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Missbrauch: Die andere Seite der Kirche

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche ist eine einzige Katastrophe. Immer mehr Menschen fragen sich: Kann das die Kirche Gottes sein, wo so etwas geschieht?
Wir hören zu wenig darüber, was die Kirche getan hat, um solchen Entgleisungen ihres Personals entgegen zu wirken. Deshalb will ich hier einen Missbrauchsfall schildern, der anders verlaufen ist, weil er eine schwere kirchliche Strafe nach sich gezogen hätte:

Ein Ordenspriester stand vor Gericht. Er hatte Mädchen betatscht, um sich zu „überzeugen, wie schön ihnen der Liebe Gott einen Busen wachsen lässt.“ Der Fall kam auf und der Mann zeigte sich reuig. Er bat um eine Freiheitsstrafe von mindestens 8 Jahren. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie er denn zu diesem Strafmaß gekommen sei, sagte er, ihm sei von seinem Orden ein 8-jähriger Aufenthalt in einem Sühnekloster angedroht worden, auf den die weltliche Strafe angerechnet würde; und wer wisse, wie es in einem Sühnekloster zugehe, würde gerne einen längeren Gefängnisaufenthalt in Kauf nehmen.

Maria 2.0 – Geduld Ihr Frauen! Die Katholische Kirche auf dem Weg zur Sekte

Maria 2.0: Eine Reihe von Frauen schlägt Forderungen an die Kirchentüren. Frauen, seid doch nicht so ungeduldig! Es ist ja nur wenige Jahrhunderte her, da gestand die Kirche Euch auch eine Seele zu. Vorher standet ihr den Tieren gleich. Da müssen schon noch ein paar Jahrhunderte vergehen, bis es in der Kirche Priesterinnen gibt, es sei denn, Ihr würdet mal richtig Druck machen: Wie wäre es denn, wenn Ihr nicht in die Kirche geht, sondern draußen stehen bleibt? Der Segen durchdringt ja die Mauern. Oder noch eindrucksvoller wäre es, wenn Ihr mal für 1 Jahr aus der Kirche austreten würdet. Ich glaube, der Liebe Gott könnte das auch gut heißen.

Aber im Ernst: Nicht einmal in Jahrhunderten hat sich so viel in der katholischen Kirche geändert wie in meinem Leben. Inzwischen befindet sich die Kirche auf dem Weg zur Sekte. Über dieses Thema habe ich schon öfter geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/katholische-kirche-auf-dem-weg-zur-sekte/

Als ich vor 30 Jahren hierher nach Bernhaupten zog, fand in diesem Jakobskircherl, das an dem bekannten Pilgerweg liegt, jeden Sonntag eine sehr gut besuchte Messe statt. Inzwischen ist das schöne gotische Kircherl geschlossen. Die Pfarrei, zu der es gehört, existiert auch nicht mehr so wie bisher: Sie ist inzwischen nicht mehr selbständig, sondern wurde mit drei weiteren zu einem Pfarrverband zusammen geschlossen:
https://www.erzbistum-muenchen.de/pfarrei/hl-franz-von-assisi/ueberuns/pfarreien
Die Kirche behauptet zwar, das sei durch den Priestermangel verursacht. Aber gleichzeitig ist die Zahl der Kirchenbesucher erschreckend geschrumpft, so dass man nicht recht weiß, ob nicht dies die wirkliche Ursache für die um sich greifende Zusammenlegung von Pfarreien ist 
Die Kirchenaustritte haben in einem Ausmaß zugenommen, dass der betreffende Server des Bistums Köln zusammen gebrochen ist:
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/kirchenaustritte-koeln-online-woelki-100.html
Anlass sind die unglaublichen Missbrauchsskandale, die längst hätten erledigt sein sollen, die aber – je länger man sie aufarbeitet – ein immer erschreckenderes Bild bieten.
„Das eben ist der Fluch der bösen Tat,
Dass sie, fortzeugend, immer Böses muss gebären.“
Das, was Schiller gesagt hat, hätte schon in der Bibel stehen sollen.
Aber in der Bibel steht etwas anderes, was auch für die Kirche gilt:
Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.“
Nüchtern betrachtet kann man fast den Eindruck gewinnen, als würde die Kirche mehr auf den Zugewinn ihres Vermögens als auf ihre innere Sauberkeit geachtet haben.
Nur ein Beispiel:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/12/15/meine-unfromme-sonntagspredigt/

Man sieht es deutlich: Eine totale Erneuerung der Kirch ist notwendig und Frauen als Priesterinnen würden doch ein wenig frischen Wind in die alten Gemäuer bringen.

