Schlagwort-Archive: Nationalsozialismus

Putin: Da kommen schlimme Erinnerungen auf

Erinnern Sie sich noch an den Nationalsozialismus? Damals holte Hitler die Österreicher „heim ins Reich“. Die waren (im Gegensatz zur Ukraine) immerhin begeistert, was sie heute nicht mehr wahr haben wollen. Später erstreckte Hitler dann seinen Machthunger auf die Tschechoslowakei. Und seine Soldaten sangen: „… Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt“.

Und nun will Putin die Ukraine „heim ins Reich“ holen. Ob  damit sein Machthunger zufrieden sein wird?

Schluss mit der deutschen Bravheit!


Wir sind ein Volk von „Gutmenschen“ geworden. Diese unterscheiden sich ganz wesentlich von guten Menschen. Der „Gutmensch“ zeichnet sich durch Servilität aus. Zu deutsch: er ist duckmäuserisch und kriecherisch geworden. In voraus eilendem Gehorsam hat er beispielsweise das Wort „Neger“ verboten, das niemals bei uns diffamierend benutzt wurde, denn es gab ja einmal in Deutschland sogar „Negerküsse“ als süße Spezialität. Aber dann kamen die Gutmenschen, die fanden, „Neger“ klinge wie „Nigger“ und müsse daher aus dem Sprachschatz gestrichen werden, und nun traut sich keiner mehr, das Wort zu verwenden
Dasselbe Schicksal wurde dem „Zigeuner“ zuteil, obwohl das Wort eher mit Romantik als mit Verunglimpfung verbunden ist.
Nicht einmal Witze dürfen wir mehr über Minderheiten machen, denn das will uns Grünen-Boss Habeck verbieten:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/03/10/verleihung-des-alten-jammerlappens-an-harbeck/
Oder nehmen wir die Flüchtlingswelle: Die Regierung ließ Massen von Flüchtlingen ohne Kontrollen ins Land, weil sie – wie wir nun erfahren – sonst „schlechte Bilder“ befürchtete.
Dabei wurde in Kauf genommen, dass die Sicherheit der Deutschen gefährdet wurde. Viele haben das mit dem Leben bezahlen müssen. Die Behörden waren bis jetzt nicht in der Lage, Tausende von Hinweisen auf Kriegsverbrecher zu bearbeiten, wie nun offenbar wurde. Der Fall Amri demonstrierte uns deutlich das Versagen der Behörden angesichts der Masse von Fällen. Aber vor lauter Bravheit schloss man bei uns die Augen vor solchen Konsequenzen des damals völlig ungebremsten Zustroms von Flüchtlingen.
Und schließlich zum Stichwort „Bravheit“ noch ein brandheißes Thema, an dem sich nur ein „Bösmensch“ die Finger verbrennt: Wie sollen wir Deutschen mit der Schuld des Nationalsozialismus umgehen? Der erste große Fehler ist der, das wir immer von „unserer“ Schuld reden, obwohl ein Mädchen durchaus nicht ganz unrecht hat, wenn es sagt: „Was geht mich das an, wenn mein Opa Krieg geführt hat?“
Es ist heutzutage kaum davon die Rede, dass das deutsche Volk selbst auch Opfer des Nationalsozialismus geworden ist, denn so eine Ansicht wäre nicht „brav“: Das deutsche Volk wurde betrogen: Es wählte Hitler, weil es in einer Notlage hoffte, dass er für einen Aufschwung sorgen würde. Dass es dann aber so kam, wie es gekommen ist, hat man nicht gewollt.
Wenn man das deutsche Volk von damals und das völlig andere von heute natürlich als eine Einheit betrachtet und wenn man von einer deutschen Schuld spricht, dann fragt sich, wie man damit umgeht. Wiedergutmachung ist das eine. Nicht vergessen! — das ist das andere. Aber was noch?
Holen wir uns Rat bei Psychologen, wie der einzelne sich zu seiner Schuld stellen soll: „Schuldgefühle nützen niemandem. Deshalb befreie dich von deinen Selbstvorwürfen.“
https://www.psychotipps.com/selbsthilfe/schuldgefuehle.html
Auch wir Deutschen sollten daher nicht dauernd im Büßerhemd herum laufen und Dokumentationszentren für die Verbrechen der Wehrmacht bauen oder unsere Städte durch „Stolpersteine“ in Friedhöfe verwandeln. Kein anderes Volk tut so etwas, nicht einmal der Vatikan. Mit solchem Verhalten haben wir den rechten Rand stark gemacht und die Wurzeln für einen neuen Antisemitismus geschaffen.
Wir sollten in die Zukunft blicken und klar sagen, wie diese aussehen soll und was keinesfalls passieren darf. Aber Schluss mit diesem unterwürfigen kreuzbraven Büßertum!

