Schlagwort-Archive: Schuld

Was sind wir doch für ein trauriges Volk geworden

Die FDP fordert einen Gedenktag für die Opfer des NSU.
Ja, wir Deutschen verstehen es, zu trauern: Der Totensonntag und der Volkstrauertag stehen uns bevor und reichen uns nicht: Aus Allerheiligen haben wir einen Tag gemacht, an dem man sich an den Gräbern versammelt.
Manche meinen sogar, wir zelebrieren unser Schuldbewusstsein. Berlin ist voll davon und in vielen Städten breiten sich Stolpersteine aus. Das ist einer der Keime des Rechtsextremismus, denn deren Vertreter fragen: Wo bleiben die Mahnmale für die Verbrechen der anderen?
Kein anderes Volk verfügt über so viele beflissene Gutmenschen, die uns ständig im Büßergewand halten wollen. Für sie gäbe es noch ein weites Betätigungsfeld: Wo bleiben die Gedenksteine für die Hexenverbrennungen? Wo bleiben die Bodenplatten in den Kirchen an Stellen, wo Missbräuche stattgefunden haben?
Das Gebirge füllt sich mit Marterln. An der Kampenwand im „Kaisersaal“ hat man eher das Gefühl. in einer Gedenkstätte zu sein als in den bayerischen Bergen: So viele Tafeln für abgestürzte Bergsteiger sind dort angebracht.
Und wenn ich dort hinauf gehe, steige ich über eine Steinplatte, die daran erinnert, dass dort vor ca. 100 Jahren ein Kollege abgestürzt ist und dann frage ich mich, ob der vielleicht während seiner Dienstzeit dort herum gestiegen ist.
Der Alpenverein und der Naturschutz sollten sich einmal mit den Marterln befassen und fordern, dass nur Gedenktafeln aus Holz in den Bergen angebracht werden dürfen, und wenn die verfault sind, lebt sowieso keiner mehr, der dort an den Tod eines Verunglückten erinnert werden soll.

Bush, Trump, Gott und die Kirche


Der Präsident George W. Bush behauptete, Gott persönlich habe ihm die Aufträge erteilt, die Terroristen in Afghanistan und im Irak zu bekämpfen.
Nun hat sich Trump nach einer Drohung mit dem Einsatz der Nationalgarde mit der Bibel in der Hand fotografieren lassen. Er erntete dafür Kritik seitens der Kirchen.
Man sieht: die Kirchen haben dazu gelernt.
Im Dritten Reich standen sie – von Ausnahmen abgesehen – hinter dem Regime. Man weihte die Kanonen und stimmte eine Tedeum an, als das Attentat auf Hitler missglückte. Für die Kirche war das Staatsoberhaupt die von Gott gewollte Führung des Volkes. Und die Kirche ist ja auch immer ganz gut damit gefahren, wenn sie sich mit dem Regime gut stellte.

Nun hat endlich ein Umdenken begonnen: Die Kirchen haben eine Mitschuld am 2. Weltkrieg eingeräumt. Und dem amerikanischen Präsidenten lassen sie sein Spektakel mit der Bibel nicht durchgehen.
Was das Denken angeht, schuldet und Papst Benedikt in seiner Biographie immer noch eine Aufklärung über seine Gedanken, die er sich gemacht hat, als er als Flakhelfer eingezogen wurde. Das würde viel zum Verständnis der Situation, in der sich die Deutschen damals befanden, beitragen.
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/16/sonntagsgedanken-papst-benedikt-xvi-schuldet-uns-einen-letzten-dienst/

