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Bayern stinkt

Gülle
Dies ist kein Acker, sondern ein Feld, das mit Gülle gedüngt wurde.

Am Sonntag bin ich von Bad Reichenhall zur Padinger Alm gewandert: An sich ist das ein netter Spaziergang. Nur wurde der mir vergällt, weil die Felder so stark mit Gülle gedüngt waren, dass mir der Ammoniak-Gestank beißend in die Nase stieg. Die Luft in der Kurstadt scheint überhaupt nicht die beste zu sein, denn im Bayerischen Fernsehen verschweigt man auf der Tafel 633 doch lieber die Schadstoffwerte. Und so ein Ort wirbt mit dem Slogan: „Durchatmen im Alpenklima!“ Aber der Kurgast ist abgehärtet: Er badet ja auch in einem Thermalbad mit beachtlichem Uringehalt:

https://autorenseite.wordpress.com/2015/05/16/wenn-sie-eine-kur-machen/

Übrigens geht es mir zu Hause nicht viel besser. Auch hier wird ständig gedüngt und es regnet einfach nicht, so dass die Gülle nicht in den Boden gespült wird:
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Wir versauen unsere Landschaft, um landwirtschaftliche Waren nach China liefern zu können, obwwohl die Cinesen ihre Nahrung ohne Probleme selbst hestellen könnten. Daher sind unsere Gewässer überdüngt mit verheerenden Folgen, wie ich es hier am Beispiel Chiemsee gezeigt habe. Unser Grundwasser ist durch die zu starke Düngung mit Nitrat über den Grenzwert hinaus belastet und das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat findet sich inzwischen sogar in de Muttermilch.

 

Die Verschmutzungsrechte der Bauern

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Was Sie hier auf dem Bild sehen, ist kein Acker, sondern eine Wiese, die so sehr mit Gülle besprüht wurde, dass sie wie ein Acker aussieht. Man sieht: Die Bauern können sich alles erlauben.
Während die Industrie Verschmutzungsrechte kaufen muss, wenn sie die Umwelt belasten will,  funktioniert das bei den Bauern umgekehrt. Die nehmen sich einfach das Recht heraus, den Boden zu vergiften durch Überdüngung oder mit Unkrautvernichtern. So ist unser Grundwasser mit Nitrat so sehr belastet, dass die EU uns deswegen verklagt hat. Und auch Glyphosat, ein Mittel gegen Unkraut, landet im Grundwasser, den Seen und den Flüssen. Das ist nicht ungefährlich, da das Mittel von der WHO als krebserregend eingestuft wurde. Man möchte meinen, dass eine solche Umweltverschmutzung ganz einfach verboten wird. Aber die Landwirtschaft kann sich alles erlauben. Sie erhält daher Belohnungen fürs Nichtverschmutzen. So zahlen die Wasserversorger in Franken mehrere Hunderttausend Euro an die Landwirte. Pro Hektar, der grundwasserschonend bewirtschaftet wird, zahlen die Wasserversorger 150 Euro im Jahr, um den Nitratgehalt des Grundwassers unter den Grenzwert zu drücken. Es gab einmal ein Zeit, in der die Brunnenvergiftung zu den schwersten Straftaten zählte und mit Verbrennen, Rädern, Ertränken, Abhäuten bei lebendigem Leib bestraft wurde. Heute wird das Nichtvergiften belohnt! So ändern sich die Zeiten.

Lesen Sie „Bayern kaputt„!

Ein nichtssagendes Bild? Keineswegs!

Dünger

Wenn Sie dieses Bild betrachten, werden Sie fragen: Was soll das? Ein Acker – na und? Es ist aber kein Acker, sondern eine gedüngte Wiese. Die Wiese ist schwarz vor lauter Gülle.
Früher war der Kreislauf in der Landwirtschaft ja einfach: Die Kühe fraßen Gras und ihre Ausscheidungen wurden wieder als Dünger verwendet. Heutzutage wird statt Gras oft Mais angebaut, was nur mit Kunstdünger möglich ist. Und die Kühe erhalten zusätzlich Kraftfutter. So kann man auf derselben Fläche viel mehr Kühe halten als früher und es fällt natürlich auch mehr Gülle an. Nur wohin damit? Der stinkende Erguss wird auf die Wiesen ausgebreitet, und weil das zu viel für die Pflanzen ist, wird das Zeug nur teilweise von diesen verwertet und gelangt so ins Grundwasser.
Deutschland ist neben Malta das Land, das in Europa das am meisten mit Nitrat belastete Grundwasser hat und deshalb hat die EU der Regierung eine Frist gesetzt, in der sie zu reagieren hat.
Die Bauern befürchten das Schlimmste. Sie behaupten, dass das Grundwasser an den falschen Stellen gemessen würde. Sie verteidigen mit „Klauen und Zähnen“ etwas, was es nicht gibt, nämlich das Recht, unser Grundwasser zu verschmutzen.

