Schlagwort-Archive: Reallohn

Deutschland erwache! Wehrt euch!


Mit diesem Aufruf Tucholskys habe ich mich hier schon häufig darüber gewundert, dass die Deutschen – bis auf ein paar Chaoten – die herrschenden Zustände nicht nur klaglos hinnehmen, sondern sich sogar nach Umfrage angeblich auch noch wohl fühlen und die Kanzlerin wählen, obwohl es ständig bergab geht:
Während früher das Einkommen eines Mannes ausreichte, um eine Familie zu ernähren, müssen jetzt normalerweise beide Ehegatten arbeiten, um über die Runden zu kommen. Die prekären Arbeitsverhältnisse nehmen zu. Das Leben im Alter wird immer unsicherer. Die Realeinkommen sind seit 1990 um bis zu 50% gesunken:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/studie-realloehne-sind-seit-1990-um-bis-zu-50-prozent-gesunken-a-670474.html
Es gäbe noch vieles zum Aufzählen.
Und nun müssen wir eine Nachricht lesen, die weder zu einem Aufschrei des Volkes noch zu einer sofortigen Initiative von SPD oder den Linken geführt hat:
„Nach Berechnungen des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung (IMU) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung verdiente ein Dax-Vorstand 2017 im Mittel 71 Mal so viel wie die Beschäftigten seines Unternehmens im Durchschnitt, Postchef Frank Appel sogar das 232-fache.“
Zum Vergleich: 1960 war das Verhältnis der Unternehmereinkünfte im Vergleich zum Einkommen der Beschäftigten 1:16.
Wir sehen: Wir brauchen dringend eine neue Partei, die radikal-sozialistische Partei Deutschlands, um all diese Missstände abzustellen:

Einer solchen Partei wäre sicherlich ein großer Erfolg beschieden. Wie die Missstände bei der Flüchtlingspolitik die AfD groß gemacht haben, wird sich nun nun wohl langsam das Augenmerk der Bevölkerung mehr darauf richten, dass die Blutsauger unter uns sind und dass etwas dagegen unternommen werden muss, um einer völligen Versklavung entgegen zu wirken.

Zum Nachdenken noch ein paar Aphorismen:

Von einer gewissen Höhe an ist ein Spitzeneinkommen Diebstahl an den Beschäftigten.
H. Pöll, Aphoristiker

Wer gut verdient, strengt sich nicht an.
Wer sich anstrengt, verdient nicht gut.
Konfuzius

Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe,
sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle.
Robert Bosch

 

Was ist los mit Euch?

Ich habe es ja schon öfter beschrieben, dass es ständig mit uns bergab geht:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/04/13/merkel-schafft-den-sozialstaat-ab/
https://autorenseite.wordpress.com/2017/04/19/so-nicht-frau-merkel-2/
Jeden Tag liest man neue negative Nachrichten: Hier nur zwei von gestern:
Die Gewaltkriminalität hat letztes Jahr um 7 % zugenommen. (Das ist die offizielle Statistik und nicht die „gefühlte Kriminalität“, die uns die Politiker gerne einreden wollen.)
Und die Böckler-Stiftung schreibt: D
er Anteil von Teilzeitstellen, Leiharbeit und Minijobs an der Gesamtbeschäftigung ist erneut gestiegen und befindet sich auf dem höchsten Stand seit 13 Jahren. (39,3 Prozent).
Und was ich nicht verstehe: trotzdem steigen die Umfragewerte der CDU/CSU! „Was ist los mit Euch?“ kann ich da nur fragen. Man enteignet Euch, Ihr bekommt seit 10 Jahren immer weniger Reallohn, die Armut steigt ständig, die Tafeln versorgen immer mehr Menschen …
Wenn ich das alles im Zusammenhang mit den Umfragewerten
sehe, bin ich sprachlos und da fällt mir nur noch ein Witz ein:

Ein Playboy kommt in die Hölle. Luzifer führt ihn herum. Überall Luxus wie in einem 5-Sterne-Hotel: Bar, Swimmingpool, Wellness-Abteilung usw. Plötzlich kommen sie an einem Fenster vorbei, hinter dem die armen Seelen von kleinen Teufeln fürchterlich gequält werden.
Und was ist das?“ fragt der Playboy.
Das ist unsere Katholikenabteilung. Die wollen es so.“

Damit Ihr den Witz versteht: Die in der Katholikenabteilung – das seid Ihr! Ihr wollt es ja auch so!

