Schlagwort-Archive: Mode

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften eignen.

Die Mode ist schon etwas sehr Merkwürdiges: So galt es als proletarisch, weiße Socken zu einem dunklen Anzug zu tragen, bis jemand wie Armani daraus einen Modegag machte.
(Der Mensch ist halt auch nur ein Herdentier.)

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für Frauen–Nichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Rechtsträgerhose gegen Impotenz und andere Erscheinungen

Wenn man alt wird, wundert man sich, was sich alles verändert. Manchmal kommt es mir sogar so vor, als ob man heute mit Gewalt alles anders machen will als früher.
Früher war die Homosexualität verpönt und strafbar, heute ist sie „gut so“.
In der Kriegs- und Nachkriegszeit war man froh, wenn man sich einigermaßen anständig kleiden konnte, denn es gab ja nichts zu kaufen. Heute werden Jeans sandgestrahlt, damit sie möglichst alt und herunter gekommen aussehen. Beim Sandstrahlen müssen etliche Menschen wegen verstaubter Lungen ihr Leben lassen. Was für ein Wahnsinn! Und dann werden noch Löcher in die Jeans geschnitten. Wäre es nicht vernünftiger gewesen, wenn man diese Mode im Krieg kreiert hätte?
Gerade läuft in unserer Stadt ein Babybauch-Wettbewerb. Das schönste Foto einer Hochschwangeren wird prämiert. Weil heute jede Promifrau unbedingt ein Foto ihrer entblößten Halbkugel in die Illustrierten bringen muss, will die Masse natürlich auch dabei sein. Früher trugen schwangere Frauen Umstandsmoden, die ihren Zustand –– so gut es ging – – verbargen.
Um bei der Kleidung zu bleiben: Vor Jahren versteckten die Frauen die Träger ihres BHs unter den Trägern der Oberbekleidung. Nun aber ist ein oft schlampiges Nebeneinander aller möglichen Träger „in“.
Das ist immerhin wesentlich besser als die Hosen mancher junger Männer, bei denen der Schritt in den Kniekehlen sitzt. Modell „“Hose voll““ kann man da nur sagen. Was ist in die männliche Jugend gefahren, dass sie sich äußerlich so zu „Losern“ macht? Wo sind die Rechts- und Linksträgerhosen geblieben, die die zunehmende Impotenz vermeiden können?

Die neuen Modewörter der Politiker

Politiker haben Ihre eigene Sprache:
https://autorenseite.wordpress.com/lexikon-des-politischen-sprachgebrauchs-und-des-sonstigen-geschwafels/
Zur Zeit ist man besonders schöpferisch mit der Erfindung neuer Modeworte:
Aus Bürgern sind auf einmal Menschen geworden, weil das menschlicher klingt.
Und man ist sich einig, wie man über Thüringen redet: Das war ein „Dammbruch“. Man verwendet bewusst einen Begriff, mit dem bisher eine Naturkatastrophe bezeichnet wurde, die meist Menschenleben gekostet hat.
Ganz neu ist, dass man sich heutzutage nicht mehr um ein Amt bewirbt, sondern dass man „Verantwortung übernehmen“ will. Es klingt halt viel demütiger, wenn man die Last der Verantwortung auf sich nehmen will. Die Verantwortung ist aber nur ein Teilaspekt der Aufgabe, die auf die Bewerber zukommt.  Aber wenn man von einer Aufgabe sprechen würde, würde das zu sehr nach Schularbeit klingen.
Übrigens ist es ja ganz interessant, wie verschieden die Menschen an eine neue Aufgabe heran gehen wollen. Das wurde mir bewusst, als ich hörte, was Bischöfe bei ihrem Amtsantritt sagten. Für den einen war das „ein Kreuz, das er demütig auf sich nahm“. Für einen anderen war es eine große Freude, das Amt übernehmen zu dürfen.

Sind wir so blöde?

Gesundheitstipp

Die Socken, von denen in diesem Beitrag die Rede ist, sehen nicht so aus wie oben. Das Bild stammt aus einem anderen lesenswerten Beitrag über Gesundheit: https://autorenseite.wordpress.com/2015/02/09/alte-socken-und-gesundheit/

Von ganz anderen Socken war in den Fernsehnachrichten die Rede: Das war wieder typisch für den vielen Unsinn ist, der über die Schirme flimmert:
Irgendein Rapper trägt auf einmal Socken zu Sandalen. Das soll bisher ein absolutes No-Go gewesen sein, aber nun soll es durch den Rapper zum neuen Trend werden.
Das erinnert mich an eine Meldung von früher: Armani hat zu seinem schwarzen Anzug weiße Socken getragen. Das galt bis dahin als proletarisch, wurde aber durch ihn zum Modetrend,
Sagen Sie mal: Ist die Menschheit wirklich so blöde, dass sie immer solche Trendsetter braucht. Mir kommt das immer ein bisschen so vor wie eine Hammelherde, die sich nach dem Leithammel richtet.

