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Was ein Frauenbusen alles anrichten kann oder…

Traumatisiert durch einen Frauenbusen?
Erinnern Sie sich an das letzte Weihnachtsfest? Da sprang eine barbusige Femen-Frau auf den Altar mit der Aufschrift: „I am God!“ Das Ganze sollte ein Protest gegen die Machtstrukturen in der Katholischen Kirche sein. Ob das jemand begriffen hat?
Der Auftritt der Frau hatte nach Angaben des Dompropsts verheerende Wirkungen gehabt: Die nackte, schreiende Frau auf dem Altar habe auf Kinder und Jugendliche traumatisierend gewirkt. „Ein Messdiener hatte mehrere Wochen Angst zum Dienst zu kommen und wollte nur noch bei den Eltern schlafen.“ (Hoffentlich hat er das bis zur Pubertät überwunden!)
Und nun kommt die Frau vor Gericht. Wir erinnern uns an den Fall der Pussy Riots in Russland. Wie hat man sich hierzulande über die strenge Bestrafung der Band aufgeregt und kommentiert, Russland sei eben kein Rechtsstaat. Tja, und nun steht die deutsch Justiz vor der Frage, was sie tun soll: Putins strenger Linie folgen, um die Traumatisierung der Messdiener angemessen zu bestrafen, oder bei der üblichen Linie bleiben: Strafaussetzung zur Bewährung? Im letzteren Fall gäbe es Lob von der Presse mit dem Tenor: Deutsche Justiz zeigt Putin, was ein Rechtsstaat ist, wobei natürlich wieder übersehen wird, dass die Höhe der Strafe praktisch nichts mit Rechtsstaat zu tun hat, denn auch eine harte Strafe ist durchaus in der Regel rechtsstaatlich.
Und hier noch ein Femen aus alter Zeit:
Verbotene Zone
http://www.neobooks.com/werk/37110-verbotene-zone.html

Menschenrechte in Russland und den USA

Die Pussy Riots haben zwei Jahre Arbeitslager bekommen. Das ist eine harte Strafe, die sie bewusst in Kauf genommen haben, denn sie haben ja gewusst, dass die russische Justiz streng durchgreift, wenn die Kirche durch politische Demonstrationen entweiht wird und wenn das Regime beleidigt wird. In unseren Augen ist das alles nicht so schlimm. Wir lassen es durchgehen, wenn auf einer Karikatur eine Stimme aus dem Himmel dem Gekreuzigten zuruft: „Hey, ich habe Deine Mutter gefickt.“ Vielleicht haben ja wir und die Russen die Maßstäbe verloren, nur in entgegen gesetzter Weise.
Merkwürdig finde ich an der Sache allerdings, dass unsere Kanzlerin diesen Fall zum Anlass genommen hat, Putin an die Menschenrechte zu erinnern. Dabei hätte sie viel mehr Grund, Obama ins Gewissen zu reden: Unlängst konnten wir in der Zeitung lesen, dass ein 13-jähriger geistig behinderter Junge zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Er teilt sein Schicksal mit mehr als 2000 Altersgenossen, die ebenfalls ihr ganzes Leben hinter Gefängnismauern verbringen müssen. Dies ist nur ein Beispiel von der in unseren Augen unmenschlichen Justiz in den USA. Aber glauben Sie, dass unsere Kanzlerin sich jemals trauen würde, Obama in gleicher Weise die Leviten zu lesen, wie sie es bei Putin getan hat? Oder glauben Sie, dass sie die Schließung von Guantamo, einem Schandfleck der Rechtsstaatlichkeit, fordern wird? Niemals!