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Das Rumoren bei den „Volksparteien“


Hier war es schon zu lesen, was nun eine Umfrage zu Tage gefördert hat: AKK war die falsche Wahl der CDU. Sie hat sich jetzt schon durch ihre hier geschilderten Fehler vorzeitig schwer beschädigt. Und ihr fehlt das Charisma, das jemand an der Parteispitze braucht. AKK hat leider nur die Ausstrahlung einer frustrierten protestantischen Pfarrerin, die vor leeren Bänken predigt. Da müsste nun Merz her.
Und wie sieht es bei den Sozis aus, die nun keine Volkspartei mehr sind? Ihr populärster Genosse, der Finanzminister Scholz, steht für den Posten eines Parteivorsitzenden nicht zur Verfügung. Dann sollte man vielleicht den Mut haben, doch vielleicht mal einen ganz Jungen ans Ruder zu lassen: Kevin Kühnert. Mehr als die SPD bisher falsch gemacht hat, würde er auch nicht verbocken. Er wäre ein Aufsehen erregendes Zeichen des Aufbruchs und der Rückbesinnung auf die Wurzeln der Partei. Dieser radikale Umbruch würde wohl auch die Jugend zu SPD-Wählern machen. Wenn es in der SPD zu einer Urwahl kommen würde (bei der sich jeder zur Wahl stellen könnte), dann könnte Kühnert durchaus Chancen bei seinen Genossen haben, weil er die Meinungsführerschaft bei denjenigen hatte, die gegen den größten Fehler der SPD waren, nämlich die GroKo. Das Protestpotenzial in der SPD ist groß und da könnten viele finden, ein richtiger Paukenschlag sei notwendig und das wäre Kühnert. Wenn der in eine Doppelspitze eingebunden würde, wäre er vielleicht auch für die konservativen Kräfte akzeptabel.
Aber auch die unorthodoxe Flensburger Bürgermeisterin wäre eine gute Wahl, wenn man sie mehr ins Rampenlicht rücken würde.

Demokratie ohne Volk


Die Europa-Wahl zeigt es mal wieder deutlich: Die Demokratie hat die Bindung zum Volk verloren: Nur wenige Bürger kennen ihre(n) Abgeordnete(n). Noch weniger wissen, was der (die) in der letzten Wahlperiode im Parlament gemacht hat – außer dass (er) sie vielleicht dadurch aufgefallen ist, dass (er) sie nach Kassieren des Sitzungsgelds wieder nach Hause gefahren ist.
Eine solche Demokratie ohne Bodenhaftung ist keine „Volksherrschaft“ mehr, wie das Fremdwort ja übersetzt sagen soll.
Aber auch bei uns zu Hause ist die Demokratie kaputt. Nach dem Grundgesetz wirken die Parteien ja nur bei der Willensbildung des Volkes mit. Tatsächlich aber haben sie sich längst den Staat „unter den Nagel gerissen“. Sie führen ein abgehobenes Eigenleben.
Nehmen wir als Beispiel die Zahl der Abgeordneten: Wir haben das zweitgrößte Parlament der Welt, obwohl unser Land auf einem Globus nur „ein Fliegenschiss“ ist. Die Parteien sind nicht bereit, die Zahl der Abgeordneten auf ein angemessenes Maß zu reduzieren, also etwa auf die ursprüngliche Größe, die ja auch schon ansehnlich war. Aber die Parteien wollen halt eine so fette Pfründe nicht aufzugeben. Dabei werden sie wohl keinen einzigen Bürger finden können, der ein solches Verhalten billigt – es sei denn, er ist Parteimitglied und hat selbst Aussichten, davon zu profitieren.
Das Traurige an diesem Sachverhalt ist, dass das Bundesverfassungsgericht nicht angerufen werden kann, um diese schwerwiegende Missachtung des Willens der Bürger zu unterbinden.
Und unsere Oberpharisäerin Merkel regt sich zwar über Trumps „America first!“ auf, aber tut nichts gegen „CDU first!“.