Schade, Herr Gauland…


Schade, Herr Gauland, dass Sie nicht zu meinen Followern gehören, sonst hätten Sie sich vielleicht nach dem gerichtet, was ich hier geschrieben habe:

Die moderne Form der Lüge, die vor allem in der Politik üblich ist, besteht darin, dass man einen Satz oder Halbsatz aus einer Rede des Gegners zitiert, aus dem sich etwas anderes ergibt, als wirklich gesagt wurde.

*
Ein guter Politiker redet so vorsichtig, dass sein Gegner nicht einmal einen Nebensatz zum Zitieren finden kann, mit dem er das wirklich Gesagte entstellen kann.

H. Pöll, Autor

Das passt zwar nicht ganz auf ihre Rede, aber die Regeln sind doch eine brauchbare Handlungsanweisung.
Es musste so kommen, wie es gekommen ist. Sie sagten, Hitler und die Nazis seien nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte. Und wenn Sie das Echo auf diesen Satz hören, ist es so, als hätten Sie die Vergasung der Juden als Vogelschiss hingestellt. Und dass Sie sich zur Verantwortung für die 12 „verdammten Jahre“ bekannt haben, geht im Medienecho völlig unter.
Eigentlich hätten Sie ja von ihrem Parteigenossen Höcke lernen können. Als der von einem „Denkmal der Schande“ sprach,
wurde ihm dies vielfach so ausgelegt, als hätte er gesagt, die Aufstellung des Denkmals sei eine Schande (und nicht eine Erinnerung an die Schande).
Es läge im Interesse der Demokratie, wenn Sie Ausdrucksweisen vermeiden würden, die andere Parteien begierig aufgreifen, um vom „braunen Sumpf“ zu reden. Es schadet dem Ansehen Deutschlands, wenn Sie in einer Weise reden, die dann im Ausland als Wiedererstarken des Nationalsozialismus verstanden wird. Und ich glaube nicht, dass Sie auf diese Weise Wähler für die AfD gewinnen.

Wie sich Deutschland dauernd verändert


026~1

Wenn man so alt wird wie ich, sieht man, wie recht der griechische Philosoph Heraklit hatte, als er sagte: „Alles ist im Fluss.“ Wie sich alles ändert will ich hier mit ein paar Beispielen belegen:

Früher wurde Homosexualität bestraft, heute wird sie in Loveparades gefeiert.
Auch „wilde Ehen“ waren früher strafbar, heute sind sie vielfach der Normalzustand. Der Kuppelei machte sich schuldig, wer Unverheiratete (auch Verlobte!) in einem Zimmer beherbergte.
Die Ehen hielten einst ein Leben lang, heute oft nur noch, so lange sie den Reiz des Neuen bieten.
Vor ein paar Jahren lagen alle Frauen, die es sich leisten konnten, „oben ohne“ am Strand. Inzwischen ist man wieder prüder geworden.
Früher waren die Frauen als Hausfrau daheim und genossen es, ihre Kinder in Ruhe aufzuziehen. Heute werden diese Frauen als „Heimchen am Herd“ diffamiert.
In meiner Jugend begrüßte man sich (auch in der Familie) mit Handschlag. Heute umarmen sich sogar Politiker und sie küssen sich sogar immer öfter. Als Honecker und Breschnew sich küssten, war das eine Lachnummer, die in einer Weise bewitzelt wurde, wie es heute in der Gender-Zeit nicht mehr möglich wäre.
Die Universitäten waren einmal, wie ihr Name sagt, ein Ort universeller Bildung. Inzwischen sind sie zu reinen Lernschulen verkommen und nennen sich daher vielfach auch nur „Hochschulen“. Ihr Auditorium Maximum, in dem einst die Kapazitäten der Wissenschaft Vorlesungen für alle hielten, dienen heute als Hörsäle im Massenbetrieb. Und die Studenten sind heutzutage normalerweise nicht mehr in der Lage, eine wissenschaftliche Kapazität ihrer Uni zu nennen, die nicht zu ihrem Fachbereich gehört, denn sie haben keine Zeit mehr, über den Tellerrand ihres Studienfaches hinaus zu blicken.
In den 60er Jahren, als ich in den Justizdienst eintrat, war es üblich, dass die Urteile, die über ausländische Straftäter gefällt worden sind, dem Heimatstaat mitgeteilt. Das führte unter Umständen dazu, dass Straftäter nach ihrer Abschiebung in ihrer Heimat hingerichtet wurden. In meiner Leseecke habe ich in der Kurzgeschichte „Ein ganz normaler Tag“ einen solchen Fall beschrieben. (Lesen Sie doch die interessante Kurzgeschichte!)
Und wie wäre es heute? Jener Mann, der damals hingerichtet wurde, bekäme heute natürlich Asyl und würde hier von der Sozialhilfe leben.
Eine besonders starke Veränderung sehe ich bei unserer Einstellung zum Nationalsozialismus. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches waren die alten Nazis in den neuen Parteien wieder da. Nun, viele Jahrzehnte später überschlägt man sich geradezu auf einmal mit Schuldbekenntnissen, Stolpersteinen, Denkmälern und Dokumentationszentren über national-sozialistisches Unrecht. Und „Gutmenschen“ wittern überall noch Reste des Nationalsozialismus, die zu tilgen sind: Einträge von Nazigrößen in goldenen Büchern von Städten usw. Ein typisches Beispiel ist auch das Grabkreuz, das oben abgebildet ist.
Der „Aktionskünstler“ Kastner hatte in einer Landtagseingabe gefordert, das Grabkreuz für den einstigen Chef des Wehrmachtführungsamtes Alfred Jodl auf dem Fraueninsel-Friedhof im Chiemsee zu beseitigen. Sein Antrag wurde abgelehnt.
Das Grabkreuz steht nun seit 70 Jahren auf dem Friedhof und das Grabnutzungsrecht der Familie läuft im Jahr 2018 aus. Wozu also der Aktionismus des „Aktionskünstlers“? Sollte nicht jedenfalls der Friedhof – wie sein Name sagt – ein Ort des Friedens sein?

