Schlagwort-Archive: Missbrauch

Zitat zum Sonntag

Auf den Bergen wohnt die Freiheit…

Kardinal Schönborn sagte laut Kathpress: Im Blick auf die Kirche stelle zudem der „geistliche Missbrauch“ von Menschen ein Problem dar. Die Antwort darauf sei eine Erziehung zur Freiheit. „Da sind wir sicher noch entwicklungsfähig.“

Der Glaube, so wie ihn die Kirche lehrt, ist das Gegenteil von Freiheit, nämlich ein geistiges Gefängnis. Aber die Katholiken befreien sich mehr und mehr daraus: Kaum einer glaubt an die Dogmen der Unfehlbarkeit des Papstes, oder der Unbefleckten Empfängnis Mariens oder an deren leibliche Himmelfahrt. Nicht wenige sehen sogar ähnlich wie die Moslems nicht einmal Jesus als Gottes Sohn an.

Die wahre Freiheit sähe allerdings so aus, dass nicht schon Säuglinge getauft und damit zwangsläufig Mitglieder der Kirche würden, sondern dass sie sich erst als Erwachsene für einen Glauben entscheiden könnten. Schließlich ist ja auch Jesus erst als Erwachsener getauft worden. Aber die Kirche, die sonst so viel von Tradition hält, weicht hier vom Vorbild Jesu ab, weil sie die Kinder schon früh indoktrinieren will — und das ist das Gegenteil der Freiheit, von der der Kardinal spricht.

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Mein Gott! Nicht schon wieder!

Wann hört das endlich auf? Gerade erfahren wir wieder Erschreckendes: In Illinois gibt es 395 Missbrauchsvorwürfe gegen Kirchenvertreter.
Wie will die Kirche die Menschen vom Glauben überzeugen, wo doch Jesus gesagt hat: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!“?

Unglaublich: 114.000 Missbrauchsfälle – Katholische Kirche: eine einzige Baustelle

In den Jahren !946-2014 hat es in der Katholischen Kirche die unglaubliche Anzahl von 114.000 Missbrauchsfällen gegeben. Und die Leute, die im Zölibat die Ursache für dieses Fehlverhalten sehen, müssen nun zur Kenntnis nehmen, dass es in der protestantischen Kirche genau so viele Missbrauchsfälle gegeben hat.
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/114000-Missbrauchsopfer-in-katholischer-Kirche,missbrauch1718.html
Da fragt sich doch: Macht Kirche geil?
https://autorenseite.wordpress.com/2019/03/03/macht-kirche-geil/
Vielleicht hatte der Papst dies im Auge, als er von „Situationen der Anfälligkeit“ sprach und forderte, hier den Schutz von Minderjährigen und von Erwachsenen zu gewährleisten.
Aber dies ist nicht die einzige Baustelle für die Kirche:
https://autorenseite.wordpress.com/2012/06/25/kirche-stoert-13936228/
https://autorenseite.wordpress.com/2019/03/12/wenn-nicht-die-juden-die-bibel-geschrieben-haetten-sondern-die-deutschen/

Macht Kirche geil?

