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Heute ist der Tag der Ruhe (Vertragen Sie die?)

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Katzen haben uns etwas voraus:
Sie können einfach so da liegen und das Leben genießen. Das haben wir verlernt. Wir müssen immer etwas tun. Und wenn wir nur so da liegen, dann wollen wir jedenfalls etwas lesen oder Musik hören. Aber einfach nur so da liegen und nichts tun: das hält der Mensch von heute kaum aus. Dabei sind solche Phasen des Lebens ganz wichtig: Man lässt die Gedanken schweifen und folgt ihnen.
Ich erinnere mich an die Zeit, als meine Kinder klein waren. Damals lagen sie halt auch häufig nur da und manchmal ging ein Kräuseln über ihre Stirn. Dann pflegte die Oma zu sagen: „Schau hin: Da sieht man richtig, wie sich der Geist bildet.“
Und solche Phasen braucht der Mensch auch, wenn er älter wird. Er soll sich nicht immer voll stopfen mit Vorgefertigtem, seien es nun Bücher oder Melodien. Er sollte halt auch versuchen, seinem eigenen Geist ein wenig Raum für das Schöpferische lassen.
Aber immer mehr Menschen halten es mit einem Typen überhaupt nicht aus: mit sich selbst. Daher brauchen sie die Ablenkung. Nur wenige ruhen noch in sich.

Lärm in der Natur



Herrlich ist es, die Stille der Natur zu genießen. Aber diese Stille ist auch immer mehr bedroht: Als ich einmal eine Skitour zum Stahlhaus machte, hörte ich beim Abfahren schon hoch oben am Berg einen beschussartigen Lärm. Ich dachte erst an ein Manöver der Bundeswehr, aber dann bei der Weiterfahrt merkte ich, dass es der Rhythmus von Musik war, der als erstes zu hören war. Dann, an der Mittelstation des Jenner, sah ich, was los war. Dort hatte man in der Märzsonne Tische aufgestellt und da saßen die Leute und hörten die Musik einer Band in einer Lautstärke, dass ich das Weite suchte. Offenbar sollte man im ganzen Gebiet hören, wie toll man drauf ist.
Nun soll es auch wieder los gehen mit der Musik am Jenner:
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/startseite_artikel,-die-fantastischen-vier-kommen-auf-den-jenner-_arid,638853.html

Dasselbe war es am Chiemsee. Auch dort hatte man eine umstrittene Seebühne eingerichtet, von der ich nicht weiß, wie es nun nach Corona weiter geht: Setzen sich die Naturfreunde durch, die behaupten, dass Fledermäuse und Vögel verscheucht würden, oder gewinnen die anderen, die meinen, die Tiere würden durch laute Musik nicht gestört, sondern würden sich daran gewöhnen?

Was ich mich nur bei diesem Missbrauch der schönsten Natur frage:  Warum müssen solche Veranstaltungen dort statt finden, wo sie nicht hin gehören und wo andere die Ruhe genießen wollen?
Aber auch in der Stadt gibt es Probleme mit solchen Musikevents. In einer Kleinstadt, in der man bisher ruhig leben konnte, finden auf einmal auf dem Stadtplatz laute Rockkonzerte statt. Da kann natürlich niemand schlafen. Wie ich hörte, hat man den gestressten Anwohnern eine Nacht im Hotel spendiert.
Aber ich frage mich: Kann man wirklich nichts dagegen tun, dass der Lärm immer mehr zu nimmt? Im Zuge des Klimawandels breitet sich die Außengastronomie immer weiter aus. Die Leute sitzen vor den Lokalen und werden „beschallt“. Und die armen Menschen, die dort wohnen, müssen leiden.

Witz zum Tag

Einen fröhlichen Sonntag!

Frau Bräsig hat ihren Mann überreden können, endlich einmal mit ihr ins Konzert zu gehen. Die Sängerin tritt mit einem so tiefen Dekolletee auf, dass man sich wundert, warum ihr beim Trällern nichts heraus fällt. Da flüstert Herr Bräsig seiner Frau ins Ohr:
„Aber nach dem Konzert gehen wir ins Brauhaus und gönnen uns eine resche Kalbsbrust!“

Da bin ich von den Socken: Hört Euch das an!