Jetzt ist die AfD gefordert

Ich sehe mit Entsetzen, wie sich unser Land immer mehr spaltet und die Gegner immer feindseliger aufeinander los gehen. Zur Zeit kann man kaum den Fernseher einschalten, ohne zu erfahren, dass die AfD schuld an den Morden von Hanau ist. Sogar in einer „Mädchensitzung“ im Karneval kann man mit solchen Thesen Beifall einheimsen. Nur: So einfach ist die Sache nicht:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/21/hanau-wer-ist-schuld-cdu-oder-afd/
Die AfD könnte, ja müsste sogar zur Befriedung der Lage beitragen, indem sie klare Kante zeigt.
Manchmal denke ich, ich wäre gerne Ghostwriter für die Reden der verschiedenen Parteien. Dann würde ich der AfD raten, eine gemeinsame Pressekonferenz mit Gauland , Höcke und Meuthen einzuberufen und dabei folgendes klar zu bekennen:
1. Die AfD ist verfassungstreu und bekennt sich insbesondere zu dem Grundsatz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Das gilt für alle Menschen ohne Rücksicht auf ihre Herkunft.
2. Die AfD ist nicht rassistisch oder fremdenfeindlich. Sie lehnt nur den ungebremsten Zuzug von Ausländern ab. Sie verfolgt damit die gleiche Politik wie die östlichen Länder der EU und die USA. Der Vorwurf von Nationalsozialismus ist also falsch.
3. Die AfD hat schon früh vorgeschlagen, für die Flüchtlinge außerhalb Europas einen Aufenthaltsort zu schaffen, wo sie gefahrlos und würdevoll leben können. Diese Politik wäre humaner als die derzeitigen Zustände auf Lesbos. Wir geben jährlich 23 Milliarden für die Flüchtlinge aus. Für einen Bruchteil dieser Summe wären zahlreiche Staaten in Afrika bereit, menschenwürdige Aufenthaltsorte aufzubauen.
4. Wir sind weder antisemitisch noch gegen Moslems. Wir wollen aber, dass das Abendland nicht seiner kulturellen Wurzeln beraubt wird.
5. Die AfD ist nicht antidemokratisch, sondern will ihr Programm dadurch verwirklichen, dass sie dazu vom Volk Zustimmung erhält.

Zu solchen Thesen müsste sich die AfD einmal in einer grundsätzlichen Verlautbarung klar bekennen. Ob sie damit als glaubwürdig betrachtet wird, steht auf einem anderen Blatt.

 

 

CDU/CSU schuld am Attentat von Halle

Zur Zeit erleben wir ein beschämendes Beispiel des Populismus. Die Opfer des Attentats von Halle sind noch nicht beerdigt, da werden sie schon für Parteizwecke instrumentalisiert. Am lautesten ist der Oberpopulist Söder: „Ich glaube die Betroffenheit, die an einigen Stellen geheuchelt wird, nicht. Die AfD ist nicht auf dem Weg, eine bessere und ehrlichere CDU zu werden. Die AfD ist auf dem Weg, die wahre NPD in Deutschland zu sein.“ Auch die anderen Parteien beeilen sich, eine Mitschuld der AfD zu verkünden.  Endlich hat man eine Waffe gegen die AfD gefunden.
Aber wer ein wenig genauer hinsieht, wird genau so eine Mitschuld  der anderen Parteien finden können. Wer ist denn schuld an den Erfolgen der AfD? Es sind die sogenannten „Volksparteien“, die das „Wir“ der Nachkriegszeit kaputt gemacht haben und eine Spaltung des Volkes in Absahner und Ausgenutzte herbei geführt haben:
> Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer.
> Das Wohnen frisst die Einkommen der Arbeitnehmer immer mehr auf und vertreibt Alte und Normalverdiener aus der Stadt.
> Die Kinderarmut steigt.
> Die Tafeln haben einen immer größeren Zulauf.
> Die Sparguthaben werden durch die Minuszinspolitik entwertet, also teilweise gestohlen.
Ach, es ließe sich so vieles aufzählen, was mich hier mehrfach fordern ließ, eine radikal-soziale Partei zu gründen. Aber das geschieht nicht, so dass sich das Protestpotenzial auf die AfD konzentriert.
Und nun stellen Sie sich einmal vor, Sie gehören zu jenen, die nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen sollen. So etwas kann jedem passieren und das geht schneller als man denkt. (Der Gründer eines unserer bedeutenden Unternehmens fand sich plötzlich nach seiner Scheidung bei den Obdachlosen unter einer Brücke wieder.) Würden Sie dann nicht auch radikal werden?
Und wenn sich die Radikalität steigert und Dummheit dazu kommt, wird es gefährlich, wie man in Halle und bei Lüdecke gesehen hat.
Also, Herr Söder & Co: Halten Sie sich vielleicht doch lieber etwas zurück mit Ihren vorschnellen Schuldzuweisungen und warten Sie anstandshalber doch mindestens, bis die Opfer des Attentats beerdigt sind. Eine solche Phase des Nachdenkens würden Ihnen gut tun!
Noch etwas, Herr Söder: Wenn wir der These einer Mitschuld der AfD folgen, kann dann nicht trotzdem die Betroffenheit der Partei echt sei und nicht geheuchelt?

