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Staatsfeind Schröder


Mein Senf dazu:

Altbundeskanzler Schröder ist in der Ukraine zum Staatsfeind erklärt worden, weil er zum Thema Krim in einem Interview daran erinnert hat, „dass die Halbinsel 1954 vom damaligen sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow der Ukraine geschenkt wurde. Sowohl Russland wie auch die Ukraine waren damals Teil der UdSSR.“
Ist das Völkerrecht nicht absurd? Es wird allgemein akzeptiert, dass ein Staatschef ein Land verschenkt, ohne die Bevölkerung zu befragen. Eine normale Schenkung kann man wegen Undanks widerrufen, die Schenkung eines Landes aber nur nach Putins Auffassung.
Und auch nun wäre eine einfache Lösung des Problems
Ukraine zu erreichen, indem man eine Umfrage veranstaltet, in der die Bevölkerung entscheiden kann, zu welchem Staat sie gehören will und dementsprechend könnte man im Donbass eine Grenze ziehen. Das wäre doch mal echt demokratisch, wenn das Volk etwas zu sagen hätte und auf diese Weise Frieden einkehren würde. Aber das geht nicht, weil die Mächtigen ihr eigenes Süppchen kochen wollen – auf Kosten der armen Bevölkerung.
Schließlich noch eine Bemerkung zur Ukraine: Wenn sich Sanktionen als nutzlos erweisen, sollte man sie aufheben, besonders wenn uns an einem besseren Verhältnis zu Russland gelegen ist.

Wie Merkel der Bundesrepublik schadet


Was für ein entsetzliches Drama hat es um ein verschwommenes Video aus Chemnitz gegeben. Hysterie und fast schon Wahnsinn war über uns hereingebrochen. So sah es von der neutralen Schweiz betrachtet aus:
https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2018-38/artikel/merkels-treibjagd-die-weltwoche-ausgabe-38-2018.html
Jetzt stellen wir uns einmal vor, das Ganze wäre unter Kanzler Schröder passiert. Der hätte Autorität genug gehabt, das giftige Geschreibsel über ddas Video auszubremsen, das dem Ansehen Deutschlands geschadet und die Regierungsarbeit beeinträchtigt hat.
Die Kanzlerin hat sich als Partei in die Auseinandersetzungen eingemischt, während Schröder sich wohl nicht darauf eingelassen hätte, sondern darüber gestanden wäre, indem er wohl ein Machtwort gesprochen hätte: „Kinder, nun beruhigt euch mal. Die Polizei wird aufklären, ob es Hetzjagden gegeben hat. Und sie wird auch das verschwommene Video untersuchen: Ist es echt? Ist die Szene gestellt? Was ist voraus gegangen, als es zu dieser Szene kam? Und bis die Polizei diese Umstände geklärt hat, verschont uns mit Mutmaßungen und Rücktrittsforderungen.“
So in etwa hätte ein souveräner Regierungschef gehandelt.

Das Schröder- und das Seehofer-Prinzip

Der frühere Bundeskanzler Schröder hat seinerzeit die Wahl m.E. wegen der Agenda 2010 verloren. Kein Wunder, dass seine Nachfolgerin nicht müde wird, dieses Programm immer wieder zu loben, hat es ihr doch den Wahlsieg gebracht und ihr den Zwang abgenommen, sich selbst damit zu befassen und sich unbeliebt zu machen. Schröder sagte einmal sinngemäß, man müsse das Richtige tun, auch wenn man sich damit unbeliebt machen würde.
Seeehofer dagegen warnt gerade vor einem Stimmenverlust von CDU/CSU: Man kann es also auch anders machen als Schröder und man kann als Politiker darauf schauen, was die Wähler wollen. Notwendige schmerzhafte Einschnitte wird man aber so wohl nicht durchsetzen.

Was für eine andere Republik hätten wir!

