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Deutschland stürzt ab – Kommt ein Börsencrash?


Den Absturz Deutschlands habe ich schon öfter beschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/05/12/wie-deutschland-abgehaengt-wird-duestere-wolken-ziehen-auf/
Aber die Menschen glauben das nicht und investieren weiter eifrig in Aktien, obwohl schon düstere Wolken am Konjunkturhimmel aufziehen. Wir erleben eine „Dienstmädchen-Hausse“. Die Leute kaufen Aktien, weil deren Kurse ständig steigen und so nährt die Hausse die weitere Hausse, bis schließlich der große Crash kommt.
Unser Zugpferd, die Autoindustrie, lahmt: Es werden weniger Autos verkauft. Audi und Mercedes müssen Tausende Arbeitnehmer entlassen.
Es gab einmal eine Zeit, in der die deutsche Autoindustrie führend war und die Preise nach Belieben bestimmen konnte:
Ein Journalist fragte für eine Autozeitschrift einmal einen Manager von BMW, was ein bestimmter neuer Typ kosten würde; er meinte, der Manager könne doch wohl auf Grund der Produktionskosten plus Gewinnzuschlag errechnen, wie hoch der Preis würde. Der Manager erklärte, die Frage sei falsch gestellt. Man müsse sehen, zu welchem Preis man das Auto verkaufen könne. Ja, so war es einmal, dass Autoliebhaber bereit waren, für ein deutsches Auto tief in die Tasche zu greifen.
Nun tun dies manche reiche Deutsche für einen Tesla.
Die deutsche Autoindustrie warb einmal mit dem Slogan: „Vorsprung durch Technik“ und konnte hohe Preise für ihre Produkte verlangen. Nun muss sie ihren Umsatz durch knappe Preise zu halten versuchen und ist gezwungen, mit prekären Arbeitsverhältnissen zu arbeiten. Sie war einst die finanzielle Stütze des Staates und muss nun selbst mit Subventionen gestützt werden und ruft immer vehementer auch noch nach steuerlichen Entlastungen, obwohl ihre Aufstocker teilweise vom Staat bezahlt werden.
Die Zukunftsaussichten sind düster: Wie soll
en aus Schülern, die bei der PISA-Studie zurück fallen und nur Mittelmaß sind, einmal Spitzeningenieure werden? Wie sollen wir denn wie bisher weiter vom „Blaupausenexport“ leben können, wenn auch die Leistungen der Unis sinken? „Einen Vorsprung durch Technik“ werden wir wohl auch bei großen Anstrengungen nicht schaffen, denn die Chinesen  und Inder sind auch nicht dümmer.

Da bin ich von den Socken! PC schadet Schülern


Gerade will der Staat 5 Milliarden Euro ausgeben, um alle Schulen mit PCs auszurüsten. „Toll, wie modern wir doch sind“, werden viele sagen. Aber das Geld wird in den Sand gesetzt.
Ich habe mich ja bisher schon gefragt, was das soll:
Eine vom PC aus gesteuerte Tafel hat sicherlich für den Lehrer den Vorteil, dass er nicht aufstehen muss, um etwas an die Tafel zu schreiben. Und man kann mit dem PC alles ein bisschen schöner machen als mit der Hand. Aber bringt das wirklich einen echten Gewinn, der den Einsatz von so viel Geld lohnt?
Und muss jeder Schüler in der Schule einen PC haben? Jeder Schüler hat doch heutzutage ein Smartphone und kann damit umgehen. Das braucht er in der Schule nicht zu lernen. Lernziele sind doch andere: Aneignung eines notwendigen Grundwissens und selbständiges Denken. Für beides braucht man keinen PC.
Heute in den Nachrichten kam ein Ulmer Wissenschaftler zu Wort, der den PC in der Schule sogar für schädlich hält und er hat dies auch eindrucksvoll belegt: Die Schulen, in denen PCs benutzt werden, fallen im allgemeinen bei den PISA-Studien zurück. In Australien wurden sogar die Computer in den Schulen wieder abgeschafft mit dem Erfolg, dass nun wieder bessere Leistungen erzielt werden.
Wohlgemerkt: Ich bin nicht gegen einen PC für Schüler. Jeder sollte einen besitzen, damit er z.B. Recherchen für Aufsätze anstellen kann. Aber in der Schule braucht er ihn nicht.
Vielleicht sollte Herr Spahn das viele Geld, das er zur Erforschung von Abtreibungsfolgen ausgeben will (obwohl schon genügend Studien vorliegen), doch besser dafür verwenden um zu klären, ob sich die Ausgabe von 5 Milliarden für PCs in Schulen lohnt. Aber das wird er nicht tun, weil das Ergebnis schon feststeht:
Bei dem 5-Milliarden-Projekt ist es wahrscheinlich so, wie wir es bei ähnlichen anderen großen Ausgaben gesehen haben: Einführung der Atomenergie, schneller Brüter, Hochwasserschutz in Venedig… Wo so viel Geld auf dem Spiel steht, versagt die Vernunft, denn die Profiteure eines solchen Plans werden durch ihre Lobby, ihre finanziellen Mittel und ihren Einfluss auf die Medien durchsetzen, dass diejenigen, die sich gegen PCs in Schulen aussprechen, als unverbesserliche Menschen von vorgestern hingestellt werden.
(Ich bin stolz darauf, ein solcher zu sein!)

