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Streiks bei der Bahn: das falsche Wirtschaftsprinzip

Gerade merkt es auch der Dümmste: Wir haben das falsche Wirtschaftsprinzip: Was waren das doch noch für herrliche Zeiten, als die Bahnbediensteten Beamte waren. Da gab es keine Streiks, weil die öffentlichen Verkehrsmittel zur Grundversorgung der Bevölkerung gehören.
Nun soll die Bahn privatisiert werden. Dass dies der falsche Weg ist, hat sich gerade in Großbritannien gezeigt, wo die Bahn wieder verstaatlicht wurde.
Auf welchem Irrweg sich die Bahn mit der Privatisierung befindet. lesen Sie hier:
https://www.businessinsider.de/gruenderszene/automotive-mobility/drehmoment-deutsche-bahn-privatisierung/

Merken Sie das nicht, wie Sie belogen werden?

  • Die Lüge vom Aufschwung: Es wird der Eindruck erweckt, als würde es uns immer besser gehen. Tatsächlich aber konnte früher ein normal verdienender Mann eine Familie ernähren und in der Stadt wohnen. Heute müssen Mann und Frau arbeiten und können sich nur eine Wohnung weiter außerhalb leisten. Das mittlere Markteinkommen sank in den Jahren 1991 bis 2005 zunächst von etwa 20.700 Euro auf 19000 Euro und ist im Anschluss bis auf 20300 Euro im Jahr 2014 gestiegen. Damit hat das mittlere Markteinkommen real lediglich das Ausgangsniveau des Jahres 1991 wieder erreicht.

  • Die Lüge von der Inflation: Warum redet man dauernd von der „gefühlten Inflation“? Weil die Menschen fühlen, dass bei der Berechnung der offiziellen Inflationsrate etwas nicht stimmen kann. Ein Beispiel: Wenn sich die Menschen ein Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten können, ziehen sie in die Umgebung. Ihre Ausgaben für Miete bleiben also in etwa gleich hoch, wirken sich also bei der Inflation kaum aus. Dabei haben die Menschen einen immer höheren Kostenaufwand für die Fahrten zur Arbeitsstelle: Zwischen 2000 und 2014 stieg die mittlere Pendeldistanz sozialversicherungspflichtig Beschäftigter von 8,7 auf 10,5 Kilometer. Das entspricht einem Anstieg von 21 Prozent, wie das IAB (Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) kürzlich mitteilte. Die Menschen haben also immer weniger Geld. Auch das ist Inflation.

  • Die Lüge von der Privatisierung: Es wird immer so getan, als würde alles besser, wenn staatliche Unternehmen privatisiert werden. Das Gegenteil ist der Fall: Nehmen wir das Beispiel Post: Die Postgebäude wurden verkauft. Aus den sicheren Postbeamtenstellen wurden Minijobs, in denen oft nicht einmal der Mindestlohn bezahlt wird. Und Sie zahlen bei der Post nicht weniger, obwohl die Postgeschäfte in irgend einem Laden hinten drin abgewickelt werden oder Sie nun in die nächste Stadt zur Post fahren müssen.
    https://autorenseite.wordpress.com/2017/12/01/privatisierung-ich-bin-entsetzt/

  • Die Lüge von der Globalisierung: Die Globalisierung setzt eine Lohnspirale nach unten in Gang. Wer am billigsten produziert, kann am meisten verkaufen. Also müssen die Löhne gesenkt werden. Daher nehmen die prekären Arbeitsverhältnisse bei uns zu. Mit unseren Billigprodukten machen wir dann die Industrie und Landwirtschaft in den Entwicklungsländern kaputt. Und wir ziehen uns u.U. Strafzölle zu:
    https://autorenseite.wordpress.com/2018/01/08/die-globalisierungsluege/

