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Ist Putin gescheiter als der Westen?

Manchmal begegnet man Menschen, die völlig anders denken. Gerade hatte ich es mit einer Putin-Bewunderin zu tun. Sie fand, dass Putin gescheiter ist als der Westen. Erst habe man im Westen gemeint, der Rubel würde abstürzen. Aber der Rubel ist inzwischen eine gesuchte Währung geworden. Sogar reiche Amis investieren in den Rubel, der einen Höhenflug erlebt. Die Frau fragte mich, ob ich als intelligenter Mensch, der ich nach ihrer Ansicht bin, nicht auch in den Rubel gegangen wäre. Ich musste bekennen, dass ich nicht so gescheit war.

Und noch eine These der Frau möchte ich hier erwähnen: Sie meinte, Putin würde über die Sanktionen lachen, weil wir uns ins eigene Fleisch geschnitten hätten; wir würden selbst mehr unter den Sanktionen leiden als die Russen. Das könnte durchaus sein: Wir werden es vielleicht sehen, wenn Putin uns im Winter das Gas abdreht und wir frieren müssen.

Müssen wir bald frieren? Putins kurzsichtige Politik

Der Wohlstand Russlands hängt von seinen Energieexporten ab. Nun wird dieser allerdings von Putin gefährdet: Sein Krieg bedeutet eine Zeitenwende, die dazu führt, dass wir uns von der russischen Energie unabhängig machen wollen. Putin sägt sich also den eigenen Ast ab. Vorläufig hängen wir aber noch am Tropf der russischen Energie. Das könnte aber schnell vorbei sein, denn Putin will entgegen den Vertragsbedingungen nun auf einmal eine Bezahlung in Rubel, um seine abstürzende Währung zu stützen. Der Westen hat dies aber abgelehnt. Kann ein Mann wie Putin nun einen Rückzieher machen? Ich glaube kaum! So könnte nun das kommen, was wir Deutschen bisher erfolgreich ausbremsen konnten: ein Gas-und Ölembargo gegen Russland. Ein solches Opfer wollten wir Deutschen ja bisher nicht zugunsten der Ukraine auf uns nehmen.
Zieht euch also schon mal warm an für den nächsten Winter!  Habeck hat schon mal die Frühwarnstufe ausgerufen.

Vielleicht kommt ja aber alles ganz anders: Putin könnte einlenken und verkünden: „Operationsziel erreicht: die Ukraine bleibt neutral.“ Dann könnte er ohne Gesichtsverlust wieder abziehen und durch die Blume sagen: „Bin wieder lieb!“ Und da wird der Westen nichts Eiligeres zu tun haben, als sofort die unliebsamen Sanktionen aufzuheben. Auf einmal wird es dann auch bei uns mit der Verspargelung Deutschlands nicht mehr so schnell voran gehen und es wird eine Zeit lang alles so sein wie vorher.

Wie sagt der Bayer in einem solchen Fall? „Nix G’wisses woaß ma!“

 

 

Da kann Putin nur lachen

Man tut im Westen so, als würde Russland einen hohen Preis für den Einmarsch in die Ukraine bezahlen. Das Institut für Weltwirtschaft hat gerade errechnet, dass der Stopp russischer Gasexporte nach Westen gerade mal einen wirtschaftlichen Rückgang von etwa 2,9 % bedeuten würde. Das lässt sich für ihn leicht verschmerzen.
Aber wir schneiden uns ins eigene Fleisch, weil wir vielleicht im nächsten Winter frieren müssen. Dummerweise haben wir unsere Gastanks nicht voll gefüllt. Und die Niederlande als zweiter großer Gaslieferant könnten auch bald ausfallen, denn die Entnahme von Gas hat zu Erdbeben geführt, die von der Bevölkerung nicht mehr geduldet werden.
Und was die weitere Sanktion anbetrifft:
Das Einfrieren russischer Konten wird wohl ein Schlag ins Wasser sein, denn welcher Russe hat wohl noch sein Geld im Westen?

