Schlagwort-Archive: Schmetterlinge

Mein Leben in der Todeszone


Darüber habe ich hier schon öfter geschrieben. Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen: Früher hatten wir Fliegengitter vor den Fenstern und ich musste mit langer Hose und langärmligem Hemd den Rasen mähen, um mich vor Mücken und Bremsen zu schützen.
Ganz so schlimm, wie es hier gezeigt wird, war es jedoch nicht: https://www.youtube.com/watch?v=yNVrg8Jnv0E
Aber nun ist alles vorbei. Unsere Fliegengitter haben wir entfernt und wir können unsere Flügeltüren noch so weit aufmachen: Es kommt keine Mücke herein. Und auch nur ganz selten schaut eine Fliege vorbei.
Und wenn früher in der Bäckerei die Wespen über das süße Gebäck herfielen, gehört auch das der Vergangenheit an. Ich habe schon lange keine Wespe mehr gesehen. Ähnlich ist es mit den Schmetterlingen. Wir haben uns immer gefreut, was so alles um unseren Schmetterlingsflieder herum tanzte. Nun sind es nur noch Kohlweißlinge.
Woran liegt das? An der Monokultur, bei der die Wiesen intensiv gedüngt und ständig gemäht werden, während die Kühe im Stall stehen?
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
Oder ist der trockene Sommer schuld, der bei uns aber gar nicht so schlimm war wie anderswo? Oder hat man auch heuer wieder bei uns gegen Mücken gespritzt mit der Folge, dass auch andere Insekten betroffen sind?
Ich gebe zu: Bremsen und Mücken sind lästig. Aber wenn es gar keine mehr gibt, kommt einem die Natur wieder ein bisschen toter vor.

Mein Leben in der Todeszone


Nix los am Vogelhäusl. Über mein Leben in der Todeszone habe ich schon öfter geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/01/07/todeszonen-ueberall/
Heuer ist es schon wieder trauriger geworden: Was für ein fröhliches Gezwitscher und Geflatter herrschte früher immer an Nachbars Vogelhäuschen. Und es war nett anzusehen, wie die Vögel auf unserem Apfelbaum brav warteten, bis wieder ein Platz frei war und sie an die Reihe kamen. Das ist nun vorbei. Gelegentlich kommt ein Elsternpärchen und ernährt sich dort. Auch wenige Amseln schauen selten mal vorbei. Aber das war’s. Sehr, sehr traurig!
Dass es kaum noch Schmetterlinge gibt, habe ich auch schon in früheren Blogs geschildert. Nun las ich zu diesem Thema, dass
Umweltbiologen der Uni Kalifornien festgestellt haben, dass Schmetterlinge Medikamente über Futterpflanzen aufnehmen, was ihre Entwicklung verzögert und ihr Leben verkürzt.
Und ist dies nicht auch ein Zeichen für unsere Zeit? Das Eschentriebesterben, ausgelöst von einem aus Asien eingewanderten Pilz, dem „Falschen Weißen Stängelbecherchen“, breitet sich, auch begünstigt durch die Klimaerwärmung, seit zehn Jahren in großer Geschwindigkeit aus. Die Weltesche Yggdrasil war einmal in der germanischen Mythologie die Mitte des Universums. Mit ihrer Krone schaffte sie die Verbindung zum Himmel, mit ihrem Stamm zur Erde und mit ihren Wurzeln zur Unterwelt. Diese Verbindung ist nun genauso abgeschnitten wie diejenige der Menschen unserer Zeit zu ihrem Hergott.
Die Ulmen hatte schon der Ulmenspaltpilz absterben lassen und die Kastanien welken durch den Befall der Miniermotte. Sogar die urwüchsige Eiche leidet mehr und mehr am Eichenprozessionsspinner.
Und wann kommt der Mensch dran?