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Bin ich zu alt für moderne Opernaufführungen?


Übrigens: Das ist unsere Pfarrkirche in Bergen, die bezeugt, wie die Tnanhäuser-Saga sich wirklich abgespielt haben soll: https://autorenseite.wordpress.com/?s=Tannh%C3%A4user

Früher, als ich jung war, hätte ich gerne mal Karten für Bayreuth bekommen, aber das hat nie geklappt. Deshalb habe ich aufgegeben. Und so habe ich mir jetzt mal den Bayreuther Tannhäuser im Fernsehen angeschaut. Ich fand die Aufführung ganz schrecklich und habe bald ausgeschaltet. Wehmütig habe ich mich an eine alte Aufführung erinnert, bei der Minuten langer Beifall ertönte, als der Vorhang aufging und das Bühnenbild zu sehen war. Das, was heute in Bayreuth zu sehen war, ist für mich so ähnlich, als würde es einem Museum einfallen, eine Raffael-Madonna mit einem Mona-Lisa-Lächeln übermalen zu lassen. Warum müssen Opern heutzutage ständig modernisiert werden? Es gab schon mal einen schrecklich modernisierten Tannhäuser in Bayreuth:
https://autorenseite.wordpress.com/2011/07/26/bravo-bayreuth-11549441/
Oder auch hier: https://autorenseite.wordpress.com/2013/05/16/naziskandal-oper-15994862/
Hat man keine Ehrfurcht mehr vor den genialen Schöpfern solcher Meisterwerke?
Gefreut mich an der Aufführung, dass all die Prominenten, die Karten für die Oper erhalten hatten, schwer für diese Bevorzugung büßen mussten, indem sie Stunden lang etwas ansehen mussten, was unansehbar war. Und dazu waren sie wer weiß woher angeflogen.

Die Kritiker sind schuld

In meinem ganzen Bekanntenkreis ist kein einziger dabei, der noch in die Oper geht, höchstens mal ausnahmsweise in die Festspiele, aber dann kommen die Leute in der Regel enttäuscht zurück und sagen: „Schade um’s Geld!“
Warum ist das so? Wir haben es hier schon öfter beschrieben: Weil die Kritiker immer etwas Neues, möglichst Provokatives fordern. So konnte man jüngst eine Wagneroper mit Erschießungskommando sehen.
Weshalb legen die Kritiker nicht ganz schlicht einen ganz normalen Maßstab an, der so aussieht: Welcher Regisseur hat die Oper werkgetreu am besten umgesetzt? Schließlich haben sich die alten Opern teilweise Jahrhunderte lang erhalten, weil sie von den Menschen so geliebt werden, wie sie sind. Wir überlassen ja auch nicht den Kölner Dom den modernen Architekten als Experimentierfeld.
Ein anderes Gebiet, auf dem sich die Kritiker austoben, sind die Krimis im Fernsehen, bei denen es sich eigentlich gar nicht lohnt, etwas darüber zu schreiben. Aber die Kritiker haben es fertig gebracht, dass aus dem Krimi, der einmal ein Märchen für Erwachsene mit Ratespiel war, ein grausames Morden geworden ist mit detailgenauer Abbildung der Leiche, dem Leid der Hinterbliebenen usw. und das alles oft in einem unterbelichteten Grauton.
Wie schön war es doch, als früher an der Cote d’Azur, in Hollywood oder an anderen schönen Orten gemordet wurde, wo es etwas zu sehen gab, wie nun nur noch bei Donna Leon. Und so wundert es mich nicht, wenn die Menschen, insbesondere auch die Jugendlichen immer mehr verrohen, denn das ist ja der Alltag, den sie immer wieder auf dem Bildschirm sehen.
Und ich frage mich bei der Verflachung des Fernsehprogramms der öffentlich-rechtlichen Sender immer wieder, warum so etwas mit Gebühren unterstützt werden muss, was immer mehr zum Plagiat der privaten Programme verkommt. Wieso wird das öffentlich-rechtliche Fernsehen, das einmal wegen der zu wenigen Sendekanäle eingeführt wurde, nicht längst abgeschafft, wie es ja auch keine öffentlich-rechtlichen Zeitungen gibt?

