Schlagwort-Archive: Reden

Zitat zum Tag und zu Corona

Nun in der Corona-Krise müssen wir noch mehr das tun, was wir vorher auch schon immer gemacht haben: die Wirtschaft ankurbeln. Sogar in besseren Zeiten hatte man den Eindruck, unserer Wirtschaft gehe es so schlecht wie einem Patienten, der dauernd Infusionen braucht. Um uns das dauernde Ankurbeln leisten zu können, mussten wir Schulden machen. Und da kam eine Redewendung auf, die darüber hinweg täuschen soll, dass kein Geld mehr da ist, sondern nur ein Minus:

Die Politiker sagen dauernd: „Da müssen wir Geld in die Hand nehmen.“
Sie bringen es also fertig, etwas in die Hand zu nehmen, was gar nicht da ist.

Mehr solchen Unsinn finden Sie hier:

https://autorenseite.wordpress.com/lexikon-des-politischen-sprachgebrauchs-und-des-sonstigen-geschwafels/

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften.

Manchmal ist es leichter, eine Rede zu halten als den Mund.

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften.

Leider wird zu viel übereinander geredet statt miteinander.

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Lexikon des politischen Sprachgebrauchs und des sonstigen Geschwafels


Immer wenn ich auf meinen Hausberg, den Hochfelln, gestiegen bin, kam ich an einer steinernen Gedenktafel für einen gefallenen Soldaten vorbei, der sein Leben „für Führer, Volk und Vaterland geopfert“ hatte. Die Tafel wurde nach dem Krieg „entnazifiziert“: das Wort „Führer“ wurde heraus gemeißelt. Und wenn ich nun die beiden übrig gebliebenen Worte anschaue, frage ich mich, ob die noch lange tragbar sind:

Statt des Wortes „Volk“ benutzen die Politiker heute lieber die Floskel „Menschen draußen im Lande“ und das Wort „Vaterland“ ist inzwischen auch verdächtig geworden, seit es von der AfD benutzt wird. Auffallend ist, dass Bundespräsident Steinmeier stattdessen in seiner letzten Ansprache unerträglich oft das Wort „Heimat“ benutzte, als wenn er es uns als neues Vaterland einimpfen wollte. Und auch andere Politiker taten es ihm plötzlich – wie verabredet – gleich, so dass die Heute-Show die Aneinander-Reihung solcher „heimatlichen“ Redeausschnitte als Lachnummer benutzte. Was sehen wir aus der neuen Ausdrucksweise? Die Worte „Volk“ und „Vaterland“ werden vielleicht bald so verpönt sein wie der harmlose „Neger“. Dumm nur, dass das „Vaterland“ nicht nur in AfD-Reden vorkommt, sondern auch in der deutschen National-Hymne. Man wird sie vielleicht doch einmal umdichten müssen.
Wenn Sie die Politiker richtig verstehen wollen, sollten sie unbedingt ins Lexikon des politischen Sprachgebrauchs und des sonstigen Geschwafels schauen.

Zum politischen Aschermittwoch

In den Nachrichten höre ich gerade, dass seit Tagen überdimensionale Leinwände aufgebaut werden, auf denen heute die Politiker bei ihren Aschermittwoch-Auftritten zu sehen sind. Ich frage mich: Was soll der Unsinn? Eine derartige Überhöhung von Menschen sollte verboten werden. Es sollte bei solchen Veranstaltungen darauf ankommen, was die Politiker den Leuten zu sagen haben. Stattdessen prasseln Schlagworte und Phrasen von Großbildwänden auf die Menschen hernieder.
Ich finde, dass man eine interessante Entwicklung beobachten kann: Nehmen wir als Beispiel den Papst. Der wurde früher auf einer Sänfte mit riesiger Tiara (Papstkrone) auf dem Kopf durch die Menge getragen. Doch heute geht der Papst Franziskus im schlichten weißen Gewand in die Mensa zum Essen. Es ist nicht mehr zeitgemäß, Menschen auf diese Weise fast als überirdische Existenzen darzustellen.
Aber in der Politik läuft die Entwicklung anders herum. Da werden vor dem schlichten Volk überdimensionale Menschen aufgebaut – schon fast so, als wären es Götter.
Das Volk jedoch scheint die Nase voll zu haben von diesem hohlen Theater, wie die immer geringer werdende Stimmabgabe bei den Wahlen zeigt.
Übrigens heißt der Aschermittwoch so, weil er den Menschen daran erinnern soll, dass er aus Staub gemacht ist und wieder Staub wird. Die Politiker scheinen nur das Wort „Staub“ vernommen zu haben, und so wirbeln sie heute wieder einen Haufen Staub auf.

Ist Ihnen das auch schon aufgefallen?

Wenn Sie die Reden der Politiker hören, machen Sie eine erstaunlich Feststellung: Es gibt keine Leute oder Bürger mehr, sondern nur noch Menschen. So ist die CDU „näher am Menschen“, obwohl doch eigentlich der Mensch im Verhältnis zum Staat ein Bürger ist. Ist es nicht merkwürdig, dass es auf einmal so „menschelt“? Was sagt uns das? Der Ausdruck „Menschen“, und wenn es auch nur aus der Sicht der Abgeordneten „die Menschen draußen im Lande“ sind, sollen im Zeitalter der zunehmenden Versklavung mindestens den Eindruck haben, es ginge menschlich zu in einem Staat, in dem immer mehr Menschen einen Zweitjob brauchen, um über die Runden zu kommen, und immer mehr die „Tafeln“ aufsuchen müssen, um satt zu werden. Die Blutsauger sind unter uns.

Kirche im Aufbruch?

Der Erzabt des ältesten durchgehend bestehenden Klosters im deutschen Sprachraum, des Benediktinerstifts St. Peter, Salzburg Korbinian Birnbacher wurde gefragt:
Was erhoffen Sie vom neuen Papst Franziskus?
„… Das Sympathischste an diesem Papst ist, dass man wieder sagen kann, was man wirklich denkt, ohne dafür gleich Prügel zu bekommen.“
Kommentar: Was war das nur für eine traurige Kirche, die ihren Priestern nicht erlaubt hatte zu sagen, was sie dachten?