 

Die Lüge vom Aufschwung

„Der Aufschwung ist unten angekommen!“ Erinnern Sie sich noch an diesen Jubel der Kanzlerin? „Unten“ – das sind wir aus der Sicht der Kanzlerin. Leider war das, was sie da gesagt hat, nie die Wahrheit. Und auch später ist der Aufschwung nicht unten angekommen. Das geht aus einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor. Erstmals jetzt nach 13 Jahren gibt es nun ein kleines Plus. Ende 2014 lagen die durchschnittlichen Bruttolöhne je Beschäftigtem preisbereinigt um 1,4 Prozent höher als im Jahr 2000. Im Jahr zuvor lagen sie noch darunter.
Hinter diesen Zahlen verbergen sich Schicksale: Wie viele haben sich das Wohnen in den teuren Städten nicht mehr leisten können, weil die Mieten dort stärker angestiegen sind als im Durchschnitt. Viele mussten aufs Land ausweichen und müssen nun gewaltige Fahrtkosten und immensen Zeitaufwand in Kauf nehmen.

https://autorenseite.wordpress.com/2015/01/31/unmenschliche-wohnungssituation-20035300/

Lesen Sie bitte auch „Wer stoppt den Wahnsinn?“

Wir werden immer ärmer

Wir reden dauernd von Aufschwung, Wachstum und Reallohnzuwachs. Aber wie sieht das denn nun wirklich aus? Als ich jung verheiratet war (1965), reichte das Durchschnittseinkommen des Mannes aus, um seiner Familie ein schönes Leben zu ermöglichen. Schon Adenauer hatte die Devise ausgegeben: „Jedem Deutschen sein Haus, denn jeder Hausbesitzer ist ein CDU-Wähler.“ So konnte sich ein Angestellter oder Handwerker ein Haus und ein Auto leisten, wenn das freilich auch Sparsamkeit erforderte. Die Ehefrauen blieben damals normalerweise zu Hause, weil dies in der Regel finanziell günstiger war: Sie kauften ein und kochten, denn Supermärkte und Fertiggerichte gab es noch nicht. Und sie nähten und strickten Kleidung für die Kinder, denn die gekaufte war teuer.
Im Urlaub fuhr man mit dem Auto ins nahe Italien oder blieb im Lande. Man war damit vollauf zufrieden. Meine Frau, die vor der Ehe Angestellte im Vermessungsamt war, hat ausgerechnet, dass wir kaum mehr Geld gehabt hätten, wenn sie im Beruf geblieben wäre.
Heute arbeiten in der Regel beide Eheleute, um über die Runden zu kommen. Aber im Grunde hat sich dadurch der Lebensstandard nicht wesentlich erhöht. Urlaubsreisen mit dem Flugzeug und Shopping-Gehen täuschen uns vor, dass das finanzielle Niveau gewaltig gestiegen ist. In Wirklichkeit sind aber Flugreisen und Kleidung zu Billigartikeln herunter gekommen.
Das, was man wirklich zum Leben braucht, konnte jedenfalls früher der Mann allein erarbeiten, und heute sind in der Regel beide Eheleute damit beschäftigt, die Grundbedürfnisse einer Familie zu befriedigen. Das nennt man Fortschritt und viele Frauen empfinden das auch so, wenn sie nun ihr Kind in der KITA abliefern und in die Arbeit gehen können.