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Unsere Schreihalsdemokratie: Was ist der Unterschied zwischen Adler und Condor (Lufthansa)?

Es gibt ein böses aber treffendes Wort für unsere Wirtschaftspolitik: „Too big, to die.“ Das bedeutet in der Wirtschaftskrise: Die Großen bekommen  Milliarden. Beispielsweise erhielt die Lufthansa ein Rettungspaket von 9 Milliarden Euro, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Und was dann geschah, war voraus zu sehen: Das Unternehmen hat ca. 30.000 Arbeitsplätze abgebaut und 100.000 weitere sollen folgen. Wäre es nicht besser (jedenfalls billiger) gewesen, wenn man die Lufthansa hätte Pleite gehen lassen, wie ich vorgeschlagen hatte:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/12/07/randbemerkungen/
Bei der Firma Adler wird nun der andere Weg beschritten. Das Unternehmen wird in die Insolvenz geführt und von da aus neu strukturiert.
Am Ende von den beiden verschiedenen Wegen wird dasselbe heraus kommen: abgespeckte Unternehmen mit Zukunftsperspektive, aber nur in einem Fall werden Sie als Steuerzahler zur Kasse gebeten.
Ich habe unser System als „Schreihalsdemokratie“ bezeichnet: Wer am lautesten schreit mit der mächtigsten Lobby, kann absahnen.

Da muss ich mich wieder aufregen: Corona-Hilfen – Rausgeschmissenes Geld

Geldspritze gefällig?

Ich habe mich hier ja schon oft für die Gastronomie stark gemacht und mich gewundert, dass sie sich so wenig gegen die Schließung ihrer Unternehmen gewehrt hat. Ich habe ja schon früher den Verdacht geäußert, dass die Gastronomie durch die Corona-Hilfen womöglich mehr verdient, als wenn sie geöffnet hätte, denn sie erspart sich ja durch die Schließung viele Ausgaben. Wie Recht ich mit meiner Vermutung hatte, zeigen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft. Demnach zahlt der Staat 10 Milliarden Euro mehr an Corona-Hilfen, als eigentlich notwendig wäre. Vor allem die Gastronomie sei eine der Hauptnutzerinnen dieser Verschwendung von Steuergeld.

Die Autoindustrie war natürlich wie immer beim Kassieren auch mit vorne dabei.

Ebenso haben andere Branchen wie die Lufthansa und die TUI einen wahren Geldsegen erhalten, bei dem ich mich frage, wie es denn gewesen wäre, wenn diese Unternehmen pleite gegangen wären: Dann hätten sie wieder klein anfangen müssen. Jetzt aber müssen sie sich „gesund schrumpfen“ und das kostet uns viel Geld und das Ergebnis ist dasselbe. Der Arbeitsminister behauptet zwar immer, dass der von der Regierung eingeschlagene Weg finanziell günstiger sei, aber konkrete Berechnungen dazu hat er nicht bekannt gegeben.

Wie soll das alles nur weiter gehen?

Wir geben das Geld mit vollen Händen aus: allein 9 Milliarden für die Lufthansa, die so nicht überleben kann … Insgesamt haben wir im ersten Halbjahr 50 Milliarden mehr ausgegeben, als wir eingenommen haben.
Gerade soll das Kurzarbeitergeld verlängert werden. Woher nehmen? Die Arbeitslosenversicherung hatte ein solides Polster von 26 Milliarden Euro. Heuer entstehen ihr aber durch Corona Ausgaben in Höhe von 30 Milliarden – ein Loch von 4 Milliarden, für das der Staat aufkommen muss.
Wo man hinschaut, drohen Pleiten: Die Kreuzfahrtschiffe liegen im Hafen. Die Unterhaltungs- und Kulturbranche liegt am Boden. Ebenso ergeht es der Reisebranche.
Die Gastronomie kämpft mit erheblichen Problemen. Und all das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Autoindustrie. Viele können sich ein neues Auto einfach nicht leisten.
Irgendwie habe ich den Eindruck, als wolle sich die GroKo bis zum Wahltermin mit einer enormen Verschuldung durch wursteln. Aber dann gibt es „blood, sweat and tears“.
Was ich in dieser Situation nicht verstehen kann, ist die ständige Steigerung der Aktienkurse.

Warum wir vielleicht mit dem Corona-Virus leben müssen

(Ergänzug zu https://autorenseite.wordpress.com/2020/08/12/die-fehler-bei-der-bekaempfung-von-corona/)

Ich habe es ja schon länger geahnt, dass wir wahrscheinlich mit dem Corona-Virus leben müssen, weil es keinen wirksamen Impfstoff geben könnte:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/07/28/corona-politik-eine-kritik/

Das Corona-Virus gehört nämlich zu den RNA-Viren. Diese sind deshalb so gefährlich, „weil sie sich so schnell weiterentwickeln und es darum so schwierig ist, verlässliche antivirale Medikamente und auch Impfstoffe herzustellen.“
https://web.de/magazine/news/coronavirus/ursprung-coronavirus-erbgut-bringt-forscher-spur-34977834