Was tun wir unseren Kindern an!

In meinem Buch „Frauen für Fortgeschrittene“ wandte ich mich gegen die Forderung von Karrierefrauen, die Kinder sollten im Haushalt mitarbeiten. Ich habe dort geschrieben:
„Ein Kind leistet allein schon dadurch, daß es wächst, so viel wie ein Schwerarbeiter; wenn das Kind dann noch einen anstrengenden Vormittag in der Schule hinter sich hat, braucht es einfach eine Ruhepause, beispielsweise an einem gedeckten Mittagstisch. Wenn die Frauen das heute nicht mehr so sehen wollen, liegt das anscheinend daran, daß sie ihre Sensibilität in den Beruf einbringen, wie sie zu sagen pflegen, so daß zu Hause nichts mehr davon zu spüren ist.“
Heute haben die Kinder keine Zeit mehr, im Haushalt mitzuhelfen, denn sie sind entweder in der Ganztagsschule oder haben so viele Hausaufgaben auf, dass sie bis zum Abend beschäftigt sind.
Die Schulen stehen unter Druck, denn die Kinder sollen möglichst bald als „Humankapital“ der Wirtschaft zur Verfügung stehen. Und bei der nächsten PISA-Studie darf Deutschland auch nicht abfallen.
Was uns fehlt, ist das Nachdenken darüber, wo die Belastungsgrenze für die Kinder liegen sollte. Bei Arbeitnehmern hat man die Arbeitszeit auf 40 Stunden begrenzt, weil man festgestellt hat, dass sonst Gesundheitsschäden zu befürchten sind. Und wer schützt unsere Kinder, die keine Gewerkschaft haben? Wie wäre es denn, wenn unsere Politiker nicht hauptsächlich zu Wirtschaftskonferenzen zusammen kommen, sondern einmal einen „Kindergipfel“ veranstalten würden? Dabei sollte es dann nicht darum gehen, die neuesten Vergleichsmaßstäbe für PISA festzulegen, sondern darum, den Kindern deren Recht auf eine schöne Kindheit zu sichern, denn wie sagte doch Jean Paul so treffend:
„„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, woraus wir nicht vertrieben werden können.“
Und ich füge hinzu: Es ist wichtig, dass der Mensch im Stress des täglichen Lebens ein solches Paradies hat, in das er sich gelegentlich zur Entspannung zurück versetzen kann.

Ergänzend sei noch darauf hingewiesen, dass die Verschreibung des Medikaments Ritalin, das gegen ADHS, also Hyperaktivität, eingesetzt wird, binnen 10 Jahren um 270 % zugenommen hat. Wir machen also aus Kindern Patienten. Auch Depressionen und Suizide sind offenbar auch eine Folge von Überforderung der Kinder. Die asiatischen Länder, die uns bei den PISA-Studien als Vorbilder hingestellt werden und deren Schulkinder den unsrigen um 2-3 Jahre voraus sind, haben die höchsten Suizidraten bei Kindern. Wollen wir denen wirklich nacheifern?