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Der systemverhaftete Mensch

Mein Senf dazu:

Geht es Ihnen auch so? Wenn man etwas online erledigen will, ist man an das vorgegebene System gebunden. Nur selten ist da Raum für  individuelle Wünsche.
Gerade habe ich etwas erlebt, was mich fragen lässt, ob wir in Absurdistan leben:
Ich habe mir etwas im Internet bestellt, was nicht ankam, weil es falsch adressiert war. Ich bat also die Verkäufer-Firma, mir die Ware mit der richtigen Adresse zuzusenden. Eigentlich normal ganz einfach, so denkt man. Aber heutzutage sind offenbar viele so in ihrem System verhaftet, dass sie so einen einfachen Vorgang nicht mehr bewältigen können, denn von der Firma erhielt ich jedoch diese Nachricht:

„Zu unserem Bedauern können wir die Rechnungs- bzw. Lieferanschrift zu
Ihrer Bestellung vom 12.03.2021 nicht ändern. Pearl ist an die Adressdaten gebunden, die zum Zeitpunkt Ihrer Bestellung in Ihrem PayPal-Konto hinterlegt waren und von PayPal an uns übermittelt wurden. Eine nachträgliche Änderung der Rechnungs- bzw. Lieferanschrift ist uns deshalb leider nicht möglich.“

Das Sonderbare an dem Ganzen ist allerdings, dass bei PayPal meine richtige Adresse hinterlegt ist.

Nun bin ich gespannt, ob ich nun doch die Ware erhalte oder mein Geld zurück bekomme.
Vorläufig hat sich nichts gerührt und ich musste eine Mahnung schreiben.

Sterbende Innenstädte

Sehen unsere Innenstädte bald so aus? Gerade lesen wir über Bad Reichenhall: „Die Zahl der leeren Geschäfte rund um die Fußgängerzone liegt bei etwa 35.“
Was für einen deprimierenden Eindruck machen die sterbenden Innenstädte. Das gilt besonders für Kurorte, die ja teilweise auch vom Erscheinungsbild ihrer Straßen leben.
Schuld ist der Online-Handel, der nicht nur die Geschäfte  in den Innenstädten kaputt macht, sondern die Steuereinnahmen, die man einmal aus  dem ortsansässigen Handel hatte, zu sich und damit ins Ausland verlagert.
Nun könnte unsere Politik natürlich den vernünftigen Grundsatz einführen, dass die Steuern dort zu zahlen sich, wo die Umsätze gemacht werden. Aber so etwas hat sich bisher nur Macron getraut. Bei uns geht das nicht, weil Trump dann sofort unsere Autoindustrie mit Strafzöllen belegen würde.
Wir sind Opfer unserer eigenen Politik geworden: Wir fanden es normal, dass wir beispielsweise Hähnchenflügel oder Altkleidung nach Afrika exportierten und dort den einheimischen Handel kaputt machten. Nun trifft diese Art von Politik uns selbst.
Wenn ich mir all dass so anschaue, frage ich mich, ob die Globalisierung wirklich ein Vorteil für alle und nicht nur für die Reichen ist. Wir haben doch vorher sorgenfreier gelebt:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/
Was uns fehlt, ist eine globale Verhandlung über Moral und Verantwortung im Welthandel. Aber davon haben wir beim kürzlichen Treffen in Davos nichts gehört.