Was tun, wenn Putin…

Ich glaube, Putin lacht über unsere Sanktionen. Die steckt er locker weg.  Aber was passiert, wenn er uns wegen der Subventionen durch einen Cyberangriff bestraft? Natürlich würde dieser Angriff von irgendwo im Ausland gestartet, so dass sich die Urheberschaft nicht zurück verfolgen lässt.
Aber was könnten wir gegen einen solchen Angriff tun? Eigentlich sollte uns die Regierung darüber aufklären, wie es insoweit um unsere Sicherheit steht. Lässt sich ein solcher Angriff abwehren? Wie lange wird es dauern?
Haben wir vorgesorgt?
Da sind zunächst Sie als Leser angesprochen: Haben Sie immer genügend Geld im Haus, um einen Cyberangriff auf die Banken überstehen zu können?
https://autorenseite.wordpress.com/2022/02/19/alarmstufe-rot-haben-sie-keine-phantasie/

Aber auch die Politik und die Unternehmen sind gefragt. Wir haben schon öfter von Cyber-Kriminellen gelesen, die ein Krankenhaus oder Versorgungsunternehmen lahm gelegt haben und die dann dafür oft hohe Lösegelder erpresst haben. Wie viel schlimmer würde wohl ein Cyberangriff ausfallen, wenn er vom russischen Geheimdienst ausgeführt würde?
Was kann man dagegen tun?
Ein kleines Beispiel: Könnten die Supermarktkassen nicht auf autark geschaltet werden, so dass sie zeitweise vom Internet abgekoppelt sind und der Laden weiter laufen kann? Es wäre doch unvorstellbar, wenn die Supermärkte schließen müssten, weil die Kassen nicht funktionieren.

Wir bewegen uns also auf dünnem Eis und erwarten, dass die Regierung nicht einfach den Kopf in den Sand steckt, sondern sagt, „was Sache ist“.

Alarmstufe rot: Haben Sie keine Phantasie?

 

Biden rechnet nun mit einem Angriff Russlands auf die Ukraine. Auch der Kanzler spricht von drohender Kriegsgefahr. Die Deutschen glauben so etwas erst im Ernstfall. Darum sorgen sie auch nicht vor. Die Regale in den Supermärkten werden deswegen noch nicht geplündert.:
Aber stellen Sie sich vor: Sie wachen morgen auf und hören in den Nachrichten, dass russische Panzer auf dem Weg nach Kiew sind. Dann können Sie sicher sein, dass im Nu alle Regale im Supermarkt lee sind.
Also sorgen Sie vor!

Mein Vater pflegte zu sagen:

Das Schicksal winkt erst mit dem Zaunpfahl, dann schlägt es zu.

Wo wir hin schauen, sehen wir nicht nur  bei der Ukraine solche Winke, die uns auf Gefahren hinweisen, sondern auch sonst. Aber wer reagiert schon darauf? Nehmen wir zwei Beispiele:

Vor einiger Zeit fielen bei etlichen Banken deren Geldautomaten infolge eines Cyberangriffs aus. Nach wenigen Tagen war der Schaden repariert. Wer garantiert uns aber, dass nicht ein viel schlimmerer Cyberangriff das Bankenwesen viel länger sabotiert? Was dann? Haben Sie immer genügend Geld im Haus? Ein Angriff Russlands wird mit Sicherheit mit einer Cyber-Beeinträchtigung einher gehen, die sich auch bis zu uns erstrecken könnte.

Zur Zeit funktionieren die Lieferketten nicht mehr richtig. Medikamente (auch lebenswichtige), Computer-Chips, Rohstoffe … sind nicht mehr uneingeschränkt lieferbar. Man sollte jetzt schon für alle Fälle vorsorgen.
Wie steht es mit Ihren Lebensmittelvorräten? Schon in der Adenauer-Zeit wurden die Bürger aufgefordert, einen solchen Vorrat anzulegen. Und auch heute mahnen Politiker zur Vorsorge für unvorhergesehene Ereignisse. Ich erinnere mich an den Jom-Kippur-Krieg. Damals konnte ich mir bei ALDI gerade noch ein paar Dosen Bohnen als Vorrat sichern. Denken Sie daran: Die Ukraine ist viel näher an uns dran.

