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Muss der Papst in den Knast?

Nochmals zum Thema der gestrigen Beiträge über den Peterspfennig: Da hat nun jemand eine  Frage aufgeworfen, die viele für unverschämt, ja für gottlos halten, nämlich ob der Papst nun in den Knast muss: Er hat ja Millionen angeblich für Bedürftige gesammelt, dann aber wurde das Geld in Londoner Luxusimmobilien investiert. Ist das nun ein Millionen schwerer Betrug? Da gibt es nun verschiedene Antwortmöglichkeiten:
> Ganz fromme Katholiken glauben nicht, dass der Papst so etwas getan hat, obwohl er es indirekt selbst zugestanden hat.
> Normale Katholiken werden sagen, dass der Papst bei der Immobilieninvestition das Geld nur zwischengelagert hat, bis die zuständigen Gremien darüber entschieden haben, wer mit den gesammelten Beträgen unterstützt werden soll, und so etwas dauert halt besonders im Vatikan seine Zeit. Wer dem Papst Betrug vorwirft, hat sich dazu von Satan anstiften lassen.
> Nur Atheisten werden die Frechheit besitzen, hier von Betrug zu reden.
Aber
auch wenn es Betrug wäre, würde niemand den Papst anzeigen und wo kein Kläger – da kein Richter.
Und schließlich genießt der Papst sicherlich sowieso Immunität.
Also machen Sie sich keine Sorgen um den Papst.
Aber: Semper aliquid haeret – Es bleibt immer etwas hängen, und das ist dieses
Mal nicht nur „etwas“, sondern Millionen schwer.
Lesen Sie ergänzend: https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/

Datensammelwut und ihre Grenzen

Waffe

Eigentlich ist es ja völlig unverständlich, warum der Staat von einer wahren Sammelwut befallen ist, wenn es um Daten und die Privatsphäre des Bürgers geht. Der Staat stößt nämlich sehr schnell an die Grenze dessen, was seine Beamten verarbeiten können.
Sehr lehrreich sind in dieser Beziehung die USA: Schon vor dem 11.9.2001 gab es zahlreiche Hinweise darauf, dass ein Attentat bevorstehen könnte. So meldeten die Geheimdienste u.a., dass verdächtige Personen Flugstunden genommen und dubiose Kontakte hatten. All diese Indizien sind aber irgendwo im Behördendschungel untergegangen und nicht verarbeitet worden. So mussten wegen dieser Nachlässigkeit fast 3000 Menschen ihr Leben lassen. Das Ganze ist so unbegreiflich, dass finstere Verdächtigungen laut wurden: Die USA hätten bei Pearl Harbour und auch bei Nine-eleven den Tod vieler Menschen in Kauf genommen, um die Bevölkerung auf den Krieg (Welt- bzw. Irakkrieg) einzustimmen. Und als sich dann nach dem 9.11.2001 die Frage nach einem Krieg gegen den Terror stellte, stand das Volk hinter seinem Präsidenten, anstatt die Frage nach seinem Rücktritt zu stellen. Schließlich war er ja politisch verantwortlich für diese Geheimdienstpanne.
Und sind Lehren aus dieser Katastrophe gezogen worden? Offensichtlich nicht. Da warnte ein nigerianischer Minister die USA vor seinem eigenen Sohn. Dennoch erhielt der Sohn ein Visum für die USA und konnte mit einer Bombe in der Unterhose nach Detroit fliegen. Das ist aber nicht die einzige Panne. Man möchte annehmen, dass die USA solche Warnungen nicht für sich behalten, sondern auch andere Staaten informieren. Und so hätte der Nigerianer, als er in Amsterdam das Flugzeug nach Detroit bestieg, besonders sorgfältig durchsucht werden müssen.
Diese Vielzahl der Pannen lehrt, dass sich – wie ein Sprichwort sagt – in der Beschränkung der Meister zeigt. Wer zu viel spioniert, verliert den Überblick und erreicht das Gegenteil.