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Die Abschaffung des Grundgesetzes

Unter Demokratie versteht man in Deutschland, dass das deutsche Volk als eines der ganz wenigen nicht einmal über seine Verfassung abstimmen durfte. (H. Pöll)

Merken Sie das nicht auch? Das Grundgesetz wird von der Politik ständig missachtet und damit praktisch immer mehr außer Kraft gesetzt. Jüngstes Beispiel bietet das Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Methoden der Geheimdienste: Aktenzeichen 1 BvR 1619/17. Da werden gleich mehrere Verstöße gegen das Grundgesetz festgestellt. So etwas dürfte nicht vorkommen, wenn man den nötigen Respekt vor der Verfassung hat. Dann nämlich hält man so viel Abstand vom Grundgesetz ein, dass man nicht einmal in den Verdacht des Verfassungsbruchs kommt. Die Politiker wollen nicht sehen, dass ein Verstoß gegen die Verfassung schlimmer ist als ein solcher gegen Strafgesetze. Was ist schon ein Diebstahl bei ALDI gegen die teilweise Außerkraftsetzung des Grundgesetzes?

Wie schlimm es um unsere Verfassung steht, beweist ihre Präambel. Dort heißt es:
„Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ Aber haben Sie vielleicht abstimmen dürfen? Die DDR wurde einfach in die BRD einverleibt, um nicht zu sagen: okkupiert. Das war eine Respektlosigkeit gegenüber den ehemaligen DDR-Bürgern. Und auch wir Bürger der BRD hätten einmal Gelegenheit gehabt, ein paar Ideen in die Verfassung einzubringen.
Das Verfassungsgericht hat allerdings gemeint, wir hätten durch die Teilnahme an der Bundestagswahl dem Grundgesetz zugestimmt. Selten habe ich eine so unsinnige Argumentation gelesen wie diese. Wären die Bürger massenhaft der Wahl fern geblieben, hätten sie wohl das Land den Extremen überlassen, denn die wäre sicher zur Wahl gegangen. Mit derselben Argumentation des Bundesverfassungsgerichts könnte man behaupten, die Juden hätten durch die Wahl des Lagerältesten den KZs zugestimmt. (Am Extrem kann man erkennen, ob eine Argumentation zutrifft.)

Noch ein Beispiel über die Missachtung des Grundgesetzes? Bei einer Befragung gab die Mehrheit der Bundesbürger an. der Satz „Eigentum verpflichtet“ stamme aus der Verfassung der DDR.

Was die Regierung von der Menschenwürde hält, zeigte sich, als das Bundesverfassungsgericht den Armen das Existenzminimum sichern musste, das man ihnen in unserem reichen Land nicht gegönnt hatte.

Mehr dazu hier:
https://autorenseite.wordpress.com/demokratie-kaputt/

 

Im Lande der Bedenkenträger: 3-G-Regel in Zügen?

Die 3-G-Regel in Zügen gilt in Italien und in Frankreich. Merkwürdig ist, dass wir dies nicht so einfach übernehmen können. Wir leben ja im Lande der Bedenkenträger. Und so sagen die Gegner einer solchen Regelung, man könne deren Einhaltung ja nicht kontrollieren.

Das ist ein sehr seltsames Argument. Genauso, wie man stichprobenartig kontrolliert, ob jemand einen Fahrschein hat. kann man dann auch gleich die Einhaltung der 3-G-Regel überprüfen.

Im übrigen haben wir sowieso viele Regeln, deren Einhaltung überhaupt nicht überprüft wird, obwohl dies ganz einfach wäre:
So gibt es ein Gesetz, das die Freihaltung eines Sichtdreiecks an Straßeneinmündungen und -kreuzungen vorschreibt. Aber kein Mensch kümmert sich darum. So unübersichtlich sehen die Straßen heute aus. weil jeder sich mit hohen Hecken abschottet:
Da kümmert sich niemand um die Sichtdreiecke,

Oder anderes Beispiel: Ganze Massen von Radlern fahren zur Zeit um den Chiemsee. Und weil es am Wasser schöner ist als auf der Straße weiter weg, befahren an schönen Tagen sicherlich tausend Radler den Fußweg am See, obwohl dort badende Kinder unterwegs sind und gefährdet werden. Kein Mensch kontrolliert hier. Man kontrolliert lieber Autogeschwindigkeiten auf breiten übersichtlichen Straßen – das bringt mehr ein.