  • Die Lüge über die Rolle der Frau: Während es früher notwendig war, dass die Frau als Hausfrau zu Hause blieb, hat sie heute häufig die Wahl, ob sie im Beruf bleibt oder sich um die Familie kümmert. Im letzteren Fall zählt sie zu denen, die womöglich als „Heimchen am Herd“ oder „Glucken-Mütter“ verunglimpft werden. Das geschieht deshalb, weil die Industrie Arbeitskräfte braucht und je mehr man hat, umso weniger muss man zahlen. Man propagiert, dass tüchtige Frauen Karriere machen und gleichzeitig Kinder groß ziehen können. Aber das funktioniert nicht. Sogar die bekannteste deutsche Frauenrechtlerin, nämlich Alice Schwarzer, sagte in einem Interview auf die Frage, ob sich für eine Frau Kind und Top-Karriere vereinbaren lassen: „Frauen, die glauben, dass es selbstverständlich sei, alles hinzukriegen, machen sich etwas vor. Sie drücken sich vor der Realität. Heute wird behauptet, es sei doch kein Problem, beides hinzukriegen. Das ist eine furchtbare Lüge. Frauen, die Karriere und Kinder wollen, müssen Abstriche machen. Es tut mir leid, das ist die bittere Wahrheit.“
    Übrigens führen die „Heimchen am Herd“ ein Leben, um das sie Männer beneiden:
    https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/31/frauen-haben-es-besser/

Aufschwung auf Kosten der Alten

Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins um 0,25 Punkte auf einen Zielkorridor von 1,25 bis 1,50 Prozent erhöht. Die Federal Funds Rate, zu der sich Banken gegenseitig über Nacht kurzfristige Kredite geben, wurde in diesem Jahr zum dritten Mal erhöht.
Und bei uns? Da verharrt der Leitzins auf Null. Das bedeutet, dass bei uns die Wirtschaft dauernd am Tropf der Sparer hängt, so wie ein schwer Kranker an den Infusionen. Es sind also hauptsächlich die Alten, die den von der Regierung als Erfolg gefeierten Aufschwung bezahlen.

Die unterschiedliche Geldpolitik in den USA und der EU reflektiere das unterschiedliche Stadium der Erholung der beiden Volkswirtschaften, sagte EZB-Präsident Mario Draghi nach der Sitzung des Gouverneursrates. Auf gut deutsch: Es sieht also bei uns nicht so gut aus.
Und da mache ich mir so meine Gedanken:
Die drei großen Schlagworte unseres Wirtschaftslebens sind Liberalisierung, Privatisierung und Globalisierung, und uns wurde weis gemacht, dass dies d
ie Schlüssel zu einem blühenden Wirtschaftsleben seien. Die uneingeschränkte Liberalisierung hat uns die Finanzkrise eingebracht und die Privatisierung ist eigentlich auch nichts anderes gewesen, als dass man Volksvermögen in den gierigen Rachen von Investoren geworfen und dabei sichere Arbeitsverhältnisse zu prekären gemacht hat.
https://autorenseite.wordpress.com/2017/12/01/privatisierung-ich-bin-entsetzt/#respond
Und da wundert sich die SPD, dass ihr die Wähler davon laufen. Sie ist ja nur deshalb nicht zur Splitterpartei geworden, weil die Linke so zerstritten ist und ihre Asylpolitik vielen nicht gefällt.
M
anchmal denke ich, dass auch die Globalisierung so eine Idee ist, deren Vorteile uns nur eingeredet werden. Sie hat dazu geführt, dass Afrika ausgelaugt wurde und die Flüchtlingswelle zu uns herein schwappte.
Und nun zeigt uns Trump durch sein „America first“, also
durch seine Abschottungspolitik, dass die diese gewaltige Vorteile hat: Während unsere Wirtschaft nur mit einer unsozialen Null-Zins-Politik einen Aufschwung erzielt, haben die USA auch unter der neuen Politik Trumps einen nicht subventionierten stabilen Aufschwung.
Ist also ein gewisses Maß an Abschottung gegenüber der schrankenlosen Globalisierung der richtige Weg?
Das Beispiel Siemens zeigt uns gerade wieder, dass es so jedenfalls nicht geht: Millionen-Subventionen kassieren, Milliardenaufträge bekommen und dann ins Ausland abhauen.

