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Aus meinem Leben (2)

Ich werde hier von Zeit zu Zeit ein paar Episoden aus meinem Leben einstreuen.
Wenn man so alt ist wie ich, fallen einem in jeder Situation andere Erlebnisse von früher ein:
Gerade war erster Schultag und da denke ich natürlich auch an meine früheste Jugend. Deshalb hier noch eine Episode im Anschluss an den letzten Beitrag:
Wieder einmal erschien unser Schulrektor in SA-Uniform und das gab diesem Schreibtischtypen einen Anstrich von Autorität. Er knallte wieder die Hacken zusammen, hob schneidig den rechten Arm und rief: „Heil Hitler!“. Dann las er mit überlauter Stimme vor:
“ Führererlass: Wer auf die Isolierglocken der Telefonleitungen schießt, unterstützt den Feind und wird erschossen. Der Führer.“ Es folgte wieder ein kurzer Gruß und der Mann verschwand. Das war ein kurzer eindrucksvoller Auftritt!
Zur Erläuterung dieses Führererlasses sei angemerkt, dass wir Buben seinerzeit fast alle ein Katapult besaßen, mit dem wir ziemlich treffsicher umgehen konnten. Und da hatten sich manche  die etwa faustgroßen glockenartigen Isolierungen der Telefonleitungen als Ziel ausgesucht.  Der Schießbefehl richtete sich also gezielt an diese „bösen Buben“. Ja, das waren noch Erziehungsmethoden!

Aus meinem Leben


Ich werde hier von Zeit zu Zeit ein paar Episoden aus meinem Leben einstreuen.
Wenn man so alt ist wie ich, fallen einem in jeder Situation andere Erlebnisse von früher ein:
Als ich heute Morgen mein Vollkornbrot aß, dachte ich an die Kriegszeit. Wir mussten damals s
ehr hungern und da wussten die Nazis einen Ausweg:
Eines Tages erschien unser Volksschulrektor in
SA-Uniform in unserer Klasse und das zeigte uns, dass es etwas Besonderes gab. Er knallte die Hacken zusammen und rief: „Heitler!“ (was so viel bedeutete wie „Heil Hitler!“ Witzigerweise erschien er später einmal, um zu verkünden, dass wir nicht „Heitler“, sondern „Heil Hitler!“ sagen müssten).
Der Rektor verteilte Vollkornbrot-Brocken und forderte uns auf, diese lange zu kauen gemäß dem Sprichwort: „Gut gekaut ist halb verdaut.“ Er sagte uns, wir müssten das Brot so lange kauen, bis es süß schmeckt, so würde auch wenig Brot richtig satt machen. Und dann fragte er, wer denn schon einen süßen Geschmack verspüren würde. Und da flogen auch schon bald die Finger meiner Mitschüler in die Höhe, nur meiner nicht. Ich war halt schon damals ein bisschen anders als die anderen.