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Früher war es besser



https://autorenseite.wordpress.com/2016/11/05/wir-waren-frueher-gluecklich-aber-ganz-anders/#respond
Wir haben unsere goldene Hochzeit längst hinter uns, und wenn ich an die Zeit damals zurück denke, kommt es mir so vor, als hätten wir es früher besser gehabt. Ja, ich behaupte sogar: Wir sind die Generation, die es am besten auf der Welt gehabt hat:
In unserer Jugend hatten wir Angst um unser Leben, denn wir wuchsen im Krieg auf. Und dann ging es immer aufwärts: Mit dem Wirtschaftswunder fing es an.
https://autorenseite.wordpress.com/2012/09/04/sinnlosigkeit-reichtums-glueck-14669240/

Doch inzwischen hören wir zwar dauernd etwas über den Aufschwung, aber für den Normalbürger geht es bergab: Seine Altersrücklagen werden entwetet. Die Reallöhne sind viele Jahre gesunken. Das Plus wurde von „denen da oben“ abgesahnt.
https://autorenseite.wordpress.com/2013/04/10/armes-deutschland-kulis-europas-15739745/

Wenn ich zurück blicke, finde ich, dass wir es trotz allen Aufschwungs früher besser hatten: Alle hatten einen sicheren Arbeitsplatz, denn prekäre Arbeitsverhältnisse gab es nicht. Der Mann war in der Regel der Alleinverdiener und die Frauen waren Hausfrauen und waren mit diesem Dasein zufrieden. Das Einkommen des Mannes reichte aus, um die Familie zu unterhalten. Und man konnte sich sogar dabei das Wohnen in einer Stadt wie München leisten, ohne dass einer der Ehegatten für die Miete arbeiten musste. Schließlich konnte man im Alter eine auskömmliche Rente erwarten, die auf jeden Fall deutlich über der Sozialhilfe lag.
Und nun? Heute hat man die Alten aus der Stadt vertrieben; sie wohnen stattdessen in gesichtslosen Neubausiedlungen. Die Arbeitnehmer müssen von immer weiter draußen zur Arbeit pendeln und vergeuden damit wertvollen Lebenszeit. Einer Studie zufolge beläuft sich der Weg zur Arbeit und wieder nachhause auf durchschnittlich 44 Kilometer. Für diese Strecke sind die Pendler eineinhalb Stunden unterwegs.

Die prekären Arbeitsverhältnisse werden immer mehr, die Armut wächst und die Reichen werden immer reicher.
Immerhin können sich viele zum Trost einen Pauschalflug in den Urlaub leisten. Sie besitzen ein Auto und mit dem fahren Sie zum Einkaufen ins Gewerbegebiet. Dadurch wurde zwar vieles billiger, aber die Innenstädte veröden.
Insgesamt sehe ich nicht, dass es aufwärts gegangen ist. Im Gegenteil: Wir verbrauchten damals so viel an Ressourcen, wie wieder nachwuchsen. Aber heute bräuchten wir 1 ½ Erden, um so weiter leben zu können wie bisher:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/08/04/es-geht-weiter-bergab-mit-uns/
Wir fahren also den Karren an die Wand und alles, was dagegen getan wird, ist, dass
ein wenig am Klima herum gedoktort wird, aber doch nicht so, wie man es sich vorgenommen hat: Trump steigt aus und wir erfüllen unsere Verpflichtungen nicht.

 

 

Es geht weiter bergab mit uns

Wenn Sie auf dieser Seite nach „bergab“ googeln, werden Sie viele aufschlussreiche Beiträge finden. Manchmal vollzieht sich allerdings der Abstieg so, dass er praktisch nicht als Einkommensverlust erfasst wird. Da die Wohnungen in verschiedenen Städten für die Normalbürger unerschwinglich teuer geworden sind, pendeln 60% der Arbeitnehmer aus dem Umland in die Städte. Die Zahl der Pendler wird immer größer und die durchschnittlichen Pendel-Entfernungen werden immer länger. So betrug die Länge des einfachen Arbeitswegs im vergangenen Jahr im Schnitt 16,91 Kilometer, im Jahr davor waren es 16,76, 1999 nur 14,59 Kilometer.
Wer pendeln muss, hat weniger Geld zur Verfügung. Aber dieser Einkommensverlust wird nicht richtig statistisch erfasst: Weil die Arbeitnehmer immer weiter hinaus ziehen müssen, um billiger wohnen zu können, steigen ihre Ausgaben für die Miete statistisch gesehen nur wenig. Und dass sie mehr Auto fahren müssen, läuft in der Statistik unter Privatvergnügen.
Tatsächlich ist aber jeder Kilometer, der auf dem Weg zur Arbeitsstelle gefahren werden muss, mit mehr Ausgaben verbunden. Und je mehr gefahren werden muss, um so mehr Staus bilden sich und die kosten mehr Lebenszeit und das ist gravierender als die damit verbundenen Mehrausgaben.
Am schlimmsten an der derzeitigen Lage aber ist, dass die Alten aus ihrem gewohnten Umfeld vertrieben werden, weil sie sich die Wohnung, in der sie fast ihr ganzes Leben verbracht haben, nicht mehr leisten können. Auch diese armen Menschen sind im Grunde genommen Flüchtlinge – wenn auch im eigenen Land.