Ergänzen Sie doch bitte die Liste der Veränderungen!

 

 

Nationalsozialismus: Deutsche – Täter oder Opfer?

Ist es nicht merkwürdig, dass wir Deutschen grundsätzlich als Täter gelten? Und wenn sich vor einiger Zeit wieder das Kriegsverbrechen der Bombardierung von Dresden mit 25000 Toten gejährt hat, dann hörten wir natürlich auch in jeder Rede, dass die eigentlichen Täter ja wir selbst sind, denn wir hätten ja den Krieg begonnen.
Wieso eigentlich? Normalerweise ist es doch so Wenn jemand betrogen wird, gilt er ganz klar als Opfer. Die deutsche Bevölkerung, die von den Nazis betrogen wurde, gilt hingegen als Täter. Dabei wollten diejenigen, die die Nazis gewählt hatten, in der Regel nichts anderes, als dass Deutschland aus der wirtschaftlichen Misere heraus kommt.
Man sagt immer wieder den Deutschen, in Hitlers „Mein Kampf“ sei doch alles schon drin gestanden, was kommen würde. Mag sein, dass Hitler in seinem Buch, das ich nicht gelesen habe, Andeutungen für seine Pläne gemacht hat. Aber ist das nicht genau so, wie das, was die SPD in ihrem Godesberger Programm verkündet hat? Wer weiß denn schon, was da drin steht?
Mit dem Nationalsozialismus verhält es sich im übrigen so ähnlich wie mit der Atomkraft: Wer die Gefahren kannte, hoffte, dass nichts passiert.
Und was den Nationalsozialismus angeht: Wurde das Volk nicht auch ständig von den Kirchen darin bestärkt, Verbrecher als gottgewollte Obrigkeit zu akzeptieren? Sollte das Volk klüger sein als seine Kardinäle? Die Kirche respektierte die nationalsozialistische Staatsmacht und noch mehr den Reichskanzler. Jede staatliche Gewalt war von Gott ebenso legitimiert wie die kirchliche. So prägte Faulhaber seinen Gläubigen z.B. bei einer Allerseelenpredigt ein: „Der Katechismus sagt zum 4. Gebot: ,Wir sind der weltlichen Obrigkeit Ehrfurcht und Gehorsam schuldig.‘ Auch dann, wenn Untergebene meinen, sie seien ins Unrecht gesetzt worden. ,Jeder sei der obrigkeitlichen Gewalt untertan‘ (Röm 13,1). Auflehnung in irgendeiner Form erscheint also dem christlichen Gewissen als Unrecht.“
Wann endlich wagt mal jemand zu verkünden, dass wir Deutschen selbst die am meisten betroffenen Opfer des Nationalsozialismus waren?

Der neue Papst ist im Amt – schweigen die Beckmesser?

