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Wie ich dreimal den Lauf der Weltgeschichte verändern wollte

Manchmal will es nicht in meinen Kopf, warum man sich mit vernünftigen Ideen nicht durchsetzen kann. Mir ist es dreimal in bedeutsamen Augenblicken so gegangen:

1. Als junger Staatsanwalt habe ich mich gleich zu Anfang in die Nesseln gesetzt. Ich sollte in einer politisch heiklen Sache plädieren, in der es in erster Instanz zu einem Freispruch gekommen war; dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Der Abteilungsleiter rief mich zu sich und äußerte seine Meinung, dass die Berufung Erfolg haben müsste. Ich sagte ihm allerdings, dass ich anderer Auffassung sei und Verwerfung der Berufung beantragen würde, wenn er mir nicht eine andere schriftliche Weisung im Handakt erteilen würde. Das wollte er nicht, gab mir aber mit auf den Weg, dass es überhaupt nicht in Frage komme, dass ein Staatsanwalt die Verwerfung der eigenen Berufung beantragen würde. In so einem Fall stellt der Staatsanwalt nur den Antrag im Sinne seiner Behörde und setze sich wieder ohne Begründung; dann wisse das Berufungsgericht Bescheid. Ich erwiderte, dass ich das verlogen fände und nicht tun würde. So geschah es dann auch und es machte die Runde durch die Justiz. Mein früherer Vorsitzender sagte hinterher zu mir: „Jetzt werden Sie nie mehr befördert!“

So weit die Vorgeschichte, die zu einem Gespräch zwischen mir und dem Behördenleiter führte. Ich traf ihn in der Nacht nach dem Olympia-Attentat, als er kurz etwas essen gehen wollte. Er erzählte mir, was man auf dem Flugplatz von Fürstenfeldbruck vor hatte: Die Polizei sollte die Terroristen auf keinen Fall abfliegen lassen. Ich schlug ihm vor, dass man doch die Sache von den israelischen Geheimpolizisten erledigen lassen sollte, denn erstens ginge es um ihre Landsleute und zweitens hätten sie mehr Erfahrung mit solchen Situationen. Er entgegnete, das ginge auf keinen Fall, dass Ausländer auf deutschem Boden Polizeiaufgaben übernähmen. Ich meinte, dass man die Israelis doch unterstützend tätig werden lassen könnte. Man könnte ja auch hinterher sagen, die Israelis hätten einfach zugeschlagen. Er fand das alles völlig falsch. Ich entgegnete ihm sarkastisch, dann solle er die Terroristen lieber fliegen lassen und ihnen noch eine Million mitgeben, bevor sie verhaftet würden und unter Gefährdung deutscher Fluggäste frei gepresst würden.
Später, als die Terroristen verhaftet worden waren, verlangte Israel deren Auslieferung. Ich meinte damals, man solle dem Ersuchen statt geben, denn es gehe ja um israelisch Opfer. Das wurde abgelehnt mit der Begründung, die deutsche Justiz müsse sich mit einem Verbrechen auf deutschem Boden selbst befassen. Ich fasste noch nach und schlug vor, man solle die Terroristen halt zur Vernehmung nach Israel schicken. Auch das wurde abgelehnt.
So nahm die Geschichte ihren schrecklichen Verlauf und Deutschland raffte sich nach 50 Jahren endlich auf, Entschädigungen zu zahlen.

2. Ein anderes Mal hatte ich eigene Ideen, mit denen die Geschichte anders verlaufen wäre:
Saddam Hussein wurde von den USA verdächtigt, Atomwaffen her zu stellen. Der amerikanische Außenminister legte dafür fadenscheinige „Beweise“ vor. Es zeichnete sich ein Krieg ab, obwohl eine internationale Untersuchungskommission unterwegs war und freie Hand hatte, überall nach den angeblichen Atomwaffen zu suchen. Das interessierte die Amis aber nicht: Sie wollten den Krieg (Bush auch aus innenpolitischen Gründen, weil ein Siegerimage sich bei der Wahl gut machen würde.) Damals schrieb ich an den Papst, er solle doch die Katholiken aus aller Welt zu einer Friedensprozession in den Irak aufrufen. Dann könnten die Amis ja nicht auf die Prozessionsteilnehmer schießen. Ich bekam natürlich keine Antwort, nicht einmal von einem untergeordneten Sachbearbeiter für solche Angelegenheiten.
So nahm die Destabilisierung des Nahen Ostens ihren Lauf.

