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Heute ist der Tag der Ruhe (Vertragen Sie die?)

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Katzen haben uns etwas voraus:
Sie können einfach so da liegen und das Leben genießen. Das haben wir verlernt. Wir müssen immer etwas tun. Und wenn wir nur so da liegen, dann wollen wir jedenfalls etwas lesen oder Musik hören. Aber einfach nur so da liegen und nichts tun: das hält der Mensch von heute kaum aus. Dabei sind solche Phasen des Lebens ganz wichtig: Man lässt die Gedanken schweifen und folgt ihnen.
Ich erinnere mich an die Zeit, als meine Kinder klein waren. Damals lagen sie halt auch häufig nur da und manchmal ging ein Kräuseln über ihre Stirn. Dann pflegte die Oma zu sagen: „Schau hin: Da sieht man richtig, wie sich der Geist bildet.“
Und solche Phasen braucht der Mensch auch, wenn er älter wird. Er soll sich nicht immer voll stopfen mit Vorgefertigtem, seien es nun Bücher oder Melodien. Er sollte halt auch versuchen, seinem eigenen Geist ein wenig Raum für das Schöpferische lassen.
Aber immer mehr Menschen halten es mit einem Typen überhaupt nicht aus: mit sich selbst. Daher brauchen sie die Ablenkung. Nur wenige ruhen noch in sich.

Tag des Faulenzens – Können Sie so etwas noch?

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Es ist ja erstaunlich, dass wir im Kalender gleich drei Tage der Faulheit widmen. Im Oktober kommt der Tag des Faultiers, heute ist der Tag des Faulenzens  und dann gibt es auch noch den Faulpelzes. Anscheinend haben wir das nötig in unserer hektischen Zeit.

Die Tiere haben uns etwas voraus:
Sie können einfach so da liegen und das Leben genießen. Das ist eine Form des Glücklich-Seins, die wir verlernt haben. Wir müssen immer etwas tun. Und wenn wir nur so da liegen, dann wollen wir jedenfalls etwas lesen oder Musik hören. Deswegen sagen wir ja inzwischen statt „ausruhen“ „chillen“, denn einfach nur so da liegen und nichts tun: das hält der Mensch von heute kaum aus, es sei denn, er sonnt sich. Dabei sind solche Phasen des Lebens ganz wichtig: Man lässt die Gedanken schweifen und folgt ihnen.
Ich erinnere mich an die Zeit, als meine Kinder klein waren. Damals lagen sie halt auch häufig nur da und manchmal ging ein Kräuseln über ihre Stirn. Dann pflegte die Oma zu sagen: „Schau hin: Da sieht man richtig, wie sich der Geist bildet.“
Und solche Phasen braucht der Mensch auch, wenn er älter wird. Er soll sich nicht immer voll stopfen mit Vorgefertigtem, seien es nun Bücher oder Melodien. Er sollte halt auch versuchen, seinem eigenen Geist ein wenig Raum für das Schöpferische lassen.
Aber immer mehr Menschen halten es mit einem gewissen Typen überhaupt nicht aus: mit sich selbst. Daher brauchen sie die Ablenkung. Nur wenige ruhen noch in sich.