                                     https://autorenseite.wordpress.com/home/

„Macht Kirche geil?“ Diese Frage muss man sich angesichts der ungeheuren Masse an Missbrauchsfällen tatsächlich stellen. Woran liegt es denn eigentlich, dass man fast den Eindruck gewinnen kann, in der Kirche sei eine Negativauslese am Werk. Vergleicht man die abscheulichen Vorkommnisse in der Kirche mit anderen Institutionen, dann steht die Kirche als quasi heilige Gemeinschaft mit Abstand am schlechtesten da, denn wann hört man schon einmal davon, dass sich ein Lehrer über eine Schülerin oder einen Schüler her gemacht hat?
https://autorenseite.wordpress.com/2019/02/21/zur-antimissbrauchskonferenz-macht-froemmigkeit-schwul/
Der Papst hat mit seiner Missbrauchskonferenz viel Kritik geerntet. Die hat er allein schon dadurch verdient, dass er den Missbrauch als allgemeines Phänomen begreift, von dem auch die Priesterschaft nicht ausgenommen sei. Er hätte umgekehrt argumentieren müssen: Warum ist die Priesterschaft besonders davon betroffen? Und was kann man dagegen tun?
Da wäre schon einmal eine andere Einstellung zur Homosexualität ein erster wichtiger Schritt. Der würde voraus setzen, dass die Kirche das Alte Testament als jüdisches Geschichtsbuch begreift.
https://autorenseite.wordpress.com/2019/01/13/zum-sonntag-bibel-als-wahres-wort-gottes/
Stattdessen heißt es im Katholischen Katechismus:
„123. Die Christen verehren das Alte Testament als wahres Wort Gottes.“
Und da hat es natürlich ein besonderes Gewicht, wenn es im Alten Testament heißt:
Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Gräuel getan und sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.“ (3. Mose 20,13)
Dies führt m. E. dazu, dass sehr fromme schwule junge Männer sich als Sünder begreifen und alles tun wollen, um dagegen anzukämpfen. Sie werden Priester, weil sie glauben, so ihre Sündhaftigkeit in den Griff zu bekommen. Aber wie es halt bei sexuellen Versuchungen ist: da sind viele Menschen einfach machtlos wie bei Hunger oder Durst.
Würde man die Homosexualität ganz schlicht als eine Spielform der Sexualität begreifen, die zwar nicht wünschenswert ist, weil Staat und Kirche Kinder brauchen, die aber dennoch zu tolerieren ist, dann wäre schon viel Luft aus dem Problem heraus genommen.
Wahrscheinlich ist es ja wohl so, dass das Zusammentreffen von Heiligkeit mit der alttestamentarisch todeswürdigen Sündhaftigkeit eine ganz unerträgliche Spannung schafft, die irgendwann zur Explosion kommt.
https://autorenseite.wordpress.com/2019/02/21/zur-antimissbrauchskonferenz-macht-froemmigkeit-schwul/
Diese Explosivität zu beseitigen sollte eines der wichtigsten Anliegen der Kirche sein neben der Streichung des Zölibats und neben dem Ausschluss der Frauen von den höheren Weihen.
Wann sieht der Papst endlich ein, dass die reine Männerkirche in schlimmer Weise gescheitert ist?

Nicht so zimperlich, Frau Barlay!

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Gestern stellte ich hier die Frage: „
Ist es nicht merkwürdig, dass offenbar kein einziger Staatsanwalt jemals die Akten eines Bistums über die Missbrauchsfälle beschlagnahmt hat?“
Frau Barlay hat diese Frage schon beantwortet und gesagt, man bräuchte einen konkreten Verdacht für eine solche Maßnahme.
Das kann ich nicht verstehen. Ich sehe da vor meinem inneren Auge die vielen Beschlagnahmeaktionen, die im Fernsehen zu sehen waren: Da waren beispielsweise eine ganze Menge Polizeibeamte
gefilmt worden, wie sie beschäftigt waren, Kartons mit Unterlagen aus Banken davon zu tragen, um Machenschaften der Unternehmen aufzudecken.
Ähnlich könnten die Ermittlungsbehörden durchaus auch gegen die Bistümer vorgehen: Man hat ja auf Grund der Aussagen von Opfern einen begründeten Verdacht, der ein Einschreiten rechtfertigt. Es gilt, diesen Verdacht zu erhärten, und dazu sind die Missbrauchsunterlagen des Bistums notwendig, denn darin sind sicherlich weitere Missbräuche des Täters zu finden oder andere Indizien, die entscheidende Hinweise geben. Dazu muss man aber die Missbrauchsunterlagen beschlagnahmen und durchsuchen.
Es geht doch nicht an, dass die Ermittlungsbehörden sich mit „den Brosamen“ begnügen, die von den Tischen der „hohen Herren abfallen“.
Bisher ist es ja so, dass die Bistümer entscheiden, was sie der Missbrauchskommission oder den Ermittlungsbehörden zur Verfügung stellen. So etwas würden sich die Staatsanwälte von Clans sicherlich nicht gefallen lassen. Aber vor den Kirchen hat die Justiz offenbar noch einen solchen Rest von Respekt, dass die als „verbotene Zone“ gelten.
              