Wir sind halt ein Volk von Gesetzesbrechern geworden bis hinauf zur Regierung, die ständig wegen Missachtung der Verfassung verurteilt wird.
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/03/20834509/

 

Lesen Sie bitte: Die großen Umbrüche in Deutschland

Wenn man so alt ist wie ich mit meinen 84 Jahren, merkt man, wie recht Heraklit hat mit seiner Erkenntnis: „Panta rhei“, was soviel bedeutet wie: „Alles fließt bzw. ist im Fluss“. Heute kann man aber feststellen: „Alles fließt immer schneller.“ So ist auch Deutschland im Laufe meines Lebens mehrfach ein völlig anderes Land geworden:
In meiner Kindheit erlebte ich die erste Veränderung: Mein Vater wurde eingezogen,weil der Krieg begann. Alle glaubten damals, das würde nicht lange dauern, aber dann wurden wir selbst Opfer von feindlichen Angriffen: Die Stadt Kiel, in der wir damals lebten, wurde zu 88% zerstört. Nacht für Nacht rannten wir in den Bunker und am Schluss sah Kiel viel schlimmer aus als Aleppo heute, denn die Häuser waren nicht aus Beton. Es gab nur Trümmerfelder, in denen man sich kaum noch orientieren konnte.

Dann kam die Kapitulation und das große Aufräumen begann: Die Trümmer wurden in die Ostsee gekippt und dort, wo einst die Innenstadt war, wurden „Gayk-Wäldchen“ angepflanzt, die nach dem OB benannt waren und die den staubigen Wind bremsen sollten. Nachdem wir schon im Krieg gehungert hatten, setzten uns die Alliierten zur Strafe auch noch auf eine schmale Kost. Ich hatte immer Angst zu verhungern, denn als Heranwachsender muss man viel essen.

Dann kam ein bedeutsamer Tag, nämlich als das Grundgesetz in Kraft trat.
Von da an ging es steil bergauf: Es gab das Wirtschaftswunder, das mit einer Fresswelle gefeiert wurde.

Wir durften auf einmal in Deutschland wieder Militär haben – die Bundeswehr, wo die jungen Männer ihren Wehrdienst zu leisten hatten. Ich hatte das Glück, nicht betroffen zu sein, weil ich einem „weißen Jahrgang“ angehörte.

Die nächste Wende brachten die 68-er, als die Jungen gegen die Obrigkeit aufbegehrten. Merkwürdigerweise waren die Zustände, gegen die damals protestiert wurde, geradezu paradiesisch im Vergleich zu dem, was wir heute erleben. Aber heute bleiben die großen Proteste aus. Ist das Volk müde geworden oder genügen ihm Fernsehen und billige Urlaubsflüge, um es von seiner Misere abzulenken? Nur bei der Wahl protestiert das Volk noch ein bisschen: zum Teil, indem es der Wahl fernbleibt, zum Teil durch Wählen der AfD.

Eine ganz gewaltige Veränderung brachte eine kleine Pille, die ungewollte Schwangerschaften verhindert. Die Moral wurde total auf den Kopf gestellt. Während das Zusammenleben Unverheirateter früher in Bayern strafbar war und es als Vergehen der Kuppelei angesehen wurde, wenn jemand Unverheirateten ein Zimmer zur Verfügung stellte, kümmert sich heute niemand mehr darum. Nicht einmal die Kirche traut sich, dagegen ernsthaft zu wettern.

