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Der Scherbenhaufen der Frau Merkel

Die scheidende Kanzlerin hinterlässt einen Scherbenhaufen. Gerade lesen wir auch in diesem Beitrag wieder, wie es um den Wirtschaftsstandort Deutschland steht:
https://web.de/magazine/wirtschaft/marode-strassen-internet-wirtschaftsstandort-deutschland-konkurrenzfaehig-36355766
Auch hier habe ich in zahlreichen Beiträgen beschrieben, wie Deutschland abstürzt, u.a. hier:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/09/03/deutschland-stuerzt-ab-ranking-der-unis/
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/21/deutschland-stuerzt-ab-14/
Und ich habe immer wieder aufgerufen: „Deutschland erwache!“, z.B. hier:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/12/27/deutschland-erwache-3/
Es hat alles nichts genützt.
Das System Merkelismus muss überwunden werden. Die immer gewaltsameren Demonstrationen wie gerade in Brüssel zeigen, wohin der derzeitige Raubtierkapitalismus führt. Eines Tages könnte er nicht mehr beherrschbar sein. In Brüssel musste die Polizei schon auf Menschen schießen.
Selbst die schwärzesten Unionsmitglieder haben erkannt, dass es so nicht weiter geht. Überall in den C-Parteien wird ein „Aufbruch“ oder „Neuanfang“ gefordert. Man fragt sich: warum erst jetzt nach der herben Wahlniederlage? Hätte man in der Union nicht schon früher die Augen aufmachen können oder besser noch den Mund?

Wollt Ihr das so? Deutschland stürzt ab!

https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/21/deutschland-stuerzt-ab-14/

Die größte Leistung der Bundeskanzlerin ist, dass sie den Absturz Deutschlands als Aufschwung verkauft hat und dass sie dem Volk alles, was sie ihm aufgebürdet hat. erfolgreich als „alternativlos“ eingeredet hat.

Man sollte öfter fragen, wo wir bei unserer politischen Entwicklung stehen. Und da muss man zunächst in die Vergangenheit schauen und dann fragen: Was haben wir seitdem erreicht:
Nehmen wir als Ausgangspunkt die Ära Adenauer. Uns ging es damals gut. Das Einkommen des Mannes reichte aus, um eine Familie zu ernähren. Man konnte sich eine Wohnung in der Stadt leisten. Und Adenauer hatte die Devise ausgegeben: „Jeder Deutsche  – ein Hausbesitzer. Jeder Hausbesitzer ein CDU-Wähler.“
Allerdings konnte man damals noch nicht in Urlaub fliegen Und ein Auto besaßen nur wenige. Das hat man auch nicht vermisst: Man machte Urlaub an der See oder in den Bergen. Zum Skifahren fuhren wir mit der Bahn oder mit Bussen. Am Münchner Hauptbahnhof waren damals alle Gleise voll mit Zügen in die Skigebiete besetzt und am Jakobsplatz standen viele Busse für die Skifahrer. War das ein fröhliches Treiben in aller Frühe! Ich finde das besser und jedenfalls umweltfreundlicher, als wenn heute jeder mit dem Auto im Stau in die Berge fährt.

Was bemerkenswert an der damaligen Lebensweise ist, ist die Tatsache, dass es uns gut ging, obwohl uns noch nicht der Computer und die Automatisierung viele Arbeiten abgenommen hatten:
Drei Beispiele:
> Wo heute in den Autofirmen Fertigungsstraßen die Arbeit erledigen, waren früher Schweißerkolonnen tätig, um die Autos zusammen zu bauen.
> In den Banken nahmen freundliche Fräulein (die gab es damals noch und Elvis besang sie) die Überweisungsaufträge entgegen oder zahlten das Geld aus.
> Am Münchner Hauptbahnhof waren Kolonnen tätig, die die großen Anzeigetafeln an den Gleisen  und die kleineren am Prellbock aktualisierten.