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Der Papst ist kein Gutmensch


Vergleicht man, wie der deutsche Staat und wie die Katholische Kirche je mit ihrer Schuld umgehen, ergibt sich ein erstaunlicher Unterschied:
Wir Deutschen sind die Gutmenschen, die im Büßerhemd wandeln: Wir bauen Denkmäler für den Holocaust, Dokumentationszentren für die Verbrechen der Wehrmacht und die Mode der Stolpersteine für Opfer des Nazi-Regimes breitet sich über viele Städte aus (aber nicht in München).
https://autorenseite.wordpress.com/2018/09/05/warum-die-rechtsextremen-immer-mehr-werden/

Wenn der Papst ein Gutmensch wäre wie wir Deutschen, sähe das so aus:
Am Fest der unschuldigen Kinder, das am 28.12. von der Kirche gefeiert wird, wird nicht mehr des Kindermords von Bethlehem gedacht, den es nie gegeben hat, denn Herodes war schon tot, als Jesus geboren wurde. Man müsste das „Fest“ der unschuldigen Kinder den Missbrauchsopfern widmen oder einen „Tag der Scham“ (Kirchenlatein: Dies Pudoris) einführen.

So wie wir in unserer Hauptstadt Berlin ein riesiges Holocaust-Denkmal haben, müsste die Kirche auf dem Petersplatz etwas Vergleichbares schaffen, wenn sie mit Deutschland mithalten will.

Und dann sollten auch jede Menge Stolpersteine den Vatikan zieren.

Ja, Franziskus, schau nach Deutschland: So sehen Gutmenschen aus!

Interessant wäre es ja, was passieren würde, wenn die Kirche so mit ihrer Schuld umginge wie wir Deutschen von heute, die wir ja eigentlich gar nichts mehr dafür können.
Die Kirche tut sich leicht mit ihrer Schuld: Sie zahlt Entschädigungen aus der Kirchensteuer, die es nach ihrem eigenen Recht gar nicht geben dürfte.
Was fehlt, ist ein echtes Zeichen der Buße von den „Hirten“. Wenn man es ernst meinen würde mit der Reue, würde man einen Tag der Buße einführen, an dem die Oberhirten aus ihren Wolkenkuckucksheimen herab steigen würden und echte Dienste am Menschen verrichten würden: an den Tafeln, in Altenheimen oder Hospizen (und nicht nur Fußwaschungen an sauberen Füßen). Dann würden die Menschen sagen: Immerhin haben die begriffen.
Eigentlich sollte ja der Priesterstand eine Elite von Menschen sein, aber das Gegenteil ist der Fall: Jeder 20. deutsche Priester ist Täter eines Kindesmissbrauchs. Rechnet man das auf die Lehrerschaft um, würde das bedeuten, dass an jeder Schule mehrere Lehrer Kinder missbrauchen müssten, um die Quote der Priester zu erreichen. Unvorstellbar! Gerade in diese Wunde hätte der Papst seine Finger legen sollen, anstatt in etwa auszudrücken: Die Menschen sind Sünder und die Priester sind auch nicht anders und schuld ist die Pornografie.

Wie sagte doch Jesus? „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!“

Zur Antimissbrauchskonferenz: Macht Frömmigkeit schwul?

Zur Zeit findet ja die Antimissbrauchskonferenz der Katholischen Kirche im Vatikan statt. Und da stellt sich mancher die Frage: Macht Frömmigkeit eigentlich schwul? Ist es nicht merkwürdig, dass gerade die Kirche von einer solchen Masse von Missbrauchsfällen belastet ist, während vergleichbare weltliche Institutionen in dieser Hinsicht kaum auffallen. Hat man je gehört, dass ein Justizvollzugsbeamter Sex mit einem jugendlichen Gefangenen hatte? Und wann kommt es schon vor, dass ein Lehrer an einer Mädchenschule sich über eine Schülerin her macht?

