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Wunder der Natur

Gerade stöbere ich im „Schatzkästlein“ von J. P. Hebel und da finde ich eine 200 Jahre alte Warnung vor dem Prozessionsspinner. Alles schon mal da gewesen und keine Folge des Klimawandels! Ich frage mich nur: Wie kann das sein, dass ein Schädling plötzlich nach 200 Jahren wieder auftaucht und sich so mächtig ausbreitet?
Umgekehrt ist es bei der Miniermotte, die den Kastanien zugesetzt hat. Der herrliche Spaziergang in Salzburg an der Salzach sah im Sommer traurig aus: Die Blätter der Kastanienallee waren welk. Die Miniermotte hatte den Kastanien so zugesetzt, dass die Blätter aussahen wie im Herbst. So war es hier überall und ich dachte, die Kastanien könnten wir abschreiben wie die Ulmen, die dem Ulmenspaltpilz zum Opfer fielen, und die Eschen …
Aber, oh Wunder, jetzt sind die Kastanien, die ich hier gesehen habe, alle wunderschön grün. Wieso ist die Miniermotte verschwunden?

Ist es ähnlich wie beim Maikäfer, der nur alle paar Jahre eine Plage bereitet, und wie regelt das die Natur?

Mal was Positives zum Klimawandel

Wir lesen dauernd Horrornachrichten über den Klimawandel: Bäume vertrocknen, Schädlinge vermehren sich…
https://autorenseite.wordpress.com/2019/06/17/schlimmer-als-das-artensterben/
Nur die Urlauber freuen sich.
Gerade ist mir noch etwas Positives aufgefallen: Die Kastanien, die sonst um diese Zeit schon aussahen wie im Herbst, weil sie von der Miniermotte geschädigt wurden, stehen heuer im satten Grün da. Anscheinend dezimiert die Wärme diese Schädlinge.

Globalisierung der Schädlinge

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Die Globalisierung hat eine unangenehme Folge. Mit den Waren aus dem Ausland kommen auch unerwünschte Begleiter: Mancher hat schon in einer Bananenkiste eine Giftspinne gefunden. Schlimmer sind die Tsetsefliegen, die  Malaria übertragen können und die in Obstkisten zu uns gelangen. Aber auch unerwünschte Pflanzensamen kommen als Anhängsel von Importen zu uns, beispielsweise das indische Springkraut, das sich überall ausbreitet, und die Ambrosie, die hochgefährlich ist, weil sie schlimme Allergien auslöst. Und Schädlinge aus Asien wie der Laubholzbockkäfer fallen über unsere Bäume her, so dass schon ganze Wälder oder Parks gerodet werden mussten.
Manchmal ist es aber auch der Mensch mit seiner Dummheit, der großen Schaden anrichtet: Im Victoriasee wurden Barsche ausgesetzt, die die ganze vorhandene Fischpopulation aufgefressen haben. Auch die Varroa-Milbe ist eine Folge eines schief gelaufenen wissenschaftlichen Experiments: Man wollte bessere Bienen durch Kreuzung mit ausländischen Tieren züchten und schleppte damit die tödliche Milbe mit ein. Wie schlimm die Varroa-Milbe sich auswirken kann, zeigt sich in China, wo mangels Bienen die Obstbäume von Hand bestäubt werden müssen.
Was immer wieder erstaunlich ist, ist die Tatsache, wie schnell sich selbst kleinste Tierchen und Bakterien ausbreiten können. So gibt es wohl in Deutschland keine einzige gesunde Kastanie mehr. Überall macht sich die Miniermotte über diese Bäume her. So beginnt bei den Kastanien der Herbst schon im Frühjahr. Unbegreiflicherweise hat man gerade im Kurgarten von Bad Reichenhall wieder eine Reihe von Kastanien angepflanzt, die natürlich nun so traurig aussehen, wie auf dem Bild oben. Vielleicht geht es den Kastanien bald so wie den Ulmen, die alle dem Ulmenspaltpilz zum Opfer fielen.
Ja, es gibt noch viele Beispiele dafür, dass der größte Umweltschädling der Mensch ist.