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Wie wir doppelt bestohlen werden

„Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.“
(Shakespeare)

In 10 Jahren wurde jeder deutsche Privathaushalt schon früher um 20.000 Euro ärmer.
https://autorenseite.wordpress.com/2015/08/20/20-000-euro-aermer-20708718/

Und weil das so klaglos geschluckt wurde, kam die Niedrigzinspolitik: Deutsche Sparer haben allein im ersten Quartal 2018 insgesamt 7,1 Milliarden Euro durch schlecht verzinste Geldeinlagen verloren.
https://www.presseportal.de/pm/22136/3915321
Die Regierung braucht also gar nicht die Steuern zu erhöhen. Abgesehen davon, dass die Inflation zu einer Steuerprogression, also zu höheren Steuereinnahmen führt, erreicht man dasselbe Ziel nun auch noch zusätzlich mit der Niedrigzinspolitik: Den Alten wird ein Teil ihrer Altersrücklagen durch Entwertung weggenommen und die Unternehmen bekommen dadurch Kredite quasi zum Nulltarif. Kapitalismus pur!
Die Bürger werden also laufend bestohlen.

Diese Politik führt nun allerdings auch dazu, dass viele Bürger noch ein zweites Mal bestohlen werden: Weil Kapitalanlagen keinen Zins bringen, gehen die Anleger in Sachwerte: Also kaufen sie Immobilien. Die große Nachfrage führt zu einer Blase: In München stiegen die Immobilienpreise in 5 Jahren um 48 Prozent. Am krassesten ist die Entwicklung da in den vergangenen fünf Jahren in Dachau: Dort wurden durchschnittliche Preiszuwächse um 73 Prozent ermittelt. Und in Erding kostete eine Eigentumswohnung im Herbst 2017 im Durchschnitt 88 Prozent mehr im Vergleich zu 2012.
Das führt zu entsprechenden Mietsteigerungen. Zahlreiche Mieter werden durch Luxussanierungen aus ihren angestammten Wohnungen vertrieben.
Sie werden also bestohlen, leider oft zum zweiten Mal.
Eigentlich werden viele sogar auch noch um das Wichtigste bestohlen: um Lebenszeit. Weil die Leute sich das Leben in der Stadt nicht mehr leisten können, müssen sie im Umland wohnen und zum Arbeitsplatz fahren, durchschnittlich 44 km bzw. 1 ½ Stunden.
Das Ganze wird uns als Aufschwung und Fortschritt verkauft. Nein, früher war alles besser:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/11/05/frueher-war-es-besser/

So weit ist es nun gekommen:

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Gerade erhalte ich von der Bank meine Jahresschlussabrechnung. Für mein Festgeld erhalte ich sage und schreibe 51 Cent Zinsen. Früher wären es 800 Euro gewesen. Das, was mir wirklich zustehen würde, kassiert ja die Merkel, die ich mitverantwortlich für die Niedrigzinspolitik mache.
Der Brief, in dem mir die Bank die „freudige“ Botschaft über meine Zinsen mitteilte, hat übrigens 70 Cent gekostet. So weit es es nun schon gekommen.

Die schleichende Enteignung der Bürger

 

Merkel

Die schleichende Enteignung der Bürger ist eine der besonderen Erscheinungsformen des Merkelismus. Heute sei einmal ein Aspekt dieser Politik beleuchtet:
Der Staat verzeichnet durch die Niedrigzinspolitik gewaltige Gewinne: Seit dem Jahr 2008 beläuft sich dieser Betrag sogar auf 240 Milliarden Euro; allein im Jahr 2016 waren es 50 Milliarden.
Typisch ist nun, wie diese Meldung lanciert wird: Unisono wird von den Mainstrem-Medien gemeldet, dass der Staat die 240 Milliarden „gespart“ habe. Das klingt doch erfreulich. Tatsächlich verhält es sich aber so, dass die Sparer um diese Summe enteignet wurden. Das ist umso schäbiger, als es sich meist um die Altersrücklagen handelt, die Bürger unter Opfern zusammen gespart haben, weil ihre Altersrenten in Zukunft immer geringer werden. Daher ist diese zusätzliche Absicherung des Ruhestands durch private Ersparnisse unbedingt erforderlich. Aber seit Jahren sind diese Rücklagen durch die Niedrigzinspolitik gefährdet und sie verlieren durch den fallenden Euro an Wert. Und der Gipfel der Schäbigkeit ist, dass die Sparer für die Zinsen auf ihr schwindendes Kapital auch noch Steuern zahlen müssen.
Wenn nun eine Diskussion darüber entbrannt ist, ob die Bürger (für Politiker: „Menschen draußen im Lande“) steuerlich um jene 6 Milliarden entlastet werden sollen, die Schäuble als Bilanzplus verzeichnen kann, so geht es eigentlich nur um ein lächerliches Trostpflaster, das man uns vielleicht als „großartiges Wahlgeschenk“ gönnt. Und ich kann mir jetzt schon ausmalen, wie dieses „Geschenk“ in den Wahlreden gefeiert wird, obwohl es nicht einmal das Minus abdeckt, das den Bürgern durch die Steuerprogression in den letzten Jahren entstanden ist.

