Schlagwort-Archive: Priesterinnen

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr in dem Buch „Mit spitzer Feder“. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen. Es wäre nett, wenn Sie daraus einmal etwas zitieren würden.

Die Entwicklung der Kirche ist merkwürdig. Die Urchristen haben sich zu einem Agape zusammen gefunden und es ist anzunehmen, dass die Frauen dieses gemeinsame Mahl ausgerichtet haben. Heute verweigert der Papst ihnen, die Messe zu feiern.

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in er Sonderseite für Frauen–Nichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/

 

Warum Maria 2.0 scheitern muss

Dafür gibt es zwei Gründe:

1. Es hallt in den alten Gemäuern der Kirche immer noch nach, was Papst Pius II. (1405-1464) gesagt hat:
Wenn du eine Frau siehst, denke, es sei der Teufel! Sie ist eine Art Hölle!
Das ist ja erst 700 Jahre her. Frauen gelten aber in der Kirche immer noch als „verdächtig“, wie dem kanonistischen Standardwerk, dem „Jus Canonicum Universum“, zu entnehmen ist: Danach können die Kleriker zur Besorgung des Haushalts unverdächtige Frauen in ihr Haus aufnehmen, z.B. Mutter oder Tante. Es seien aber auch andere unverdächtige Frauen möglich; als Eignungskriterien nennt er vorgerücktes Alter und zugleich erwiesene Tugendhaftigkeit und Frömmigkeit.
Was die Verdächtigkeit der Frauen anbetrifft, schauen Sie sich dieses Bild an:

2. Über Papst Pius II lesen wir weiter bei katholisch.de:
„Ähnlich widerspenstig zeigte sich die Kurie bei seinen Bestrebungen um eine Kirchenreform.“ Wenn also schon ein Papst bei der Kirchenreform gescheitert ist: wie wollen dann ein paar mutige Frauen Veränderungen herbei führen? Da kann ich nur sagen: Respekt, aber das war’s dann wohl.
Lesen Sie dazu auch:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/02/23/zitat-zur-bischofskonferenz-maria-2-0/

Geduld, Ihr Frauen (II)

 

Über dieses Thema habe ich gerade schon etwas geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/02/07/zitat-zum-sonntag-geduld-ihr-frauen/

Es ist nicht so, dass sich in der Katholischen Kirche nichts ändern würde: Wie anders war das alles noch in meiner Jugend!
> Zur Erstkommunion erhielt ich ein Gebetbuch mit einem Bild des Papstes Pius XII. Darauf war er beim Beten abgebildet – mit einem Heiligenschein! So ein Bild würde sich ein Papst heute nie erlauben.
> Und auch das erlaubt sich heute kein Papst mehr: Wenn Pius XII im Petersdom eine Messe las, ließ er sich in einer Sänfte hinein tragen. Ja, das waren noch Zeiten!
> Niemand hätte damals geahnt, was noch alles auf diese Kirche zukommen würde. Erst konnte die Kirche ja noch die Missbrauchsfälle und all die sonstigen Verfehlungen unter der Decke halten. Wer traute sich schon, gegen einen Priester schmutzige Vorwürfe zu erheben? Wenn man so etwas gemacht hätte, hätte man ja befürchten müssen, wegen Verleumdung bestraft zu werden oder schlimmer: von der Gemeinde geächtet zu werden. Aber dann brach der Schmutz überall hervor, denn die Kirche hatte missachtet, was in der Bibel steht:
„Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, das nicht kund werde und an den Tag komme.“ (Lukas 8,17) Und noch deutlicher konnte die Kirche bei Hiob 12,22 nachlesen: „Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.“
> Dadurch hat die Kirche viel an ihrer Autorität verloren und ihre Mitglieder treten in Massen aus. Das hätte früher kaum einer gewagt aus Angst vor der Hölle, aber an den Teufel glauben nur noch die Erzkonservativen.
>  Was sich doch alles seit meiner Kindheit geändert hat: Früher gab es eine echte Fastenzeit. Heute hält man höchstens eine Diät ein. Und die Abstinenz am Freitag ist auch sanft entschlafen.
> Man musste damals nüchtern zur Kommunion gehen und im Religionsunterricht lernten wir, ob man nach einem versehentlichen Wasserschlucken beim Zähneputzen noch nüchtern war.
> Wegen des Nüchternheitsgebots ging man früh in die Kirche. Und die anderen wurden verächtlich die „Halb-Elf-Uhr-Christen“ genannt.
> Wenn jemand starb, las man, wenn alles seine Ordnung hatte, in der Todesanzeige, dass er „wohl versehen mit den Sterbesakramenten verstorben“ ist.
> Man hatte ein Kreuz im Esszimmer und man betete vor und nach dem Essen.
> Und man hatte ein kleines Weihwasserbecken im Haus, mit dem man sich segnete, bevor man fort ging.
> Natürlich ging man am Sonntag in die Messe. Sogar in der oben abgebildeten kleinen Kirche von Bernhaupten, einem Ortsteil des Dorfes Bergen, wurden gut besuchte Messen gelesen.
> Solche Filialkirchen gibt es nicht mehr und immer mehr Kirchengemeinden werden zu einer einzigen zusammengefasst. Oft wird aus vier ehemaligen eine einzige neue Gemeinde – angeblich wegen Priestermangel, aber wirklich wohl eher wegen Mangels an Kirchgängern.
> Es gab einmal einen Index, auf dem Bücher standen, die ein Katholik nicht lesen durfte. Als ich Abitur machte und etwas von C.F.Meyer lesen musste, brauchte ich einen Dispens.
> Und an den Kirchen hingen Film und Theaterkritiken, nach denen man sich zu richten hatte. Da gab es dann beispielsweise Bedenken gegen ein Ballett, weil sich „die Männlichkeit des Solotänzers zu sehr abdrückte“.