 

Geduld, Ihr Frauen (II)

 

Über dieses Thema habe ich gerade schon etwas geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/02/07/zitat-zum-sonntag-geduld-ihr-frauen/

Es ist nicht so, dass sich in der Katholischen Kirche nichts ändern würde: Wie anders war das alles noch in meiner Jugend!
> Zur Erstkommunion erhielt ich ein Gebetbuch mit einem Bild des Papstes Pius XII. Darauf war er beim Beten abgebildet – mit einem Heiligenschein! So ein Bild würde sich ein Papst heute nie erlauben.
> Und auch das erlaubt sich heute kein Papst mehr: Wenn Pius XII im Petersdom eine Messe las, ließ er sich in einer Sänfte hinein tragen. Ja, das waren noch Zeiten!
> Niemand hätte damals geahnt, was noch alles auf diese Kirche zukommen würde. Erst konnte die Kirche ja noch die Missbrauchsfälle und all die sonstigen Verfehlungen unter der Decke halten. Wer traute sich schon, gegen einen Priester schmutzige Vorwürfe zu erheben? Wenn man so etwas gemacht hätte, hätte man ja befürchten müssen, wegen Verleumdung bestraft zu werden oder schlimmer: von der Gemeinde geächtet zu werden. Aber dann brach der Schmutz überall hervor, denn die Kirche hatte missachtet, was in der Bibel steht:
„Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, das nicht kund werde und an den Tag komme.“ (Lukas 8,17) Und noch deutlicher konnte die Kirche bei Hiob 12,22 nachlesen: „Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.“
> Dadurch hat die Kirche viel an ihrer Autorität verloren und ihre Mitglieder treten in Massen aus. Das hätte früher kaum einer gewagt aus Angst vor der Hölle, aber an den Teufel glauben nur noch die Erzkonservativen.
>  Was sich doch alles seit meiner Kindheit geändert hat: Früher gab es eine echte Fastenzeit. Heute hält man höchstens eine Diät ein. Und die Abstinenz am Freitag ist auch sanft entschlafen.
> Man musste damals nüchtern zur Kommunion gehen und im Religionsunterricht lernten wir, ob man nach einem versehentlichen Wasserschlucken beim Zähneputzen noch nüchtern war.
> Wegen des Nüchternheitsgebots ging man früh in die Kirche. Und die anderen wurden verächtlich die „Halb-Elf-Uhr-Christen“ genannt.
> Wenn jemand starb, las man, wenn alles seine Ordnung hatte, in der Todesanzeige, dass er „wohl versehen mit den Sterbesakramenten verstorben“ ist.
> Man hatte ein Kreuz im Esszimmer und man betete vor und nach dem Essen.
> Und man hatte ein kleines Weihwasserbecken im Haus, mit dem man sich segnete, bevor man fort ging.
> Natürlich ging man am Sonntag in die Messe. Sogar in der oben abgebildeten kleinen Kirche von Bernhaupten, einem Ortsteil des Dorfes Bergen, wurden gut besuchte Messen gelesen.
> Solche Filialkirchen gibt es nicht mehr und immer mehr Kirchengemeinden werden zu einer einzigen zusammengefasst. Oft wird aus vier ehemaligen eine einzige neue Gemeinde – angeblich wegen Priestermangel, aber wirklich wohl eher wegen Mangels an Kirchgängern.
> Es gab einmal einen Index, auf dem Bücher standen, die ein Katholik nicht lesen durfte. Als ich Abitur machte und etwas von C.F.Meyer lesen musste, brauchte ich einen Dispens.
> Und an den Kirchen hingen Film und Theaterkritiken, nach denen man sich zu richten hatte. Da gab es dann beispielsweise Bedenken gegen ein Ballett, weil sich „die Männlichkeit des Solotänzers zu sehr abdrückte“.

