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Die „Softifizierung“ der Deutschen

Bin ich eigentlich nicht normal? Vielleicht liegt es ja an meinem Alter, dass ich manches nicht verstehe:
Was ist los mit den Deutschen? Sie fühlen sich nach Umfragen angeblich wohl, obwohl es mit ihnen immer mehr bergab geht:
Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer mehr auseinander und die Arbeitnehmer können sich anstrengen, wie sie wollen: Sie bekommen trotz ständigen Aufschwungs immer weniger Geld, wenn man den Reallohn zu Grunde legt, denn „die da oben“ sahnen immer mehr ab.
Die Einkommensschere zwischen Arbeiter und Chef ist in den 60ern 1:16 gewesen, heute ist sie 1:432, sagt der Soziologe Nikolaus Dimmel.
Vielleicht ein Beispiel gefällig? SPD-Genossin Christine Hohmann-Dennhardt erhielt als Abschiedsgeschenk von VW eine Zahlung von über 12 Millionen Euro nach nur gut einem Jahr Arbeit als Vorstand. So viel zum Thema Sozialdemokratie.
https://autorenseite.wordpress.com/2017/02/25/absahner-ueberall/
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/23/verdammt-war
um-lasst-ihr-euch-das-gefallen/
In einer Untersuchung der schweizerischen Bank UBS kann man folgendes lesen:
„In den letzten 10 Jahren … gehörten die deutschen Einkommensbezieher zu den Verlierern.“

Und müsste der Staat nicht endlich für mehr Gerechtigkeit sorgen, indem er die Arbeit nicht höher besteuert als die Kapitaleinkünfte?
Und wie kann es sein, dass die Armut, insbesondere die Kinderarmut und Altersarmut, bei einer Regierungsbeteiligung der SPD ständig zugenommen hat, ebenso die Zahl der prekären Arbeitsverhältnisse: Leiharbeit, Zeitarbeit, Praktika …? Die Regierenden können sich anscheinend wohl nicht vorstellen, wie es ist, wenn eine Achtzigjährige nachts Zeitungen austragen muss, um über die Runden zu kommen, oder wenn immer mehr Menschen zwei Jobs brauchen: Sie vegetieren einem baldigen Ableben entgegen.
Sogar die Drittjobs sind nun auf einmal im Kommen.
Immer weniger Menschen können sich noch das Wohnen in der Großstadt leisten. Die Alten müssen wegziehen und die Jungen müssen pendeln. Die Zahl der Pendler ist in den letzten Jahren von 50 % auf 60 % gestiegen
und die dabei zurückgelegten mittleren Pendeldistanzen stiegen zwischen 2000 und 2014 von 8,7 auf 10,5 Kilometer. Wie viel Lebenszeit wird mit der sinnlosen Fahrerei bei immer längeren Staus vergeudet! Und wie viel Lebenskraft geht verloren! Krankheiten sind bei diesen armen Arbeitssklaven vorprogrammiert.
Seit 2010 haben daher die Schlafstörungen bei Berufstätigen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent zugenommen. Kein Wunder, denn im Jahr 2013 klagten 65 % der Bundesbürger über eine zu hohe Arbeitsbelastung, während es fünf Jahre zuvor nur 28 % waren. Die Folge davon ist, dass sich die Fehltage wegen psychischer Leiden in den letzten 20 Jahren verdreifacht hat. Burnout nimmt in erschreckendem Maße zu.
Männer werden immer mehr entmannt. Wer tut was dagegen? Die Softies nehmen das als Kismet hin.
Die Menschen blicken einem Alter in Armut entgegen, obwohl sie immer länger arbeiten müssen. Es wird zwar immer behauptet, dies läge an der ungünstigen Alterspyramide, weil nun immer weniger junge Arbeitnehmer für immer mehr alte Rentner sorgen müssten. Dabei wird aber verschwiegen, dass sich die Produktivität der Arbeitnehmer entsprechend vergrößert hat.
Die Ersparnisse der Alten werden durch die Null-Zins-Politik entwertet, was eine Art von Diebstahl ist, bei dem die Beute den Unternehmern zugute kommt.

