf gehen.

Werden unsere Seen vergiftet?

Jedes Jahr freuen wir uns, wenn wir hören, dass die Qualität des Wassers unserer Badeseen hervorragend ist und das man bedenkenlos darin schwimmen kann. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere, nämlich die ökologische, sieht verheerend aus: Über die Hälfte aller Gewässer in Deutschland sind in einem miserablen ökologischen Zustand.
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Algen im Chiemsee

All dieses Zeug, das hier abtransportiert wird, ist am Boden des Chiemsees gewachsen und von 2 Spezialschiffen unter Wasser gemäht worden:Algen
Wie sieht es denn bei genauer Betrachtung unserer Gewässer aus? Ökologisch einwandfrei sind in Rheinland-Pfalz immerhin 30 Prozent der Gewässer, in Bayern nur 17 Prozent, in Niedersachsen: 2 Prozent und in Berlin, Bremen, Hamburg: 0 Prozent.
Nun könnte man als Badegast bisher jedenfalls sagen: Was interessiert mich die Ökologie, wenn das Wasser hygienisch einwandfrei ist. Das ist allerdings ein Trugschluss: Im Tegeler See sollte man beispielsweise nicht baden, weil er giftige Blaualgen aufweist, an denen etliche Hunde gestorben sein sollen.
https://web.de/magazine/wissen/duenger-gifte-muell-sorge-deutsche-seen-fluesse-32377182
Auch in anderen Seen gibt es diese Algen. Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn diese sich im Zuge des Klimawandels rapide vermehren! Dann bleibt zum Baden nur die Badewanne. Lesen Sie bitte auch: https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/

Badeseen und Strände: Die blaue Flagge täuscht

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Zu Beginn der Badesaison wird immer der Zustand der Badeseen und Meere veröffentlicht. Und da lesen wir, dass wir in Deutschland angeblich überall sauberstes Badewasser haben. Natürlich wird das in den Medien bejubelt, jedoch besteht dazu überhaupt kein Grund, denn die Gewässer werden normalerweise auf zwei Bakteriensorten geprüft: Darmenterokokken und E.coli, die beide auf Verunreinigungen durch Fäkalien hindeuten.
http://www.eea.europa.eu/themes/water/interactive/bathing/state-of-bathing-waters
Aber wie steht es wirklich um unsere Badeseen? Im Chiemsee beispielsweise befinden sich ganze Mengen winziger Plastikteile. Außerdem ist der See durch die Düngung der umliegenden Felder mit Nitrat so stark belastet, dass das Algenwachstum zum Problem geworden ist:
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
Was sonst noch alles im Wasser ist, kann man nur ahnen. Zufällig erfährt man mal etwas: Nach den Daten der bayerischen Staatsregierung ist Glyphosat in 60 Prozent der bayerischen Bäche nachgewiesen, muss also auch in die Badeseen gelangt sein.
Aber keine Angst: Wahrscheinlich ist der Chiemsee trotzdem noch besser als die meisten anderen Badegewässer.

Sauberes Wasser durch die EU

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Algenbewuchs im Chiemsee durch Überdüngung

Es ist schon merkwürdig, dass wir es in Deutschland nicht fertig bringen, unser Wasser sauber zu halten, das gilt sowohl für das Grundwasser wie auch für die Seen. Da ist es gut, dass die EU jedenfalls wegen der Trinkwasserbelastung eingegriffen hat. Sie hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil an 50 % der Messstellen die Nitratbelastungen des Grundwassers über dem Grenzwert lagen – Tendenz steigend. Ursache ist die intensiv betriebene Landwirtschaft.

Die Bauern nehmen sich das Recht heraus, das Grundwasser zu verschmutzen. Und wenn sie darauf verzichten sollen, verlangen sie Entschädigungen.

Die EU will jetzt ein Verbot der Düngung von Hangflächen mit einer Steilheit von über 15 % erlassen. Die Bergbauern protestieren natürlich energisch. Es sei dahin gestellt, ob man mit dieser Regelung nicht übers Ziel hinausgeschossen ist. Gut daran ist jedenfalls, dass hierbei von einer Entschädigung nicht die Rede ist.

In Bayern bringt man es offenbar nicht fertig, die Seen vor einer Eutrophierung (Überdüngung) zu bewahren. Die Bauern lassen sich hier das „Recht“ zur Düngung nicht beschneiden. So hat man für den Waginger See und den Chiemsee zwar sehr teure Ringkanalisationen angelegt, aber die sorgen nur für ein keimfreies Wasser, jedoch bewirken sie nichts gegen den Düngemitteleintrag von den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Am Chiemsee sieht das so aus: Als die Ringkanalisation angelegt wurde, versprachen die Politiker ein klares Wasser, in dem man überall die sauberen Kieselsteine am Grund sehen könne. Aber wie sieht es denn nun wirklich aus? Obwohl die Ringkanalisation jetzt schon ein Vierteljahrhundert besteht, gibt es keine sauberen Kieselsteine und kein klares Wasser. Die Kieselsteine sind mit Algen überwuchert und in der Feldwieser Bucht muss alljährlich ein Spezialschiff den durch Eutrophierung üppigen Bewuchs des Seebodens abmähen, sonst würde die Bucht zuwachsen.
Mehr dazu hier: https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/