Das alles sind Veränderungen innerhalb eines einzigen Menschenlebens, die aus katholischer Sicht geradezu erdrutschartig sind. Daher werden wir nicht mehr lange auf Priesterinnen warten müssen, denn die Kirche braucht die Frauen. weil Männer allein mit Führungsaufgaben überfordert  sind:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/02/06/die-unfaehigkeit-der-maenner/

Katholische Kirche: Schon wieder ein Skandal, schlimmer als der Missbrauch

Gestern las ich von einem unglaublichen Skandal in einem Nonnenkloster:
https://web.de/magazine/panorama/irlands-schreckliche-nonnen-bericht-mutter-kind-heime-erschuettert-35420418
Aber als ich den Artikel verlinkt hatte, war er wieder verschwunden. Merkwürdig! Warum wurde er gelöscht? Sollte etwas verschwiegen werden? Aber die unglaubliche Nachricht war schon in der Welt und nun können sie sie hier lesen:
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.irland-ein-massengrab-fuer-800-kinderleichen-hoelle-auf-erden-das-kinderheim-im-irischen-tuam.083c7c79-bac3-43d0-857a-93b1fbde5093.html
Oder ersparen Sie sich das, wenn Sie ihren Glauben an die Katholische Kirche bewahren wollen.
Mich erinnern die 800 Babyleichen, von denen da berichtet wird, an eine wahre Geschichte, die ich in dem Buch „Verbotene Zone“ beschrieben habe:
Wie Sie vielleicht nicht wissen, hat Lukas nach Auffassung der modernen Theologie die Jugendzeit Jesu „in zulässiger dichterischer Freiheit“ erfunden. Insbesondere die Geschichte vom Kindermord zu Bethlehem kann nicht stimmen, weil Herodes zu diesem Zeitpunkt schon tot war und es unmöglich sein kann, dass so ein Ereignis weder in der jüdischen noch in der römischen Geschichtsschreibung ihren Niederschlag gefunden hätte, zumal der römische Berichterstatter Josephus ganz ausführlich über Herodes geschrieben hat, sogar über Details aus seiner Ehe.
Da war dann aber plötzlich der konservative Teil der Katholischen Kirche sehr „erfreut“, als ein Archäologen-Team ein Massengrab mit Babyleichen gefunden hatte. Endlich hatte man den Beweis gefunden, dass die Bibel doch recht hat (und nicht die modernen „Glaubenszerstörer“), so meinten die konservativen Katholiken.
Aber dann stellte sich heraus, dass die Babyleichen zum einen nicht alt genug waren und dass es sich nicht um Herodes‘ Opfer handelte, sondern um solche eines Nonnenklosters.

Um auf das Buch „Verbotene Zone“ zurückzukommen: Wussten Sie eigentlich, dass Adam in Wahrheit mit Eva in harmonischer Zweitehe gelebt haben soll und dass seine erste Ehe mit Lilith (S. Bild oben) am Sex gescheitert sein soll?
Solche und ähnliche interessante Geschichten lesen Sie in diesem Buch.

Zur Bischofsvollversammlung – Wo bleibt der Heilige Geist?

Beschämend für die Katholische Kirche ist, dass der Missbrauchsskandal immer noch nicht aufgearbeitet ist. Dadurch wird die Kirche in der Öffentlichkeit zur Zeit wahrgenommen als eine Institution, die mit unglaublichen sexuellen Entgleisungen belastet ist. Wie anders stünde die Kirche da, wenn all das längst der Vergangenheit anheim gefallen wäre und die Kirche sich durch christliche Liebe gegenüber den Flüchtlingen ausgezeichnet hätte. Geld genug hätte sie ja.

Über ein Zusammengehen der beiden großen christlichen Kirchen wird anscheinend nicht mehr geredet. Das hat man seit der Feier zum 500-jährigen Bestehen der evangelischen Kirche abgehakt.
Lesen Sie dazu im Buch der unorthodoxen Geschichten um die Bibel, wie Luzifer mit Gott wettet, dass die Kirchen auch noch nach 500 Jahren getrennt bleiben: „Verbotene Zone“. Wie es ausgegangen ist, wissen Sie ja: Luzifer hat gewonnen.

