Schlagwort-Archive: Prägung

Ein hässliches, trauriges und doch schönes Bild

Ich gebe zu: Das ist keine fotografische Meisterleistung. Aber das Bild zeigt etwas Rührendes: Jahr für Jahr bauen Naturfreunde im Frühjahr einen niedrigen Plastikzaun, um die Kröten daran zu hindern, über die Straße zu einem See zu laufen. Die Naturfreunde sammeln die Kröten ein und tragen sie über die Straße. Schön, dass es noch solche Menschen gibt, die sich freiwillig eine solche Arbeit aufhalsen.
So geht das nun schon seit sehr vielen Jahren und man möchte meinen, dass sich die Kröten etwas anderes einfallen lassen. Aber sie bleiben so programmiert wie ihre Vorfahren es waren, als es die Straße so noch nicht gab.
Und wenn ich das sehe, kommen mir zwei Gedanken: Sind nicht auch die Menschen in ähnlicher Weise geprägt, wenn es um die Religion geht. Da kann passieren, was will, sie haben keinen Zweifel ( nur manchmal, wie jüngst der Kardinal Marx bekannte).
Noch etwas fällt mir bei dem Anblick ein: Meine Überzeugung ist, dass wir Menschen in ähnlicher Weise wie die Kröten bezüglich unserer Nahrung programmiert sind. Wir sind Jahrhunderte lang gewöhnt, bestimmte Lebensmittel zu essen und deshalb braucht der Körper diese und nicht irgendein exotisches Zeug, bei dem man oft googeln muss, um was es sich handelt.

Unorthodoxe Gedanken zum Sonntag

Der Dalai Lama hat eine lesenswerte Botschaft an die Welt gerichtet. In ihr stellt er die Ethik über die Religion.
Dazu sei hier ein weiterer Aspekt beleuchtet: Ein Gebot der Ethik ist es, die Menschenwürde zu achten. So steht es nicht nur im Grundgesetz, sondern auch die Religionen würden wohl dieses Gebot nicht bestreiten. Für meine Begriffe verstoßen aber die Religionen gegen die Menschenwürde, wenn sie sich schon der kleinsten Kinder bemächtigen durch die Taufe oder durch die Beschneidung der Wehrlosen. Warum können sie nicht warten, bis sie einen mündigen Menschen befragen können, für was er sich entscheidet? Die Frage ist einfach zu beantworten: Die Religionen wollen die Menschen schon früh prägen (Das ist etwas anderes als erziehen). Und wenn sie sich so im Gehirn festgesetzt haben, so ist das, wie ein Psychiater einmal in einem Gutachten über einen religiösen Wahn erklärte, nur ganz schwer wieder heraus zu bekommen. Auf diese Weise nehmen die Religionen ihren kleinen Mitgliedern die Freiheit und unterwerfen sie so schlimmen Ritualen wie der Beschneidung. Es ist traurig, dass so etwas in der Bundesrepublik unter dem Stichwort „Religionsfreiheit“ zugelassen wird.
Aber auch die christliche Taufe ist in ihrer derzeitigen Praxis ein Verstoß gegen die Menschenwürde:
Man macht schon die Kleinsten zu Mitgliedern einer Kirche und die Erfahrung lehrt, dass man damit für ihr späteres Leben eine Entscheidung trifft, bei der die meisten durch ihre Prägung nicht mehr die Freiheit besitzen, aus dieser Gemeinschaft auszutreten. Erst in letzter Zeit,
in der der Glaube immer mehr an Bedeutung verliert, haben viele  ihre Kirche verlassen.
Die Kirche rechtfertigt die frühe Taufe mit dem Ausspruch Jesu: „Lasset die Kindlein zu mir kommen…“ Aber damit hat er nicht gemeint, dass die Kinder gleich nach ihrer Geburt getauft werden sollen. Er selbst hat sich ja erst mit etwa 25 Jahren von Johannes dem Täufer taufen lassen und das sollte doch wohl auch in der Kirche als Vorbild gelten.
Nichts gegen die Religionen, wohl aber etwas gegen die Praxis, dass sie sich schon der Kleinsten bemächtigen und sie zu Opfern ihrer Prägung machen.
Es wird sich aber wohl kein Politiker finden, der sich so etwas zu sagen traut.