 

Privatisierung: Ich bin entsetzt


Ich habe mich ja schon hier mehrfach mit der Privatisierung befasst. Sie ist ein Credo der CDU/CSU und eine Sumpfblüte der Marktwirtschaft:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/11/29/privatisierung-ist-auspluenderung-des-volkes/
Gestern habe ich in der Fernsehsendung „Brisant“ einen erschütternden Bericht über die Situation der Paketzusteller gesehen. Viele von ihnen erhalten nicht einmal den Mindestlohn, sondern werden nach der Zahl der ausgelieferten Pakete bezahlt. So kommen sie auf Stundenlöhne zwischen 3 und 6 Euro. Teilweise werden die Zusteller für teures Geld in primitiven Unterkünften untergebracht. Manche werden in unsicheren Fahrzeuge auf die Reise geschickt. Und die Polizei macht eine große Razzia, weil der Verdacht des vielfachen Sozialbetrugs besteht.
Waren das noch Zeiten, als solide Beamte die Post, also auch die Pakete zustellten und als man in einem echten Postamt seine Bankgeschäfte erledigte und nicht in einem zugigen Eingangsbereich von unterbesetzten Postschaltern.

Dennoch wird die Privatisierung sicherlich fortgesetzt. Schleichend durch die Hintertür beginnt die Privatisierung der Autobahnen, wenn auch der Bundesrechnungshof festgestellt hat, dass dies teurer ist. Aber die Bundesregierung meint, sie könne besser rechnen.
Wenn ich sehe, dass die Privatisierung zu den großen Lügen unserer angeblich sozialen Marktwirtschaft gehört, dann denke ich mir oft, dass es mit der Globalisierung ähnlich ist:
Erst sahnen die Firmen bei uns millionenschwere Subventionen ab und dann gehen sie in Billiglohnländer.

 

Privatisierung: Wieso eigentlich?

So las ich es kürzlich an einem gelben Auto

Zum Credo unserer Marktwirtschaft gehört die Privatisierung. Angeblich können die Privaten alles besser. So wird es jedenfalls den Bürgern eingeredet, damit sie das schlucken. Gerade ist man dabei, einen ersten Schritt in Richtung zur Privatisierung der Autobahnen zu unternehmen. Der Bundesrechnungshof hat zwar gewarnt, dass dies teurer würde als der derzeitige Zustand, aber die Regierung lässt sich davon nicht beeindrucken.
Was die Privatisierung bringt, sehen wir eindrucksvoll am Beispiel der Post: All die schönen Postgebäude wurden verkauft und stattdessen hausen die Postfilialen irgendwo hinten in Geschäften. In unserem Nachbarort hat die EDEKA-Filiale ihren Postschalter geschlossen, so dass die Leute nun in die10 km entfernte Stadt fahren müssen. In unserem Ort wollte niemand die Post übernehmen und daher ist die Gemeinde eingesprungen: Sie stellt einen Raum zur Verfügung und eine Angestellte, um die Bürger zu versorgen. Ein gutes Geschäft für die Post! Sie zahlt dafür auf jeden Fall wesentlich weniger als sie früher für einen von ihr angemieteten Raum und eine eigene Angestellte aufwenden musste.
Ein Vorteil der Privatisierung ist nicht zu sehen. Wo früher Beamte in einem sicheren Arbeitsverhältnis arbeiteten, sind heute billigere Kräfte am Werk. Und wo früher ein einziges Postauto herumfuhr und die Pakete verteilte, kommen nun 6 verschiedene Dienstleister angefahren: DHL,UPS, Hermes…
Billiger geworden ist die Post durch all diese Maßnahmen nicht. Nur der Service ist unvergleichlich schlechter.
https://autorenseite.wordpress.com/2017/02/12/deutschlands-niedergang-in-bildern/
Man kann feststellen: Privatisierung bedeutete hier: Perlen vor die Säue werfen. Die Deutsche Post war wirklich eine Perle und sie wurde gierigen Investoren zum Fraß vorgeworfen – zum Nachteil der Postbeamten und der Kunden.

Stoppt Schäuble!