Stellen Sie sich vor, Schmidt oder Schröder wären jetzt anstelle von Merkel Bundeskanzler gewesen: wie anders sähe die Welt heute aus: Ich las neulich eine Schlagzeile, in der stand, dass Schmidt Putin versteht. Dann bin ich also nicht allein mit meiner Meinung, die ich hier schon öfter geäußert habe. Schmidt hätte nicht tatenlos zugeschaut, wie der Westen seine Einflusssphäre auf die Ukraine ausgedehnt hätte, ohne dem Abschlachten der russisch-stämmigen Bevölkerung wirklich Einhalt zu gebieten. Schmidt hätte die notwendige Sensibilität gehabt, das sich anbahnende Drama vorauszusehen und im Vorfeld dafür zu sorgen, dass ein gerechter Interessenausgleich stattgefunden hätte. Nun aber sind wir im Kriegszustand, wie Janukowitsch richtig festgestellt hat und Gorbatschow sieht ebenfalls ganz richtig, dass die Gefahr eines Dritten Weltkriegs besteht. Die Amerikaner unterstützen ja die Ukraine jetzt schon mit Soldaten, die vorläufig nur als Ausbilder fungieren und die Russen mischen sich in der Ostukraine militärisch ein. Beide Seiten führen Manöver an den Grenzen durch. Die NATO-Kampfflugzeuge zeigen zur Zeit in Skandinavien ihre Kampfbereitschaft. Dass oft nur ein kleiner Funke genügt, um einen Weltbrand auszulösen, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Deshalb möchte ich an einen Vorfall erinnern: Vor Jahrzehnten im Kalten Krieg trat einmal eine Spiegelung des Sonnenlichts auf einer amerikanischen Atomraketen-Abschussbasis auf, die vom russischen Computer-System als Angriff gedeutet wurde. Der diensthabende russische General hatte den strikten Befehl, in einem solchen Fall sofort mit Atomraketen zu antworten. Er hat es aber nicht übers Herz gebracht und uns damit einen verheerenden Krieg aus Versehen erspart. Und heute haben sie alle wieder den Finger am Drücker…
Übrigens wäre auch Schröder völlig anders gewesen als Merkel. Er hat ja schon beim Irakkrieg nicht mitgemacht und dadurch seinerzeit die Wahl gegen Merkel gewonnen, die schon damals an der Seite der Amis in den Krieg gezogen wäre. Aber die Deutschen waren vernünftiger als sie und haben nicht mitgemacht.Während Merkel nun nicht einmal mit Putin auf dem G7-Gipfel reden will, ist Schröder mit Putin befreundet. Und was hätte er wohl zur Ukraine.Krise gesagt?
„Also hör mal, Wladimir…“ Und bei so einem Gespräch unter Männerfreunden wäre sicher etwas Vernünftiges heraus gekommen.

Wir bräuchten wieder einen Kanzler wie Schröder!

Der Mensch vergisst so schnell. Erinnern Sie sich noch daran, als Bush den Irak-Krieg begann und er die ganze Welt belog? Aber das Lügengebilde war so primitiv, dass kein vernünftiger Mensch das glauben konnte, was Außenminister Powell damals in der UNO vorführte. Bush ließ ja behaupten, Saddam Hussein bastele an Atombomben. Ein Kriegsgrund war das nicht, denn eine internationale Untersuchungskommission war damals im Irak unterwegs, um die Wahrheit festzustellen. Die Amis hätten diesen Leuten ja nur zu sagen brauchen: „Schaut doch mal da nach!“ Aber einfach so den Krieg anzufangen war ein Verbrechen.
Bush suchte damals Verbündete und hätte auch gern Deutschland dabei gehabt wie nun in Afghanistan. Merkel wäre sofort dabei gewesen, aber Schröder war dagegen und wurde deshalb von den Deutschen gewählt. Wie viele tote Soldaten hat er dem deutschen Volk erspart, die für einen Krieg gefallen wären, der alles nur noch schlimmer gemacht hat! Dafür gebührt ihm der höchste Respekt.
So einen Mann wie Schröder bräuchten wir auch jetzt, wo die Spitze der Bundesrepublik (Merkel und Gauck) auf Konfrontation gegenüber Putin geschaltet haben. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Deutschland zum Vasallen der USA geworden ist. Ich stelle mir nun gelegentlich vor, Schröder wäre noch am Ruder. Dann hätte er sich wohl mit Putin zusammen gesetzt, etliche Wodkas hinunter gespült und die Krise wäre erledigt gewesen.

Schröders Predigt in der Marktkirche von Hannover

Gestern schrieb ich einen Artikel über das Thema: „Gewissen, Schuld, Verdrängung“ und heute lese ich, was der frühere Kanzler Schröder in seiner Predigt in Hannover gesagt hat. Zunächst einmal: Ich finde es großartig, dass in der protestantischen Kirche auch Laien predigen dürfen. Mich hat berührt, was Schröder sich von der buchstäblich Seele geredet hat. Es ist genau das, was ich in meinem Artikel beschrieben habe, nämlich dass jemand nach seiner Überzeugung das Richtige tut und dennoch sein Gewissen belastet. Schröder erwähnte seine Entscheidungen zu den Bundeswehreinsätzen im Kosovo und Afghanistan: Er hält sie auch heute noch für richtiger als Nichtstun. Aber es belastet sein Gewissen, dass Menschen ums Leben gekommen sind. Er bekennt daher, dass er Schaden an seiner Seele genommen hat.
Und ich stelle mir zwei Fragen: Dürfen wir sehr junge Menschen, die die Folgen gar nicht überblicken, in einen Krieg schicken, in dem sie nicht nur getötet werden können, sondern etwas Schlimmeres erleben, nämlich dass sie mit untragbarer Schuld durch ihr restliches Leben gehen müssen?
Und die zweite Frage ist die, ob es Menschen gibt, die ganz nüchtern sagen können: Das Töten war notwendig. Das belastet mich nicht und nun verdränge ich all das Unangenehme aus meinem Gedächtnis.