Noch eine Bemerkung um Ukraine-Konflikt: Mich erschreckt die Unnachgiebigkeit der NATO. Sie hat kein Verständnis für das Sicherheitsbedürfnis der Russen. Natürlich darf jeder Staat entscheiden, welche Bündnisse er eingeht. Das muss aber nicht heißen, dass die NATO die Ukraine aufnehmen muss, sondern sie könnte sagen: Wir respektieren Putins Angst, dass ihm der Westen zu sehr „auf die Pelle rückt“.  Wir halten uns daher aus der Ukraine fern.
Der Westen sollte erkennen, dass Putin bei der Krise am längeren Hebel sitzt. Was nützen die Drohungen mit schrecklichen Sanktionen, wenn man wenig in der Hand hat? Wäre es nicht besser, den russischen Sicherheitsbedürfnissen entgegen zu kommen, anstatt die Ukraine zu opfern mit sehr ungewissem Ausgang?

Lächerliche Sanktionen?

Mein Senf dazu:

Die EU will Sanktionen verhängen gegen Russland wegen des Falls Nawalny und gegen Belarus wegen des brutalen Niederschlagens der Demonstrationen. Die Sanktionen sollen im Einfrieren von Konten und Einreiseverboten für bestimmte Personen bestehen.
Zunächst einmal ist fraglich, ob die betroffenen Personen überhaupt Konten in der EU haben, wenn ja, werden sie ihr Geld vor dem Wirksamwerden der Sanktionen abziehen. Insoweit erweisen sich also die Maßnahmen der EU als Schlag ins Wasser.
Kaum anders sieht es bei den Einreiseverboten aus. Wer von den Betroffenen will denn schon in die EU? Wer Lust auf Reisen hat, fliegt dann halt wo anders hin.
Sind also die ganzen Sanktionen lächerlich? Vielleicht insofern nicht als sie immerhin ein Zeichen setzen (allerdings auch für die Machtlosigkeit der EU).

Unsinnige Sanktionen


Zu den Widersprüchlichkeiten der Politik gehören die Sanktionen:
Als Putin aus guten Gründen in die Ukraine einmarschierte, um seine Russen zu schützen, wurden Sanktionen gegen ihn verhängt, die nichts nützen und uns nur selbst geschadet haben.
Als aber Kashoggi in der saudischen Botschaft grausam ermordet wurde, hatte das keine Folgen. Da können wir uns keine Moral leisten, weil die Saudis uns so viel Waffen abkaufen.
Lächerlich ist nun, was die USA nun mit Erdogan vorhaben, dem sie Fürchterliches angedroht hatten, wenn er in Syrien einmarschiert: Sein Vermögen in den USA sollte eingefroren werden, so er denn ein solches besitzt. Und die türkische Wirtschaft sollte kaputt gemacht werden, aber nichts geschieht, obwohl die Türken sogar amerikanische Soldaten beschossen haben.
Und was tun wir gegen Erdogan? Protestieren natürlich, aber von Sanktionen ist nicht die Rede. Das können wir uns nicht leisten, weil Erdogan sonst die Flüchtlinge auf uns los lässt. Was doch aber mindestens zu erwarten wäre, ist eine nachhaltige Warnung vor Reisen in die Türkei, denn es ist damit zu rechnen, dass sich die Kurden mit Anschlägen rächen.
Übrigens: Wann haben die Sanktionen jemals etwas gebracht? Gegen Russland? Iran? Nordkorea?… Meist schweißen sie nur das Volk mehr zusammen.

Geben Sie es doch zu, Frau Merkel!


