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Oma, die Umweltsau: Was sind wir doch für ein humorloses, hysterisches Volk geworden

Wird bei uns demnächst auch das Lachen verboten? Das Lied über Oma, die Umweltsau, lässt solche Befürchtungen aufkommen.
Über dieses Thema habe ich ja schon hier geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/05/oma-die-umweltsau-was-sind-wir-doch-fuer-ein-humorloses-hysterisches-volk-geworden/
Wie sehr ich Recht hatte, zeigt nun die neueste Meldung in dem Medien: Wegen des Liedes über Oma, die Umweltsau, sind 200 Strafanzeigen erstattet worden. Haben die Leute nichts anderes zu tun?
Müssen jetzt die Kabarettisten dauernd Angst haben, sich wegen irgendeines Beitrags vor Gericht verantworten zu müssen? Wohl kaum, denn die Urteile in den Fällen Künast und Erdogan zeigen, dass der Schutz der Ehre gehend dem Schutz der Meinungsfreiheit zum Opfer gefallen ist.
Die Anzeigen sind also völlig sinnlos. Aber die Justiz kann sich freuen: Sie kann 200 Fälle in einem Aufwasch erledigen und so ihre Erfolgsstatistik wesentlich verbessern.

Oma, die Umweltsau: Was sind wir doch für ein humorloses, hysterisches Volk geworden

In meinen Zitaten habe ich gerade geschrieben:

In Deutschland herrscht zur Zeit eine geradezu hysterische Aufgeregtheit – etwa so, als ob man in einen Hühnerstall hinein geschossen hätte.

Und mit der Oma als Umweltsau habe ich mich auch schon befasst:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/12/30/oma-die-umweltsau/
Wer hätte aber gedacht, dass es nun auch noch wegen dieser Oma zu Demonstrationen kommen würde? Und noch erschreckender ist, dass dabei Linke gegen Rechte standen und über Tausend Menschen beteiligt waren – und das alles wegen eines Kinderliedes. Besonders dumm war die Einmischung des Intendanten Buhrow. Er sagte
: „In diesem Fall hat in einem Familienprogramm ein nicht als Satire direkt erkennbares Video pauschal eine ganze Gruppe mit Umweltverschmutzung in den Zusammenhang gestellt. Und dadurch haben sich einfach viele Seniorinnen und Senioren verletzt gefühlt.“
Dem Mann fehlt der Durchblick, wenn er meint, das Lied sei nicht als Satire erkennbar gewesen. Ja, was denn sonst soll ein Lied sein, das sich mit einer Oma befasst, die im Hühnerstall Motorrad fährt? Und außerdem fehlt ihm der Humor: Er hätte sagen sollen, er entschuldige sich bei allen Senioren, die im Hühnerstall Motorrad fahren. Damit wäre die Sache erledigt gewesen.

Zitat zum Thema: Oma, die Umweltsau

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften.
Wenn man sieht, wie die Reaktionen auf Oma, die Umweltsau ausfallen – von Morddrohungen einerseits bis zu demütigen Entschuldigungen andererseits– dann kann man nur sagen:

In Deutschland herrscht zur Zeit eine geradezu hysterische Aufgeregtheit – etwa so, als ob man in einen Hühnerstall hinein geschossen hätte.

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Oma, die Umweltsau

Tja, liebe Kinder: Da staunt ihr! Man darf bei uns über viele Themen keine Witze mehr machen. Oma als Umweltsau — so was geht gar nicht. Dabei weiß doch jeder, dass Oma nicht Motorrad fährt, erst recht nicht im Hühnerstall. Also ist sie auch keine Umweltsau. Fertig!
Aber damit die Diskussion über Oma als Umweltsau auch einen positiven Effekt hat, sollt ihr wissen: Oma oder besser gesagt: Uroma war keine Umweltsau, sondern im Gegenteil ein Vorbild für heute: Sie hatte eine ausgeglichene Umweltbilanz, d.h.: Sie verbrauchte nur so viele Ressourcen, wie sich auch wieder regenerieren konnten:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/ 
Die Worte Umwelt, Artensterben, Luftverschmutzung, Glyphosat … gab es damals noch nicht. Die Welt war in Omas Jugend noch in Ordnung,
Also macht ein neues Lied mit dem Thema: „Meine Oma ist beim Umweltschutz ein Vorbild…“

Essen wie Oma oder Hippokrates?

Sicher ist es gut, fortschrittlich zu sein; aber wer auch am Herkömmlichen festhält, weiß, dass er jedenfalls erwiesenermaßen so leben kann.
H. Pöll, Autor
https://autorenseite.wordpress.com/home/


Kürzlich hörte ich beim Einschalten eines Fernsehprogramms gerade noch den letzten Satz aus der Gesundheitssendung davor. Ein Ernährungswissenschaftler fasste seinen Vortrag so zusammen: „Gesundes Essen ist einfach: Kochen Sie halt so wie Oma.“
Da kann ich nur sagen: Stimmt genau! Ich werde nun 84 Jahre alt und fühle mich gesund, wenn freilich auch altersgemäß. Jedenfalls habe ich keine Kreuz- oder Gelenkprobleme, keine Osteoporose, keine Allergie, kein Venenleiden, keine Migräne, weder Alzheimer noch Demenz, habe noch meine Zähne; ich brauche keine Brille …