3. Einen ähnlichen Vorschlag machte ich, als der Ukrainekrieg begann. Ich meinte, wenn sich die Frauen zusammen täten und eine große Demonstration wie bei Fridays for Future veranstalten und den russischen Truppen entgegen treten würden, dann würde wohl der Angriff ins Stocken geraten. Alternativ schlug ich vor, sich die Dinkelsbühler Kinderzeche zum Vorbild zu nehmen. Die Russen würden doch niemals die Kinder nieder walzen.
Leider finden solche unorthodoxen Vorschläge in unserer Zeit kein Gehör und man steht als uneinsichtiger Naivling da. So stehen wir nun am Rande eines Weltkrieges.

 

 

 

 

 

Papst: Späte Entschuldigung

Der Papst hat sich nach Jahren aufgerafft und ist nach Kanada geflogen, um sich für die Rolle der Kirche bei Verbrechen gegen die indigenen Einwohner Kanadas zu entschuldigen. Er nennt das eine Bußreise, wobei zu fragen ist, ob eine Entschuldigung eine Buße ist. Für den Vatikan vielleicht schon. Aber mir ist das zu wenig. Ich hätte gerade auch gerade bei den Missbrauchsfällen echte spektakuläre Bußübungen von der Kirche erwartet, etwa eine symbolische Wiederaufnahme des Flagellantentums. Bloße Entschädigungszahlungen reichen da nicht aus.

Der Papst könnte übrigens gleich weiter fliegen nach Island, wo 9000 Kinder in Heimen für uneheliche Geburten den Tod fanden.

Und bei alledem fällt mir ein Wort Jesu ein:
„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte.…“

Katholische Kirche: Schlimmer als der Missbrauch

Die Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche sind schlimm genug. Aber es geht noch schlimmer. In Kanada wurden 1000 Gräber indigener Kinder entdeckt:
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/kanada-graeberfund-101.html
Es handelt sich dabei um Kinder, die der indigenen Bevölkerung weg genommen worden waren, um sie auf die westlich-christliche Kultur um zu erziehen. Welch schlimmes Schicksal diese Kinder hatten, lesen Sie in dem verlinkten Beitrag.
Dazu wäre endlich mal ein Wort des Papstes erforderlich.

Der unwürdige Eiertanz von Papst Benedikt XVI

Wir sind es gewohnt, dass Papst Benedikt auch ein dunkles Kapitel seines Lebens schön färben lässt:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/16/sonntagsgedanken-papst-benedikt-xvi-schuldet-uns-einen-letzten-dienst/
Nun allerdings kommt es knüppeldick für ihn. Fest steht, dass er die Unwahrheit gesagt hat. Obwohl damit nicht sicher erwiesen ist dass dass er vorsätzlich gehandelt hat, wird er von einem Teil der Medien der Lüge bezichtigt, während andere Medien nur dezent berichten, er habe seine Aussage korrigieren müssen.
Übel ist nun allerdings, dass der Papst durch seinen Privatsekretär Gänswein verlautbaren lässt, es habe sich um ein „technisches Versehen“ gehandelt. Übel daran ist, dass der Papst sich nicht selbst äußert, sondern seinen Privatsekretär vor schickt. Damit hält er sich immer noch die Ausrede offen, er habe so etwas nicht selbst gesagt, sondern sein Sekretär sei schuld. Und übel ist auch, dass kein Wort der Entschuldigung von ihm zu hören ist, sondern von einem absurden „technischen Versehen“ die Rede ist.
Das will der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, so nicht mehr hinnehmen Er hat von dem emeritierten Papst Benedikt eine Entschuldigung für sein Verhalten im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche gefordert. Der Papst müsse sagen: “ ‚Ich habe Schuld auf mich geladen, ich habe Fehler gemacht, ich bitte die Betroffenen um Verzeihung.‘ Anders geht das nicht“.
Was nun, Papst Benedikt? Wahrscheinlich wird der Rest Schweigen sein.