Bei den kirchlichen Missbrauchsfällen gibt es kumulativ verschiedene Ursachen:
Neben dem Zölibat ist es die Tatsache, dass ein sündhaftes Begehren mit einem heiligen Ort zusammen trifft. Das steigert den Reiz des Verbotenen, wie wir beispielsweise bei Graham Greene über den Sex hinter den Altären italienischer Kirchen (noch dazu mit einer verheirateten Frau) lesen können.
Hinzu kommt bei der Kirche, dass es sich um eine reine Männergesellschaft handelt, die wohl auch durch die Art ihrer Kleidung (Soutane) einen Reiz auf Schwule ausübt. Von denen fühlen sich viele entsprechend der katholischen Lehre als Sünder und sie hoffen daher, durch den Dienst in der Kirche diese Sündhaftigkeit in den Griff zu bekommen, was sich dann aber häufig als Fehlschluss erweist. Sexualität ist halt wie Hunger und Durst ein Grundbedürfnis des Menschen, aber die Kirche verteufelt sie. An sich heißt es ja in der Bibel: „Seid fruchtbar und mehret euch!“ Doch die Kirche meint, sie könne sich einfach bei Priestern, Mönchen und Nonnen über dieses Gebot hinweg setzen, indem sie  entgegen Gottes Willen behauptet, Keuschheit sei etwas Heiliges. In Wirklichkeit geht es aber der Kirche wohl um Machtausübung nach dem Motto: Regele die Sexualität von Menschen, dann hast du sie zu deinen blinden Untertanen gemacht.
Welch eine perverse Mentalität steckt eigentlich dahinter, dass man glaubt, Gott eine Freude zu machen, indem man keinen Sex hat? Ist es nicht eher eine Sünde, vom „göttlichen Geschenk der Sexualität“ keinen Gebrauch zu machen? (Es war Kardinal Wendel, der angesichts der steigenden Scheidungszahlen seine „Schäfchen“ aufforderte, doch öfter von diesem „göttlichen Geschenk“ Gebrauch zu machen.)
In dem Buch „Verbotene Zone“ lesen Sie übrigens eine instruktive Kurzgeschichte darüber, wie Luzifer ein Nonnenkloster in ein reizendes Bordell verwandelte.

#MeToo der Nonnen – Katholische Kirche: Schlimmer geht‘s nimmer

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Hunderttausende Kinder sind von Priestern der Katholischen Kirche missbraucht worden. Ständig kommen neue Fälle auf:
690 katholische Geistliche sollen im US-Bundesstaat Illinois Kinder missbraucht haben. Und im US-Bundesstaat Pennsylvania sollen Tausende Kinder missbraucht worden sein. Hören solche Meldungen denn nie auf?
Meldet nicht auch mal ein Bistum: „Bei uns hat es keinen Missbrauch gegeben“?
Und nun kommt es für die Kirche noch dicker: Sogar Nonnen sollen missbraucht worden sein, wie der Papst gerade gesagt hat. Manche von Ihnen sollen unter sklavenähnlichen Bedingungen „gehalten“ worden sein.
Daneben wirken die vielen Finanzskandale der Kirche direkt unbedeutend: I
n der Bonner Kirchengemeinde St. Martin soll es zu einer unzulässigen Verwendung kirchlicher Finanzmittel in Höhe von knapp einer Million Euro gekommen sein. Was ist schon eine Million? Schlimmer ging es in Eichstätt zu, aber wer will schon dem Klerus vorwerfen, dass er nicht mit Geld umgehen kann? Es ist ja viel zu viel da, denn an die Kirchensteuer traut sich kein Politiker ran:
https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/
Hier gilt der Grundsatz: Nur keinen Staub aufwirbeln!

All das ist für viele Katholiken unerträglich und sie treten aus der Kirche aus.
Jesus hat einmal gesagt: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!“ Wen würde er wohl heute aus den Tempeln jagen?
Im Buch „Verbotene Zone“ lesen Sie zwei Kurzgeschichten, die zum Thema passen:
Luzifer, der als Frauenarzt auftritt, macht aus einem Nonnenkloster ein nettes Bordell.
Und eine andere Geschichte ist wahr: Archäologen dachten, sie hätten einen Beweis für den Kindermord von Bethlehem gefunden, tatsächlich stammten aber die vergrabenen Babyleichen von einem Nonnenkloster.