Die totale Verwirrung um die Schuld am Tod Lübckes

Der Inhaftierte Beschuldigte bestreitet die Tat.

Immerhin weiß aber der frühere Generalsekretär der CDU Tauber, wer schuld am Tod Lübckes ist: Es sind seine Parteigenossin Erika Steinbach und die AfD.

Ganz anders sieht es der Politologe Andreas Püttmann:
Er hat den Kongress des Forums von Katholiken in die Nähe des Rechtsextremismus gerückt und geht sogar so weit, ihm eine Mitschuld an der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke anzulasten.
Na so was! Gibt es in der Kirche nach dem Missbrauchsskandal nun eine Tendenz zur Gewalt? Fast könnte man das befürchten, wenn man dies liest:
In Italien hat ein katholischer Priester ernsthaft zur Tötung des bei der Bevölkerung beliebten italienischen Innenministers Matteo Salvini (Foto) aufgerufen. Dies berichtet die Zeitung „Wochenblick“.

 

Schluss mit der deutschen Bravheit!


Wir sind ein Volk von „Gutmenschen“ geworden. Diese unterscheiden sich ganz wesentlich von guten Menschen. Der „Gutmensch“ zeichnet sich durch Servilität aus. Zu deutsch: er ist duckmäuserisch und kriecherisch geworden. In voraus eilendem Gehorsam hat er beispielsweise das Wort „Neger“ verboten, das niemals bei uns diffamierend benutzt wurde, denn es gab ja einmal in Deutschland sogar „Negerküsse“ als süße Spezialität. Aber dann kamen die Gutmenschen, die fanden, „Neger“ klinge wie „Nigger“ und müsse daher aus dem Sprachschatz gestrichen werden, und nun traut sich keiner mehr, das Wort zu verwenden
Dasselbe Schicksal wurde dem „Zigeuner“ zuteil, obwohl das Wort eher mit Romantik als mit Verunglimpfung verbunden ist.
Nicht einmal Witze dürfen wir mehr über Minderheiten machen, denn das will uns Grünen-Boss Habeck verbieten:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/03/10/verleihung-des-alten-jammerlappens-an-harbeck/
Oder nehmen wir die Flüchtlingswelle: Die Regierung ließ Massen von Flüchtlingen ohne Kontrollen ins Land, weil sie – wie wir nun erfahren – sonst „schlechte Bilder“ befürchtete.
Dabei wurde in Kauf genommen, dass die Sicherheit der Deutschen gefährdet wurde. Viele haben das mit dem Leben bezahlen müssen. Die Behörden waren bis jetzt nicht in der Lage, Tausende von Hinweisen auf Kriegsverbrecher zu bearbeiten, wie nun offenbar wurde. Der Fall Amri demonstrierte uns deutlich das Versagen der Behörden angesichts der Masse von Fällen. Aber vor lauter Bravheit schloss man bei uns die Augen vor solchen Konsequenzen des damals völlig ungebremsten Zustroms von Flüchtlingen.
Und schließlich zum Stichwort „Bravheit“ noch ein brandheißes Thema, an dem sich nur ein „Bösmensch“ die Finger verbrennt: Wie sollen wir Deutschen mit der Schuld des Nationalsozialismus umgehen? Der erste große Fehler ist der, das wir immer von „unserer“ Schuld reden, obwohl ein Mädchen durchaus nicht ganz unrecht hat, wenn es sagt: „Was geht mich das an, wenn mein Opa Krieg geführt hat?“
Es ist heutzutage kaum davon die Rede, dass das deutsche Volk selbst auch Opfer des Nationalsozialismus geworden ist, denn so eine Ansicht wäre nicht „brav“: Das deutsche Volk wurde betrogen: Es wählte Hitler, weil es in einer Notlage hoffte, dass er für einen Aufschwung sorgen würde. Dass es dann aber so kam, wie es gekommen ist, hat man nicht gewollt.
Wenn man das deutsche Volk von damals und das völlig andere von heute natürlich als eine Einheit betrachtet und wenn man von einer deutschen Schuld spricht, dann fragt sich, wie man damit umgeht. Wiedergutmachung ist das eine. Nicht vergessen! — das ist das andere. Aber was noch?
Holen wir uns Rat bei Psychologen, wie der einzelne sich zu seiner Schuld stellen soll: „Schuldgefühle nützen niemandem. Deshalb befreie dich von deinen Selbstvorwürfen.“
https://www.psychotipps.com/selbsthilfe/schuldgefuehle.html
Auch wir Deutschen sollten daher nicht dauernd im Büßerhemd herum laufen und Dokumentationszentren für die Verbrechen der Wehrmacht bauen oder unsere Städte durch „Stolpersteine“ in Friedhöfe verwandeln. Kein anderes Volk tut so etwas, nicht einmal der Vatikan. Mit solchem Verhalten haben wir den rechten Rand stark gemacht und die Wurzeln für einen neuen Antisemitismus geschaffen.
Wir sollten in die Zukunft blicken und klar sagen, wie diese aussehen soll und was keinesfalls passieren darf. Aber Schluss mit diesem unterwürfigen kreuzbraven Büßertum!