Kürzlich erhielt ich eine Anfrage von einer Band, ob sie eines meiner Gedichte vertonen und spielen dürfen. Da habe ich natürlich gerne „Ja“ gesagt. Und ich war überrascht, was dabei heraus gekommen ist. Hört Euch das an:
https://www.youtube.com/watch?v=EMdCpljWB1U&w=640&h=360]
Ist das nicht großartig? Da kann ich nur Danke sagen für diese Ehre, die meinen paar Zeilen zuteil geworden sind.
Der Text stammt aus meiner  Gedichtsammlung:
https://autorenseite.wordpress.com/heitere-gedichte/

Hier noch zwei Kostproben:

Der Floh


Es war einmal ein kleiner Floh,
Der saß in einem Damenklo
Und träumt vom Überwintern,
Auf einem Damenhintern.
Er mag nur junge Haut, recht zarte.
So sitzt er da und denkt: ich warte.
Und wie er wartet unverdrossen,
Da wurde dieses Klo geschlossen.
So hat er dann die ganze Nacht
Recht kalt und einsam zugebracht.
Und die Moral von der Geschicht’:
Zu langes Warten lohnt sich nicht.

Alles Gefühlssache!


Ein Mann schläft nachts in weißem Linnen,
Da plötzlich kommen schwarze Spinnen
Und laufen über sein Gesicht.
Der Mann schläft fest und merkt es nicht.
Er spürt nur ein ganz leises Bitzeln
Und träumt von Frauen, die ihn kitzeln.
Moral: Du kannst auch schwarzen Spinnen
Mitunter Freude abgewinnen.
Alles Gefühlssache!

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften.

Auch die akustische Umweltverschmutzung nimmt immer mehr zu. Wer schützt uns davor, dass wir überall bedudelt werden?


Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke. Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/

Das eigentlich Schlimme am ECHO

Mein Senf dazu:

Das eigentlich Schlimme am ECHO ist, dass so ein schwachsinniges Gestammel wie das umstrittene Album der Rapper Kollegah und Farid Bang massenhaft gekauft und daher ausgezeichnet wurde. Wenn man dauernd von deutscher Leitkultur spricht, dann kann man nicht daran vorbei gehen, was in der Musikbranche ein Verkaufserfolg ist. Und da kann man nur sagen: Die deutsche Leitkultur ist auf dem absteigenden Ast.

Nichts gegen Helene Fischer, aber…

…alles zu seiner Zeit. Als sie beim Pokalfinale sang, wurde sie gnadenlos ausgepfiffen. Sie passt halt nicht zum Fußball. Auch nicht zum Büro: Das ergab eine Umfrage von „LinkedIn“ und „Spotify“ mit über 1000 Personen: Deutschlands Schlagerqueen Helene Fischer befindet sich auf Platz zwei der Künstler, die man im Büro nicht hören mag. 26,1 Prozent sind ganz und gar nicht atemlos, sondern genervt, wenn Helene laut ertönt.
Sie passt leider auch
nicht zum Essen. Aber immer mehr Wirte haben offenbar kein Gefühl mehr dafür, dass wohl die meisten Menschen in Ruhe essen wollen. Da passt einfach „Atemlos“ nicht dazu. Vielleicht wollen die Wirte ja auch gar nicht, dass solche Schlager zum Essen passen: Kürzlich las ich, dass ein Innenarchitekt einen Gastraum so gestalten sollte, dass sich die Verweildauer eines Gastes auf 20 Minuten beschränkt. Dazu braucht man eigentlich keinen Innenarchitekten. Mit Musik kann man das auch erreichen.
Ich habe grundsätzlich eigentlich nichts gegen Musik beim Essen, aber es muss die richtige sein. Disco-Sound stört. Smooth-Jazz nicht. Vielleicht denken die Wirte doch einmal darüber nach, mit was sie ihre Gäste „beschallen“: Bayern III, Ö III, Antenne Bayern usw. – all das ist Geschmackssache, aber so etwas „schmeckt“ halt nicht zum Essen. Und deshalb hoffe ich, dass sich die Medien nicht nur um die Musik am Arbeitsplatz kümmern, sondern auch um das, was im Speiselokal aufgelegt wird.
Wenn man die Menschen von heute anschaut: Die meisten leiden unter Stress. Daher sollten die Wirte ihnen jedenfalls beim Essen eine Zeit der Ruhe und Entspannung gönnen


Essen mit Musik? Hilft Pipedown?

