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Das kostet die SPD wieder ein Prozent

Sarrazin und Gabriel werden die SPD noch ein Prozent Stimmen kosten.

Was zunächst Sarrazin anbetrifft, sollte die SPD nicht pingeliger sein als die Katholische Kirche. Auch Menschen mit etwas abweichenden Auffassungen sollten ihren Platz in der Partei haben, zumal viele Wähler ähnlich denken. Sarrazin ist ja kein Rechtsextremer, sondern ein Mann der seine Sicht der Dinge erfolgreich kund tut. Ich glaube, dass dies seiner Partei eher genützt als geschadet hat.

Aber schlimmer ist es, dass Gabriel nun in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gehen wird. Da werden viele Wähler das sagen, was man immer wieder hört: „Das ist doch alles ein Klüngel da oben.“ Und haben die Leute damit wirklich Unrecht? Warum holt denn die Deutsche Bank wohl Gabriel in ihre Führungsriege? Doch wohl weniger wegen seiner einmaligen Fähigkeiten als Bankier als vielmehr wegen seiner Verbindungen zur Politik. Und Verbindungen dieser Art mögen SPD-Wähler sicherlich überhaupt nicht.
Wenn man also jemanden aus der SPD ausschließen sollte, wäre Gabriel der richtige Mann, um damit zu dokumentieren, dass die Partei sich von Cliquen-Wirtschaft frei hält und Distanz zu Lobbyisten hält.

 

AfD bei 65 %

Vorgestern schaute ich mir eine Sendung bei Pro 7 an. In der Werbepause habe ich mich ein wenig im Bildschirmtext umgeschaut. Da gibt es eine Seite, die veranstaltet Umfragen. Vorgestern wurde gefragt, wen man wählen würde, und da kam die AfD doch tatsächlich auf 65 %.
Ich kann ja verstehen, dass die AfD im Aufwind ist, weil die alten Parteien noch nichts voran gebracht haben. Aber 65 %?
Bin ich unter lauter AfD-Fans, wenn ich Pro 7 schaue? Oder gibt die Umfrage wirklich die tatsächliche Stimmungslage im Volk wieder: Maßloser Zorn über die trägen Verhandlungen über eine GroKo?
Umfragen lassen sich übrigens politisch gut ausnutzen: Man braucht oft nur die Fragen richtig zu stellen oder das richtige Publikum fragen.
Beispiel: Man fragt zu Beginn des neuen Jahres: „Wovor haben Sie am meisten Angst?“ Dann kommt man zu dem Ergebnis, dass die Deutschen ein ängstliches Volk sind.
Oder: Man fragt die Menschen, ob es Ihnen gut geht. Die meisten werden die Frage bejahen, auch wenn Sie mit der Politik nicht einverstanden sind. Die Regierung wird jedoch das positive Ergebnis einer solchen Umfrage als Zustimmung zu ihrem Kurs werten.