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Corona: Unwort „Fleckerlteppich“

Zur Rechtfertigung des pauschalen Teillockdowns hörten wir von den Politikern immer wieder, dass man Schluss machen wolle mit dem „Fleckerlteppich“, also der Situation, dass überall andere Regeln galten. So ist das Wort „Fleckerlteppich“ direkt zu einem Unwort geworden, aber zu Unrecht.
Die Gerichte haben schon mit 60 Urteilen Coronaregeln aufgehoben, weil sie zu pauschal waren. Und der neue Rechtszustand schreit geradezu nach einem Eingreifen der Gerichte: Braucht man nicht doch einen Fleckerlteppich, damit präzise nur dort eingegriffen werden darf, wo es notwendig ist? Schließlich geht es um Existenzen.

Das blöde Fahrverbot

Jetzt streitet man wieder: Sollen die Raser strenger bestraft werden oder ist doch etwas mehr Nachsicht angebracht?
Was mich am Fahrverbot stört, ist die pauschale Betrachtung dieser „Strafe“: Für den schlichten Betrachter ist jeder ein Raser, der mehr als 20 km/h zu schnell fährt. Aber seien Sie mal ehrlich: Ist es Ihnen vielleicht nicht doch schon mal so gegangen, dass Sie auf einer innerörtlichen freien Straße irrtümlich gemeint haben, schon außerhalb einer Ortschaft zu sein? Deshalb ist man noch kein Raser, sondern ein fehleranfälliger Mensch.
Das Üble an den Geschwindigkeitskontrollen ist ja, dass sie nicht an Gefahrenstellen stattfinden, sondern dort, wo das langsame Fahren eigentlich als unangebracht empfunden wird:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/07/04/abkassieren-der-raser-wann-muss-scheuer-endlich-gehen/
Schon deshalb sollte immer die Schwere der Geschwindigkeitsüberschreitung abgewogen werden, bevor ein Fahrverbot verhängt wird.
Und es sollte weiter abgewogen werden, wie hart das Fahrverbot den Betroffenen trifft: Für den LKW-Fahrer kann es den Jobverlust bedeuten, für den Rentner aber nur, dass er das Steuer seiner Frau überlässt.
Schließlich verpufft bei vielen die Wirkung des Fahrverbots, weil zu wenig kontrolliert wird: Ich bin in 6 Jahrzehnten erst einmal nach dem Führerschein gefragt worden.

Mich wundert, dass – soweit ersichtlich – noch niemand nach der Verfassungsmäßigkeit des Fahrverbots gefragt hat. Eine so schwerwiegende Ahndung einer Geschwindigkeitsüberschreitung ist doch eigentlich als echte Strafe anzusehen und deren Verhängung sollte doch in einem Rechtsstaat in die Hand eines Richters bzw. einer Richterin gehören.

Wer macht denn die Demokratie kaputt?


Die Kanzlerin, Lindner, Kretschmann u.a. sind sich nach der Thüringen-Wahl einig:
Die AfD macht die Demokratie kaputt. Da fragt man sich schon,inwiefern es die Demokratie kaputt macht, wenn diese Partei anstatt des eigenen Kandidaten einen FDP-Mann wählt. Da schädigt die Demokratie schon eher der Fraktionszwang, der hier offenbar gewirkt hat und bei allen Parteien üblich ist.
Aber so ist es halt in unserer herunter gekommenen Demokratie: Man wirft mit pauschalen Urteilen um sich und hofft, dass das dumme Volk darauf herein fällt.
In unserem Land kommt ja die Sachlichkeit in der politischen Diskussion immer mehr abhanden. Ein paar markige Sätze, auf die sich das Fernsehen natürlich sofort stürzt, bringen halt mehr, als wenn man sich dem dem Gegner genauer auseinander setzt.
Nehmen wir hier nur einmal einen schlichten Satz vom Grünen Kretschmann: „
Eine Partei, die die Wissenschaft bekämpft, die freie Presse und vieles andere mehr, ist eine echte Gefahr für die Demokratie.“
Einem solchen Satz kann man in seiner Pauschalität natürlich nur zustimmen. Nur fragt man sich als einer der (vielleicht weniger werdenden) kritischen Zuhörer: Was soll das und was meint er damit?
Nehmen wir zunächst die Behauptung Kretschmanns über die Wissenschaftsfeindlichkeit der AfD. Ich befasse mich zu wenig mit dieser Partei, als dass sich mir erschließen würde, was Kretschmann damit sagen will. Vielleicht meint er, dass die AfD die
herrschende Meinung über den Klimawandel nicht teilt. Die Partei befindet sich aber damit in Überstimmung mit Trump, der sich immerhin auch auf Wissenschaftler stützt. So einfach, wie es mit der zunehmenden Erderwärmung ist, ist es aber bei der Forschung nach deren Ursachen nicht:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/12/04/zur-klimakonferenz-alles-gelogen/
Man kann dem, der anders denkt, alles Mögliche vorwerfen: Uneinsichtigkeit, Irrtum, Dummheit…, aber ihn deshalb als Feind der Wissenschaft hin zu stellen, das ist auf jeden Fall noch schlimmer. Und wieso soll das der Demokratie schaden?
Kommen wir auf die Behauptung, die AfD bekäm
pfe die freie Presse: Hintergrund ist vielleicht die Berichterstattung über das Kyffhäusertreffen der AfD, wo Kamerateams der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Zutritt und das Filmen verwehrt worden sein soll.
Will man damit davon ablenken, dass die Pressefreiheit von anderer Seite viel mehr bedroht ist?
https://netzpolitik.org/2018/news-initiative-wohin-googles-millionen-fuer-die-medien-in-deutschland-fliessen/
https://deutschelobbyinfo.com/2020/02/07/aufgedeckt-merkel-regime-fuehrt-gleichschaltung-der-zeitungen-durch-und-sie-zahlen-die-rechnung/

