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Die Rettung des Rentensystems: Beamte in die Sozialversicherung?

Das Rentensystem ist am Zusammenbrechen, und da tauchen wieder die alten „Patentrezepte“ auf. Besonders die Linken fordern wieder einmal die Einbeziehung der Beamten in die Sozialversicherung. Das klingt zwar populär, wenn man hinzu fügt, dass die Beamtenpensionen im Vergleich zu den Renten doppelt so hoch sind.

Also, liebe Linke: Die Beamtenpensionen sind deshalb höher als die Renten, weil die Beamten im Vergleich zu den Arbeitern im öffentlichen Dienst eine höher qualifizierte Tätigkeit ausüben, was natürlich auch zu höheren Altersbezügen führt.
Ihr Linken habt doch in Eurer Partei einen Mann, der einmal Finanzminister war und der demnach rechnen können müsste. Ich meine Oskar Lafontaine. Der müsste Euch doch sagen können, dass Bartschs Pläne nichts bringen. Natürlich könnte man die Beamten in die Sozialversicherung einbeziehen, aber dann müsste man ihnen entsprechend mehr Gehalt zahlen. Das, was der Staat dann mehr ausgeben müsste, wäre also indirekt eine Zahlung für eine allgemeine Bürgerversicherung. Das Ganze wäre also ein Nullsummenspiel, das uns da vorgeführt wird – mit anderen Worten: reiner Populismus!
Was die Beamten angeht, erleben wir ja immer wieder, dass von Privilegien gesprochen wird, die abgeschafft werden müssten. In Wirklichkeit sind es aber keine Privilegien, sondern es handelt sich um eine andere Art von Bezahlung. Mir persönlich wäre es ja auch lieber, wenn die Beamten nach dem Angestelltentarif bezahlt würden, damit endlich die ewige Neidhammelei aufhört. Wenn Leute glauben, dass es den Beamten zu gut geht, sollen sie doch selbst Beamte werden. Sie werden dann schnell merken, dass es „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel ist“, wie ein Sprichwort zur Beamtenbesoldung sagt. Beispielsweise könnten einfache Beamte von ihrem Gehalt in München nicht leben, wenn sie keine Staatsdienerwohnung hätten.
Als ich vor Jahrzehnten in den Staatsdienst eintrat, sagten meine Freunde: „Bist du blöd – bei dem Gehalt!“ Heute allerdings wird der Staatsdienst geschätzt, weil er einen sicheren Arbeitsplatz bietet. Dennoch tut der Staat sich schwer, Leute für bestimmte Tätigkeiten zu gewinnen. Und viele Spezialisten laufen ihm davon – trotz Beihilfe und Pension.

SPD mit Forderungen aus der Mottenkiste:

„Schluss mit den Privilegien für Beamte: SPD will Beamte gesetzlich versichern.“ So lesen wir es gerade.
Da wird wieder die Neiddebatte geschürt: Die Beamten bekommen Beihilfe und sie müssen keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Sie erhalten Pensionen, ohne Rentenversicherungsbeiträge geleistet zu haben.
Das müsste doch sofort geändert werden, so fordern es neben der SPD auch die Grünen. Und sie meinen, wenn die Beamten in die Rentenkasse einzahlen müssten, dann könnten die Renten steigen, aber die Folge wäre: Man müsste den Beamten entsprechend mehr Gehalt zahlen. Das wäre also ein „Nullsummenspiel“. Dasselbe gilt für die Beihilfe. Hört also endlich auf mit dem Neid auf die Beamten!
Die Leute, die meinen, den Beamten ginge es zu gut, sehen nicht die Realität: Obwohl doch die Beamten angeblich so gut besoldet werden, hat der Staat immer häufiger Probleme, frei gewordene Beamtenstellen zu besetzen.
Als ich im Jahr 1964 in den Staatsdienst eintrat, sagten meine Freunde, die mit mir Examen gemacht hatten, ich sei ein Idiot – bei dem Gehalt: „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel“. So war das damals.
Ich persönlich hätte es ja lieber, wenn die Beamten den Angestellten gleich gestellt würden. Dann würden endlich die Diskussionen über die „fette“ Beamtenbesoldung aufhören.

Siehe auch diesen Beitrag: https://autorenseite.wordpress.com/2017/01/12/bertelsmanns-milchmaedchenrechnung-zur-beamtenbeihilfe/