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Corona: Hier irrt die Kanzlerin


Wo ist hier der Infektionsherd?

Die Kanzlerin hat in einer Pressekonferenz ihre Corona-Maßregeln verteidigt. Mir will das alles nicht einleuchten. Was für ein Drama wäre doch es nach ihrer Meinung gewesen, wenn die armen Kinder statt 2 Wochen Ferien 4 Wochen lang ohne Unterricht gewesen wären. Da warnen andere gleich vor einer verlorenen Generation.
Statt der Schulen werden nun die Lokale geschlossen. Das kann ich nicht verstehen. Da haben sich die Gastronomen viel Mühe gegeben, ihr Lokal sicher gegen Infektionen zu machen und nun müssen sie einen Lockdown erleben. Wenn die Kanzlerin hier einen Infektionsherd ausmachen will, ist das verfehlt. Ich gehe häufig zum Essen und habe einen Überblick, wie es mittags in den Gasthäusern aussieht: 95% aller Besucher sind allein oder zu zweit . Wenn sie an einem separierten Tisch mit Plexiglasscheiben sitzen, können sie andere nicht anstecken. Und was die restlichen 5% der Gäste anbetrifft, handelt es sich meist um Firmenangehörige, die dort zum Essen gehen. Es wäre also durchaus vertretbar, diese Leute nicht an einem Tisch sitzen zu lassen.
Man sieht, mit vernünftigen Regeln könnte man die Gasthäuser mittags durchaus offen halten. Das wäre vor allem für die vielen Alten wichtig, die dort zum Essen gehen, weil sie nicht mehr kochen können oder wollen.
Die Regel sollte also lauten: Gaststätten mit Sicherungseinrichtungen können mittags offen bleiben. Es dürfen aber nicht mehr als zwei erwachsene Personen an einem Tisch sitzen.

Unsere schizophrene Jugend

Was gäbe es bei uns alles zu entdecken und zu bewundern!

Schizophrene Jugend: Die einen demonstrieren bei Fridays for Future, die anderen fliegen „in aller Herren Länder“: Das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat gerade drei Schulen unmissverständlich empfohlen, nicht mehr im Resort Acapulco auf Zypern einzuchecken. Diese „Empfehlung“ erfolgte aber weder aus Gründen des Umweltschutzes noch aus pädagogischen Erwägungen, sondern allein aus politischen Gründen, weil Nordzypern kein anerkannter Staat ist.
So sieh
t sie also aus, unsere schizophrene Jugend: Am Freitag demonstriert sie noch für die „Future“ und am Samstag fliegt sie wer weiß wohin. Bei der Jugend scheint überhaupt der Trend vor zu herrschen: Je weiter weg ein Reiseziel ist, umso begehrenswerter ist es. Bei einer Befragung von Jugendlichen ergab sich, dass Australien und Neuseeland ihre Traumziele sind. Aber ihre Heimat kennen viele nicht richtig. So ergab eine Befragung von Schülern, dass noch keiner die Wieskirche gesehen hatte, die ein begehrtes Reiseziel von Japanern und Chinesen ist.
Für mich ergeben sich in diesem Zusammenhang zwei Fragen:
Warum demonstrieren die Schüler, die an „Fridays for Future“ teilnehmen, nicht auch mal auf Flugplätzen gegen ihre Altersgenossen? Und warum weigert sich nicht mal einer, an einer Ferienflugreise der Schule teil zu nehmen?
Und noch eine Frage möchte ich hier aufwerfen: Sollten nicht Reisen von Schülern einen pädagogischen Wert haben? Wie anders war das doch in meiner Jugend: Wir radelten durch die Backsteingotik und jeder hatte die Aufgabe, den anderen
eine der Sehenswürdigkeiten näher zu bringen.

So wird das nix mit den Fridays for Future!

