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Wahlkampfendspurt: Rote Socken oder Raubtierkapitalismus?

Es ist ja eine Wiederauflage der Rote-Socken-Kampagne, was die Union veranstaltet: Hier die guten Bürgerlichen und dort die Gefahr von Links mit der „Mauerschützenpartei, die aus der NATO raus will und den Kommunismus einführen will…“
Was die Vergangenheit der Linken anbetrifft, so hat die Union gute Gründe, ihre eigene zu verschweigen:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/14/ist-die-cdu-eine-nazi-partei/
Wir sehen also bei der Union: Menschen und Parteien können sich ändern.
Und wenn die die Sozis nun vielleicht mit den Linken koalieren: den NATO-Austritt und andere Themen werden die Linken nicht durchsetzen können. Die Welt geht also nicht unter, auch wenn Laschet das Gegenteil behautet.

Warum beansprucht eigentlich die SPD nicht die bürgerliche Mitte auch für sich und kämpft umgekehrt gegen die rechten Raubtierkapitalismus, sprich: Merkelismus?
https://autorenseite.wordpress.com/2021/08/15/schmaehschrift-was-union-waehler-wollen/
In der Union hört man dauernd etwas vom „Aufbruch“. Das bedeutet doch das Eingeständnis, dass bisher vieles schief gelaufen ist.
Und diesen notwendigen Aufbruch trauen die Wähler nach den Umfrageergebnissen eher einer Regierung ohne Laschet und ohne seine Partei zu. So, wie in dem Link oben geschildert, kann es ja nicht weiter gehen. Das hat auch die Union widerwillig eingesehen.

Was beim Terrorismus falsch läuft


Im Fall des Attentats auf Lübcke sehen wir wieder den üblichen Umgang mit dem Terrorismus. Man konnte voraussehen, was nach der Tat passieren würde: Es kamen die üblichen – man muss es leider schon so nennen – Sprechblasen.
Was ich vermisse, ist ein unorthodoxer, aber wirksamer Umgang mit dem Terrorismus. Und der sieht so aus:
> Nehmen wir als Beispiel die Ermordung von John Lennon. Dem Täter kam es darauf an, durch den Mord genau so „berühmt“ zu werden wie sein Opfer. Publicity ist die Triebfeder vieler Attentäter. Und deshalb geht die Zeitung
„Le Monde“ einen anderen Weg als die meisten Medien: Sie will keine Fotos mehr von Terroristen veröffentlichen und damit eine Glorifizierung der Täter verhindern.
Was aber tun die „Gschaftlhuber“ unserer Medien? Genau das, was die Täter gewollt haben: Sie bieten den Terroristen und deren
wirren Ideen eine große Bühne. Wochenlang setzen sie sich damit auseinander.
Wo aber lesen wir eine Berichterstattung unter dem Aspekt, dass ein geistig
minder bemittelter Täter sich von anderen so beeinflussen ließ, dass er ein schäbiges, feiges Attentat begangen hat?
Da käme der Täter nicht als der große Held weg, als den er sich fühlt, sondern als bloßes Werkzeug anderer.
> Gerade bei Rechtsterroristen, die ja auch Ideen vom Heldentum anhängen, wäre es wichtig, die Feigheit und Schäbigkeit eines Attentats heraus zu stellen und den Akzent nicht zu sehr auf die Tötung eines Amtsträgers zu legen, sondern darauf, dass ein Mensch umgebracht wurde und eine Familie in unermessliches Leid gestürzt wurde.
> Schließlich sollte als besonders erschütternd die Sinnlosigkeit solcher Morde heraus gestellt werden: Der Täter wird mit Sicherheit immer ermittelt und verbringt den überwiegenden Teil seines restlichen Lebens in einer Zelle. Und alles, was er erreicht hat, ist, dass ein Amtsträger durch einen anderen ersetzt wird.
Man muss immer wieder heraus stellen: So etwas können nur besonders blöde Menschen tun.

Populist Schulz

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                         Gabiel geht, Schulz kommt


Wenn die Rechten irgendwelche Phrasen von sich geben, nennt man das Populismus. Und gleich sind sich die Parteien und sogar der Bundespräsident darüber einig, wie verwerflich diese Erscheinung ist, wenn sie von rechts kommt. Man tut so, als handele es sich um ein neu auftauchendes Phänomen, das Verfassungsfeinde benutzen. In Wirklichkeit ist Populismus ein Werkzeug, dessen sich alle Politiker bedienen.