 

 

Wenn Tattoos out sind…

Noch ist es nicht so weit, aber die Zeit wird kommen: Dann sind Tattoos auf einmal wieder „out“. „Panta rhei“ (alles ist im Fluss) sagte schon der alte griechische Philosoph Heraklid. Besonders auffällig ist dies bei der Mode. Schauen Sie mal in Ihren Kleiderschrank und sortieren Sie mal aus, was alles heute nicht mehr tragbar ist. Da kommt einiges zusammen.
Auch das Tätowieren ist eine Modeerscheinung, die heute auf dem Höhepunkt ist. Aber überlegen Sie mal: Wenn Sie sich heute tätowieren lassen, zählen Sie morgen vielleicht schon zu den Vorgestrigen aus der Zeit, in der das modern war. Deshalb verstehe ich nicht, wie man seinem Körper so etwas antun kann. Man stempelt sich damit auch zum Angehörigen einer gewissen Bevölkerungsklasse. Führungskräfte werden sich wohl kaum tätowieren lassen, sondern es sind eher diejenigen, die Promis oder Models nachahmen wollen. Wollen Sie zu diesen Nachahmern gehören?
Übrigens will laut einer Umfrage jeder Fünfte sein Tattoo wieder los werden. Aber das ist schwierig, schmerzhaft, u. U. mit Risiken behaftet und Narben bleiben zurück. Lesen Sie vor dem Tätowieren das hier:
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/neue-lasertechnik-verspricht-schonende-tattoo-entfernung-a-913813.html

Was will mir der Teenie bloß sagen?

Kleider machen Leute, sagt ein Sprichwort. Und so wundert man sich nicht, wenn es nun Mode geworden ist, T-Shirts zu tragen, auf denen eine Botschaft zu lesen ist. „Bier formte diesen schönen Körper“ zeugt bei einem dicken Mann doch immerhin von einem gewissen Humor. Ähnliches gilt für „Finger weg!“ am Busen einer Frau. Was aber will uns ein junger Mann vermitteln, wenn er auf seinem Rücken einen Totenkopf trägt und dazu die Worte „Destroy!“ und „Rebellion!“ Und wenn ihm dann noch seine Jeans wie vollgesch… zwischen den Knien hängt, dann denke ich mir, dass seine Rebellion wohl darin besteht, sich auf ein Dasein als Hartz-IV-Empfänger einzurichten, oder warum läuft er sonst so herum?

Dieser Artikel ist für Frauen nicht geeignet!

Wissen Sie, was ein Douglas-Hemd ist?
„Ich hab‘ es getragen sieben Jahr,
Und ich kann es nicht tragen mehr…“
Aber kann es ein Hemd geben, das man sogar 50 Jahre trägt? Allein schon an dieser Fragestellung merkt jetzt frau, dass sie zu weit gegangen ist, als sie – neugierig wie sie zu sein pflegt – mit der Lektüre dieses Artikels begonnen hat.

Waren das noch Zeiten, als wir beim Einkaufen zu sagen pflegten: „Jetzt gehen wir erst einmal in unsere modische Heimat – zu C & A.“ Dort gab es modische Kleidung in solider Qualität zu einem günstigen Preis. Ich trage heute noch täglich zu Hause ein Hemd, das ich mir vor 50 (!) Jahren bei C & A gekauft habe. Solche Qualität gibt es heute nicht mehr: Das Hemd ist bei Hitze luftig und kühl, bei Kälte warm und weich auf der Haut. Es gibt nichts Besseres. Das Hemd sieht immer noch gut aus, sogar die Farbe ist im Gegensatz zu neu gekauften Kleidungsstücken immer noch beständig. Das Hemd ist geradezu ein Musterbeispiel für Nachhaltigkeit bei der Kleidung, aber so etwas will man heute nicht mehr. Man spricht ja nicht umsonst vom „Konsum“, also vom Verbrauch. Nachhaltigkeit ist nur etwas für politische Sonntagsreden.

Hemd

Und hier noch ein Beispiel: Die unten abgebildete Lederjacke ist 40 Jahre alt und wenn meine Frau sie anzieht, wird sie gelegentlich gefragt, wo es denn so etwas zu kaufen gibt. Das ist ihr noch bei keinem anderen Kleidungsstück so passiert.

Lederjacke

Und wenn ich heute zu C & A gehe… Traurig, was da nun geboten wird. Alles macht den Eindruck, als seien die Besitzer alt geworden, hätten genug verdient und keine rechte Lust mehr an ihrem Job.
Merken Sie das auch? Geschäfte altern wie Menschen. Bei C & A sehen Sie selbst, wie sich dieser Laden entwickelt hat: Er hat sich die flotte junge Mode von Orsay, Pimkie und Co. wegnehmen lassen. Wenn ich heute in das Geschäft gehe, sehe ich überwiegend billigste Ware, der man den Preis auch ansieht.
Nicht anders ist es im Lebensmittelhandel: Solide alte Geschäfte wie Kaisers Kaffeegeschäft gibt es längst nicht mehr. Die ganze Branche muss sich im Tiefschlaf befunden haben, als sie ALDI und Lidl hat hochkommen ließ.
Und Karstadt muss auch geschlafen haben, dass sich Lebensmitteldiscounter dort ausgebreitet haben, wo eher das Kaufhaus gefragt gewesen wäre, nämlich im Multimediamarkt. Fernseher, Handys, Kameras, PCs – alles wird beim Discounter gekauft. Kein Wunder, dass Karstadt pleite ging. Die Firma war ja einmal so stolz darauf, dass sie ihre führenden Kräfte selbst ausbildete. Anscheinend produziert eine solche Inzucht keine geeigneten Leute.
Auch die Quelle hätte sich nicht von Otto und Co. die Butter vom Brot nehmen lassen müssen.
Und manchmal fürchte ich, dass es Deutschland auch so ergehen wird wie seinen Geschäften.