Ist es nicht merkwürdig, dass die Deutschen all diese Zustände einigermaßen klaglos hinnehmen? Einige wählen aus Verzweiflung die AfD, weil sie von den Sozis nach den Erfahrungen aus deren Zeit der Mitregierung nichts erwarten können Und die Linken sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
Blicken wir einmal auf die 70-er Jahre zurück. Damals gab es eine RAF, die mit Attentaten gegen die „herrschende Klasse“ kämpfte. Dabei waren die Verhältnisse damals im Vergleich zu heute fast paradiesisch.
Und heute gibt es höchstens einmal Gewalt beim G20-Gipfel, aber keinen allgemeinen friedlichen Massenprotest. Liegt das daran, dass unsere Gesellschaft inzwischen so verkrustet ist, dass jeder Protest als sinnlos erscheint? Oder sind die Massen
heimlich ruhig gestellt worden? Manche haben ja die „Chemtrails“ oder die Handymasten-Strahlung in Verdacht. Interessant an dieser Theorie ist, dass doch auch andere Menschen sich nicht erklären können, warum die Deutschen alles schlucken. Ich glaube ja eher, dass die viele Chemie in der Nahrung die Deutschen so „softifiziert“ hat. Ein rühriges Volk hätte doch beispielsweise den Abgasskandal nicht einfach so hingenommen, sondern die Industrie durch Käuferstreik gezwungen, die Dieselstinker nachzurüsten. Aber wie ich unsere Regierung kenne, wird sie – wenn sie denn endlich tätig wird – bei der Nachrüstung auch uns Steuerzahler zur Kasse bitten.

Verstehen Sie das?


Wo man hinhört, fehlt der Nachwuchs: besonders bei den Pflegeberufen, dem Handwerk, dem Krankenhauspersonal und nun auch bei den Lehrern und übrigens auch bei den Beamten. Da wird dauernd über die Beamten gemeckert, weil die angeblich so viele Vorzüge erhalten wie Beihilfe und dergleichen. Aber die Leute fragen sich nicht, warum trotzdem zu wenig Nachwuchs in das angeblich so fürstlich besoldete Beamtendasein strebt.
Was ich daran nicht verstehe ist dies. Wir leben doch in einer Marktwirtschaft, in der doch das Prinzip von Angebot und Nachfrage gilt. Wenn es also zu wenig Arbeitskräfte in bestimmten Branchen gibt, muss man die Leute halt besser besolden. So einfach wäre das. Aber es rührt sich zu wenig: Lieber lassen Krankenhäuser Abteilungen schließen oder Schulen den Unterricht ausfallen, als dass mehr Kräfte durch höhere Einkommen angelockt werden.
Es nützt auch nichts, dass u.a. der IWF Deutschland auffordert, die Löhne zu erhöhen. Warum funktioniert da die Marktwirtschaft nicht? Sieht unsere Regierung nicht, dass Trumps „America first“ die Ursache darin hat, dass Trump bei uns Dumpinglöhne ausmacht. Und er hat damit Recht, nicht nur, weil das Lohnniveau niedrig ist, sondern weil wir immer mehr „Aufstocker“ haben, denen der Staat einen Teil des Lohnes zahlt. So etwas ist halt kein fairer Wettbewerb.

Fragen an den Bayerischen Ministerpräsidenten

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In der Bayrischen Verfassung steht:
Artikel 166. (2) Jedermann hat das Recht, sich durch Arbeit eine auskömmliche Existenz zu schaffen.
Ist es nach Ihrer Meinung eine auskömmliche Existenz, wenn einer, der den ganzen Tag hart arbeitet, seinen Lohn vom Staat aufstocken lassen muss, damit er leben kann?
Artikel 167. (1) Die menschliche Arbeitskraft ist als wertvollstes wirtschaftliches Gut eines Volkes gegen Ausbeutung, Betriebsgefahren und sonstige gesundheitliche Schädigungen geschützt.
Ist es etwa keine Ausbeutung, wenn die Unternehmer immer mehr verdienen und die Arbeitnehmer immer weniger?
Artikel 168. (1) Jede ehrliche Arbeit hat den gleichen sittlichen Wert und Anspruch auf angemessenes Entgelt.
Ist es angemessen, wenn bei gleicher Arbeit immer mehr Zeitarbeiter weniger verdienen als fest angestellte Kräfte?
Geben Sie zu, dass Sie ständig die Verfassung missachten, wie hier unter Lobbykratie dargestellt?