Der Datenskandal interessiert mich nicht



Ich bin seit über 20 Jahren im Internet unterwegs. Und da merke ich natürlich, dass Daten über mich gesammelt werden. Wenn ich einen Test über Rasenmäher anklicke, habe ich hinterher Angebote von solchen Geräten auf dem Schirm. Oder: weil ich so alt bin, bekomme ich Werbung über Treppenlifte und Ähnliches. Ich kann – Gott sei Dank – darüber lachen.
In all den vielen Jahren, die ich im Internet war, habe ich noch nie etwas gekauft, für das Werbung gemacht wurde. Warum sollte ich auch?
Bücher, die ohnehin preisgebunden sind, kaufe ich im Buchhandel. Warum soll ich einen Konzern wie Amazon mit einem solchen Kauf unterstützen?
Wenn ich Bekleidung brauche, gehe ich Shopping. Ein Stadtbummel macht Spaß. Und dabei kann ich alles anschauen und probieren. Das ist mir lieber, als wenn ein Paket mit womöglich nicht passendem Zeug bei der Nachbarin abgeliefert oder bei der Post hinterlegt wird.
Ich orientiere mich bei meinen gewichtigeren Kaufentscheidungen natürlich nicht nach der Werbung, sondern nach Testberichten.
Wenn nun auch die politischen Parteien Daten aus dem Internet nutzen wollen, um für sich Reklame zu machen, dann kann ich nur sagen: Armes Deutschland, wenn sich die Menschen von so etwas beeinflussen lassen.
Von mir aus können Facebook & Co so viel Daten über mich sammeln, wie sie wollen.
Übrigens ist das Datensammeln ja keine Erfindung der neueren Zeit. Als ich studierte, habe ich mich auch bei den studentischen Vereinigungen umgesehen, also auch bei denen der Parteien. Man warnte mich aber, bei der kommunistischen Jugend zu hospitieren, denn die würde vom Verfassungsschutz überwacht. Und so könnte ein solcher Besuch ein Hindernis für eine Anstellung beim Staat sein, weil Zweifel an meiner Verfassungstreue bestünden.
Auch als ich einmal mit einem „Spiegel“ ins Justizgebäude ging, warnte mich ein alter Richter und sagte: „Um Gottes Willen, zeigen Sie das Blatt nicht, sonst steht in Ihren Personalakten: Spiegelleser!“(Da sieht man, was der Spiegel einmal war, als Augstein eingesperrt wurde.)

Sind ARD und ZDF parteipolitisch?

 

Laut der österreichischen Zeitschrift „profil“ glaubt fast die Hälfte der Österreicher an eine parteipolitische Bevorzugung in der ORF-Berichterstattung. Genau sind es exakt 46 Prozent. Aus deutscher Sicht ist dazu zweierlei zu bemerken:
Eine solche Umfrage würde es bei uns wohl nie geben, denn das wäre gegen den Mainstream.
Und bei uns wäre die Prozentzahl noch viel höher. Bei uns gibt es nämlich nur zwei Sendungen, die gegen den Meinungsbrei ankämpfen: die „Heute-Show“ und die „Anstalt“, aber die kommen zu Zeiten, in denen der Normalbürger ins Bett geht.

 

Wir wollen es nicht wissen


Fällt Ihnen das nicht auch auf? Die Reklame wird immer weniger aussagekräftig. Manchmal ist sie sogar so nichtssagend, dass man sich hinterher fragt, für was eigentlich geworben wurde. Aber auch wenn man weiß, um was es bei dem Werbespot geht, wird man nicht informiert: In welcher Reklame für ein Auto erfahren Sie etwas über den Preis, den Kraftstoffverbrauch oder den Schadstoffausstoß? Oder nehmen Sie die Modereklame von Peter Hahn: Da geistert ein Weib unscharf fotografiert durch eine öde Landschaft. Ihre Kleidung ist nicht recht zu erkennen.
Was soll das Ganze? Die Werbung soll uns heutzutage nicht mehr informieren, sondern ein Gefühl vermitteln, z.B.: Mit dem Auto oder der Kleidung könnt ihr euch sogar in der unwirtlichsten Gegend bewegen. Aber wer will das schon?
Auch die Werbeplakate der Parteien anlässlich der Bundestagswahl sind ähnlich: Ein Kopf und ein Slogan. Das könnte man auch weglassen, denn wer sich durch so etwas beeinflussen lässt, sollte am Wahlsonntag besser zu Hause bleiben.

Wahrscheinlich sind wir selbst schuld an der Situation. Wir wollen gar nicht mehr richtig informiert werden, denn was dabei heraus kommt ist meist unerfreulich. Deshalb wollen wir statt weit schweifender politischer Debatten lieber ein „kuscheliges Wohlfühlklima„. Und wer erzeugt das besser als Mutti?