Kaum ist der neue Papst gewählt worden, schon wurden Vorwürfe darüber laut, wie er sich gegenüber dem früheren Unrechtsstaat Argentinien gegenüber verhalten haben soll. Das soll hier nicht untersucht werden, sondern es soll daran erinnert werden, dass auch seinem Vorgänger Vorwürfe gemacht wurden: er soll ein Nazi gewesen sein. Der frühere Papst hat sich aber zu diesen Vorwürfen bedauerlicherweise nie konkret geäußert. Es heißt in seiner Biografie nur, dass er zum Wehrdienst eingezogen wurde. Dafür wird aber umso mehr darüber geschrieben, dass er am Ende des Krieges unter Lebensgefahr desertiert ist. Er hat damit aber eigentlich nur das getan, was fast alle gemacht haben: Als der Krieg verloren war und die Nazistrukturen sich auflösten, sind die Soldaten natürlich reihenweise nach Hause gegangen. Ich erinnere mich an ganze Trecks von abgekämpften, zerlumpten Gestalten, die bei uns vorbei heim marschierten. Das, was von Biografen als große Leistung Ratzingers hingestellt wurde, entsprach nur dem allgemeinen Trend.
Was aber die Tatsache anbetrifft, dass der Papst zum Flakdienst eingezogen wurde, so wird niemand ihm ernstlich vorwerfen, dass er nicht das getan hat, was viele von der Konkurrenz getan haben: Die Zeugen Jehovas haben den Kriegsdienst verweigert und sind reihenweise (insgesamt 6000) hingerichtet worden (anders als die Katholiken, von denen nur 11 wegen Verweigerung ihr Leben ließen). Wir wissen nicht, ob Ratzinger als Seminarist die Möglichkeit hatte, sich vom Kriegsdienst befreien zu lassen. Für Priester – auch für angehende – gab es zwar ein Geheimabkommen mit dem Vatikan. Aber ob dies bei Ratzinger griff, sei dahin gestellt. Er befand sich also wohl in einer Lage wie die meisten deutschen Männer. Und deshalb wäre es für Deutschland gut gewesen, wenn er einmal aus seiner Sicht die Konfliktsituation geschildert hätte, in der er sich womöglich befunden hat: Sollte er seinem Gewissen folgen oder lieber Mitläufer sein? Dann wäre einmal für die Welt sichtbar geworden, dass die meisten Deutschen nicht mit „Hurra“ auf den Lippen in den Krieg gezogen sind, sondern dass sie sich zu einem großen Teil weniger in einer Täter- als in einer Opferrolle befunden haben.
Oder war der Papst einer derjenigen, die im Schuldbekenntnis der Katholischen Bischöfe vom 23.8.45 so erwähnt wurden: „Wir beklagen es zutiefst: Viele Deutsche, auch aus unseren Reihen, haben sich von den falschen Lehren des Nationalsozialismus betören lassen, …“
Ich bin auch fast so alt wie der frühere Papst und habe als Kind das geglaubt, was offiziell verbreitet wurde, nämlich dass wir uns in einem Verteidigungskrieg („zurück geschossen“) befanden. Und wenn wir damals in Kiel Nacht für Nacht in den Bunker rannten, weil die Stadt bombardiert wurde, und wenn Tiefflieger uns Kinder beim Kartoffelsammeln beschossen, dann konnten wir nur zu der Überzeugung kommen, dass die Alliierten Verbrecher waren. Wenn der Papst das auch so gesehen haben sollte, kann ich das gut verstehen, zumal die Kirche ja wohl die These vertrat, dass die Obrigkeit von Gott eingesetzt sei und ihr deshalb Folge zu leisten sei. So jedenfalls habe ich es damals im Religionsunterricht gelernt.
Schade, dass der Papst zu diesem Thema nie etwas gesagt hat. Das hätte ihn menschlicher erscheinen lassen. Übrigens gehören ja auch Irrtümer zum Menschsein. „Das Eingestehen des Versagens von gestern ist ein Akt der Aufrichtigkeit und des Mutes, der uns dadurch unseren Glauben zu stärken hilft, dass er uns aufmerksam und bereit macht, uns mit den Versuchungen und Schwierigkeiten von heute auseinanderzusetzen.“ Papst Johannes Paul II.
Inzwischen ist viel Zeit verstrichen und so ist es wohl besser, einen Mantel des Schweigens über dieses Kapitel zu breiten, bis ein Hochhuth kommt und versucht, in einem Theaterstück die Vergangenheit wieder aufzurühren.
Ich habe meinen Enkeln übrigens den Nationalsozialismus immer durch einen Vergleich mit der Atomkraft erklärt. Jeder kannte die Gefahr, aber hoffte, dass nichts passiert.

Muss der Papstkopf weg?