Sauberes Wasser durch die EU

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Algenbewuchs im Chiemsee durch Überdüngung

Es ist schon merkwürdig, dass wir es in Deutschland nicht fertig bringen, unser Wasser sauber zu halten, das gilt sowohl für das Grundwasser wie auch für die Seen. Da ist es gut, dass die EU jedenfalls wegen der Trinkwasserbelastung eingegriffen hat. Sie hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil an 50 % der Messstellen die Nitratbelastungen des Grundwassers über dem Grenzwert lagen – Tendenz steigend. Ursache ist die intensiv betriebene Landwirtschaft.

Die Bauern nehmen sich das Recht heraus, das Grundwasser zu verschmutzen. Und wenn sie darauf verzichten sollen, verlangen sie Entschädigungen.

Die EU will jetzt ein Verbot der Düngung von Hangflächen mit einer Steilheit von über 15 % erlassen. Die Bergbauern protestieren natürlich energisch. Es sei dahin gestellt, ob man mit dieser Regelung nicht übers Ziel hinausgeschossen ist. Gut daran ist jedenfalls, dass hierbei von einer Entschädigung nicht die Rede ist.

In Bayern bringt man es offenbar nicht fertig, die Seen vor einer Eutrophierung (Überdüngung) zu bewahren. Die Bauern lassen sich hier das „Recht“ zur Düngung nicht beschneiden. So hat man für den Waginger See und den Chiemsee zwar sehr teure Ringkanalisationen angelegt, aber die sorgen nur für ein keimfreies Wasser, jedoch bewirken sie nichts gegen den Düngemitteleintrag von den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Am Chiemsee sieht das so aus: Als die Ringkanalisation angelegt wurde, versprachen die Politiker ein klares Wasser, in dem man überall die sauberen Kieselsteine am Grund sehen könne. Aber wie sieht es denn nun wirklich aus? Obwohl die Ringkanalisation jetzt schon ein Vierteljahrhundert besteht, gibt es keine sauberen Kieselsteine und kein klares Wasser. Die Kieselsteine sind mit Algen überwuchert und in der Feldwieser Bucht muss alljährlich ein Spezialschiff den durch Eutrophierung üppigen Bewuchs des Seebodens abmähen, sonst würde die Bucht zuwachsen.
Mehr dazu hier: https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/

Grundwasser mit Antibiotika aus Tiermast belastet?

Antibiotika aus der Tiermast gelangen nur selten ins Grundwasser. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) in vier Bundesländern. Das klingt doch unheimlich beruhigend. Aber wenn man älter ist wie ich, denkt man: So etwas habe ich doch früher schon einmal gehört. Als ich vor fast 50 Jahren mein Haus baute und meinen Garten anlegte, gab es eine „tolle“ Neuigkeit: ein Unkrautvernichtungsmittel, das völlig unschädlich für das Grundwasser sein sollte, wie Tests angeblich bewiesen haben sollten. Ich glaubte das, denn die beruhigende Nachricht stammte schließlich von einem Pharma-Unternehmen. Man machte den Leuten weis, dass nun das Zeitalter der einfachen Gartenpflege angebrochen sei. Später stellte sich dann aber heraus, dass die Gifte des Mittels nur für einige Zeit in der obersten Erdschicht geparkt waren.
Oder ein anderes Erlebnis kann ich noch bieten: Ich wohne in einem herrlichen Ort und eines Tages fand man, dass wir hier nicht vor allem Negativen verschont bleiben sollen. Man wollte daher bei uns eine Mülldeponie errichten. Die Umweltschützer warnten: Sogar eine Verseuchung des Chiemsees sei möglich. Aber eine ganze Phalanx von Wissenschaftlern stellte die Umweltschützer als völlig inkompetent hin. Man baute also die Deponie, und kaum kam es zu den ersten Einlagerungen, da verreckten die Forellen in einer Fischzucht zwischen unserem Ort und dem Chiemsee. Die Umweltschützer hatten also recht, und man musste alles für teures Geld wieder rückgängig machen.
So ähnlich wird es nun vielleicht auch bei den Antibiotika sein. Wir hören zwar, dass es antibiotika-resistente Bakterien gibt, die sich sogar von Antibiotika ernähren und so die Belastung des Bodens in Grenzen halten sollen. Beruhigend ist das jedoch nicht: Zum einen weiß man nicht, inwieweit nun trotzdem die Belastung des Grundwassers mit der Zeit zunehmen wird und zum anderen sind die Bakterien, die sich da nun bilden, womöglich auch nicht ungefährlich.
Glyphosat und Nitrat haben wir ja sowieso schon im Grundwasser:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/01/12/die-verschmutzungsrechte-der-bauern/