Warum lasst Ihr Euch das gefallen?

Enkommensentw.

Die Schere zwischen Arm und reich geht immer weiter auseinander.
Wie wär’s denn, wenn wir die Entwicklung mal umkehren würden? Betrachten wir die letzten Jahre, so sind die Unternehmereinkommen immer viel mehr gestiegen als die Einkünfte der Arbeitnehmer. Weil dies so ist, wäre es doch an der Zeit, doch einmal zu sagen: Die Arbeitnehmereinkünfte müssen im nächsten Jahr prozentual mindestens genauso steigen wie die Unternehmereinkommen im letzten Jahr?
Wäre das eine so unverschämte Forderung, an der die kränkelnde deutsche Wirtschaft, die von den Zinsverlusten der Sparer subventioniert werden muss, doch wohl nicht gleich zu Grunde gehen würde. Die Unternehmer hätten es ja in der Hand, durch ihre Bescheidenheit die Belastungen der Produktionskosten gering zu halten.
In dem kostenlosen Buch „Die Blutsauger – eine Schmutzschicht überzieht Deutschland“ lesen wir:
https://autorenseite.wordpress.com/die-blutsauger-eine-schmutzschicht-uberzieht-deutschland/
„Im Jahr 2002 galt es als normal, dass ein Vorstandsvorsitzender 28-mal so viel verdiente wie ein Facharbeiter. 2007 stieg sein Einkommen auf das 52-fache. Manche geben sich heute sogar nur noch mit dem Dreihundertfachen zufrieden. Diese einstige Führungsschicht ist zu Schmarotzern verkommen, die bei ihrer maßlosen Arroganz gar nicht mehr sehen, dass der Gewinn eines Unternehmens nicht allein ihr Verdienst ist, sondern das aller Mitarbeiter. So gesehen bestehlen die Manager ihre Mitarbeiter, und es geschieht ihnen recht, wenn diese sich auf ihre Weise rächen.“
Und könnte der Staat nicht für mehr Gerechtigkeit sorgen, indem er die Arbeit nicht höher besteuert als die Kapitaleinkünfte? Wo bleibt die soziale Marktwirtschft?

Wie sich die Arbeitsverhältnisse ständig verschlechtern

In Deutschland haben bereits 200.000 Arbeitnehmer keine Mitbestimmungsrechte mehr, obwohl diese ihnen nach deutschem Recht zustehen würden, weil auf ausländische schlechtere Rechtsformen zurückgegriffen wird.
http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/wirtschaft/sn/artikel/oegb-warnt-vor-horrorszenario-der-ich-ag-in-eu-152383/
Mehr verdienen als zu Hause! Dieses Motto treibt viele Arbeitnehmer ins Ausland. Nepalesen, Inder usw. arbeiten in Katar. Aber auch zu uns kommen Leute aus dem Ausland, um Spargel zu stechen oder auf dem Bau zu arbeiten. Doch faire Arbeitsbedingungen können sie nur selten erwarten, denn üble Ausbeutung von Arbeitskräften, z.B. durch Hungerlöhne oder Wegnahme der Pässe, ist nach einem EU-Bericht auch hierzulande weit verbreitet. Dieser EU-Bericht klingt in meinen Ohren fast so, als ob er die Verhältnisse beim Bau der Fußballstadien in Katar schildern, über die wir uns so aufregen (mit Ausnahme von Beckenbauer).

Die Lüge vom Aufschwung

„Der Aufschwung ist unten angekommen!“ Erinnern Sie sich noch an diesen Jubel der Kanzlerin? „Unten“ – das sind wir aus der Sicht der Kanzlerin. Leider war das, was sie da gesagt hat, nie die Wahrheit. Und auch später ist der Aufschwung nicht unten angekommen. Das geht aus einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor. Erstmals jetzt nach 13 Jahren gibt es nun ein kleines Plus. Ende 2014 lagen die durchschnittlichen Bruttolöhne je Beschäftigtem preisbereinigt um 1,4 Prozent höher als im Jahr 2000. Im Jahr zuvor lagen sie noch darunter.
Hinter diesen Zahlen verbergen sich Schicksale: Wie viele haben sich das Wohnen in den teuren Städten nicht mehr leisten können, weil die Mieten dort stärker angestiegen sind als im Durchschnitt. Viele mussten aufs Land ausweichen und müssen nun gewaltige Fahrtkosten und immensen Zeitaufwand in Kauf nehmen.

https://autorenseite.wordpress.com/2015/01/31/unmenschliche-wohnungssituation-20035300/

Lesen Sie bitte auch „Wer stoppt den Wahnsinn?“

Schlafen die Gewerkschaften?