Wo sind denn die Gewinne aus all diesen Erneuerungen geblieben? Müssten wir nicht eigentlich weniger arbeiten als früher? Nein, das Gegenteil ist der Fall: Der bei uns herrschende Raubtierkapitalismus (sprich: „Merkelismus„) hat alles geschluckt.
Für die Normalbürger wird die Lebensarbeitszeit ständig verlängert. Und die Frauen, die früher als Hausfrauen zu Hause waren. müssen nun mit arbeiten, denn die Mieten sind sonst unbezahlbar.

Während wir damals nach dem Krieg Deutschland wieder aufgebaut haben, lebt man heute von der Substanz: Allein der Investitionsrückstand bei Städten und Gemeinden beläuft sich auf 149 Milliarden Euro:
https://www.dstgb.de/themen/finanzen/investitionen/149-mrd-investitionsstau/
Das ist eines der Hauptmerkmale des Raubtierkapitalismus, dass er wie eine Spinne, die die im Netz verfangenen Opfer aussaugt, ebenfalls die Ressourcen der Natur,  der Infrastruktur und der menschlichen Arbeitskraft bis zum „Geht nicht mehr“ ausschöpft. Man lebt, als gäbe es kein Morgen: Sollen doch die nächsten Generationen schauen, wie sie zurecht kommen und außerdem noch unsere Schulden bezahlen.

