Schlagwort-Archive: Renten

Sind die Österreicher gescheiter als die Deutschen?

 

Die Zeiten sind vorbei, in denen man über die Österreicher schäbige Witze machte wie diesen:
Warum haben die Badewannen in Österreich zwei Abläufe?
Einen für Warmwasser und einen für Kaltwasser.

Inzwischen sind uns solche ohnehin ungehörigen Witze längst vergangen. Wir blicken staunend nach Österreich und fragen uns, sind die Deutschen dümmer oder nur sind es nur ihre Politiker?

Tu, felix Austria! Niedrigere Mieten und höhere Renten als in Deutschland

Nun haben uns die Österreicher sogar auf einem Gebiet überholt, wo wir uns einmal mehr Kompetenz zugetraut haben: Unsere Nachbarn sind bei der Digitalisierung weiter vor gerückt und  haben uns hinter sich gelassen. Besonders gut liegt man dort bei digitalen öffentlichen Diensten und der Verfügbarkeit von digitalem Wissen und ausgebildeter Experten.
https://abo.sn.at/nachrichten/abonnement/zeitungsabos/testabonnement/sn/artikel/sn-lesen-und-staubsauger-roboter-gewinnen-484502/?utm_campaign=testengewinnensaugroboter21&utm_source=sn-at&utm_medium=display&utm_content=sitelink

„Deutschland ist ein Sanierungsfall.“

„Deutschland ist ein Sanierungsfall.“ Dies sagte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner. Damit sprach er treffend aus, wie es um unser Land steht. Aber Lindner sieht den Sanierungsfall mit Scheuklappen, nämlich aus dem Blickwinkel der Reichen und der Unternehmer. Dass es aber der Merkelismus ist, der unser Land zum Sanierungsfall gemacht hat, sieht er nicht. Diesen Merkelismus habe ich hier häufig beschrieben, z.B.:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/08/07/wollt-ihr-das-so-deutschland-stuerzt-ab/

Deshalb hier ein paar Stichworte für Herrn Lindner, wenn es bei den Koalitionsverhandlungen um die Sanierung geht. Die folgenden Themen hat man bei der FDP offenbar nicht auf dem Schirm. Was will die FDP tun gegen:
die wachsende Kinderarmut,
die zunehmenden prekären Arbeitsverhältnisse,
die zu hohen Mieten, die immer mehr Menschen unter dem Existenzminimum vegetieren lässt,
die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich,
die unsicheren Renten, …?

Wahrscheinlich wird die FDP nicht mehr wahr haben wollen, dass sie sich einmal gegen Subventionen ausgesprochen hat:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/09/17/subventionitis/
Es ist also zu befürchten, dass die Krankheit der Subventionitis fortbestehen wird. Im vergangenen Jahr wurden fast 5o Milliarden dafür ausgegeben. Aber bei jeder oft sinnlos verschwendeten Subvention sollte sich die FDP fragen, ob nicht vielleicht ein paar Brosamen für die Minderbemittelten abfallen könnten.
Was ich bei der FDP vermisse, ist ein menschliches Gesicht. Arbeiten Sie daran, Herr Lindner, vielleicht mit einem Tag an der Tafel! Glauben Sie mir: Dann sehen Sie manches anders. Und gut fürs Image wäre das auch.

 

Sind die Österreicher gescheiter als Deutsche?

Die Frage habe ich hier schon öfter gestellt wegen der höheren Renten und billigeren Wohnungen in Österreich:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/11/04/sind-die-oesterreicher-gescheiter-als-die-deutschen/
Die Deutschen nehmen es hin, wenn sie einem Alter in Armut entgegen sehen und wenn der Wohnraum immer unerschwinglicher wird. Der deutsche Michel schluckt all dies, weil er das alles für „alternativlos“ hält, wie ihm eingetrichtert wird. Er braucht halt lange, bis er aufwacht. Die letzten Wahlen zeigen immerhin ein leichtes Aufmucken.

Gerade lesen wir, dass im Land Salzburg Ölheizungen verboten werden sollen wie schon vorher in zwei anderen Bundesländern. Das wäre doch auch wieder ein Vorbild für Deutschland. Aber es wird lange dauern, bis so etwas in unserer Lobbykratie möglich sein wird.

Deutschland stürzt ab: Gelbwesten, Fridays for Future: Wo bleiben die grauen Panther?