Kirche und Heuchelei

„Da benimmt sich die Gesellschaft ziemlich heuchlerisch“, sagte Kardinal Brandmüller der Deutschen Presse-Agentur. „Was in der Kirche an Missbrauch passiert ist, ist nichts anderes, als was in der Gesellschaft überhaupt geschieht.“ Der eigentliche Skandal sei, dass sich die Kirchenvertreter in diesem Punkt nicht von der gesamten Gesellschaft unterschieden.
Wieso, Herr Kardinal, benimmt sich die Gesellschaft heuchlerisch, wenn sie das als Skandal bezeichnet, was auch Sie so nennen? Hat die Gesellschaft nach Ihrer Meinung kein Recht, sich zu empören? Gewiss hat Jesus gesagt: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!“ Aber es besteht ein Unterschied zwischen dem Steinewerfen und dem Geißeln von Missständen. Leider musste die Gesellschaft tätig werden, weil Ihre Kirche bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle total versagt hat. Was da geschehen ist, verdient den Ausdruck Heuchelei, denn die Kirche hat die Missbrauchsfälle Jahrzehnte lang unter den Teppich gekehrt, um ihr Image der Heiligkeit nicht zu beschädigen. Also Herr Kardinal: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Sie haben da einen Rohrkrepierer produziert.
Si tacuisses!
Das Unglaubliche an dem Missbrauchsskandal ist, dass die Priesterschaft doch eigentlich den Ansprüchen genügen sollte, die ihr Amt erfordert. Um es auf andere Berufsgruppen zu übertragen: Das, was i
n der Katholischen Kirche geschehen ist, ist vergleichbar damit, dass in der Justiz viele Richter bestechlich wären. Um bei der Justiz zu bleiben: Haben Sie jemals gehört, dass sich ein Justizvollzugsbeamter über die ihm anvertrauten jugendlichen JVA-Insassen hergemacht hätte?

Herr Kardinal, weiter behaupten Sie, es sei „statistisch erwiesen“, dass es einen Zusammenhang zwischen Missbrauch und Homosexualität gebe. Das ist ein verfehltes kirchliches Wunschdenken, das der Tatsache entspringt, dass die Homosexualität als Sünde gesehen wird. Sie setzen sich übrigens damit in Widerspruch zum Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx: Der hatte darauf hingewiesen, dass der Zölibat und Homosexualität „für sich genommen“ keinen Missbrauch hervorrufen würden.
Was die Homosexualität anbetrifft, hat er Recht: Die Menschen haben nun einmal einen Sexualtrieb, der sich in der Regel auf das andere Geschlecht richtet. Aber auch wenn das eigene Geschlecht Gegenstand des sexuellen Begehrens ist, ist der Sexualtrieb deshalb doch nicht stärker. Jeder, der Priester wird, hat sein Keuschheitsgelübde einzuhalten, gleichgültig, ob er Frauen oder Männer mag.

Der statistische Zusammenhang zwischen Homosexualität und Missbrauch, den Sie sehen, besteht nur in der Kirche. Wenn Sie nämlich über deren Tellerrand  hinaus blicken, sieht es anders aus. Warum die Verhältnisse in der Kirche anders sind als in der übrigen Gesellschaft, lässt sich m.E. mit der verklemmten Moral der Kirche erklären: Sehr fromme katholische junge Männer, die sich im Hinblick auf ihre Homosexualität als Sünder fühlen, dürften einen Ausweg dadurch gesucht haben, dass sie Priester wurden, weil sie hofften, so ihren Trieb in den Griff zu bekommen. Nur hat sich das in vielen Fällen als Fehlschluss erwiesen.
Das Zusammentreffen von Sex, Sünde und Kirche erweist sich dann nämlich als besonders explosiv. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an einen bekannten Schriftsteller, der seinem Sex den notwendigen Kick dadurch verschaffen musste, dass er „es“ hinter den Altären trieb.

Hört das denn nie auf? Missbrauch in der Katholischen Kirche

Neue Horrormeldung: Im US-Bundesstaat Illinois sollen sich fast 700 katholische Geistliche an Kindern vergangen haben. Hört das denn nie auf?
Wie kann es so etwas geben.
Hat man je gehört, das sich ein Justizbeamter über jugendliche Häftlinge hergemacht hat? Da wäre doch der Anreiz für einen Missbrauch mindestens genau so.
Interessant wäre es ja, einmal zu untersuchen, warum demgegenüber das kirchliche Personal eine solche Negativauslese bildet. Es wird immer behauptet, die Missbrauchsfälle hätten ihre Ursache im Zölibat. Das mag in einzelnen Fällen stimmen, aber normalerweise wird der Zölibat einfach missachtet. Von einem Kloster hörte ich aus einer zuverlässigen Quelle, dass die Mönche alle Freundinnen hätten. Und so etwas gibt es nicht nur beim niederen Klerus. Auch wenn man mal weiter oben Einblick gewinnt, sieht es nicht anders aus:
https://www.sn.at/politik/innenpolitik/skandal-um-bischof-alois-schwarz-salzburgs-erzbischof-soll-in-kaernten-aufraeumen-62833642