Eine wichtige neue Erscheinung ist die Zerstörung der Familie. Wo früher der Mann der Ernährer der Familie war, müssen nun beide Eltern im Beruf arbeiten, um über die Runden zu kommen. Wir haben noch die Zeit erlebt, als die Familie mittags und abends gemeinsam in der Essecke beisammen saß. Das war einfach, weil es noch die Hausfrau und Mutter gab, die einkaufte und kochte. Die Wege zur Schule und an die Arbeitsstelle waren kurz. So konnte man sich zu den Mahlzeiten zusammen finden. Und heute? Da werden die Kinder in der Kita oder Schule abgefüttert.

Neu ist, dass immer mehr Menschen so ausgepowert sind, dass sie abends zu müde für den Sex sind. Burnout breitet sich immer mehr aus. Und die Männer sind auf dem Weg zur völligen Entmannung.

Politisch ist ein Wandel eingetreten: Einst standen die Menschen hinter ihrem Staat. Heute sind die Vertreter des Staates, die Polizeibeamten, zu Prügelknaben geworden. Die Justizgebäude waren einst als Schaufenster des Rechtsstaats konzipiert. Nun sind die großen Fenster zugezogen und eine Buchenhecke wurde davor gepflanzt:

Das Sitzungssaalgebäude des LG TRaunstein. Heute werden die Justizgebäude oft bunkerartig gebaut.

Einst waren die Arbeitsplätze sicher. Nun können sie nur noch „gesichert“ werden durch immer prekärer werdende Arbeitsverhältnisse. Nur ein Beispiel: Gerade werden 5000 Lehrer in die Arbeitslosigkeit entlassen, weil die Länder das Gehalt für die Sommerferien sparen wollen.

Ja, eine neue Krankheit ist ausgebrochen: die Geldgier. Die Einkommensschere zwischen Arbeiter und Chef ist in den 60ern 1:16 gewesen, heute verdient ein Dax-Vorstand im Mittel 71 Mal so viel wie die Beschäftigten seines Unternehmens im Durchschnitt, Postchef Frank Appel sogar das 232-fache. Der Soziologe Nikolaus Dimmel spricht sogar von einem Missverhältnis 1:432.

Das Wohnen in den Städten ist zum kaum bezahlbaren Luxus geworden und die Menschen müssen immer weiter ins Umland ziehen.

Das Grundgesetz wird immer mehr missachtet. Ein Beispiel: Es hieß dort: „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ Haben Sie vielleicht abstimmen dürfen? Das Verfassungsgericht hat gemeint, wir hätten durch die Teilnahme an der Bundestagswahl dem Grundgesetz zugestimmt. Das ist etwa so, als würde man behaupten, die Juden hätten durch die Wahl des Lagerältesten den KZs zugestimmt. Das Grundgesetz ist überhaupt eine der wenigen Verfassungen, über die das Volk nie abstimmen durfte.

Noch eine völlige Veränderung sei hier erwähnt: Jahrhunderte lang ernährten sich die Menschen nach der Regel des Hippokrates:
„Eure Nahrung sei eure Medizin, und eure Medizin sei eure Nahrung.“
Das war für uns noch selbstverständlich und so blieben wir bis ins hohe Alter gesund:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/06/05/essen-wie-oma-oder-hippokrates/
Inzwischen ist die Gesunderhaltung nicht mehr so wichtig, weil man sich darauf verlässt, dass die moderne Medizin eventuelle Schäden schon wieder richten wird. So sind die Alten oft gesünder als die Nachkommen.

Nun ist die Flüchtlingswelle über uns hereingebrochen. Deutschland verändert sich: Frankfurt ist die erste deutsche Großstadt, in der Deutsche in der Minderheit sind. Dort haben beispielsweise über 75 Prozent der Zwölfjährigen einen Migrationshintergrund und über 51 Prozent aller Erwachsenen.
Inzwischen gibt es eine andere Flüchtlingsbewegung: Immer mehr Deutsche verlassen das Land:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/11/29/flucht-aus-deutschland/
Im Jahr 2016 erreichte die Auswanderung einen Höchststand.

Ach es gäbe noch so viele Veränderungen, nur schade, dass sie fast alle nicht zum Besseren sind.