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Glück und Pech für die C-Parteien: Kann man seine Stimme bei der Briefwahl zurück nehmen?

Morgen finden die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-
Pfalz statt. Und da wird die Frage aufgeworfen, ob sich die Fälle Hauptmann, Löbel und Nüßlein nachteilig für die CDU auswirken würden. Die herrschende Meinung sagt: „Nein!“ Denn in Zeiten der Corona-Krise haben ca. 50 %  der Wähler die Briefwahl bevorzugt und ihre Stimme bereits abgegeben.
Da stellt sich nun vielleicht mancher Wähler im Hinblick auf die Skandale die Frage, ob man seine bereits abgegebene Stimme vor Wahlschluss wieder zurück fordern kann. Wahrscheinlich nicht, denn das würde womöglich ein großes Kuddelmuddel geben, wenn ganze Massen von Wählern ihre Stimme zurück nehmen würden.
Die C-Parteien haben also bei den Wahlen zugleich Pech und Glück: Pech insofern, als die Skandale gerade kurz vor der Wahl aufkamen und Glück insofern, als viele Wähler ihre Stimmen bereits abgegeben hatten.
Wenn man also errechnen wollte, was der wirkliche Wählerwille ist, so müsste man die Verluste der CDU/CSU verdoppeln, weil ja schon die Hälfte der Wähler vorher gewählt hatte.

Nüßlein: Gesundheit nach hinten schieben?

Nüßleins Kollege Löbel hatte immerhin noch so viel restlichen Anstand, dass er auch sein Mandat nieder legte. Wenn Nüßlein sich nicht dazu aufraffen konnte, so liegt das wohl daran, dass er seine üppigen Bezüge als Angeordneter weiter kassieren will. Aber es ist ja wohl kaum zu erwarten, dass er sich wieder in den Bundestag traut, um dort zu arbeiten.

Nüßlein und Löbel – nur die Spitze des Eisbergs

„Früher war alles besser.“ So hört man es oft von der älteren Generation:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/
Ein Beispiel bietet die Maskenaffäre. So etwas hätte es früher nicht gegeben. Aber wir leben heute im Zeitalter der hemmungslosen Geldgier. Andere nennen das Raubtierkapitalismus.
Ich habe das in diesem Blog als „Merkelismus“ beschrieben, beispielsweise hier:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/11/14/was-ist-der-merkelismus-i-2/
Wie das kapitalistische Denken um sich greift, zeigt sich beim Roten Kreuz:
Mein Großvater war Chef des Roten Kreuzes. Er wäre nie auf die Idee gekommen, dafür Geld zu verlangen. Das war halt ein Ehrenamt, für das man kein Geld bekam. Heute ist dieser Job ein einträglicher Austragsposten für Politiker im Ruhestand geworden. Die finden es selbstverständlich, dass Bergwachtmänner, wie ich einer war, Wochenende für Wochenende ohne Bezahlung ins Gebirge fahren, um Verletzte zu umsorgen und auch Tote zu bergen.
Warum kann nicht mal ein einziger aus dem Kreis der Abgeordneten aufstehen und sagen: „Nach meinem Ausscheiden aus dem Bundestag mache ich das umsonst.“?
Solche Menschen brauchen wir und wir finden sie in vielen Ehrenämtern, aber doch nicht im Bundestag. Wenn jemand von den Abgeordneten ein solches Ehrenamt übernimmt, dann geschieht dies höchstens aus wahltaktischen Gründen, aber zur Mitarbeit haben solche Leute dann keine Zeit.
Nun sind bei uns schon die Jüngsten von kapitalistischen Ideen angefressen, wie der Fall Amthor gezeigt hat. Ehrlicherweise sollten sie gleich so annoncieren:

Wie können Abgeordnete so dumm sein? (Sonntags-und Gardinenpredigt)

Zwei Abgeordnete, die ausgerechnet auch noch den sogenannten „christlichen“ Parteien angehören, haben an der Corona-Pandemie dreistellige Provisionen verdient. „Unerhört“, „Sofortiger Rücktritt!“, so schallt es ihnen entgegen. Was aber genau so erwähnenswert ist, ist die nahezu grenzenlose Dummheit, die hinter diesen Vorkommnissen steckt. Kaum zu glauben, dass nach neuesten Recherchen sogar ein Dutzend Abgeordnete solche Geschäfte getätigt haben sollen.
Abgesehen davon, dass wir Abgeordnete im Bundestag haben wollen, die sich moralisch korrekt verhalten, meinen wir doch auch, dass wir dort Leute sitzen haben wollen, die über einen Mindeststandard von Intelligenz verfügen. Und wer von der überall um sich greifenden Geldgier nicht total verblendet ist, tut so etwas nicht, weil er die Folgen seines Tuns bedenkt:
Eigentlich sollten sich christliche Abgeordnete ja nach der Bibel richten, wo es heißt: „Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, das nicht kund werde und an den Tag komme.“ (Lukas 8,17) Und noch deutlicher können sie bei Hiob 12,22 nachlesen: „Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.“
Wie also kann man so dumm sein zu glauben, dass so etwas nicht ans Licht kommt?
Schon der Fall Amthor hat mich seinerzeit veranlasst, diese Spottannonce in diesen Blog zu stellen:

Wenn ich so sehe, was sich gerade im Bundestag tut und was noch Schlimmeres in der Kirche geschehen ist, dann muss ich doch ein Loblied auf die Justiz anstimmen, die doch einigermaßen skandalfrei bleibt – allerdings nur einigermaßen:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/08/19/zitat-zum-tag-was-haben-wir-nur-fuer-eine-justiz/