„Du bist Deutscher? Schäm dich!“

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Der Deutsche hat immer schon ein „Bravheits-Gen“ bzw. „Beflissenheits-Gen“ in sich. Schon Lenin spöttelte über uns: Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“ Und mein Vater pflegte zu sagen: „Der deutsche Kellner ist der beste.“ Damit meinte er nicht, dass man hier im Lokal gut bedient wird, sondern dass der Deutsche obrigkeitstreu ist bis hin zur Unterwürfigkeit.
Gerade wird uns Deutschen auch heute noch vorgeschrieben, Schuldgefühle zu haben, weil Hitler den Weltkrieg begonnen hat und weil die Nazis Juden vergast haben. Das bekommen wir ständig eingeimpft. Erfrischend fand ich, was eine Schülerin einmal sagte: „Was geht mich das an, dass mein Opa Krieg geführt hat?“
Interessant ist ja, wie andere Staaten und Institutionen mit ihrer Schuld umgehen.
Die Katholische Kirche hat – schlau wie sie ist – einen brauchbaren Weg gefunden, mit ihrer Schuld
fertig zu werden: Hexenverbrennungen, Ausrottung der Katharer, Kreuzzüge… all das waren halt Verfehlungen einzelner, aber doch nicht solche der Kirche. Und deshalb werden wir wohl niemals im Vatikan Mahnmale finden wie in Berlin. Oder nehmen wir die USA: Die Ausrottung der „Rothäute“ wird wohl auch niemals bei den Amis Schuldgefühle auslösen. Und die Franzosen sind durch ihren Kriegsverbrecher Napoleon „La grande Nation“ geworden. Auch die Türken sind mit Armenien so ein Beispiel.
Nur wir Deutschen sollen uns immer noch als Verbrecher-Nation fühlen. Dabei sind wir doch
selbst auch Opfer der Nazis gewesen: Hitler wurde gewählt, weil die Menschen Arbeit haben wollten. Und in den Krieg sind sie geschlittert, weil sie obrigkeitstreu, wie sie sind, geglaubt haben, dass Polen uns überfallen hat. Brav wie sie sind, haben die Deutschen den Kirchen geglaubt, dass der Führer die von Gott gewollte Obrigkeit war, der man zu folgen hat.
Wenn man den Deutschen einreden will, sie hätten die Vergasung der Juden gewollt, so ist das eine Lüge, die ständig verbreitet wird. Die Deutschen haben gewusst, dass die Juden interniert wurden wie übrigens auch die Staatsangehörigen anderer Feindstaaten. Aber was dann mit ihnen geschehen ist, haben nur die Beteiligten gewusst.
Die übrigen Deutschen aber haben das weder geahnt noch gewollt.
Wohlgemerkt: Ich spreche mich hier nicht dafür aus, die Vergangenheit zu vergessen. Aber das hießt nicht, dass wir dauernd in unseren Wunden wühlen sollten. Das sollte weder ein einzelner Mensch tun noch ein ganzes Volk. Bei einem sachlicheren Umgang mit unserer Vergangenheit und einer vernünftigen Asylpolitik hätte es wohl die AfD nie gegeben. Was unsere Gutmenschen mit ihrem dauernden An-die Brust-Klopfen erreicht haben, ist also das Gegenteil dessen, was sie gewollt haben.