Gestern habe ich schon wie so oft über dieses Thema geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/11/17/deutschland-stuerzt-ab-9/
Gerade hat das ZDF die von mir aufgegriffene Rentenproblematik mit erschreckenden Zahlen verdeutlicht, die die Unfähigkeit unserer Regierung verdeutlicht:
Wie schon früher hier dargestellt, erhalten die Rentner anderer Staaten eine viel höhere Rente: Die Österreicher bekommen beispielsweise 50% mehr und die Niederländer sogar 100%. Aber das eigentliche Problem ist bei uns in die Zukunft verlagert worden: Wenn wir unser derzeitiges Rentensystem in dieser Form beibehalten, sinkt das Rentenniveau auf 41%, die Beiträge steigen auf 26% und der Steuerzuschuss muss verdoppelt werden. Schon das kann nicht klappen.
Man fragt sich, warum die Rentner bei uns nicht auch auf die Straße gehen. Einst haben sie ja als graue Panther die Regierung das Fürchten gelehrt. Aber hier bewährt sich wieder einmal die von der Kanzlerin betriebene Politik des Aussitzens. Die Rentner sehen die düstere Zukunft und wissen, dass sie froh sein können mit dem, was sie bekommen, denn die Zukunft ist auch aus anderen Gründen bedroht:
Deutschlands Innovationskraft lässt nach. Diese Kraft hat sich mehr nach China, Taiwan und Indien verlagert. Wie ich schon beschrieben habe, arbeiten bei uns  viel weniger Ingenieure an einem Problem als in China: Dort sind es 10-mal so viele. Wir werden also eine wirtschaftliche Abschwächung erleben, und wir können nur beten, dass diese gnädig ausfallen möge.
Wir konnten ja bisher unseren derzeitigen Lebensstandard nur halten, weil wir unser Tafelsilber verscherbelt haben:  Die öffentliche Hand hat einen großen Teil des gewaltigen Vermögens, das frühere Generationen geschaffen haben, verkauft: Grundstücke, Postämter in bester Lage, ja sogar die ganze Post, Kasernen, Krankenhäuser, Versicherungen…
Hinzu kommt, dass wir die fälligen Investitionen zur Erhaltung des öffentlichen Vermögens in nicht tragbarer Weise in die Zukunft verschoben haben: Straßen, Brücken, Schulen…  sind bei uns in einem desolaten Zustand. So haben wir Milliardenausgaben, die wir längst hätten zahlen müssen, auf den Sankt-Nimmerleins-Tag vertagt. Die „schwarze Null“ ist also nur eine Scheinlösung, mit der dem Volk Sand in die Augen gestreut wird.
Unsere Wirtschaft befindet sich in der Lage eines Patienten auf der Intensivstation, der mit Infusionen am Leben gehalten wird: Die Industrie, die einmal die Forschung für ihre Produktion selbst bezahlte, wird insoweit von den Hochschulen unterstützt. Die Unternehmen erhalten auch sonst Subventionen in gewaltigem Ausmaß: direkt oder über die Abwrack- und E-Auto-Kaufprämien. Und die Löhne, die sie eigentlich zahlen müssten, werden teilweise vom Staat übernommen („Aufstocker“). Kein Wunder, dass Trump uns Dumpinglöhne vorwirft und mit Strafzöllen droht.
Zieht euch warm an!

Tu, felix Austria! Niedrigere Mieten und höhere Renten als in Deutschland

Unter dem obigen Titel habe ich hier schon öfter die Frage gestellt, ob die Österreicher gescheiter sind als wir Deutschen. Nicht nur die Renten sind in Österreich um 400 Euro höher, sondern die Mieten sind auch erstaunlich billig:
Obwohl Wien die lebenswerteste Stadt der Welt ist, sind die Mieten dort etwa nur halb so hoch wie in München. Das liegt auch daran, dass es in Wien etwa viermal so viele Sozialwohnungen gibt wie in München.
In München gehen 1500 der 8500 neu errichteten Wohnungen auf das Konto der beiden städtischen Wohnbaugesellschaften, in Wien errichten die Genossenschaften 4800 der 12.000 neuen Wohnungen pro Jahr, berichten die Salzburger Nachrichten.
Bernd Rießland, Obmann des GBV (Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen),
sagt dazu: „Es stellt sich immer die Frage: Wer ist der Eigentümer? Wien fühlt sich der sozialen Miete verpflichtet, München eher dem Kapital.“
Man sollte es nur drastischer ausdrücken: Bei uns wurde der Wohnungsmarkt dem Raubtierkapitalismus zu Fraß vorgeworfen. Ganz vorne war Söder dabei mit seinem Verkauf von Sozialwohnungen, der anderswo einem Politiker das Genick gebrochen hätte. Aber bei uns hat es Söder beim vergesslichen Volk inzwischen so weit gebracht, dass er sogar Kanzlerkandidat werden könnte.