Gerade melden die Nachrichten, dass die EU Deutschland aufgefordert hat, die Löhne zu erhöhen. Es ist ja doch wohl so, dass wir in der EU ein wirtschaftliches Ungleichgewicht haben. Unsere Waren sind zu billig, weil unsere Löhne zu niedrig sind. Leider scheint es so zu sein, dass nun nicht unsere Löhne steigen, sondern sich die Situation in den Nachbarländern verschlechtert. Im Fernsehen sah ich gerade einen Beitrag, nach dem sich die Franzosen nicht mehr das leisten können, was zu ihrer Lebenskultur gehört: eine ausgiebige Mittagspause in einem guten Lokal mit einem entsprechenden Essen. Und ihre Lebensarbeitszeit wird nun wohl auch der deutschen angepasst.
Die EU hat, wie die Nachrichten weiter gemeldet haben, Deutschland darauf aufmerksam gemacht, dass eine Lohnerhöhung die Konjunktur ankurbeln würde. Das sind offenbar Zusammenhänge, die man in Deutschland aus den Augen verloren hat. Es ist erschreckend zu sehen, dass sich immer weniger Leute eine Wohnung in Ballungsgebieten leisten können. Man hat langsam das Gefühl, als seien die Blutsauger unter uns und als würden die Menschen immer mehr versklavt.
Wozu brauchen wir eigentlich noch Gewerkschaften, wenn die EU deren Aufgaben übernimmt?

Ich bin entsetzt

Heute Morgen hörte ich in den Nachrichten, dass BMW hundert Millionen Personalkosten einsparen will. Und das soll dadurch geschehen, dass die Essens- und Ruhepausen verkürzt werden. Ist es reine Geldgier, die solche Pläne gedeihen lässt? Der Jahresumsatz der deutschen Automobilindustrie betrug 2013 rund 360 Mrd. Euro (knapp 1 % mehr als 2012). BMW hatte in seiner Autobranche einen Umsatz von über 70 Milliarden. Was sind da schon 100 Millionen, die man dem Personal wegnimmt?
Gemessen am Gewinn war BMW im Verhältnis zum Umsatz Spitzenreiter. BMW verdrängte Hyundai vom Platz eins der profitabelsten Autobauer. Im Jahr 2013 legte der Fahrzeugverkauf bei BMW um 6,4 % zu. Beim Gewinn ergab sich nach Steuern ein Plus von 4,5 %.
Wir drücken die französischen Autobauer an die Wand. Das restliche Europa beklagt sich über uns, weil wir Dumpinglöhne bezahlen würden und damit den Wettbewerb verzerren würden. Unserer Handelsbilanzüberschüsse sind enorm.
Könnte man nicht einmal nun den umgekehrten Weg gehen und sagen: Uns geht es gut, nun sollen auch einmal die Arbeitnehmer etwas davon haben?
Das, was wir hier sehen ist Teil des „Merkel-Prinzips“. Den Menschen wird überall etwas abgeknapst, was sich in der Statistik oft gar nicht auswirkt. Und dann verkündet man dem Volke freudig: Ihr habt 2013 ein Lohnplus von 1,3 % erreicht. (1,5 % frisst allerdings schon die Inflation.)
Ich bin offenbar ein naiver Mensch: Ich dachte einmal, dass unsere Arbeiter sich auch einmal eine so ausgiebige Mittagspause gönnen und das Essen in aller Ruhe genießen können, wie es bei den Franzosen der Brauch war. Stattdessen greifen nun die Franzosen mittags zum Big Mac. Und ich glaubte, dass die Lebensarbeitszeit verkürzt würde. Wenn sie stattdessen verlängert wurde angeblich wegen des demografischen Faktors, so wird dabei immer außer Betracht gelassen, dass sich die Produktivität so gesteigert hat, dass sie eigentlich den demografischen Faktor ausgleichen müsste.