Laut wird es allerdings in der Heimatstadt des Papstes: Traunstein. Dort ist er Ehrenbürger und man hat ihm schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. Auch ein Platz wurde nach ihm benannt und den Ehrenring hat er auch noch bekommen. Zu viel der Ehre?
Nun rumort es plötzlich in der Kreisstadt. Die  »Grüne Jugend Traunstein« versammelt sich heute vor dem Denkmal und fordert eine kritische Auseinandersetzung der Stadt mit ihrem Ehrenbürger und dem Träger ihres Traunsteiner Ehrenrings. Die Kommunen und der Landkreis Traunstein wollen eine Kommission einsetzen, die sich mit dem Thema aus historischer, juristischer und theologischer Sicht befassen wird. Man darf gespannt sein.

 

Keine Heiligsprechung für Papst Benedikt XVI

Ich bin kein Freund von Papst Benedikt:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/16/sonntagsgedanken-papst-benedikt-xvi-schuldet-uns-einen-letzten-dienst/
Sein schön gefärbter Lebenslauf hätte ihm vielleicht ermöglicht, das zu erreichen, was vielen seiner Vorgänger zuteil wurde: die Heiligsprechung.
Nun allerdings wird er durch etwas belastet, was sich je nach Framing so anhört:
„Papst korrigiert Aussage“ bzw. „Falschaussage des Papstes“.
Die erste Überschrift klingt nach einer harmlosen Versehen, die zweite rückt den Papst in den Verdacht der Lüge. Man sieht: Je nach Formulierung sieht derselbe Sachverhalt entweder so oder völlig anders aus.
Mir tut der Mann leid, weil er am Ende seines Lebens in so eine Situation gekommen ist.

Sonntagsfrage: Wer hat dem Menschen die Hormone eingegeben: Gott oder Satan?

Verboten neu

https://autorenseite.wordpress.com/home/

Geht es Ihnen auch so? Wenn man sie Bibel liest, hat man auf einmal mehr Fragen als Antworten:
Zum Beispiel frage ich mich bei dem, was sich so alles rund um den Sex ereignet: Kann es wirklich sein, dass Gott den Menschen so geschaffen hat, wie er ist, oder hat Satan dieses Werk Gottes verdorben, indem er sein Teufelszeug, nämlich die Hormone, dazu gegeben hat?
Oder wie wäre es wohl, wenn Jesus anstatt, dass er vor 2000 Jahren auf einem Esel in Jerusalem eingeritten ist, heute mit einem Trabbi in Berlin erschienen wäre oder wenn er den Papst besucht hätte?
Auf all diese Fragen versucht das Buch „Verbotene Zone“ in unterhaltsamen Geschichten Antworten zu geben. Das Buch ist allerdings für Weihwasserfrösche nicht geeignet.