Der Mordanschlag auf den russischen Exspion Skripal hat Aufsehen erregt und auch in diesem Blog mehrfach seinen Niederschlag gefunden:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/05/16/plot-america-first/
https://autorenseite.wordpress.com/2018/05/12/der-abbau-des-voelkerrechts/
Es passte ja zur westlichen Strategie, Putin dieses Verbrechen anzulasten und weitere Sanktionen gegen ihn zu verhängen. Beweise hatte man zwar nicht, aber man argumentierte ganz schlicht so: Nowitschok sei von den Russen hergestellt worden und diese hätten jedenfalls das Gift nicht sicher verwahrt, wenn sie es nicht sowieso selbst eingesetzt hätten.
Gegen einen Anschlag Russlands auf einen Exspion sprach allerdings, dass der Mann 5 Jahre lang unbehelligt in Großbritannien gelebt hat. Weshalb sollte man ihn also nach so langer Zeit töten? Wenn man ihn jedoch nach vielen Jahren hätte bestrafen wollen, dann doch nicht auf eine Weise, die womöglich als natürliche Todesursache diagnostiziert worden wäre.
Inzwischen hat sich allerdings herausgestellt, dass auch der BND Nowitschok besaß:
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/bnd-beschaffte-nervengift-nowitschok-in-den-90er-jahren/ar-AAxn7JW?li=BBqg6Q9?ocid=crossde
Und man weiß nicht, wo dieses Gift geblieben ist. Auch andere NATO-Staaten haben mit Nowitschok experimentiert.
Es war also alles falsch, was man zur Begründung der Maßnahmen gegen Putin behauptet hat. Könnte also nicht vielleicht alles doch so gewesen sein, wie es im oben zitierten Plot dargestellt wurde?
Und sollte man nicht nun zur WM ein Friedenssignal an Russland aussenden, indem man endlich die nutzlosen Sanktionen gegen das Land aufhebt? Zu einer Entschuldigung wird man sich ja sicher nicht aufraffen können.

Der Abbau des Völkerrechts

https://autorenseite.wordpress.com/home/

Schlimm ist es, dass heutzutage völkerrechtliche Verträge nicht einmal mehr das Papier wert sind, auf das sie geschrieben wurden: Trump steigt einfach aus dem Klimavertrag und dem Atomabkommen mit dem Iran aus.
Umgekehrt beharrt aber Trump darauf, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben auf
2 % des BIP erhöht. Er beruft sich dabei auf ein „Gentlemen-Agreement“ der NATO-Staaten. Nun haben wir allerdings keinen Gentleman mehr als Verteidigungsminister, sondern eine Frau. Trump sollte als spezieller „Frauenkenner“ wissen, dass in einem solchen Fall
eine „Männer-Vereinbarung“ natürlich nicht mehr gelten kann.
Auch sonst sieht es mit den Zusagen, die von Staaten gemacht wurden,
erschütternd aus: Als ein verheerendes Erdbeben Haiti traf, sagten viele Staaten zu, dass sie finanzielle Mittel zur Verfügung stellen würden. Insgesamt wurde eine Hilfszahlung von 400 Millionen Dollar versprochen. Und jetzt raten Sie mal, wie viel davon bezahlt wurde? Nur 2 Millionen! Wie konnten Staaten nur so schäbig sein und die Menschen auf Haiti im Stich lassen. Noch schäbiger ist aber, dass die Staaten ihr gegebenes Wort nicht gehalten haben – und das bei einer so erschütternden Notlage!

Noch schlimmer ist es, wenn Staaten auf einen bloßen Verdacht hin Krieg führen oder Sanktionen verhängen. Was für ein Widerspruch ist es doch, wenn vor Gericht selbst in unbedeutenden Prozessen hieb- und stichfeste Beweise verlangt werden, während Staaten sich das Recht heraus nehmen, Menschen auf einen bloßen Verdacht hin zu töten. Das war bei Bushs Irakkrieg schon so und wurde nun fortgesetzt, als die USA, Frankreich und Großbritannien Bomben gegen Assad einsetzten, weil sie ihn im Verdacht hatten, Giftgas einzusetzen. Sie konnten nicht einmal die Erkenntnisse der Untersuchungskommission abwarten und sich auch nicht das notwendige UN-Mandat einholen.
Und im Fall Skripal verhängte man einschneidende Sanktionen gegen Russland, weil man vermutet, dass der Anschlag mit diesem Land zusammen hängt.
Beweise fehlen.

Zitat zum Thema Politik

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

Ist es nicht merkwürdig, dass bei jedem läppischen Prozess klare Beweise notwendig sind, aber für einschneidende Maßnahmen wie Sanktionen gegen andere Völker der bloße Verdacht genügt (Irakkrieg, Londoner Attentat)?

H. Pöll, Autor

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