0091

Der Bundesfinanzminister ist auf eine Idee gekommen, die gerade noch gefehlt hat: Er will das Autobahnnetz teilweise privatisieren. Dem kann man nur mit allem Nachdruck entgegen treten:
Schon Dobrindt hatte solche Pläne und ist an der Kritik des Bundesrechnungshofs gescheitert, bei der auch das Finanzministerium mitgewirkt hatte.
Schon ein schlichtes Nachdenken sagt uns: Selbstverständlich wird alles teurer, wenn private Anleger beteiligt werden, denn die wollen ja auch etwas an uns verdienen. Warum braucht Schäuble überhaupt Geld für die Sanierung der Autobahnen? Die Ausgaben für die Autobahnen werden doch unter anderem durch die LKW-Maut wieder eingespielt. 2015 nahm der Staat dem Bundesverkehrsministerium zufolge netto 3,3 Milliarden Euro ein.
Im Grunde genommen geht es ganz offensichtlich darum, dass die öffentliche Hand alles verkaufen will, was sich zu Geld machen lässt. Post, Versorgungsunternehmen, Kasernen, Bahnhöfe… alles Mögliche hat man schon verhökert. Und auch die Deutsche Bahn wurde doch wohl seinerzeit nur gegründet, um sie fit für die Börse zu machen.
Und nun sollen die Autobahnen dran kommen. Das Argument, man privatisiere sie, weil die privaten Unternehmer alles billiger machen könnten, hat – wie gesagt – der Bundesrechnungshof widerlegt. Es geht offensichtlich darum, dass Schäuble über die Teilprivatisierung seine stolze „schwarze Null“ erhalten will. Wenn sich auch der Bund zunächst bei einer Privatisierung die Stimmenmehrheit sichern will, wird dies wahrscheinlich Teil einer Salami-Taktik sein. Irgendwann wird der Bund dann seine Anteile auch noch verkaufen.
Nebenbei bemerkt: Mann sollte einmal die gewaltigen Leistungen der früheren Generation zusammen rechnen, die der Bund zu Geld gemacht hat. Eigentlich müsste dieses Geld in die Rentenkasse eingezahlt worden sein. Die stünde dann ganz anders da. Die Regierung hat sich doch so ähnlich verhalten wie ein Enkel, der Opas Haus und Auto verkauft hat und ihm dann sagt: „Dein Sparkonto reicht nun nicht mehr aus. Du musst Sozialhilfe beantragen.“

Können Sie mir das erklären?

Post

Diese Aufschrift las ich kürzlich auf einem gelben Auto. „Hier nix Post!“ müsste auch auf vielen Ortsschildern stehen.

Wir hatten ja einmal die Deutsche Post, die ein Sondervermögen des Staates war. Sie verfügte über viele Postämter, die meist auf den teuersten Innenstadtflächen standen. Sie waren vielfach Zeugen früherer Baukultur und prägten somit das Stadtbild. Und die Leute, die darin arbeiteten, waren Beamte, hatten also einen sicheren und gut bezahlten Arbeitsplatz.
Dann ließ man sich einfallen, die Post zu privatisieren. Die Werte, die unsere Vorfahren geschaffen hatten, wurden einfach so verscherbelt. Und aus den Beamtenstellen wurden Billigjobs. Wo früher ein Postauto herum fuhr, kommen jetzt bei uns 6 Paketdienste und der Postbote. Die Umweltbelastung hat sich also versechsfacht. Warum das alles? Die gute alte Post war doch nicht so teuer, dass man sich die Preise nicht leisten konnte und dass deshalb eine Privatisierung im Interesse der Kunden notwendig gewesen wäre. Ich kann mir den Verkauf der Post nur so erklären, dass der Bund das Geld brauchte und deshalb keine Rücksicht auf die Interessen seiner Bürger nehmen konnte. Bei uns im Ort gibt es nur deshalb noch eine Post, weil die Gemeinde sie den Bürgern unbedingt erhalten wollte. Die Verwaltung hat deshalb der Post Räume zur Verfügung stellt, nachdem kein Geschäft etwas mit der Post zu tun haben wollte. Im Nachbarort gibt es gar keine Post mehr, was natürlich für die Alten ein Problem ist. Aber man denkt offenbar, die Alten haben ja Zeit und können mit dem Bus in den nächsten Ort fahren. An sich muss die Post nach ihren Richtlinien eine „angemessene Erreichbarkeit“ garantieren. Aber „angemessen“ heißt für die Post keinesfalls, dass sie wie früher in jedem Ort eine Zweigstelle hat.
Wenn man bedenkt, was die Post gegenüber den alten Zeiten alles eingespart hat, muss man sagen: Dafür ist sie ganz schön teuer.