Die römisch-katholische Skandalkirche

Die Rede ist hier nicht von den unglaublichen Missbrauchsskandalen, sondern von einem finanziellen Skandal, der viel schlimmer ist als der von Wirecard. Bei Wirecard ist das Geld ja nur einfach verschwunden, aber bei der Kirche stellt sich auch die Frage des Betruges:
Die Kirche sammelt ja Jahr für Jahr den Peterspfennig unter dem Motto „Geld für die Armen“. Und was tut die Kirche mit dem Geld? Sie investiert in britische Immobilien.
Ich habe deshalb die provokante Frage gestellt: Muss der Papst in den Knast? Das war natürlich eine satirische Übertreibung, die aber klar machen soll, wie schlimm der Umgang der Kirche mit dem Geld ist:
https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/
Der Papst ist natürlich kein Betrüger, aber sein Umgang mit dem Geld, das er als Nachfolger Petri gesammelt, ist so unglaublich, dass bei einem solchen Versagen normalerweise die Frage des Rücktritts gestellt würde. Er durfte doch das Geld, das in seinem Namen gesammelt wurde, nicht einfach dem Staatssekretariat des Vatikans zur weiteren Verwendung überlassen, sondern hätte selbst bestimmen müssen, welchen Armen es zugute kommen soll. Es sollen ja 350 Millionen verzockt worden sein. Was hätte man mit diesem Geld alles anfangen können!. Die Katholische Kirche stünde als „Leuchtturm“ in unserer Welt der Geldgier da, wenn das Geld in die Flüchtlingslager geflossen wäre.

Nehmen wir einmal an, eine Organisation würde Geld für die Opfer der Flutkatastrophe sammeln und würde das Geld dann auch in Londoner Immobilien investieren: Was würde dann passieren? Die Antwort ist klar. Aber beim Umgang mit dem Peterspfennig hörte man nicht einmal aus den Kreisen von „Wir sind Kirche“ einen Protest. Irgendwie fühle ich mich an Wilhelm Busch erinnert: „… sprach nichts als: „Heilig! Heilig!“

Immerhin wird im Vatikan der Skandal nicht unter den Teppich gekehrt, sondern es gibt ein Strafverfahren:
Der ehemalige Präfekt der vatikanischen Kongregation für Heilig-und Seligsprechungen, Kardinal Becciu, der im September auf Druck von Papst Franziskus zurückgetreten war, muss sich wegen Geldunterschlagung und Amtsmissbrauchs verantworten. Angeklagt ist auch die Expertin in Geopolitik und Becciu-Vertraute Cecilia Marogna.
Ich frage mich, was wohl mit dem Begriff „Vertraute“ umschrieben wird und denke an das Konzil von Nicäa, wo bestimmt wurde, dass Priester nur „unverdächtige Frauen“ um sich haben dürfen. Also für mich ist die Frau verdächtig, seit ich ein Bild von ihr sah.

Gegen den Papst: Schwule Paare werden doch gesegnet


Der Papst hat die Segnung von schwulen Paaren verboten. Aber keine Angst, Ihr Schwulen: Ihr bekommt weiter Euren Segen:
Mich erinnert die derzeitige Situation an die Mischehe meiner Eltern, die im Jahr 1930 kirchlich getraut wurde: Damals war sie genau so verboten wie nun die Schwulenehe. Aber meine Eltern wurden trotzdem katholisch getraut, weil es einen Geheimtipp gab, wie man so etwas erreichen konnte. Der Prior von St Benedikt in München hatte Verständnis für die Liebenden und nahm die Trauung vor.

Viel günstiger als damals bei meinen Eltern ist die Lage für die Schwulen heute: Nach zahlreichen katholischen Gremien und Verbänden haben sich auch zwei katholische Bischöfe in scharfer Form gegen das Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Paare gewandt. Wenn also im Gegensatz zu früher so viele das päpstliche Verbot für falsch halten, so wird es mit Sicherheit viele Priester geben, die den Schwulen ihren Segen geben werden. Und eines Tages wird es so sein wie bei den Mischehen: Kein Mensch wird verstehen, warum man die verboten hat.

Was ich nicht verstehe, ist dies: Die Bibel enthält so vieles, von dem sich die Kirche distanzieren müsste.  Warum nicht auch von der Verdammung der Schwulen?

Zitat zum Tag


Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr in dem Buch „Mit spitzer Feder“. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen. Es wäre nett, wenn Sie daraus einmal etwas zitieren würden.

Wir brennen wahrlich vor Geldgier.“
                                       ( Hl. Hieronymus)

https://autorenseite.wordpress.com/2019/11/29/muss-der-papst-in-den-knast/
Mehr über den Autor auf der Homepage oder in er Sonderseite für Frauen–Nichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/