Und hätte nicht die Kirche den Frauen gegenüber eine schwere Schuld abzutragen?
https://kirchenopfer.de/frauen/
Immerhin  sind die Frauen seit 1963 auch für die Kirche als Menschen anerkannt. Was für ein Fortschritt! Da kann man nicht erwarten, dass sie damit auch den Männern gleich gestellt werden und Priesterinnen werden können. Dieses Thema treibt die Kirche an den Rand der Spaltung. Die Kirche würde schnell einlenken, wenn die Frauen aus Protest den Gotteshäusern fernbleiben würden oder gar eigene Messen feiern würden nach dem Vorbild des urschristlichen Agapes. Aber dazu sind die Frauen meist leider zu fromm, so aufbegehrend sie sonst sein können..

Die Katholische Kirche ist von merkwürdiger Widersprüchlichkeit: Klare Gebote Gottes missachtet sie: „Du sollst dir kein Bild von mir machen!“ (Dies beachtet nur der Islam.) Oder: „Seid fruchtbar und mehret euch!“ Die Priesterschaft denkt nicht daran, sich an dieses Gebot zu halten (mit Ausnahme einiger weniger). Andererseits stellt die Kirche unumstößliche Regeln auf und behauptet, die seien gottgewollt wie die Priesterschaft der Männer. Es wäre an der Zeit, dass sich die katholische Kirche von diesen selbst auferlegten Fesseln befreit und endlich auch den Frauen den ihnen gebührenden Platz einräumt und auch den notwendigen Respekt zollt.

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen. Es wäre nett, wenn Sie daraus einmal etwas zitieren würden.

Fazit der Missbrauchsfälle: Kirche macht geil.

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für Frauen–Nichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Noch mehr Missbrauchsfälle in NRW – Was ist die Ursache?


30.000 Fälle von Kindesmissbrauch sind in NRW aus nur einem Komplex aufgedeckt worden. Dem Minister ist „speiübel“ und drei Ermittler sind durch die psychische Belastung bei ihrer Arbeit krank geworden, andere brauchten die Hilfe eines Psychologen. Da fragt man sich, wie so etwas möglich ist.

An sich hat es die Natur so eingerichtet, dass der Sex normalerweise der Arterhaltung dient. Deshalb lösen Kinder bei einem gesunden Mann eher einen Beschützerinstinkt aus. Sie sprechen aber keinesfalls den Sexualtrieb an.
Wenn sich nun die Fälle von Kinderpornos und des Missbrauchs von Kindern in erschreckendem Maße häufen, so fragt sich, was die Ursache ist. Liegt es daran, dass die massenhafte Verbreitung solcher Widerwärtigkeit
en im Internet da ein Problem ans Licht gebracht hat, das so bereits bestanden hat, oder nimmt die Pädophilie tatsächlich zu? Wenn ja, woran liegt das?
Eine entsprechende Frage habe ich bereits bezüglich der Homosexualität gestellt:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/06/28/heute-ist-christopher-street-day-csd-sex-und-gender-was-man-nie-fragen-und-schon-gar-nicht-sagen-duerfte/
Dort kann man nachlesen, dass sich der Mensch biologisch verändert. Besonders die Männer werden entmannt:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/06/die-vernichtung-des-mannes/

Wenn also die Sexualität der Männer in geradezu erschütternder Weise abnimmt, könnte dies doch vielleicht ein Grund dafür sein, dass sich der geschwächte Trieb auf die schwächsten Teile der Gesellschaft richtet. Das sollte doch einmal von Experten untersucht werden. Aber solche Untersuchungen sind, wie mir einmal gesagt wurde, „nicht opportun“. Was wohl heraus kommen könnte, wäre, dass unsere gesamte Lebensweise mit Plastik, Chemie im Essen usw. uns biologisch verändert oder besser gesagt: verwirrt: Wir werden immer dümmer und unfruchtbarer und der gestörte Sexualtrieb wird fehl geleitet.