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An sich brauche ich zum Essen keine Musik. Im Gegenteil möchte ich in Ruhe speisen. Ich habe sogar schon einmal ein Lokal wieder verlassen, weil mir die Musik nicht gepasst hat und habe dem Wirt gesagt, dass ich essen und nicht tanzen will. Es kommt halt sehr auf die Musik an und auf die Lautstärke, wenn man zum Essen auch noch etwas anhören muss. Meist ist das akustische Umweltverschmutzung, die allgegenwärtig ist. Wer denkt schon daran, dass die Ohren auch einmal Ruhe benötigen?
Vorbei sind leider die Zeiten, in denen sich die Wirte wegen der hohen GEMA-Gebühren keine Musik leisten konnten. Nun wird man fast überall bedröhnt, und zwar nicht selten mit Musik, die eher dem jungen Gaststättenpersomal gefällt: Bayern 3 oder Antenne Bayern. Was da gesendet wird, ist jedenfalls kein geeigneter Background für das Essen und will es auch gar nicht sein.
Freilich bin ich nicht generell gegen Musik beim Essen. Schließlich hat Händel ja seine bekannte Tafelmusik geschrieben, die allerdings bei einem Gasthausbesuch viel zu festlich klingt. Aber es gibt schon auch andere Melodien, über die man sich auch beim Essen freut: Neulich am Chiemsee aßen wir bei „smooth Jazz“ und waren davon so angetan, dass wir gleich noch zum Kaffeetrinken dort blieben. Aber das ist für mich die einzige Ausnahme.
Neuerdings werden sogar die Nachrichten mit Musik unterlegt. Das hat einen Karikaturisten auf einen netten Einfall gebracht: Ein Mann sagt zu seiner Partnerin: „Nachrichten! Komm lass uns tanzen!“
Der normale Mensch kann heute kaum noch ohne Musik leben: Sogar im Kreißsaal soll es schon angehen und im Sterbehospiz hört es auf.
Nun gibt es auf einmal eine Bewegung in Großbritannien, die sich „Pipedown“ nennt und sich auf andere Länder, auch auf Deutschland, ausbreitet: Man sammelt Unterschriften dagegen, dass man überall bedudelt wird. Meist ist es ja auch lästig, besonders demnächst in der Weihnachtszeit. Aber der Aktion wird wohl kein Erfolg beschieden sein, solange Psychologen behaupten, dass bei Musik mehr gekauft wird. Immerhin kann aber die Unterschriftensammlung bewirken, dass man mehr darüber nachdenkt, welche Musik man in welcher Lautstärke spielt.

Lärm

Gestern hörte ich plötzlich ein dumpfes „Wumm-wumm“. Erst dachte ich, dass irgendetwas an der Heizung kaputt ist, aber dann merkte ich, dass es Musik war. Konnte es sein, dass mein Nachbar plötzlich verrückt geworden ist und seine Musik so laut eingestellt hat? Ich ging also auf den Balkon, um mal zu hören, was los war. Ob Sie’s glauben oder nicht: Das was ich hörte, war die Musik vom Chiemsee Summer:
http://www.chiemsee-summer.de/
Wie kann es denn so etwas geben? Übersee, wo das Festival stattfindet, ist 13 km von meinem Wohnort entfernt. Die armen Leute, die nahe daran wohnen.
Ich habe schon einmal über das Thema „Musik und Lärmschutz“ geschrieben, aber es nützt ja doch nichts:
https://autorenseite.wordpress.com/2014/03/29/bleibt-laermkontrolle-18084176/