Ich schreibe dies meinem gesunden Lebenswandel zu, wenn ich freilich auch kein Gesundheitsapostel bin. Ich esse halt nur mit Hirn.
Wenn ich mal beim Arzt bin, fragt mich der meistens, wie ich denn gelebt habe, beispielsweise so: „Sie haben ja noch jungfräuliche Knie! Wie kommt das denn?“
Als ich kürzlich beim Hauttest war, kam der Dermatologe kurz ins Sprechzimmer, ging dann wieder raus und kam zurück. Er sagte: „Ich dachte, ich hätte die falschen Unterlagen dabei, weil ich nicht dachte, dass Sie schon so alt sind.“

Schon der alte griechische Arzt Hippokrates mahnte: „Eure Nahrung sei eure Medizin, und eure Medizin sei eure Nahrung.“ Und nach diesem Motto haben sich einmal die normalen Menschen ernährt. Man wusste aus generationenlanger Erfahrung, was gesund war. Man wusste, was gut für die Abwehrkräfte sein sollte oder für die Augen oder für die Knochen usw.
Aber dann kam die moderne Medizin und zerstörte das alte Volkswissen. Es hieß auf einmal:
„Karotten sind gar nicht so gut für die Augen. Es gibt andere Nahrungsmittel, die mehr Karotin enthalte.“
„Kohl ist nicht besonders geeignet, die Abwehrkräfte zu steigern, denn er enthält gar nicht so viel Vitamin C.“
„Spinat ist auch nicht so gut fürs Blut. Sein angeblich hoher Eisengehalt ist auf einen Kommafehler zurück zu führen.“
Was all zu all diesen neuen „Erkenntnissen“ zu sagen ist, ist dies: Hier waren Fachidioten am Werk. Die früheren Ernährungsmethoden beruhten nicht auf Karotin, Eisen im Blut oder Vitamin C, sondern auf Erfahrung. Wenn etwa Karotten als wichtig für die Augen angesehen wurden, so war das eben auf das Zusammenwirken verschiedener Bestandteile zurück zu führen. Und was den entthronten Spinat angeht, sei darauf verwiesen, dass es in den USA einen eigenen Spinattag gibt.
Gekocht wurde bei uns früher tatsächlich wie bei Oma: Damals gab es noch einen Gemüsehändler und der hatte immer ein wechselndes Programm, so dass wir uns auch abwechselnd ernährten. Das Gemüse stammte aus der Gegend, und ich bin überzeugt, dass das gut ist, weil auch wir Teil unserer hiesigen Umwelt sind. Wie sehr Umwelt und Ernährung zusammen hängen, sei damit verdeutlicht, dass ein Eskimo sich kaum von Pasta ernähren wird und umgekehrt auch ein Italiener kaum Walfisch in Lebertran essen würde.
Fleisch konnten wir uns nur als Sonntagsbraten leisten und das war gut so.

Und wenn ich nun die modernen Hausfrauen beim Einkaufen sehe, kann ich nur den Kopf schütteln. Viele greifen in die Regale und kaufen kritiklos das, worauf sie gerade Lust haben. Sie lesen nicht, was auf den Verpackungen steht und hätten meist auch keine Ahnung, was das bedeutet. Ja, Hausfrau zu sein, ist heute eigentlich ein schwieriger Beruf, aber viele Frauen finden ihn trotzdem zu langweilig. Weil sie sich nicht damit befassen, welche Folgen veränderte Lebensmittel haben, führen sie ein fremdbestimmtes Leben: Die Lebensmittelindustrie entscheidet, was sie in sich hineinstopfen und ihren Familien zumuten.
Immer mehr Lebensmittel sind in Plastik verpackt, das den giftigen Weichmacher Bisphenol A enthält. Dennoch kaufen Kunden beispielsweise Käse, bei dem die Scheiben mit Plastikfolien voneinander getrennt sind. Pfui Teufel! Und nun gibt es als Neuerung die Nanotechnologie: Die Käsescheiben werden mit dieser Technik vor dem Zusammenkleben bewahrt. Dass sich nun sogar im Gehirn der Menschen Nanoteilchen finden, erregt keinen Protest.
À propos Gehirn: Viele Frauen fanden es gut, statt Glasflaschen solche aus Plastik für ihre Babys zu verwenden. Das führte bei Buben zu Gehirnschädigungen und zu ADHS, so dass solche Plastikflaschen heute verboten sind. Aber die Leute haben keine Bedenken diese Flaschen für ihre Fruchtsaftgetränke zu verwenden. Witzig finde ich, dass gerade Biertrinker Plastikflaschen ablehnen. Sie haben sich offenbar noch ein Gefühl dafür bewahrt, was die Benutzung von Plastik bedeutet.
Übrigens sind die Männer die großen Verlierer der modernen Ernährung:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/06/die-vernichtung-des-mannes/
Hemingway schrieb einst den stolzen Satz: „Männer können vernichtet, aber nicht besiegt werden.“ Heute müsste er feststellen, dass Männer „gesoftet“ und  langsam entmannt werden.