Wie sieht denn nun der Absturz Deutschlands im einzelnen aus?
> Gerade habe ich beschrieben, dass die verfehlte Wohnungspolitik der Regierung vielen Familien nicht einmal mehr Existenzminimum belässt:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/08/05/wir-leben-in-einer-illusion-deutschland-stuerzt-ab/
Sind die Österreicher gescheiter als wir? Die Durchschnittsmiete in Wien beträgt knapp 13 Euro pro qm, in München dagegen 22 Euro.
> Die Kinderarmut in unserem reichen Lande steigt. Die Regierung hat es nicht fertig gebracht, die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. Wie schön wäre es doch, wenn man allen Kindern ein geregeltes Taschengeld zukommen lassen würde.
> Die Zahl der Tafelbesucher steigt ständig an auf 1,65 Millionen:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/01/01/schlimme-nachricht-darf-so-etwas-ein/
> Umgekehrt wächst auch die Zahl der Reichen auch gerade wieder in der Pandemie. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, denn die Reichen stehen unter dem besonderen Schutz des Staates. Sie häufen Geldmengen an, mit denen sie bestimmen können, was die Politik zu tun hat. Sie sind eine Gefahr für die Demokratie.
> Früher hat man von seiner Hände Arbeit leben können. Heute gibt es „Aufstocker“, das sind Menschen, die zu wenig verdienen, um davon leben zu können. Der Staat muss hier einspringen. Wieso darf es sein, dass Konzerne Milliarden verdienen und ihren Arbeitern nicht einmal das Existenzminimum gönnen müssen?
https://autorenseite.wordpress.com/2019/11/26/schlimme-nachricht-3/
> Überhaupt nimmt die Zahl der prekären Arbeitsverhältnisse zu: Es gibt immer mehr Zeit- und Leiharbeiter. Und immer mehr müssen sich noch eine Zweitjob suchen, um über die Runden zu kommen:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/21/deutschland-stuerzt-ab-14/
> In Deutschland hat man einmal von seiner Rente leben können: „Die Rente ist sicher!“ war die Devise. Heute ist nichts mehr sicher. Die Leute müssen selbst schauen, wie sie für das Alter vorsorgen. Da gibt es keine Zinsen auf Erspartes und keine Bundesschätzchen mehr. Der Bürger muss schauen, wo er seine Altersrücklagen investiert, und da fallen viele auf die Nase: Der Schauspieler Horst Janson ist ein Beispiel oder auch Sylvia:
https://autorenseite.wordpress.com/2012/05/29/sylvias-rente-wirtschaftssystem-funktioniert-13771220/
> Sind wir dümmer als die Österreicher? Die Deutschen müssen demnächst bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten, während unsere Nachbarn in Österreich nur bis 60 im Berufsleben stehen müssen. Ihre Rente ist bei 14-maliger Auszahlung im Jahr um mindestens 400 Euro höher als in Deutschland.
https://autorenseite.wordpress.com/2021/06/03/sind-deutsche-duemmer-als-andere-voelker/
> Wir sind ärmer gemacht worden als die Italiener und Franzosen, wo jeder dreimal soviel Vermögen hat, wie Sie dem oben verlinkten Beitrag entnehmen können. Auch verfügen bei uns viel weniger Menschen über Grundbesitz.
> Wir hatten einmal eine Pressefreiheit. Heute werden die Not leidenden Printmedien vom Staat unterstützt. Wer beißt schon die Hand, die ihn füttert? So wundert uns nicht, dass immer mehr Menschen im Internet nach der Wahrheit suchen und auf Fake–News herein fallen.
> Der Staat lebte einmal überwiegend von den Steuern der Unternehmer. Heute sind die Bürger diejenigen, die hauptsächlich den Staat finanzieren müssen.
> Immer wieder hat das Bundesverfassungsgericht feststellen müssen, dass der schäbige Staat den Armen im Zeitalter des Merkelismus das vorenthält, was ihnen zusteht: Das war beim Existenzminimum der Fall, bei den Hartz-IV- Sanktionen und beim Geld für die Asylbewerber.
> Andererseits ist der Staat großzügig gegenüber den reichen Unternehmen. Unter den unionsgeführten Regierungen hat sich eine Krankheit ausgebreitet: die Subventionitis. Es wird Geld auf Druck von Lobbyisten ausgegeben, obwohl es keinen Nutzen hat:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/09/17/subventionitis/
Allen voran hat die Autoindustrie in 10 Jahren allein vom Bund insgesamt rund 1,15 Milliarden Euro erhalten. Hinzu kommen großzügige Zahlungen der Länder. Trump hat zu Recht dagegen Front gemacht:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/03/07/hat-trump-recht/
Warum zahlen die Autofirmen ihre Forschung nicht selbst aus ihren Milliardengewinnen, sondern lassen sich über die Mehrwertsteuer auch noch von den Ärmsten unterstützen?
> Anstatt den Firmen das Geld für deren Entwicklungen in den gierigen Rachen zu werfen, hätte man mehr Geld für Bildung ausgeben müssen. Wir geben 4,9 % des Bruttosozialprodukts aus. Andere Länder wie Italien, Frankreich und Norwegen tun da mehr. In Norwegen sind es 6,2 %. So verwundert nicht, dass wir bei den Nobelpreisen nicht mehr wie früher vorne dabei sind. Und unsere Universitäten sacken beim internationalen Ranking demgemäß auch immer weiter ab:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/06/25/deutschland-stuerzt-ab-5/
Wie sollen wir da konkurrenzfähig bleiben, wo wir doch vom Blaupausenexport leben müssen? Das Tesla-Werk in Brandenburg ist ein deutliches Warnzeichen.
> Das Volk wird um sein Vermögen gebracht durch die Inflation von fast 4% und durch die Null-Zins-Politik, die jeden Haushalt in 10 Jahren 20.000 Euro gekostet hat.
> Wir hören dauernd etwas über die Notwendigkeit der Schonung der angeblichen Leistungsträger, aber über die Schonung der Lastenträger (sprich: Bürger) hört man kaum etwas. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist bis zum Jahr 2020 auf über 26.000 Euro gestiegen. Wenn also beispielsweise ein Mann mit zwei Kindern für diese, seine Frau und die beiden alten Eltern zahlen muss, so sind das schon mal 156.000 Euro. Hinzu kommen die Schulden von Arbeitslosen und Menschen, die ihren Anteil nicht zahlen können. Man sollte mal ausrechnen, wie viel so ein echter Leistungsträger bezahlen muss. Dafür könnte er sich leicht eine Eigentumswohnung kaufen oder sogar ein Haus.
> Ist es nicht schlimm dass wir all unsere Daten Google, Facebook & Co überlassen? Als diese Unternehmen sich bei uns etablierten habe ich gewarnt und angeregt, dass der Bund und die Fernsehanstalten deutsche Plattformen schaffen. Leider vergebens.