Unsere kurzatmige Politik geht davon aus, dass wir in einer kurzen Überbrückungsphase leben. Man glaubt, wir müssten halt ein wenig warten, bis ein Impfstoff gefunden wird. Wenn der aber nicht gefunden wird: was dann? Dann haben wir unnützerweise 9 Milliarden in die Lufthansa investiert, mit der nur wenige fliegen wollen und  die TUI erhält gerade zusätzlich zu den 1,8 Milliarden, die sie schon bekommen hat, weitere 1,2  Milliarden, obwohl die Reisebranche vielleicht nie wieder richtig hoch kommen wird.
Das Geld, das wir in einer schwierigen Zukunft bräuchten, wäre dann nicht nur hier in den Sand gesetzt. Wie sähe diese Zukunft aus: Kaum Flüge, wenig Zuschauer bei Fußballspielen und anderen Veranstaltungen, hohe Kosten für die Bekämpfung der Pandemie, Pleiten auf Pleiten, hohe Arbeitslosigkeit… Und dann wird für die Arbeitslosen kaum noch etwas übrig bleiben, weil unser Geld den gierigen Großunternehmen in den Rachen geworfen wurde. Es wird sein wie immer: Zahlen müssen die Armen.
Nicht auszumalen, wie es dann weiter ginge. Wir hätten einen Motor „angekurbelt“, der nicht zu retten ist. Stattdessen hätten wir einen neuen Motor gebraucht (also eine völlig andere Wirtschaftspolitik).
Aber vielleicht wird ja doch alles nicht so schlimm dank Putins neuem Impfstoff: Sputnik V stimmt ja hoffnungsfroh, jedenfalls kurzfristig.. Dann müssten wir aber auch unsere Politik gegenüber Russland ändern, um diesen Impfstoff zu bekommen.

Wann kommt Covid-20?


Zur Zeit beherrscht uns Covid-19. Die Zahl 19 sagt uns, dass sie einmal durch 20 ersetzt wird, dass also ein neues Virus über uns herein brechen wird. Wie wird es wohl ausfallen? Gnädig oder brutal? Ein harmloser Schnupfen oder eine hochansteckende Krankheit mit tödlichen Folgen?
Nun in Zeiten von Covid-19
(bzw. Corona) reagieren wir etwas hysterisch, wenn wir bedenken, dass sich so ein Ereignis wiederholen kann. Dann hätten wir unser Pulver verschossen und eine neue Katastrophe würde überhaupt nicht mehr beherrschbar sein.
À propos Pulver: Was wäre denn gewesen, wenn wir beispielsweise die Lufthansa pleite gingen ließen? Dann würde sie vom Insolvenzverwalter weiter betrieben und verkauft. Und der neue Eigentümer würde natürlich Flugzeuge und den überwiegenden Teil des Personals übernehmen. Die 9 Milliarden, die wir Steuerzahler für die Lufthansa aufbringen sollen, dienen also eher den Aktionären. Es ist also wieder so ähnlich wie bei der Finanzkrise, für die die kleinen Leute aufkommen mussten, die teilweise ihre Altersrücklagen einbüßten.
Übrigens kennen wir noch nicht einmal unser Covid-19 so richtig. Wird man wirklich auf Dauer immun, wenn man die Krankheit überwunden hat? Wird es überhaupt jemals einen Impfstoff geben? Oder werden wir auf Dauer mit dem Virus leben müssen, insbesondere dann, wenn es sich wandelt und sich so dem Impfen entzieht?
In Israel und Südkorea beginnt gerade eine zweite Coronawelle. Und wir haben auch schon hoffnungsvollere Tage erlebt.

Corona bringt die schäbigen Prinzipien der Politik ans Licht

Eine Krise hat ihren Sinn: Sie zwingt zum Nachdenken.
Und wenn ich so nachdenke, sehe ich in der Politik verschiedene Prinzipien wirksam werden:
Wer am lautesten schreit, bekommt das meiste Geld: Lufthansa und Autoindustrie. Wieso eigentlich? Da stimmt doch etwas nicht an unserem Wirtschaftssystem:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/05/11/die-blutsauger-sind-unter-uns-plaedoyer-fuer-ein-anderes-wirtschaftssystem/
Die Verteilung des Geldes nach Lautstärke der Lobbyisten führt zu unerträglichen Ungerechtigkeiten. Nur zwei Beispiele: Die vielen Selbständigen bekommen nichts. Und in der Gastronomie droht eine Pleitewelle: Jeder dritte Betrieb macht zu.
Wie viele Arbeitsplätze wären wohl verloren gegangen, wenn die Lufthansa pleite gegangen wäre? Wahrscheinlich nur wenige, denn das Unternehmen wäre dann von einem anderen geschluckt worden, das ja auch Piloten und sonstiges Personal braucht. Und man sollte dagegen rechnen, wie viele Arbeitsplätze bei den Selbständigen und in der Gastronomie verschwunden sind. Wahrscheinlich viel mehr.
Was typisch ist, ist die Tatsache, dass die Reichen völlig ungeschoren davon kommen, obwohl sie immer die Gewinner waren, wenn die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr auseinander klaffte. Hätte es nicht nach der Krise eine Art Lastenausgleichsgesetz geben können wie nach dem Krieg?
Und noch etwas stört mich an der Politik. Es fehlt an Ehrlichkeit bzw. an Aufklärung. Die Politiker müssten den Bürgern klar sagen, welche Belastungen auf sie durch das neue Hilfspaket zu kommen. Aber über so etwas redet die Politik nicht gerne und die Bürger wollen es lieber auch gar nicht wissen. Der deutsche Michel schläft lieber ruhig.
Wir tanzen ja sowieso auf einem Vulkan und wer wird da schon an Morgen denken.