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BR: Live aus dem Schlachthof

Die Sendung war ein „Muss“, als Ottfried Fischer sie moderierte. Sogar als er von seiner Krankheit gezeichnet war, war er immer noch besser als das Duo, das seine Nachfolge angetreten hat. Die Zwei haben eine Art zu reden, als wenn sie ein Kasperle-Theater für Kinder aufführen würden und alles ganz ganz deutlich betonen müssten. Unerträglich. Die Verantwortlichen sollten sich das zur Strafe zweimal hintereinander ansehen müssen.
Was mir bei dieser Sendung und anderen immer merkwürdig vorkommt, ist die besondere Betonung, dass es sich um eine Live-Sendung handele. Zunächst einmal habe ich Zweifel daran, dass dies stimmt. Aber dann frage ich mich, was das soll? Soll das eine Entschuldigung für die besonders missglückten Teile der Sendung sein oder ist man stolz darauf, das Ganze ohne Versprecher in den Kasten gebracht zu haben? Ich weiß es nicht.
Ich finde jedenfalls, dass Live-Sendungen zwar in seltenen Fällen angebracht sein mögen, im Normalfall aber nicht: Da erwartet man schon, dass ein(e) Cutter(in) sich darüber hermacht und den Leerlauf heraus schnipselt. So gesehen hat das Anpreisen einer Live-Sendung für mich eher den Klang von Sparprogramm.

"Scheißdreck" ("Schlachthof") im bayerischen Fernsehen

An sich hat der BR ja ausgezeichnete Kabarett-Sendungen. Der „Schlachthof“ gehörte einmal dazu, als er von Ottfried Fischer geleitet wurde. Aber nun sieht es traurig aus. Schon die Art, wie die beiden Protagonisten reden, ist unerträglich. So hört es sich vielleicht an, wenn ein Theatraliker etwas auf einem Kindergeburtstag vorliest.
Was aber schlimmer ist, ist der Inhalt der Sendung. Man liest immer wieder darüber, dass im Kabarett mit dem Florett der Sprache gefochten wird. Im Schlachthof aber war es eine Keule der plumpsten Art. Beispiel: Im Zusammenhang mit der AfD fielen Worte wie „„Scheißdreck g’redt““ , „verlogen“, „oberschmarotzend“ und sogar „Arschgesichter“. Oder: eine bekannte angesehene Adelige wurde in Zusammenhang mit „G’schwerl“ gebracht. Was für ein Publikum will man damit ansprechen? Allerunterstes Niveau?
Also, lieber BR, es wäre höchste Zeit, die Leitung des Schlachthofs einmal anderen Kabarettisten zu überlassen: Wie wäre es denn mit Django Asül oder Luise Kinseher? Dann würde die Sendung wieder das Gesicht bekommen, das wir mir dem „Schlachthof“ verbinden. Aber ich fürchte fast, dass die beiden jetzigen Leiter eine Art von Beamtenstellung inne haben: unabsetztbar wie seinerzeit (zu Recht) Ottfried Fischer.
Dies schrieb ich vor 2 Jahren. Ich kann die Sendung immer noch nicht ansehen, sondern nehme sie nur auf, um mir dann ein paar sehenswerte Auftritte von guten kabarettisten anzuschauen.