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Einzelschicksal wichtiger als Massenelend?


Heute wird vor Gericht darüber verhandelt, ob das Schreddern von jährlich 45 Millionen Küken Tierquälerei ist. Das bringen die Medien gerade mal in einer Randnotiz. Wenn aber Entenküken in einen Gully gefallen sind und von der Polizei gerettet werden, dann erscheint sogar das Fernsehen, um uns das Drama mit erleben zu lassen.
Dass das Massenelend die meisten gar nicht interessiert, wird am Beispiel des Maulwurfs deutlich. Ich war einer der wenigen, die auf das Schicksal dieser Tiere aufmerksam gemacht haben:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/11/30/bauern-als-maulwurfmoerder-grundwasser-und-luftvergifter/
Die Maulwürfe stehen ja an sich unter Naturschutz, aber sie wurden zu Tausenden von den schweren landwirtschaftlichen Traktoren plattgewalzt, denn heute sind die Kühe nicht mehr auf den Wiesen, sondern stehen im Stall und werden mit gemähtem Gras gefüttert:
https://autorenseite.wordpress.com/todeszone-in-bayern-und-anderswo/
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
Die Maulwürfe, die dann noch verletzt übrig sind, werden mit der Gülle erledigt.
Wie anders ist es aber, wenn ein einzelne Maulwürfe vernichtet werden. In einem Park in Celle wurden sie vergiftet und das löste eine gewaltige Protestwelle aus. Als jedoch mein Nachbar einen Maulwurf töten wollte, kam sogar die Polizei und hat ihn bestraft, wie in dem oben verlinkten Beitrag zu lesen ist.
Ja, so sind wir halt: Elend in Massen ist zu viel für uns. Das geht uns nicht so zu Herzen wie das individuelle Schicksal.

Was sind wir nur für Menschen geworden: Der Tierschutz steht nur auf dem Papier.


„Schön ist’s am Berg!“ denkt sicherlich diese Kuh. Andere stehen heute ihr Leben lang im finsteren Stall:
So also sieht der Tierschutz heute aus. Wie anders war es früher:
Als Kind wuchs ich zeitweise auf einem kleinen Bauernhof in Bayern auf. Die paar Kühe kannte man mit Namen, und wenn eine an den Schlachthof verkauft und abtransportiert wurde, war das für alle eine trauriges Ereignis, über das die alte Bäuerin mit dem Satz hinweg tröstete: „Ja, wir kommen auch alle mal dran.“
Wie anders ist es heute. Vor lauter Geldgier ist uns das Mitgefühl mit den Tieren abhanden gekommen: Küken werden geschreddert, Ferkel ohne Betäubung kastriert und Tiere ohne ausreichende Nahrung und Wasser bis Asien und Afrika transportiert. Immerhin haben Länder wie Bayern dies gestoppt, aber Niedersachsen macht so weiter wie bisher mit dem dümmsten Argument, das Politikern einfällt, wenn ihnen gar nichts mehr einfällt: „Nur keinen blinden Aktionismus!“
Man sagt zwar immer, Frauen hätten den Männern eines voraus: mehr Empathie. Alles Gerede! An der Landwirtschaftsministerin Klöckner sehen wir, dass Frauen genau so Hardliner sein können, wenn es um die Interessen der Klientel geht.

Kinder, wenn ihr am nächsten Friday für die Future demonstriert, denkt doch bitte auch an die Massentierhaltung, den großen Klimakiller! Habt ein für die Tiere und fordert:
„Weg mit Klöckner!“

Heute ist ein ganz trauriger Tag, der Welttierschutztag

Blickt man auf die Entwicklung der Landwirtschaft zurück, so stößt man auf eine Zeit, in der die Menschen mit ihren Tieren unter einem Dach lebten, denn die Tiere produzierten körperliche Wärme. Die Bauern von damals mussten wohl ihre Tiere, mit denen sie zusammen gelebt haben, geliebt haben. So etwas findet man heute wohl nur noch auf den Almen:
Als ich einmal in den Berchtesgadener Bergen unterwegs war, kam ich zu einer Alm. Die Sennerin hatte mich nicht bemerkt und redete gerade mit einer Kuh die sich in den Felsen verstiegen hatte:
„„Mein Gott, Soraya, du denkst schon wieder, dass du eine Gams bist. Und wie kommst du da wieder herunter?“
Sie stieg dann hinauf, um ihre Kuh auf gefahrlose Weise herunter zu führen.
Und an noch ein Erlebnis zum Thema Tierliebe kann ich mich erinnern. Als Kind habe ich auf einem Bauernhof übernachtet und als besonderes Erlebnis durfte ich bei der Geburt eines Kälbchens dabei sein. Es war eine schwere Geburt. Der Bauer musste einen Kälberstrick einsetzen und die Bäuerin hielt die Kuh beim Kopf. Die Bilder sind mir unvergesslich: Die Kuh weinte und die Bäuerin, die ihren Kopf an den der Kuh gelehnt hatte, weinte mit.
Und wie sieht es heute aus? Küken werden geschreddert, Ferkel ohne Betäubung kastriert… Aber die Politik duldet das.
Nun gibt es „Turbokühe“, die auf Höchstleistung gezüchtet wurden. Jede vierte muss vorzeitig geschlachtet werden.
Dementsprechend sieht man in der Regel keine Kühe mehr auf den Wiesen, wie Sie in „Bayern kaputt“ lesen können. Die Tiere stehen oft ihr Leben lang in einem finsteren Stall.
Aber plötzlich sieht man dann doch einmal ein Wunder: Kühe draußen in der freien Natur.
Kühe
Was für ein anderer Typ von Mensch muss ein Bauer sein, der seinen Tieren so ein schönes Leben gönnt.
Und wie wäre es denn, wenn der Tierschutzverein einmal einen fleischlosen Tag ausrufen würde, um den Verbrauchern das Leid der Tiere näher zubringen?