 

 

Wie wir geschröpft werden

Geld

Die EZB strebt eine Inflation von etwa zwei Prozent an. Dauerhaft sinkende Preise hält die EZB für gefährlich. Bürger könnten sich dann zwar mehr leisten, würden aber Investitionen eventuell verschieben.
Diese Thesen des EZB-Chefs Draghi sind falsch, wie jeder leicht erkennen kann. Bei sinkenden Preisen werden Investitionen wohl kaum verschoben, denn niemand weiß, wann die Preise ihren Tiefpunkt erreicht haben. Also investiert man lieber gleich. Und für die Konjunktur ist es doch auch gut, wenn sich die Bürger mehr leisten können.
Übrigens kam in den Nachrichten gerade ein Bericht über das Sparverhalten der Deutschen. Ihr Sparwille ist trotz der Niedrigzinsen ungebrochen. Draghi liegt also auch inso weit schief.
Der wahre Grund dafür, dass eine Inflation von 2 % angestrebt wird, liegt darin, dass man den Bürger schröpfen will. Jeder Haushalt in der BRD hat in den letzten 10 Jahren durch die Niedrigzinspolitik 10.000 Euro verloren.
Die Regierung streut nun dem Bürger mit einer minimalen Steuersenkung Sand in die Augen. Was diese „Wohltat“ bringt, hat der Berliner Steuerexperten Frank Hechtner berechnet; demnach bewegt sich die Entlastung für einen Single ohne Kind gegenüber 2016 – je nach Bruttoeinkommen – zwischen jährlich 24 und 145 Euro.

 

Blutsauger sind unter uns!

Geld

Wie wir ständig bestohlen werden: In der „Wiener Zeitung“ lesen wir: Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria, hat errechnet, dass die niedrigen Zinsen die österreichischen Sparer von 2010 bis heute in Summe 17,4 Milliarden Euro kosteten. Der jährliche Verlust, der bei den Bankeinlagen der privaten Haushalte anfällt (neben den Spareinlagen gehören auch Sicht- und Termineinlagen dazu), liegt demnach im Durchschnitt bei fast 2,5 Milliarden Euro.
Und wie sieht es in Deutschland aus? Bei uns hat jeder Haushalt in den letzten 10 Jahren durch die Niedrigzins-Politik 20.000 Euro verloren:
https://autorenseite.wordpress.com/2015/08/20/20-000-euro-aermer-20708718/
Dagegen nimmt sich die Steuererleichterung, die uns „gnädigerweise“ anlässlich der nächsten Wahl gewährt wird, doch eher wie eine Täuschung der Bürger aus:
Im Portemonnaie des Einzelnen macht sich der Geldsegen kaum bemerkbar – zwischen 2 Euro und 32,50 Euro im Monat dürften sich die Entlastungen bewegen.
Da kann man nur sagen: Die
Blutsauger sind unter uns. Während früher die Unternehmer diejenigen waren, die einmal hauptsächlich durch ihre Steuern den Staat unterhielten, ist es jetzt der kleine Mann. Und dem gönnt man nicht einmal Zinsen für seine Altersrücklagen, sondern setzt sein Geld ein, um die Wirtschaft zu subventionieren.

Und der Bürger ist derjenige, der für die großen Skandale bluten muss. Das war bei der Finanzkrise so und das wird sich nun wahrscheinlich bei der Deutschen Bank wiederholen.

Auch der Abgas-Skandal bei Volkswagen belastet die Bürger: VW muss zunächst einmal 15 Milliarden Dollar Strafe zahlen, aber damit ist noch nicht Schluss: Weitere hohe Strafen sind in dem anhängigen Betrugsverfahren zu erwarten sowie bei den Klagen der einzelnen Counties. So findet ein gewaltiger Kapitalfluss von Deutschland in die USA statt. Der Abgasskandal treibt die Kosten für den Alltag der Menschen in vielen deutschen VW-Standorten in die Höhe. Wegen der massiv einbrechenden Gewerbesteuer drehen betroffene Städte an ihren Gebührenschrauben, wie eine dpa-Umfrage ergab. Das heißt: Zehntausende Bürger spüren die Abgas-Affäre im Geldbeutel. Es steigen die Gebühren von Emden – dort baut VW den Passat – bis nach Weissach in Baden-Württemberg – da forscht Konzerntochter Porsche. Die Beispielliste: höhere Kosten bei der Kinderbetreuung, gestrichene Stellen in der Verwaltung, Einschnitte in der Kulturförderung.
Was die Deutsche Bank anbetrifft: Sie sollte erst 14 Milliarden Dollar Strafe zahlen, was ihr unmöglich gewesen wäre. Nun wollen die USA die Strafe vielleicht auf 5,4 Milliarden reduzieren. Aber wie die Zukunft der Bank aussieht, ist offen. Wahrscheinlich muss wohl letztlich der Steuerzahler ran, wobei man sich allerdings fragen müsste: Wieso? Die Bank ist nur dem Namen nach deutsch, in Wirklichkeit aber ein internationales Unternehmen.