Die Menschen werden immer lauter, die Vögel auch

                                Lokal Windbeutelgräfin in Ruhpolding mit lauter Kaffeekannen als Dekoration

Um was sich die Wissenschaft doch so kümmert: Ornithologen haben festgestellt, dass die Vögel immer lauter werden. Und die Fachleute sind sich sicher, auch die Ursache dafür gefunden zu haben: Schuld ist nach ihren Vermutungen die Umwelt, die immer lauter wird. So müssen die Vögel beispielsweise den Verkehrslärm übertönen, um sich mit ihresgleichen verständigen zu können.
Womit sich aber die Wissenschaft noch nicht befasst hat (nur ich ich Laie) ist die Tatsache, dass auch die Menschen auch immer lauter werden. Zuerst fiel mir dieses Phänomen auf, als ich öfter gerade zu der Zeit durch eine Straße ging, in der mir Schüler nach Schulschluss entgegen kamen. Laut schreiend gingen sie zu mehreren nebeneinander, ohne mir noch Platz zu lassen. Eine ältere Dame, der es ebenso ging, sagte zu mir: „Lauter Verhaltensgestörte!“
Ein großer Teil dieser Jugend fährt mit dem Bus nach Hause. Als ich einmal die 8 km von der Kleinstadt im Auto heim fuhr, sah ich eine Nachbarin auf der Straße gehen. Sie ging diese Strecke mit ihren Einkaufstaschen zu Fuß und sagte mir, als ich sie mitnahm: „Ich konnte nicht mit dem Bus fahren. Da sind lauter Schüler, und die machen einen Krach, dass es nicht zum aushalten ist. Da geh‘ ich lieber.“
Nun wird vielleicht jemand fragen, ob die Frau vielleicht ein wenig überempfindlich ist. Nein, das ist sie nicht, denn Messungen haben ergeben, dass Kinderlärm die Lautstärke von Presslufthämmern erreicht. Wer sich dauernd von seinem MP3-Player bedröhnen lässt, wird diese Lautstärke auch für seine akustischen Äußerungen für normal halten und die anderen passen sich dem an.

Bei den Schülern kann man ja vielleicht noch sagen; „Lasst doch der Jugend ihren Lauf…“, wie es in einem alten Lied heißt. Aber auch die Erwachsenen werden immer lauter. Während es früher üblich war, sich in Lokalen mit gedämpfter Zimmerlautstärke zu unterhalten, ist es heute anders. Da haben viele Leute das Bedürfnis, sich zu präsentieren. Und so will man zeigen, wie gut man drauf ist und lacht in einer Lautstärke, die einen Schalldämpfer erforderlich machen würde. Weil im Lokal natürlich Musik aus dem Lautsprecher kommt, um den Geräuschpegel zu überspielen, schraubt dies die Lautstärke der Gäste noch mehr in die Höhe.
Was ist in diese Menschen gefahren? Spüren sie nicht mehr, wie erholsam es wäre, in der Mittagspause in aller Ruhe zu speisen?

Nichts gegen Helene Fischer, aber…

…alles zu seiner Zeit. Als sie beim Pokalfinale sang, wurde sie gnadenlos ausgepfiffen. Sie passt halt nicht zum Fußball. Auch nicht zum Büro: Das ergab eine Umfrage von „LinkedIn“ und „Spotify“ mit über 1000 Personen: Deutschlands Schlagerqueen Helene Fischer befindet sich auf Platz zwei der Künstler, die man im Büro nicht hören mag. 26,1 Prozent sind ganz und gar nicht atemlos, sondern genervt, wenn Helene laut ertönt.
Sie passt leider auch
nicht zum Essen. Aber immer mehr Wirte haben offenbar kein Gefühl mehr dafür, dass wohl die meisten Menschen in Ruhe essen wollen. Da passt einfach „Atemlos“ nicht dazu. Vielleicht wollen die Wirte ja auch gar nicht, dass solche Schlager zum Essen passen: Kürzlich las ich, dass ein Innenarchitekt einen Gastraum so gestalten sollte, dass sich die Verweildauer eines Gastes auf 20 Minuten beschränkt. Dazu braucht man eigentlich keinen Innenarchitekten. Mit Musik kann man das auch erreichen.
Ich habe grundsätzlich eigentlich nichts gegen Musik beim Essen, aber es muss die richtige sein. Disco-Sound stört. Smooth-Jazz nicht. Vielleicht denken die Wirte doch einmal darüber nach, mit was sie ihre Gäste „beschallen“: Bayern III, Ö III, Antenne Bayern usw. – all das ist Geschmackssache, aber so etwas „schmeckt“ halt nicht zum Essen. Und deshalb hoffe ich, dass sich die Medien nicht nur um die Musik am Arbeitsplatz kümmern, sondern auch um das, was im Speiselokal aufgelegt wird.
Wenn man die Menschen von heute anschaut: Die meisten leiden unter Stress. Daher sollten die Wirte ihnen jedenfalls beim Essen eine Zeit der Ruhe und Entspannung gönnen