Wie schön wäre es, wenn die Parteien, die so gerne den Vorwurf des Populismus gegenüber anderen erheben, selbst auf den Boden der Sachlichkeit zurückkehren würden. Und wie schön wäre es auch, wenn unser Bundespräsident einmal das sagen würde, was hier geschrieben steht.

 

Die andere Art von Urlaub

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Manchmal bin ich in Bad Reichenhall und denke an meine Urgroßmutter, die häufig hier in Urlaub war und malte. Was für ein ruhiger, entspannter und auch erfüllter Urlaub war das! Sie bestellte sich Menschen, die ihr als Modell dienten, und malte Bilder wie dieses.
Auch heute kommen viele nach Bad Reichenhall, um an der hiesigen Akademie das Malen zu lernen. Sie verbringen hier einen erfüllten Urlaub, von dem sie sicherlich mehr haben, als wenn sie nach China fliegen und in einem Pauschalurlaub von der Stange die chinesische Mauer anglotzen. Eigentlich müsste man ja solche Urlaube ausbremsen durch hohe Besteuerung des Flugbenzins oder eine Vergnügungssteuer. Was mich aber ärgert, ist die Tatsache, dass laut Salzburger Nachrichten von den 35 deutschen Flughäfen nur 6 Gewinn abwerfen. Es wird also wohl so sein, dass der Steuerzahler die anderen 29 subventionieren muss. Wieso eigentlich? Muss es wirklich sein, dass Krethi und Plethi überallhin in Urlaub fliegen und dass das auch noch subventioniert wird? Der Flugverkehr wird ohnehin schon in unglaublicher Weise bevorzugt, weil er nicht mit den Mineralölabgaben belastet wird, die im Straßenverkehr fällig sind. Das muss geändert werden. Wir leben immer noch so, als ob es Öl in Hülle und Fülle gäbe. Dabei haben wir schon mehr als die Hälfte des vorhandenen Öls verbraucht und müssen nun schon die Tiefsee anbohren oder Schiefer auspressen. Auch wenn die Ölvorräte also noch nicht auf einmal erschöpft sein werden, ist es sicher, dass plötzlich wieder eine Spekulation einsetzt, die den Ölpreis in ungeahnte Höhen treiben wird. Beim Dreifachen des derzeitigen Preises lag er schon. Aber von Mal zu Mal wird die Spekulation schlimmer. Es kann also durchaus einmal so weit kommen, dass Heizen zum Luxus wird und das alles nur, weil wir die Augen vor der Zukunft verschließen und den wertvollen Rohstoff Öl verplempern. Aber das Wahlvolk will lieber die Erde total ausplündern, wie uns am Welterschöpfungstag bewusst gemacht wurde.
Wenn ich an meine Urlaube zurück denke, so waren die meist sehr umweltfreundlich: Als Student bin ich in den Semesterferien mit dem Rad von Kiel zum Klettern in die Berge gefahren. Das war immer ein echtes Abenteuer. Später mit meiner Familie hatten wir am Anfang kein Auto und verbrachten den Urlaub zuerst zu Hause. Als ich in meinem Büro gefragt wurde, wo ich denn im Urlaub gewesen sei, antwortete ich wahrheitsgemäß: „Zu Hause!“ Daraufhin sagte eine Sekretärin: „…dass Sie das sagen mögen!“ Später waren wir auf einer Almhütte und hatten dort viel Spaß. Wir waren auch mehrfach im Ferienzentrum Damp 2000 an der Ostsee. Obwohl wir dort meist mit dem Wetter Pech hatten, denke ich gern daran zurück, denn es hat uns trotzdem ausgezeichnet gefallen: Die Tochter war den ganzen Tag auf einem Reithof und unser Sohn spielte dauernd Fußball: draußen oder in der Halle. Und wir beiden Alten spielten Tennis und gingen zum Bowlen oder besichtigten Sehenswürfigkeiten. Und abends in der Tanzbar hatten wir eine Gaudi mit dem Hansaquintett, wie wir sie in dieser Form nie wieder erlebt haben. Ja, das waren alles gelungene, aber nachhaltige Urlaube.