Naziskandal in der Oper

„Cosi van Tutte“ in der Badeanstalt, „Der Barbier von Sevilla“ ohne Bühnenbild nur zwischen Obstkisten, „Die Fledermaus“ im Düsenjet oder ein anderes Mal in der Zeit des aufkommenden Austrofaschismus… Die Beispiele der Verhunzung von Opern sind ohne Ende. Als Anneliese Rothenberger sich einmal über eine Fetsspielinszenierung aufregte, sagte der Regisseur: „Wenn’st net mindestens an Nackerten über die Bühne hupfen lässt, fällst du mit deiner Inszenierung durch. Du brauchst heutzutage einen Skandal…“ Und so wundern wir uns nicht, wenn man in Düsseldorf den Tannhäuser mit Erschießungsszenen vorgesetzt bekam.
Der Spiegel-online schreibt dazu:
„Die Deutschen ermordeten sechs Millionen Juden, aber wenn man sie daran erinnert, rufen einige neuerdings den Arzt. Weil Zuschauern übel wurde, setzte die Düsseldorfer Oper eine umstrittene „Tannhäuser“-Inszenierung ab. Ob die wirklich ein Skandal ist? Mag sein. Ihre Absetzung ist sicher einer.“
Und dann ist da im Spiegel die Rede von „deutscher Urschuld.“ Dazu verweise ich auf mein Blog „Nationalsozialismus: Deutsche – Täter oder Opfer?“ vom 2013-04-18. Ich bin gegen diese Urschuld, die uns die sogenannten Mainstream-Medien pauschal immer einreden wollen.
Überträgt man das, was wir Deutsche dauernd in uns spüren sollen und immer wieder bekennen sollen, auf einen anderen Tatbestand, so wird die Absurdität der Urschuld deutlich:
Nehmen wir an, Ihr Großvater hat einen Mord begangen. Meinen Sie, dass Sie dann auch noch immer und überall bei jeder Gelegenheit bekennen müssten, dass Sie zu dieser schäbigen Familie gehören, die einen Mord begangen hat?
Wohin wir auch schauen: zu allen Zeiten und überall haben Menschen und Völker und besonders die Kirche Schuld auf sich geladen. Der Einzelne pflegt seine Schuld zu verdrängen. Und auch die Völker legen das, was sie angerichtet haben, irgendwann in den Geschichtsbüchern ab. Vergessen werden soll das Geschehene keinesfalls, aber müssen wir ständig und überall in unseren Wunden wühlen, auch dort, wo nicht der richtige Ort dafür ist? Wer in die Oper geht, möchte eine Aufführung sehen, die sich an das hält, was deren genialer Schöpfer niedergeschrieben hat. Es ist eine Beleidigung der großen Komponisten, wenn immer wieder geglaubt wird, man könne an ihren Werken herum schnipseln und sie fehl interpretieren, wie man will. Man sollte mehr Respekt vor diesen großen Leistungen der Menschheit haben. Und weil man den nicht mehr hat, gehe ich nicht mehr in die Oper und auch meine Verwandten und Bekannten nicht.
Schauen wir bei dieser Gelegenheit einmal auf die Kirche: Für sie sind Schuld, Reue und Sühne existenziell wichtige Begriffe. Gibt es dort einen Gedenktag für Hexenverbrennungen, an dem Frauenpuppen vor der Kirche verbrannt werden? Gibt es in den Domen Mahnmale für die Judenverfolgung? Nein, man hat ja erst vor nicht zu langer Zeit die Votivtafeln entfernt, die Hostienschändungen durch die Juden darstellten.
In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis, der auf den ersten Blick nichts mit dem Thema zu tun hat:
Wir merken gerade, dass wir eine verstärkte Zuwanderung von Fachkräften brauchen, weil unsere Geburtenrate zu gering ist. Die Kanzlerin erklärte, man dürfe das nicht mit Trübsinn begleiten. Recht hat sie. Überlegen Sie mal: Wenn Sie auswandern würden, würden Sie nicht auch lieber dorthin ziehen, wo heitere aufgeschlossene Menschen wohnen, anstatt in ein Land der ständigen Selbstzerfleischung und des dauernd propagierten reuigen Trübsinns?
Übrigens forderte auch van Rompuy vor einiger Zeit, dass das ewige Kritisieren ein Ende haben müsse und das positive Denken Einzug in die europäische Politik halten solle. Wenn er dies auch nicht in Bezug in den Nationalsozialismus gemeint hat: Warum sollen wir ihn nicht mit einbeziehen in die Warnung vor dem Negativen und der Aufforderung, uns dem Positiven zuzuwenden?
P.S.: Besuchen Sie mich doch mal hier!