 

 

 

Ist Putin schuld?

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Die Kommission, die den Abschuss von MH17 untersucht hat, vertritt eine interessante These: Auch Russland sei schuld, weil die Buk-Rakete, die das Flugzeug getroffen habe, von dort stamme. Jetzt halten wir uns mal vor Augen, dass wir einer der größten Waffenlieferanten der Welt sind. Ein großer Teil unserer Waffen richtet gerade in Syrien unsägliches Leid an. Trägt also Deutschland eine Mitschuld?

Was schon einmal gesagt werden sollte

Weizsäcker wird besonders gerühmt wegen einer Rede, in der er es wagte, die Alliierten als Befreier zu bezeichnen. Aus heutiger Sicht können wir gar nicht mehr recht verstehen, inwiefern das ein Wagnis gewesen soll. Heute bräuchten wir wieder einen Mann mit Mut, der endlich einmal dem ewigen Lamento „die Deutschen als Täter“ entgegen tritt. Wir normalen Deutschen sind nicht Täter, sondern ebenfalls Opfer des Nationalsozialismus. Zwar hat die Mehrheit der Deutschen einmal die NSDAP gewählt, aber sie wollte mit dieser Partei aus der wirtschaftlichen Misere heraus kommen, keinesfalls aber Krieg oder Judenvergasung. Das deutsche Volk ist also betrogen worden und demnach auch Opfer. Die Deutschen haben schwer dafür büßen müssen mit 7 Millionen Toten und total zerstörten Städten.
Manche halten den Deutschen vor, in Hitlers „Mein Kampf“ sei doch schon angedeutet worden, wohin die Reise ging. Mag sein, aber wissen Sie vielleicht aus Merkels Biografie, was Sie eventuell erwartet? Es wird uns immer wieder eingehämmert, dass wir Täter sind und dass wir deshalb zahlen müssen. Dabei schreckt man nicht vor Lügen zurück. So wird beispielsweise immer wieder behauptet, die Deutschen hätten über die Judenvergasung Bescheid gewusst. Das ist erlogen, denn nur ganz wenige Eingeweihte haben gewusst, was wirklich geschehen ist. Es soll nur der jüngeren Generation einimpft werden, dass sie für die Sünden der Eltern zu büßen habe.
Erfreulich ist, dass unsere Jugend unvoreingenommen ihren eigenen Weg geht und sagt: „Was geht mich das an, wenn mein Opa im Krieg war?“
Um nicht missverstanden zu werden: Ich bin nicht fürs Vergessen, aber ich bin dafür, die Rolle des normalen Deutschen richtig zu sehen: nämlich als die eines Opfers. Wann wird es mal einen Bundespräsidenten geben, der es wagt, so etwas zu sagen? Gauck wird es jedenfalls nicht sein. Einen alten Bundeskanzler aber haben wir, der sich traut, so etwas zu sagen: „Dass die Deutschen insgesamt schuldig waren, war nicht meine Vorstellung. Die Nazis waren schuldig.“

Gedanken am Sonntag

Aus „Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt“:

Denke immer daran: Es gibt Bisswunden, die ein Leben lang nicht heilen, nämlich die der Gewissensbisse.

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Wenn du die Schuld bei dir suchst, hat das den Vorteil, dass du etwas ändern kannst.

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Wenn du die Schuld bei anderen suchst, ist das besser für dein Selbstbewusstsein.

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Suche immer zunächst einmal die Schuld bei dir. Das ist mindestens ein guter Anfang.

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Eigenartig ist, dass ein Staat wie Deutschland eine Schuld stärker empfindet als die katholische Kirche: Das wird daran deutlich, dass mitten in Berlin eine Gedenkstätte für die umgebrachten Juden eingerichtet wurde. Dem Papst aber würde es niemals einfallen, auf dem Petersplatz ein Mahnmal für die Opfer der Judenverfolgung, Inquisition, Kreuzzüge, Bartholomäusnacht usw. zu gestatten.