Das alles sind Veränderungen innerhalb eines einzigen Menschenlebens, die aus katholischer Sicht geradezu erdrutschartig sind. Daher werden wir nicht mehr lange auf Priesterinnen warten müssen, denn die Kirche braucht die Frauen. weil Männer allein mit Führungsaufgaben überfordert  sind:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/02/06/die-unfaehigkeit-der-maenner/

Frauen als Priesterinnen?

In der Charta der Grundrechte der Europäischen Union heißt es:
„Artikel 21
Nichtdiskriminierung

(1)   Diskriminierungen insbesondere wegen des Geschlechts, …sind verboten.“
Nun sind allerdings Frauen immer noch wegen ihres Geschlechts in einer Hinsicht benachteiligt. Sie haben sich zwar den Zutritt zu reinen Männervereinen wie Feuerwehr und Bergwacht erkämpft und stehen dort „ihren Mann (!)“ Aber eine Organisation gibt es, die die Frauen immer noch von den höheren Weihen ausschließt: die Katholische Kirche. Nun kann natürlich jeder nach Belieben Vereinigungen gründen und bestimmen, wer dort Zutritt hat. Wenn also jemand einen Skatklub nur für Männer gründet, dann können sich Frauen dort keine Mitgliedschaft erstreiten. Anders ist es jedoch bei den Kirchen. Sie kassieren nicht nur 5 Mrd. Euro Kirchensteuer, sondern auch 15 Mrd. Euro sonstige Zuwendungen.
Nun werden Sie fragen: Was gibt es da zu lachen? Also ich stelle mir vor, dass eine aufsässige Frau vor den Europäischen Gerichtshof zieht und nach dem Gleichheitssatz verlangt, katholische Priesterin werden zu können. Und dann male ich mir aus, dass sie bei diesem Gerichtshof, der schon oft für Überraschungen gut war, Recht bekommt mit der Begründung, dass sich eine Kirche, die so am Tropf der staatlichen Steuertöpfe hängt, auch nach den Regeln richten muss, denen der Staat unterworfen ist.

Papst- ein Sch…job!

Entschuldigung! Beinahe hätte ich was gesagt. Jedenfalls bin ich froh, dass ich nicht Papst bin. Der Job würde mich kaputt machen. Ich habe es in meinem Werdegang zwar nicht leicht gehabt: Ich habe meine Berufstätigkeit als Hilfsarbeiter begonnen und musste die übelsten Dreckarbeiten machen. Aber dennoch hatte man bei diesem Job zwei Vorteile: Man konnte nebenbei frei denken, was man wollte und es auch sagen. Und man wusste, dass man einmal aus dem Dreck herauskommt.
Als schlimmer betrachte ich einen Job, bei dem man seine Ideen nicht verwirklichen kann und nicht sagen darf, was man denkt. Der Papst hat so einen Job.
Seit seiner Kapitalismuskritik weht ihm ein rauer Wind entgegen. Die amerikanischen Superreichen drohen ihm damit, den Spenden-Geldhahn zuzudrehen.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/01/papst-zu-radikal-us-millionaere-wollen-spenden-an-die-kirche-stoppen/
Was also soll er tun? Soll er radikal eine glaubwürdige, aber arme Kirche einführen, wie er sie propagiert hat? Das wird man ihm nicht erlauben oder es käme zu Konflikten, die der Kirche schaden.
Oder nehmen wir an, der Papst findet, dass Frauen auch Menschen sind und Priesterinnen werden dürfen. Das wird er nicht einmal aussprechen dürfen, denn schon jetzt finden ihn viele radikale Katholiken zu liberal. Denken wir nur an die anglikanische Kirche. Als sie das Frauen-Priestertum zuließ, flohen viele ihrer Mitglieder in die Katholische Kirche.
Oder wie war es bei dem läppischen Streit über ein lateinische Messe? Der hat zur Abspaltung der Piusbrüder geführt, und diese greifen jetzt schon wieder den Papst scharf an.
Der Papst hat also wenig Spielraum und so feiert man es schon als Fortschritt, wenn er sagt, dass auch Schwule und Geschiedene an der Barmherzigkeit der Kirche teilhaben sollen. Seid also auch Ihr barmherzig mit dem armen Papst, der so gerne möchte, was er nicht machen kann. Ich könnte so nicht leben.