So wundern wir uns nicht, wenn wir nun vom Kanzlerkandidaten Schulz populistische Töne hören. Das Mainstream-Medium Spiegel kommentiert diese freundlich als „menschenfängerische Art“ und sieht sie als klaren Pluspunkt für den Wahlkampf. Weiter heißt es dazu im Spiegel: „Dazu kommt bei ihm ein gutes Gespür für die richtigen Worte am richtigen Ort. Das Signal an die Fraktion an diesem Tag: Ihr seid wichtig.“ Da kann man nur sagen: Na, so was!

Schulz machte den Abgeordneten Mut: „Wenn wir Sozis den Menschen zeigen, dass wir an sie denken, dann gewinnen wir die Wahl.“ Unser Kommentar dazu: Denken genügt nicht!
Und noch ein populistisches Schlagwort hat er heraus gegeben: Er bezeichnet die SPD als „Bollwerk der Demokratie“. Nee, Herr Schulz, das ist sie wirklich nicht:
https://autorenseite.wordpress.com/demokratie-kaputt/

Hier der Klartext für Sie, Herr Schulz:

Die SPD hat auf drei wichtigen Feldern versagt:
Bei der Flüchtlingspolitik, daher das Erstarken der AfD,
bei der Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich,
bei der Agenda 2010.
Auch wenn nun das Ruder herumgerissen werden soll, glauben viele Wähler das nicht. Die SPD war zu lange dabei, als die Reichen immer reicher gemacht wurden. Und sie hat sich nie mehr richtig auf ihre Wurzeln als Arbeiterpartei zurück besonnen. Das bisschen Mindestlohn, das sie durchgesetzt hat, ist einfach lächerlich im Vergleich zu dem, was Winterkorn absahnt.

Aber eines wird sich bei Schulz zeigen: Populismus macht populär. Die gestiegenen Umfragewerte der SPD beweist es.

Unser Schubladendenken

Es war schon beim Irakkrieg so: Da war vom Antiamerikanismus die Rede nur, weil die Deutschen gegen diesen Krieg waren. Und wer gegen Israels Palästina-Politik ist, gilt gleich als Antisemit. Ich wurde sogar von Frau Knobloch höchstpersönlich als Antisemit beschimpft, weil ich mich seinerzeit gegen die schwarzen Blöcke als Gedenkstätte in Berlin ausgesprochen hatte.
Jetzt bei der Flüchtlingswelle, die auf uns zu strömt, ist es auch wieder so: Auf der einen Seite stehen die Gutmenschen, die alle aufnehmen wollen und auf der anderen Seite stehen diejenigen die das ablehnen. Diese werden als Rassisten, Rechtsextreme oder Populisten beschimpft. Dabei sind diese Leute nicht anders als die Australier, die jeden Flüchtling sofort zurück schicken.
Die Frage ist, wie lange wir unsere Gutmenschen-Politik durchhalten können: Die Bruttoausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beliefen sich im Jahr 2013 insgesamt auf rund 1,52 Milliarden Euro. Nun verlangt Finanzminister Söder allein schon für den Doppelhaushalt 2015/16 des Landes Bayern 2,5 Mrd. Das muss sich bei den anderen Ressorts erheblich auswirken.
Eines Tages wird es auch dem schlichtesten Bundesbürger dämmern, dass er das Ganze bezahlen muss. Und dann ist das Gutmenschentum sehr schnell am Ende und es wird sich die Ansicht ausbreiten, dass wir nicht ganz Afrika bei uns aufnehmen können. Oder glauben Sie etwa, dass unsere Bürger bereit wären, ihre Wohnungen wie damals nach dem Krieg mit Flüchtlingen zu teilen? Würden die Bürger überhaupt einen „Flüchtlings-Soli“ bezahlen, wenn ja, in welcher Höhe? Wie weit geht die Opferbereitschaft und wann gibt es Unruhen?
Da stellt sich die Frage: Sollen wir eine Politik weiter betreiben, von der sich abzeichnet, dass man sie nicht durchhalten kann? Ab wann ziehen wir die Notbremse? Erst dann, wenn die sog. Rechtspopulisten die Wahlen gewinnen?