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Die Vögel in meinem Garten

Wie anders war es früher in meinem Garten: Als die Kirschbäume noch nicht der Schrotschusskrankheit zum Opfer gefallen waren, gab es bei uns Stare in solchen Scharen, dass sich meine Nachbarin ein Luftgewehr kaufte, um ihre Kirschen gegen die Vögel zu verteidigen. Sie hat allerdings nie einen Vogel getötet, sondern nur Schreckschüsse abgegeben.
Nun habe ich seit mindestens 10 Jahren keinen einzigen Star mehr gesehen. Ähnlich ist es mit anderen Vogelarten. Jetzt sind nur noch die Amseln da und gelegentlich Elstern sowie ein Specht.
Was mich allerdings überrascht hat, sind Scharen von Schwalben, die plötzlich über uns herein gebrochen sind. Eigentlich sollten die ja gar nicht mehr hier sein, denn es heißt ja:
An Mariä Geburt
Fliegen die Schwalben furt.
Aber in dem verlängerten Sommer halten es die Vögel bei uns noch eine Zeit lang aus.
Sie fliegen vor der Südseite unseres Hauses ganz wild hin und her, dass ich mich wundere, dass sie nicht einmal zusammen stoßen. Und wenn ich im Garten bin, habe ich direkt Angst, dass mir eine einmal an den Kopf fliegt, aber haarscharf vor meinem Gesicht kriegen sie dann doch die Kurve. Erst konnte ich mir nicht erklären, was die Schwalben hierher gelockt hat, denn Insekten habe ich schon lange nicht mehr bei uns gesehen. Aber dann merkte ich, dass ich nur nicht genau genug hin geschaut habe. Tatsächlich gibt es ganz winzige Mücken, die sich auf der Südseite meines Hauses aufhalten und die man kaum sehen kann, wenn man nicht die Augen einer Schwalbe hat.
Ich habe einmal gelesen, dass eine Schwalbe jeden Tag Insekten in einer Menge ihres Körpergewichts fressen muss. Kein Wunder, dass sie so wild geworden sind bei den winzigen Insekten.

Todeszonen überall

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Gerade findet wieder eine Vogelzählung statt. Und die macht uns bewusst, wie die Natur um uns stirbt. Noch vor 10 Jahren hatten wir so viele Stare in den Gärten, dass sich meine Nachbarin ein Gewehr kaufte, mit dem sich angeblich aber nur in die Luft schoss. Schon lange habe ich aber keinen einzigen Star mehr gesehen. Eine andere Nachbarin hat ein Vogelhäuschen im Garten, in dem immer ein reges Treiben herrschte. In meinem Apfelbaum hockte immer eine große Zahl Vögel und wartete geduldig, bis wieder ein Platz an der Futterstelle frei war. Und heute? Da schaut mal gelegentlich ein einziger Vogel vorbei. Kein Wunder, dass es so wenig Vögel gibt, denn durch die intensive Landwirtschaft sind die Regenwürmer von den schweren Traktoren platt gemacht worden oder in der übertriebenen Jauchedüngung ersoffen.
http://www.salzburg.com/nachrichten/wissen/sn/artikel/regenwuermer-sind-ein-vernachlaessigter-bodenschatz-228692/
Schwalben und Fledermäuse, die früher zahlreich vorbei flogen, sind hier auch ausgestorben, denn die moderne Landwirtschaft hat ihre Nahrung, nämlich die Insekten, vernichtet. Früher brauchten wir vor dem Fenster immer ein Fliegengitter. Heute nicht mehr.
Und so könnte ich noch viel aufzählen. Aber es nützt ja doch nichts, denn der Mensch sieht nicht ein, dass auch er einmal dran kommt.