Sind die Österreicher gescheiter als die Deutschen?

Tu felix Austria…

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als die Ostfriesenwitze von Österreicherwitzen wie diesem abgelöst wurden:
Warum haben die Badewannen in Österreich zwei Abläufe?
Einen für Warmwasser und einen für Kaltwasser.

Doch diese Art von Witzen blieben den Deutschen im Halse stecken, als sie merkten, dass die Österreicher jenes blitzgescheite Volk sind, das dem Rest der Welt vormacht, dass Beethoven ein Österreicher war und Hitler ein Deutscher.

Und so sehen die Deutschen staunend, dass es den österreichischen Rentnern viel besser geht als den Deutschen, weil sie durchschnittlich 400 Euro mehr Rente bekommen:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/01/16/rente-tu-felix-austria/
Fragen Sie doch mal Ihren Abgeordneten, warum wir nicht einfach das österreichische Modell kopieren können, wenn uns schon so etwas nicht selbst einfällt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass wir zur Stützung der Rente die Öko-Steuer eingeführt haben, die die Österreicher nicht kennen. So muss ich dauernd zum Tanken nach Österreich fahren.
Die Österreicher haben noch einen anderen Grund zum Jubeln: Sie zahlen sogar in der lebenswertesten Stadt der Welt, nämlich in Wien, im Vergleich zu Deutschland recht bescheidene Mieten:
https://diepresse.com/home/meingeld/immobilien/4713465/Mieten-in-Wien-steigen-langsamer-als-in-deutschen-Grossstaedten
Das ist kein Wunder, denn bei uns hat die öffentliche Hand einen großen Teil ihres Vermögens verscherbelt: Post, Grundstücke, Krankenhäuser, Versicherungen … u.a. auch viele Sozialwohnungen. Im Jahr 1988 gab es in Bayern 495.240 Sozialwohnungen, im Jahr 2014 nur noch 147.078. Im übrigen Deutschland war es ähnlich. So konnten bei uns in Deutschland die Mieten ins Unermessliche steigen und der Staat ist nun gezwungen, für teures Geld Grundstücke zu kaufen und neue Sozialwohnungen zu bauen. Das Ganze ist also ein immenses Verlustgeschäft, das den Österreichern niemals eingefallen wäre, weil mindestens ihre Politiker gescheiter sind als die deutschen.

Deutschland stürzt ab (V)

Fortsetzung

Die Jungen jammern zwar immer über die unerträgliche Rentenlast, die ihnen die Alten aufbürden, und daher ist sogar schon – wenn auch satirisch – die Forderung nach einem „sozialverträglichen Frühableben“ laut geworden. Die Jungen sollten sich aber mal öfter die Bilder von Aleppo anschauen und sich vergegenwärtigen: So sahen auch die deutschen Städte nach dem Krieg aus. Die heutige alte Generation hat also eine ganz gewaltige Aufbauleistung vollbracht, von der die Jungen heute profitieren. Aber wie sieht es heute aus? Die Brücken oder Schulen, die damals gebaut wurden, sind heute marode und man ist nicht mal in der Lage, diese Bauten zu unterhalten. Wir haben also einen gewaltigen Investitionsstau, der die „schwarze Null“ als übles Täuschungsmanöver erscheinen lässt.

Wir sind also genau genommen überschuldet und nicht einmal in der Lage, in der Zeit des jetzigen Booms unsere Schulden zu tilgen.

Was viele übersehen, ist die Tatsache, dass wir zur Zeit auch in sehr starkem Maße von dem leben, was die Alten geschaffen haben: Der Staat verscherbelt dieses von den Alten aufgebaute Vermögen: Grundstücke, Post, Kasernen, Versicherungen, Krankenhäuser, Altenheime… alles wurde verkauft, und uns wird eingeredet, die Privaten würden es besser können (Die Wahrheit sieht aber leider so aus: https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/26/schlimme-nachricht-2/)

Wir leben zur Zeit in einer Illusion. Lesen Sie bitte dazu unbedingt die Wahrheit:

Märchen vom reichen Land: Wie sich Merkels Regierung die Finanzen schön rechnet | HuffPost Deutschland

Oder besser: Lesen Sie das nicht, wenn Sie ruhig schlafen wollen.

Wie wahnsinnig schnell sich die Verhältnisse auch in Deutschland ändern können, sehen wir am Beispiel von Argentinien oder Venezuela: Auf einmal stehen die Bürger vor dem Nichts und haben nicht einmal etwas zum Essen. Die Menschen in Venezuela profitieren nicht einmal vom Ölreichtum.