Liebe Schüler, es ist ja anerkennenswert, dass Ihr Euch so für die „Future“ einsetzt. Aber muss das ausgerechnet durch Schuleschwänzen sein?
Und das, was Ihr aufs Korn nehmt, nämlich die Kohlekraftwerke, sind doch nur ein Teil des Problems. Wenn Ihr wirklich was für Eure Zukunft tun wollt, dann müsstet Ihr schon für eine radikale Umkehr eintreten.
Als ich jung war, hatten wir nach dem Krieg ein schöneres Leben als Ihr heute:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/12/23/wie-haben-wir-damals-nur-so-leben-koennen-2/
Wir konnten uns ein Leben in der Stadt leisten; das Einkommen eines Mannes reichte aus, um eine Familie zu ernähren und unsere Umweltbilanz war ausgeglichen. Plastik gab es nicht.
Und wenn ich Euch so anschaue, stelle ich fest, dass die meisten von Euch nicht wirklich bereit seid, für die Umwelt bzw. Eure Zukunft Einschränkungen auf sich zu nehmen: Auf Flugreisen wollen nur die wenigsten verzichten, denn „Flugscham“ gibt es nur in Schweden. Wenn ich mich so unter den jungen Leuten umschaue, dann ist bei vielen Neuseeland und China gerade „in“
Aber die Sehenswürdigkeiten ihrer Heimat, die die Chinesen bei uns anschauen, haben viele junge Deutsche noch nicht gesehen: Sie waren noch nie am Königssee, in der Wieskirche, auf der Zugspitze…
Und wer von Euch achtet beim Kleidungskauf schon auf Nachhaltigkeit? Und wer kauft nur Lebensmittel aus der Region?
Na, seht Ihr: Da gäbe es noch viel zu tun.
Aber wenn man wirklich Ernst machen würde mit dem Umweltschutz und der Nachhaltigkeit, dann bräche unser auf tönernen Füßen stehendes Wirtschaftssystem zusammen:
Stellt Euch vor, es gäbe plötzlich so etwas wie eine „Autoscham“: Jeder, der aus reinem Prestige unbedingt mit einem SUV zum Einkaufen fahren muss, gälte als „Umweltsau“ und bekäme sogar von Aktivisten einen entsprechenden Zettel ans Auto geklebt. Dann würde unserer Hauptarbeitgeber, nämlich die Autoindustrie, plötzlich abstürzen wie seinerzeit die Kürschner, gegen die eine ähnliche Kampagne gestartet wurde, so dass sich keine Frau mehr mit einem Pelzmantel auf die Straße traute.
Ihr seht also: So Knall auf Fall geht es mit dem Klimaschutz nicht. Der frühere Kanzler Schröder sagte einmal, in der Politik sei das wie mit einem großen Tanker: Der könne auch nur langsam seine Richtung ändern.
Und eine Richtungsänderung geht nur mit einem Verzicht auf viele Annehmlichkeiten, die nicht sein müssen. Aber wer von Euch wäre dazu wirklich bereit?

Schlimme Nachrichten

Mein Senf dazu:

Die KKH teilt mit: Rund 1,1 Millionen von insgesamt 9 Millionen Schülern sind in therapeutischer Behandlung. Die Zahl der an Burnout Erkrankten hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt, ebenso die Zahl der unter Depressionen leidenden älteren Schüler. Das ist die eine schlimme Seite des Problems.

Die andere habe ich hier beschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/09/28/was-fuer-eine-jugend-waechst-da-heran/

Was ist los mit der Jugend von heute? Ich bin ja auch einmal vor vielen Jahrzehnten in die Schule gegangen. Da hat es so etwas nicht gegeben, obwohl damals Krieg herrschte. Meine Sommerferien verbrachte ich damit, dass ich auf der Kohlenhalde des Gaswerks den rußigen Abfall durchsiebte, um noch ein paar übrig gebliebene Koksstückchen zum Heizen zu finden. Und dann haben wir die abgeernteten Kartoffelfelder durchwühlt, um noch einige vergessene Kartoffeln zu ernten. Hätten wir nicht viel eher an Burnout leiden müssen?

Auch von meinen Kindern habe ich darüber nie etwas über Burnout in ihrer Schule gehört. Das hat es einfach noch gar nicht gegeben.

Meine Diagnose für diese Erscheinungen ist ganz einfach: All dies sind Folgen der Zerstörung der Familie. Wie anders wuchsen die Kinder früher auf: Wenn sie nach den Anspannungen in der Schule nach Hause kamen und wenn dann die Familie gemeinsam am Mittagstisch saß, dann konnten die Kinder „abladen“ und dann waren die Probleme nur noch halb so schlimm. Kinder die in der liebevollen Umgebung einer Familie aufwachsen, werden wohl auch kaum gewalttätig.