Ich gehe seit vielen Jahrzehnten in die Berge, und so bin ich auch alle paar Jahre mal beim Kugelbachbauern bei Bad Reichenhall gewesen, mal zum Klettern, mal mit dem Rad und manchmal auch nur zum Essen. Und da bin ich immer an einigen kleinen Grabkreuzen vorbei gekommen, deren Geschichte mich interessiert hat. Und so habe ich mir von einem Anwohner erzählen lassen, dass dort Angehörige der Waffen-SS von den Amerikanern erschossen worden seien. Gründe für dieses Massaker seien gewesen zum einen, dass diese Leute als Franzosen usw. auf deutscher Seite gekämpft hätten (Hochverrat), zum anderen, dass ein 17-jähriger auf Befragen recht freche Antworten gegeben habe. Der Mann erzählte mir alles so detailgenau und erschüttert, dass ich keinen Zweifel daran hatte, dass er dies miterlebt hatte.
Und jedes Mal, wenn ich wieder an dieser Stelle vorbei kam, rührten mich die kleinen Grabkreuze und ich sah vor meinem inneren Auge das Drama, das sich hier auf der kleinen Wiese vor den Bergen abgespielt hatte.
Auf einmal waren die Grabkreuze verschwunden und ein schlichtes Holzkreuz erinnerte an das Geschehen. Aber auch das wurde beseitigt. Man erzählte mir, dass sich dort einmal im Jahr ehemalige Angehörige der Waffen-SS versammelt hätten, um ihrer Toten zu gedenken. Das wollte man nicht dulden.
Warum lässt man sie nicht? Deswegen geht doch unsere Demokratie nicht kaputt.
Es ist kein Zufall, dass heuer auch die General-Konrad-Kaserne in Hochstaufen-Kaserne umbenannt wird, rund 70 Jahre nach dem Krieg und dem Ende des Dritten Reichs.
Nach Kriegsende gab es Entnazifizierungsverfahren gegen diejenigen, die der NSDAP angehört haben. Nun also läuft ein zweites anderes Entnazifizierungsverfahren, das am liebsten alle Spuren tilgen würde, die irgendeinen Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus haben könnten. Wenn man so weiter macht, müsste man auch den Bronzekopf von Papst Benedikt XVI vor der Traunsteiner Stadtkirche entfernen, denn schließlich war der Papst einmal Flakhelfer.

Kirche und Nationalsozalismus

Ich habe mich in einem früheren Blog mit der Frage befasst, ob der Papst den Kriegsdienst hätte verweigern können. Es gab ja im Dritten Reich Geheimregeln für angehende Priester. Aber der Papst schweigt hierzu und so wird vielleicht eines Tages ein Hochhuth-Nachfolger ein Theaterstück mit dem Titel „Der Mitläufer“ schreiben.
Bei meinen Recherchen zu diesem Thema las ich etwas, was mich erstaunte. Ausgerechnet die Bibelforscher, denen gegenüber ich nie viel Sympathie empfunden hatte, nötigten mir den äußersten Respekt ab: Hunderte wurden hingerichtet, weil sie den Kriegsdienst aus Gewissensgründen verweigerten. Seitdem denke ich ganz anders über diese Leute, die auf den Straßen mit wahrem Feuereifer versuchen, die Leute zu bekehren.
Und bei Wikipedia stieß ich auf dies:
Kirchen als Unterstützer der staatlichen Verfolgung
Die Amtskirchen begegneten − von wenigen Solidaritätsbekenntnissen abgesehen − den staatlichen Verboten und Verfolgungsmaßnahmen gegenüber den Bibelforschern mit Dankbarkeit und unterstützten sie sogar aktiv, indem sie die Geheime Staatspolizei in sektenkundlichen Fragen berieten.
Am 9. Juni 1933 fand eine Zusammenkunft zwischen Vertretern der Ministerien, der Gestapo und mit Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirche in Berlin statt, um Maßnahmen für das Verbot der Zeugen Jehovas in Preußen zu besprechen. Der katholische Domkapitular Pointek forderte „strenge staatliche Maßnahmen“ gegen die Religionsgemeinschaft, der evangelische Oberkonsistorialrat Fischer wollte ein Verbot der Zeugen Jehovas wegen der Gefahr für das „deutsche Volkstum“ erwirken. „Das Evangelische Deutschland“, das in Berlin erscheinende maßgebliche Organ auf protestantischer Seite kommentierte am 10. September 1933 das Verbot der Zeugen Jehovas mit Dankbarkeit und forderte weitere Verbote:
„“Die Kirche wird dankbar anerkennen, dass durch dieses Verbot eine Entartungserscheinung des Glaubens beseitigt worden ist.““