Gedanken zum Tag

Arbeit

Merkel, Seehofer und SPD-Chef Gabriel kommen heute Nachmittag im Kanzleramt zusammen, um zu entscheiden, ob Steinmeier oder ein anderer gemeinsamer Kandidat aufgestellt werden – oder ob es eine Kampfkandidatur zwischen Steinmeier und einem Bewerber der Union gibt. Wir wissen schon jetzt: Kampfkandidatur ist das Letzte, was die Parteichefs wollen. Das wäre ja fast schon demokratisch.
Bei der Wahl des Bundespräsidenten zeigt sich auch wieder einmal, wie weit wir uns vom Grundgesetz entfernt haben:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/11/07/wie-die-demokratien-kaputt-gehen/

Das Traurige ist, dass nirgendwo in der Presse Kritik an dieser Art von Wahlverfahren geübt wird.

Zum politischen Aschermittwoch

In den Nachrichten höre ich gerade, dass seit Tagen überdimensionale Leinwände aufgebaut werden, auf denen heute die Politiker bei ihren Aschermittwoch-Auftritten zu sehen sind. Ich frage mich: Was soll der Unsinn? Eine derartige Überhöhung von Menschen sollte verboten werden. Es sollte bei solchen Veranstaltungen darauf ankommen, was die Politiker den Leuten zu sagen haben. Stattdessen prasseln Schlagworte und Phrasen von Großbildwänden auf die Menschen hernieder.
Ich finde, dass man eine interessante Entwicklung beobachten kann: Nehmen wir als Beispiel den Papst. Der wurde früher auf einer Sänfte mit riesiger Tiara (Papstkrone) auf dem Kopf durch die Menge getragen. Doch heute geht der Papst Franziskus im schlichten weißen Gewand in die Mensa zum Essen. Es ist nicht mehr zeitgemäß, Menschen auf diese Weise fast als überirdische Existenzen darzustellen.
Aber in der Politik läuft die Entwicklung anders herum. Da werden vor dem schlichten Volk überdimensionale Menschen aufgebaut – schon fast so, als wären es Götter.
Das Volk jedoch scheint die Nase voll zu haben von diesem hohlen Theater, wie die immer geringer werdende Stimmabgabe bei den Wahlen zeigt.
Übrigens heißt der Aschermittwoch so, weil er den Menschen daran erinnern soll, dass er aus Staub gemacht ist und wieder Staub wird. Die Politiker scheinen nur das Wort „Staub“ vernommen zu haben, und so wirbeln sie heute wieder einen Haufen Staub auf.

Wird das Internet manipuliert?

Ich würde sagen: Noch nicht, aber es steht uns offenbar bevor:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/06/shillbots-regierung-kann-internet-foren-mit-robotern-manipulieren/
Derzeit wundere ich mich noch, wie wenig sich die Parteien um das Internet kümmern. Das liegt vielleicht daran, dass die Kanzlerin recht hatte, als sie kürzlich sagte: „Das Internet ist für uns alle Neuland.“ Sie musste dafür einen Haufen Spott einstecken, aber anscheinend hatte sie recht.
Wenn ich Parteichef wäre, würde ich die Jugend motivieren, sich viel stärker im Netz zu beteiligen. Die Jugend müsste doch das Netz darauf hin durchforschen, ob irgendwo etwas Nachteiliges über ihre Partei steht, und sie müsste sich dann damit auseinandersetzen. So könnten sich die jungen Leute ihre ersten Verdienste um die Partei erwerben. Und es käme eine Diskussion zustande. Aber anscheinend dämmern die jungen Leute vor sich hin und warten, bis sie dran kommen bei der großen Postenverteilung.

10.000 Besucher vielen Dank für Ihr Interesse!

In der letzten Nacht rückte das Zählwerk meiner Blogseite auf 10.000 vor. Dafür möchte ich mich ganz, ganz herzlich bei allen Lesern bedanken. Das ist ein Ansporn für mich, weiter zu machen.
Was mich immer wieder wundert: Wenn ich mich kritisch gegenüber Staat, Parteien oder Kirche äußere, erhalte fast nur Zustimmung. Ich hatte mir an sich vorgestellt, dass sich in erster Linie diejenigen wehren, die Zielscheibe meiner kritischen Blogs waren. Aber da herrscht das Schweigen im Walde. Sind die schon halbtot, oder was ist los? Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz beantwortet nicht einmal einen Brief, der an ihn persönlich gerichtet ist. Dabei hat er doch Personal auch dafür, mindestens ein höfliches Blabla als Antwort verfassen zu lassen. Geht man so mit einem Kirchensteuer zahlenden Gläubigen um?