Lesen Sie weiter über den Merkelismus:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/11/14/was-ist-der-merkelismus-i-2/

Und wenn dann die Bundestagswahl stattfindet, werden die meisten wohl ihr Kreuz bei der Union machen nach dem Motto: Weiter so; daran haben wir uns gewöhnt. Da fühle ich mich immer an diesen Witz erinnert:

Ein Playboy kommt in die Hölle. Luzifer führt ihn herum. Überall Luxus wie in einem 5-Sterne-Hotel: Bar, Swimmingpool, Wellness-Abteilung usw. Plötzlich kommen sie an einem Fenster vorbei, hinter dem die armen Seelen von kleinen Teufeln fürchterlich gequält werden.
„Und was ist das?“, fragt der Playboy.
„Das ist unsere Katholikenabteilung. Die wollen es so.“

Die Deutschen sind anscheinend auch solche Masochisten bzw.: Sie sind „des Wahnsinns fette Beute“: Sie wollen versklavt werden, aber bitte ganz langsam und „alternativlos“.

 

 

Nüßlein und Löbel – nur die Spitze des Eisbergs

„Früher war alles besser.“ So hört man es oft von der älteren Generation:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/
Ein Beispiel bietet die Maskenaffäre. So etwas hätte es früher nicht gegeben. Aber wir leben heute im Zeitalter der hemmungslosen Geldgier. Andere nennen das Raubtierkapitalismus.
Ich habe das in diesem Blog als „Merkelismus“ beschrieben, beispielsweise hier:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/11/14/was-ist-der-merkelismus-i-2/
Wie das kapitalistische Denken um sich greift, zeigt sich beim Roten Kreuz:
Mein Großvater war Chef des Roten Kreuzes. Er wäre nie auf die Idee gekommen, dafür Geld zu verlangen. Das war halt ein Ehrenamt, für das man kein Geld bekam. Heute ist dieser Job ein einträglicher Austragsposten für Politiker im Ruhestand geworden. Die finden es selbstverständlich, dass Bergwachtmänner, wie ich einer war, Wochenende für Wochenende ohne Bezahlung ins Gebirge fahren, um Verletzte zu umsorgen und auch Tote zu bergen.
Warum kann nicht mal ein einziger aus dem Kreis der Abgeordneten aufstehen und sagen: „Nach meinem Ausscheiden aus dem Bundestag mache ich das umsonst.“?
Solche Menschen brauchen wir und wir finden sie in vielen Ehrenämtern, aber doch nicht im Bundestag. Wenn jemand von den Abgeordneten ein solches Ehrenamt übernimmt, dann geschieht dies höchstens aus wahltaktischen Gründen, aber zur Mitarbeit haben solche Leute dann keine Zeit.
Nun sind bei uns schon die Jüngsten von kapitalistischen Ideen angefressen, wie der Fall Amthor gezeigt hat. Ehrlicherweise sollten sie gleich so annoncieren:

Wie die SPD überleben kann

 

Wenn in der Wirtschaft eine Firma ihr Unternehmen an die Wand gefahren hat, ist ihr Firmenname nichts mehr wert. Man beginnt dann neu mit einem anderen Firmennamen. Die Hamburg-Mannheimer Versicherung oder die Citibank sind Beispiele dafür. Auch die SPD ist in einer ähnlichen Lage. Was sind ihr Name und ihre Tradition noch wert, wenn diese belastet sind mit Agenda 2010 und einer GroKo, die zu einem Raubtierkapitalismus geführt hat u.a. mit Mieten, die zu einer Flüchtlingswelle anderer Art geführt haben? Die Menschen können sich das Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten.
Was ist zu tun?

1. Die fortschrittlichen Kräfte der SPD könnten sich mit entsprechenden Teilen der Linken verbünden und unter „Aufstehen“ einen Neuanfang wagen:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/14/skandal-staendige-zunahme-der-armut-aufstehen-mit-wagenknecht/

2. Die SPD könnte sich spalten: Wir denken ja zur Zeit an das Ende des Ersten Weltkriegs zurück. Damals teilte sich die SPD in eine USPD und eine MSPD, also in eine konservative und eine weiter links stehende Richtung. Das hat rückschauend betrachtet der SPD nicht geschadet und könnte heute wiederholt werden.
So wie jetzt kann es jedenfalls nicht weiter gehen.