Deutschland entchristianisiert sich

Heute am Buß- und Bettag merkt man es wieder: Deutschland entchristianisiert sich. Wer weiß denn heute noch, dass dieser Tag eine Aufforderung an ihn richten soll? Wer weiß auch noch überhaupt, dass es diesen Tag gibt? Und wer büßt und betet wirklich?
Ähnlich verhält es sich mit dem Allerheiligenfest der Katholiken: Es wird mehr und mehr zum Halloween.
Wie anders war das alles noch in meiner Jugend! Zur Erstkommunion erhielt ich ein Gebetbuch mit einem Bild des Papstes Pius XII. Darauf war er beim Beten abgebildet – mit einem Heiligenschein! Und wenn er im Petersdom eine Messe las, ließ er sich in einer Sänfte hinein tragen. Ja, das waren noch Zeiten! Niemand hätte damals geahnt, was noch alles auf diese Kirche zukommen würde. Erst konnte die Kirche ja noch die Missbrauchsfälle und all die sonstigen Verfehlungen unter der Decke halten. Wer traute sich schon, gegen einen Priester schmutzige Vorwürfe zu erheben? Wenn man so etwas gemacht hätte, hätte man ja befürchten müssen, wegen Verleumdung bestraft zu werden oder schlimmer: von der Gemeinde geächtet zu werden. Aber dann brach der Schmutz überall hervor, denn die Kirche hatte missachtet, was in der Bibel steht:
„Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, das nicht kund werde und an den Tag komme.“ (Lukas 8,17) Und noch deutlicher konnte die Kirche bei Hiob 12,22 nachlesen: „Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.“
Dadurch hat die Kirche viel an ihrer Autorität verloren und ihre Mitglieder treten in Massen aus. Das hätte früher kaum einer gewagt aus Angst vor der Hölle, aber an die oder den Teufel glauben nur noch die Erzkonservativen.
Was sich doch alles seit meiner Kindheit geändert hat: Früher gab es eine echte Fastenzeit. Heute hält man höchstens eine Diät ein. Und die Abstinenz am Freitag ist auch sanft entschlafen.
Man musste damals nüchtern zur Kommunion gehen und im Religionsunterricht lernten wir, ob man nach einem versehentlichen Wasserschlucken beim Zähneputzen noch nüchtern war.
Man hatte ein Kreuz im Esszimmer und man betete vor und nach dem Essen.
Und man hatte ein kleines Weihwasserbecken im Haus, mit dem man sich segnete, bevor man es verließ.
Natürlich ging man am Sonntag in die Messe. Sogar in der oben abgebildeten kleinen Kirche von Bernhaupten, einem Ortsteil des Dorfes Bergen, wurden gut besuchte Messen gelesen. Solche Filialkirchen gibt es nicht mehr und immer mehr Kirchengemeinden werden zu einer einzigen zusammengefasst. Oft wird aus vier ehemaligen eine einzige neue Gemeinde – angeblich wegen Priestermangel, aber wirklich wohl eher wegen Mangels an Kirchgängern.
So gibt es vieles, was darauf hin deutet, dass wir im Zeitalter der Entschristianisierung leben. Umso eifriger scheinen uns die Moslems zu sein, bis auch für sie die Einkaufstempel der Stadt zu den neuen Moscheen werden.

Zitat zum Sonntag

Auf den Bergen wohnt die Freiheit…

Kardinal Schönborn sagte laut Kathpress: Im Blick auf die Kirche stelle zudem der „geistliche Missbrauch“ von Menschen ein Problem dar. Die Antwort darauf sei eine Erziehung zur Freiheit. „Da sind wir sicher noch entwicklungsfähig.“

Der Glaube, so wie ihn die Kirche lehrt, ist das Gegenteil von Freiheit, nämlich ein geistiges Gefängnis. Aber die Katholiken befreien sich mehr und mehr daraus: Kaum einer glaubt an die Dogmen der Unfehlbarkeit des Papstes, oder der Unbefleckten Empfängnis Mariens oder an deren leibliche Himmelfahrt. Nicht wenige sehen sogar ähnlich wie die Moslems nicht einmal Jesus als Gottes Sohn an.

Die wahre Freiheit sähe allerdings so aus, dass nicht schon Säuglinge getauft und damit zwangsläufig Mitglieder der Kirche würden, sondern dass sie sich erst als Erwachsene für einen Glauben entscheiden könnten. Schließlich ist ja auch Jesus erst als Erwachsener getauft worden. Aber die Kirche, die sonst so viel von Tradition hält, weicht hier vom Vorbild Jesu ab, weil sie die Kinder schon früh indoktrinieren will — und das ist das Gegenteil der Freiheit, von der der Kardinal spricht.

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