Ich bin oft froh, dass ich schon so alt bin, denn ich bin der Überzeugung, dass wir ganz Alten ein so schönes Leben gehabt haben, wie es keine andere Generation je hatte oder haben wird:

Wir haben zwar den Bombenhagel des Krieges und die damalige Hungersnot überleben müssen, aber dann ging es immer aufwärts: Es kamen: das Wirtschaftswunder mit der „Fresswelle“, die erste Urlaubsreise ins Ausland, ein eigenes Auto, später sogar ein eigenes Heim und Flugreisen in alle Welt. Das hätten wir uns in den kühnsten Träumen nicht erträumt.

Aber auch der dümmste Mensch weiß: Es kann so nicht weiter gehen und deshalb genießen die Leute alles, was geboten wird, ohne Rücksicht auf die Zukunft.

Rente: „Tu felix Austria…“

Geld
In Deutschland erhielten Männer, die lang versichert waren und neu in Pension gingen, im Jahr 2013 durchschnittlich 1050 Euro monatlich, teilte die gewerkschaftsnahe deutsche Hans-Böckler-Stiftung in Berlin mit. In Österreich dagegen sind es 1.560 Euro – bei 14 (!) Auszahlungen pro Jahr. Würden die Österreicher ihre Rente in 12 Monatsraten bekommen, erhielten sie 1820 Euro. Und die Minirenten in Österreich sind im Gegensatz zu Deutschland auf 12.000 Euro aufgestockt worden.
Warum ist das so?
Es kann nicht am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegen. Zwar liegt dieses in Österreich bei 43.546 US-Dollar und in Deutschland bei 41.267. Aber die Unterschiede sind verhältnismäßig gering und rechtfertigen keinesfalls so große Unterschiede bei den Renten. Wir sehen: Wir können viel von unserem Nachbarland lernen, denn die Zukunft bei uns sieht finster aus: In Österreich wird langfristig mit einem Niveau von gut 68 Prozent kalkuliert. In Deutschland dagegen wird das Rentenniveau von derzeit 47,4 auf 44,6 Prozent seines Gehalts bis 2029 sinken.

Die Enteignung der Armen

Eine Zeit lang war in den Medien der Trend zu beobachten, darüber zu berichten, dass es den Rentnern zu gut geht und die armen Jungen dies alles bezahlen müssen. Wenn einer in unserer Einheitspresse so etwas schreibt oder es im Fernsehen bringt, müssen die anderen ins selbe Horn blasen, um ja nicht als rückständig zu gelten:
Da sahen wir insbesondere in einem Fernsehbeitrag von Ursula Heller, in welchem Luxus die Rentner angeblich leben: Demnach lassen sie es sich bei Tanz im Wellness-Hotel gut gehen, während die Jungen kaum wissen, wie sie über die Runden kommen sollen.
Die Tatsachen sehen anders aus: Die Durchschnittsrente nach 45 Jahren beträgt1176 Euro im Monat, aber viele Versicherte mit mit weniger als 45 Beitragsjahren müssen mit 900 oder 1000 Euro auskommen. Damit kann man keine großen Sprünge machen.
Was aber das Schlimmste ist: Die Rentner werden rapide enteignet: Zwar liest man gelegentlich, wenn auch selten, dass den Rentnern eine kleine Erhöhung ihrer Bezüge bewilligt wurde. Trotzdem schrumpfte ihre Rente nach Recherchen der Bildzeitung in den Jahren 2004 bis 2012 um fast 10 %. Demgegenüber hatten beispielsweise die Ärzte in diesem Zeitraum ein Plus von fast 30 % zu verzeichnen. Dieses Beispiel zeigt, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht. Und typisch für unser Wirtschaftssystem ist, dass die Lasten von Bankenrettung und all den Rettungsschirmen wieder einmal in erster Linie den Ärmsten aufgehalst werden. Aber die tragen sie gerne, wie die steigenden Beliebtheitswerte der CDU/CSU und der Kanzlerin zeigen. Ich hoffe jedoch, dass die Werte insoweit täuschen. Die Leute erwarten halt von der SPD, die Hartz-IV und Rente mit 67 eingeführt hat, noch weniger.
Übrigens sind die Rentner von ihren schrumpfenden Einkünften deshalb besonders hart betroffen, weil die Inflationsrate zwar durchschnittlich 2 % beträgt, bei den Lebensmitteln aber 5 %. Den Rentnern nützt es nichts, wenn die Preissteigerungen bei Kleidung oder Reisen mäßig ausfallen: Sie müssen einen erheblichen Teil ihres Geldes für die teuren Lebensmittel ausgeben.